PSB 18 LI-2
der Akku- Schlagbohrschrauber

Mitglieder der 1-2-do.com stellen Bosch
Elektrowerkzeuge auf die Probe

Der schraubt und schraubt und bohrt und schraubt und hämmert und schraubt... 1 Kommentar
Vom 27.01.13 Geändert 2013-01-27 20:37:56
Diesen Monat durfte ich mich zu den glücklichen Testern des PSB 18 LI-2 zählen. Kaum hatte der Paketbote seine Fracht abgeliefert, ging es auch schon in die Werkstatt, um das gute Stück zu begutachten.

Der Koffer
Beim Öffnen des Koffers fiel mir eine Sache direkt ins Auge – die Bedienungsanleitung, die lose auf dem Akkuschrauber lag. Die neuen grünen Gerätekoffer bieten eigentlich alle eine Klemme, mit der die Handbücher im Koffer befestigt werden können – so auch der Koffer des PSB. Da aber die Handbücher keinen festen Einband besitzen, wabbelt sich die Lektüre beim Schließen des Deckels aus ihrer Halterung und legt sich über dessen Inhalt. Schöner hat man dies z. B. beim Koffer der Oberfräse POF 1400 ACE gelöst. Hier gibt es einen Einschub, der das Handbuch vollflächig festhält. Ansonsten ist der Koffer aber sehr geräumig. Alle Teile haben ihren Platz und werden auch gut gehalten. Außerdem bietet er noch ausreichend Reserven um zusätzliche Bit-Boxen und sonstiges Zubehör aufzunehmen.

Das Handbuch
Zurück zum Thema Handbuch: Genau genommen sind es sogar zwei – eine für den Akkuschrauber, eine für das Ladegerät. Logisch, denn beides sind eigenständige Artikel. Wie immer sind die Handbücher mehr Sprachkurs als Anleitung. In insgesamt 11 Sprachen wird man über Sicherheit, Konformität und „Wartung“  („Halten Sie das Elektrowerkzeug und die Lüftungsschlitze sauber, um gut und sicher zu arbeiten.“ – das war’s auch schon) unterrichtet. Die eigentliche Anleitung erfolgt auf sechs Seiten mit leicht verständlichen Zeichnungen. Gut, ein Akkuschrauber ist kein hochkomplexes Werkzeug. Aber schöner und vor allen Dingen umweltschonender, könnte man das schon gestalten – vielleicht mit einem Übersichtskärtchen, auf dem die Zeichnungen sind (ähnl. den Anweisungen im Flugzeug).

Das Ladegerät
Da der PSB mein erstes Gerät aus der 18V-Familie von Bosch ist, habe ich es mir genau angesehen. Es ist sehr kompakt, fast schon winzig im Vergleich zum Ladegerät meines 18V Makitas (s. Bild). Der Akku lässt sich leicht einsetzen, sitzt dann auch satt in der Halterung. Auf Lüftergeräusche o. ä. lauscht man vergebens. Ich habe die Dauer einer Ladung niemals gestoppt – aber länger als eine Stunde hat es nie gedauert. Lädt der Akku, blinkt eine grüne LED an der Vorderseite des Ladegeräts. Ist der Akku voll, leuchtet sie dauerhaft. Beim genauen Betrachten leuchtet sie aber auch, wenn der Akku überhitzt bzw. zu warm zum Laden ist. Folglich bedeutet eine leuchtende LED „voll oder auch nicht“ – wer denkt sich denn bitte so etwas aus? Zugegeben, das Ladegerät meiner Makita kann mit ihrem Farbspiel auch das Wetter vorhersagen – aber wäre eine zweite (rote) LED, die Probleme mit dem Akku signalisiert nicht sinnvoller?

