PTC 640 – Präzise Ergebnisse bei einfacher und schneller Handhabung

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Elektrowerkzeuge auf die Probe

Testbericht PTC640 1 Kommentar
Vom 28.03.15 Geändert 2015-03-28 20:54:38

Ein schöner Zufall, dass zu dem Zeitpunkt, als wir nach zwei Rohrbrüchen beschlossen, die Brauchwasserinstallation im Haus erneuern zulassen, gerade der Test des Fliesenschneiders PTC640 ausgeschrieben wurde.
Zumindest einen Teil der entstehenden Öffnungen in Bad, Toilette und Küche will ich selbst schließen.
Wie's geht weiß ich, weil ich schon in mehreren Räumen Fliesen an Boden und Wänden verbaut habe.
Also habe ich mich als Tester beworben und wurde auch angenommen.

Der erste Eindruck nachdem das Paket angekommen war: Das ist ja eine Riesen-Kiste!
Ich hatte mir das Gerät kleiner vorgestellt.
In dem Pappkarton finde ich dann sauber und sicher verpackt den PTC640 und die Bedienungsanleitung.
Ich möchte nichts falsch machen, deshalb lese ich - entgegen sonstigen Gewohnheiten - erst mal die Bedienungsanleitung durch. Besser gesagt: ich schaue sie mir an, weil sie weitestgehend aus Bildern besteht. Das ist aber nicht schlecht, und es erscheint mir auch alles logisch und verständlich.
Nun aber muss der PTC aus der Verpackung. Mit der Aluguß-Grundplatte im unverkennbaren grün-silber-schwarzen Bosch-Design macht das Werkzeug auf den ersten Blick einen wertigen Eindruck. Es sieht sehr solide aus, und auch das Gewicht lässt auf eine robuste Ausführung schließen.
Eine gute Idee, eine Kurzbedienungsanleitung in Form von Piktogrammen direkt auf die Grundplatte zu drucken. Gefällt mir.
Beim näheren Hinsehen fallen dann aber doch ein paar Punkte auf, die ich weniger gut gelöst finde.
Neben einigen unbearbeiteten Gußgraten ist da die Tatsache, dass im Transportmodus (mit eingeklipster Transportsicherung) das Schneidrad auf der Mittelschiene aufsitzt.
Mag sein dass das Rad wesentlich härter ist als die Schiene, aber es tut mir weh, eine Schneide auf Metall aufsitzen zu sehen wenn sie nicht dafür gedacht ist, dieses zu bearbeiten.
Eine mögliche Abhilfe wäre, den Brechstempel für den Transport nach unten zu klappen und den Arm damit abzustützen. Dafür ist aber dann das Fixierband zu kurz.
Bei diesem Versuch fällt dafür dann positiv auf, dass der Brechstempel in den beiden wesentlichen Positionen sehr schön weich einrastet. Das ist sehr schön gelöst.
Auf der anderen Seite gibt es dann aber zwei weitere Möglichkeiten für das Schneidrad, gegen Metall zu laufen. Einmal passiert das wenn die Schneideeinheit ganz nach vorne geschoben wird. Dann läuft das Rad gegen den Anschlag.
Zum Anderen passiert es wenn der hintere Anschlag eingesetzt wird.
Vielleicht sollte man diese Dinge nicht zu hoch bewerten, aber solche Effekte wären auch mit wenig Aufwand (geringfügig andere Formgebung) zu vermeiden gewesen.

Beim Schieben der Schneideeinheit in ihrer Führung fällt bei meinem Exemplar auf, dass sich die Bewegung sehr rau anfühlt. Bei näherem Hinsehen erkennt man auch schnell den Grund: Die Führung weist sehr starke Bearbeitungsspuren auf, über welche die Schneideeinheit hinweg-rattert. Hier fehlt eindeutig ein Arbeitsgang der die Lauffläche glättet.
Ein weiterer Punkt fällt noch negativ auf: Der Anschlag, mit dem die Breite der abzuschneidenden Streifen eingestellt wird, verläuft vertikal gesehen nicht parallel zur Auflagefläche. Sobald er selbst nicht mehr auf der Kunststoffplatte aufliegt, hängt er nach unten weg. Hier scheint etwas verbogen oder verzogen zu sein.