Der Akkuschrauber
Anschließend habe ich mir den PSB genauer angesehen. Er liegt sehr gut in der Hand und ist relativ kurz für seine „Gewichtsklasse“. Der Akku sitzt fest in der Aufnahme und wackelt nicht. Alle Elemente wie z. B. der Richtungswählhebel und der Abzug sind gut erreichbar, auch wenn man den Schrauber in engen Stellen nicht immer optimal halten kann, wie ich später bemerkte. Die Gangwahl auf dem Geräterücken rastet ordentlich ein, ist aber nicht schwergängig und gut ablesbar. Vor dem Bohrkranz sitzen zwei Stellringe. Mit dem einen lässt sich der Schlag ein bzw. ausschalten. Über den zweiten lässt sich das Drehmoment einstellen. Der Zahlenkranz springt leichtgängig mit einem satten Klick von Stufe zu Stufe, was das Einstellen hör- und spürbar macht. Nach der letzten Raste kann man die Drehmomentstufe auf Bohren (also keine Drehmomentbegrenzung) stellen – ein entsprechendes Piktogramm verrät dies. Was ich etwas unglücklich finde, ist dass zwischen der „Drehmomentstufe 20“ und „Bohren“ keine Trennung mehr besteht. Nur eine lange Nulllinie auf dem Einstellkranz ohne spürbaren Übergang – mehr nicht. Eine Art Endwiderstand, den man überwinden müsste, bevor man in den Bohrbereich wechselt, hätte ich besser gefunden. Er würde das „blinde“ Verstellen deutlich vereinfachen. Außerdem habe ich mich gefragt, was eigentlich eingestellt ist, wenn der Stellring auf der Nulllinie steht und nicht auf dem Bohrersymbol?

Das Bohrfutter hat mich sehr begeistert. Es hält Bits und Bohrer bombenfest, lässt sich von Hand gut festziehen und - was fast noch wichtiger ist - auch ohne großen Kraftakt wieder lösen.

Nette Features
Positiv überrascht war ich von dem PowerLight, welches die Bohr-/Schraubstelle ausleuchtet, selbst wenn der Schrauber schräg gehalten wird. Und die „Schickimicki-Funzel“, für die ich sie zunächst hielt, leuchtet wirklich hell. Praktisch finde ich dabei ganz besonders, dass die Leuchte angeht, sobald man nur leicht am Abzug zieht, aber noch bevor der Schrauber sich zu drehen beginnt. Somit kann man entspannt im Lichtkegel den Bohrer/Bit platzieren und anschließend losschrauben.

Ebenfalls praktisch ist die Statusanzeige des Akkus – somit sieht man stets auf einen Blick, wann es Zeit wird „nachzuladen“  und nicht erst, wenn man auf der Leiter steht und die erste Schraube Widerstand leistet.

Die Drehrichtungsanzeige (Pfeilsymbol auf dem Geräterücken) ist ein nettes Gimmick – ob man die wirklich braucht, weiß ich nicht. Aber sie ist da und das ist gut so.


Der Praxistest
Ich habe den PSB bei verschiedenen Tätigkeiten eingesetzt:

Schrauben
Ich habe beim Bau der Garderobe einige Holzschrauben verarbeitet. Da das Holz recht weich war, durften die Schrauben nicht zu fest angezogen werden – die Drehmomentvorwahl erwies sich hier als äußerst zuverlässig. Sie hat präzise angesprochen und keine Schraube überdreht. Beim Schrauben „in“ der Garderobe konnte die kompakte Bauweise des PSB überzeugen.

Außerdem habe ich noch einige Universalschrauben in Dübeln (Wandregale und Steckdosen sowie Leerrohre montiert) versenkt und zu Testzwecken auch ein paar 10er Schlossschrauben in Holzbalken. Dabei konnte der PSB zeigen, was in ihm steckt. Das Drehmoment überzeugt – das Gerät hat, richtiger Gang vorausgesetzt, unheimlich viel Kraft. Wer da nicht aufpasst, dem verdreht es schnell mal das Handgelenk.

Bohren in Holz
Beim Bau der Garderobe habe ich einige Löcher mit 12er Durchmesser gebohrt. Gut, Paulowina ist kein wirklicher Gegner für das Gerät, aber das Ergebnis war wie erwartet gut. Um aber in der Disziplin keinen falschen Eindruck zu bekommen, habe ich mit dem 12er Bohrer auch gleich mal ein paar Probebohrungen in einen Holzbalken, 18er Multiplex und Eiche gemacht – geht durch, wie durch Butter! Was mir aufgefallen ist, ist dass der PSB sein maximales Drehmoment immer erst nach einer knappen „Gedenksekunde“ erreicht. Gibt man von jetzt auf gleich Vollgas, so merkt man, dass die Drehzahl über eine Sekunde lang ansteigt, bis sie schließlich ihr Maximum erreicht hat. Das ist kein wirkliches Manko, aber im Vergleich zu meinem Makita gewöhnungsbedürftig und daher an dieser Stelle erwähnenswert.

Schlag auf Schlag – Bohren in Stein
Ich muss zugeben, ich habe mit meiner Makita bisher erst einmal mit Schlag in eine Wand gebohrt und das Ergebnis hat mich nicht wirklich überzeugt. Also waren meine Erwartungen bei diesem Test ein wenig voreingenommen. In unserem alten Öllager, das jetzt als Materiallager genutzt wird, mussten Werkzeugträger montiert werden. Da das Öllager relativ schlecht ausgeleuchtet ist und über keine Steckdose verfügt, war es ein ideales Testfeld für den PSB. Mir ist klar, dass der PSB kein Uneo und auch kein Bohrhammer ist, aber das Ergebnis hat mich überrascht. Mit lautem Geknatter schiebt sich die PSB langsam vor – ein sauber gebohrtes Loch ist das Ergebnis. Selbst im roten Backstein war das Bohren kein übermäßiger Kraftakt, ging aber selbstverständlich etwas langsamer voran. Als großer Vorteil erwies sich in der „Dunkelkammer“ mal wieder das PowerLight – ich find’s super!

Zubehör und Fazit
Im Verlauf des Tests gab es einige Diskussionen um zusätzliches Zubehör wie Zweitakku und Zusatzhandgriff. Ersterer ist sicherlich empfehlenswert. Insbesondere, wenn man größere Projekte in Angriff nimmt ist eine Ladezeit, und somit eine Unterbrechung der Arbeit, von einer Stunde nicht akzeptabel. Durch die 18V-Familie muss man aber nicht zwingend einen zweiten Akku erwerben, sondern kann auch einfach noch ein Werkzeug kaufen… ;-)

Der zusätzliche Handgriff, wie er auf einigen Produktabbildungen im Internet zu sehen ist, ist für mich kein notweniges Add-On. Der PSB liegt gut in der Hand und lässt sich auch bei Bohrungen in Stein und massivem Holz gut führen. Bei genauerer Betrachtung lässt er sich am aktuellen Modell des PSB auch nicht montieren, da der Aufnahmering der kompakteren Bauform zum Opfer gefallen ist.

Das Gerät selbst überzeugt in allen Disziplinen!
Die kleinen Schwächen im Zubehör werden durch Handling und Leistung wettgemacht. Der Gedanke der 18V-Familie ist ein super Ansatz, da man dadurch endlich nicht mehr für jedes Gerät einen eigenen Akku mit eigenem Ladegerät vorhalten muss. Das spart Ressourcen und Lagerkapazität. Bisher kannte man dies nur von Geräten für den professionellen Einsatz. Für mich wird es sicherlich nicht das letzte Akku-Gerät der 18V-Serie sein!
Abschließend ein großes Danke für den tollen Produkttest – weiter so!
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Hallo Zusammen,

den Thread zur Diskussion über diesen Testbericht findet Ihr unter http://www.1-2-do.com/forum/showthread.php?p= 308038&posted=1#post308038.
2013-02-26 17:35:06

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