Nun aber zur wichtigen Frage: Wie arbeitet der PTC, bzw. wie lässt es sich mit ihm arbeiten?
Die Antwort darauf ist überaus erfreulich.
Ich habe mehrere Arten von Fliesen, nämlich die, die ich dann später auch verarbeiten muss, für die Tests benutzt.
Bei allen hat der Schnitt auf Anhieb funktioniert und zu außerordentlich sauberen Schnittkanten geführt. Das gilt für rechtwinklige Schnitte genauso wie für Diagonalschnitte, bei denen dann 45° Winkel entstehen. Früher hatte ich in diesem Fall häufiger das Problem, dass die Ecken nicht ganz sauber gebrochen waren. Mit dem PTC geht's einwandfrei.
Die einzelnen Arbeitsschritte und was dabei auffällt:
Einstellen des Anschlags
Rechtwinklig oder unter 45°. Es ist schnell klar wie die Skala auf dem Lineal abzulesen ist. Das eingestellte Maß wird beim Schnitt auch ausreichend genau getroffen.
Auflegen der Fliese.
Die Fliese liegt auf zwei federnd aufgehängten Kunststoffplatten, die gute Sicherheit gegen Verrutschen bieten. Die Führungsschiene mit der Schneideeinheit kann in dieser Phase leicht seitlich geschwenkt und auf einem der beiden erhöhten Stützpunkte abgelegt werden.
Ritzen
Die Führungsschiene wird auf die Fliese gelegt und am Griff verriegelt. Das passiert fast automatisch. Dann wird das Schneidrad am Ritz- und Brechhebel unter leichtem Druck über die ganze Fliese geschoben. In dem Moment, in dem das Schneidrad auf die Fliese aufsteigt, ist bezüglich des Drucks etwas Gefühl erforderlich. Man kann das erleichtern, indem man den hinteren Anschlag so einstellt, dass das Schneidrad am Anschlag genau an der Kante der Fliese aufsetzt. Dadurch, dass die Führungsschiene am vorderen Ende mit einer Feder nach unten gedrückt wird, stellt sich der richtige Druck aufs Schneidrad fast automatisch ein.
Brechen
Der Brechstempel wird nun in vertikale Stellung gedreht, so dass er auf beiden Seiten von der Führungsschiene auf der Fliese aufliegt. Durch verstärkten Druck auf den Brechhebel wird die Fliese nach unten gedrückt, die federnd aufgehängten Auflageflächen weichen nach unten aus, und die Fliese wird auf die Brechschiene unter der geritzten Stelle gedrückt und gebrochen. Aufgrund der Länge der Hebel geht das alles mit mäßigem Krafteinsatz.
Sofern das abgeschnittene Teil breiter ist als 6,3 cm, kann dabei der Anschlag eingestellt bleiben.
Andernfalls drückt der Brechstempel allerdings auf den Anschlag.

Fazit.
Wie vermutlich die Mehrzahl der Heimwerker habe ich ein spezielles Verhältnis zu meinem Werkzeug. Natürlich muss es in erster Linie funktionieren. Aber es soll auch ästhetisch sein, sich gut anfühlen, und das Arbeiten damit soll angenehm sein und Freude machen.
Der PTC640 erfüllt diese Ansprüche uneingeschränkt was Funktionalität und Präzision angeht. Diesbezüglich würde ich ihn auf alle Fälle weiter empfehlen.
Betreffend Verarbeitung und Ausarbeitung von Details würde ich mir wie oben beschrieben ein paar kleine Überarbeitungen bzw. Verbesserungen wünschen.
Allerdings haben diese Punkte keinerlei Einschränkung der Funktion zur Folge.

Noch ist der Installateur mit den neuen Rohren nicht fertig, aber ich freue mich darauf, den PTC640 anschließend im Ernstfall einzusetzen.
Ich danke dem Bosch- Team für die Möglichkeit, diesen Test durchzuführen.
 
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Hallo ArminHansPeter,

vielen Dank für deinen Testbericht.
Bei dem Gerät handelt es sich noch um ein Muster. Deshalb können auch noch kleinere optische Schönheitsfehler zu sehen sein.
Bei den ersten Geräten kann es vorkommen, dass das Schneiderad die Brechkante berührt. Wie schon von dir vermutet ist das Schneiderad viel härter als die Brechkante und nimmt deshalb keinen Schaden. Dennoch haben wir diesen Punkt zwischenzeitlich angepasst und schützen das Schneiderad nun zusätzlich.

Viel Spaß bei deinen weiteren Projekten mit dem Fliesenschneider PTC 640.
2015-05-04 08:25:41

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