PSB 18 LI-2
der Akku- Schlagbohrschrauber

Mitglieder der 1-2-do.com stellen Bosch
Elektrowerkzeuge auf die Probe

Testbericht PSB 18V-LI „Die eierlegende Wollmilchsau“ 2 Kommentare
Vom 20.01.13 Geändert 2013-01-20 19:17:41

Der erste Eindruck:
Koffer geöffnet…die Bedienungsanleitungen liegen im Koffer lose herum---o.k., erst mal so hingenommen (dazu komme ich gleich noch).
Im Koffer waren der  Akku-Schlagbohrschrauber, ein Doppelbit, das Ladegerät (AL 2215 CV) und ein 1,5 Ah Li Akku, sowie die bereits erwähnten Geräteunterlagen.
Der Schrauber selber macht auf den ersten Blick einen soliden und wertigen Eindruck, der Koffer dagegen  einen Zwiespältigen.
 
Warum?
Der Koffer hat zwar eine gute Einteilung und auch Platz für Zubehör, aber er ist etwas dünnwandig und die Halter für die Geräteunterlagen sind leider so gestaltet, das diese immer wieder rausfallen (siehe BILD 1).
 


Das Kennenlernen:
Nach dem Auspacken wurde natürlich der PSB erst mal auf Herz und Nieren untersucht.
Was mir dabei äußerst positiv aufgefallen ist, sind die wertigen Materialien.
Ob es der Gehäusekunststoff oder die Griffgummierung ist, alle Materialien fassen sich gut an und wirken auch gut verarbeitet.
Er braucht sich da auch nicht vor dem GSB 18V-LI verstecken (Blauer Bruder).
 
Lediglich ein Mangel ist mir aufgefallen, der das sehr gute Gesamtbild ein wenig trübt.
An der Motorrückseite befindet sich im Gehäuse ein nicht zu übersehender Spalt, wo die zwei Gehäusehälften zusammenstoßen (siehe BILD 2).
Der „Power 4All“ Aufkleber auf dem Griff stört auch etwas (vor allem, da am Gerät sowieso eine Anhänger dran war, wo man diesen „Hinweis“ auch unterbringen hätte können (siehe BILD 1)).
Der Aufkleber lässt sich aber rückstandslos entfernen.
 
Die Bedienung vom Gerät hingegen ist wiederrum hervorragend.
Alle Schalter und Einstellringe rasten sauber und hörbar, so wie es sein soll, dabei sind sie aber nicht schwergängig.
Der Rundlauf und das Kippspiel vom Bohrfutter sind absolut in Ordnung. Da wackelt und eiert nichts.
Die Drehmomenteinstellung mit 20 Rasterungen (die ersten fünf sind als Screw Control gekennzeichnet) ist optimal um für jeden Schraubfall die richtige Einstellung zu finden.
 
Der Umschalter für den Bohr- / Schlagbohrbetrieb ist auffallend rot gekennzeichnet, was mir sehr gut gefällt, da die Einstellung sofort erkennbar ist.
Der Umschalter für Rechts- / Linkslauf ist genauso wie der Gangumschalter einwandfrei zu bedienen.
Hier gefällt mir auf jeden Fall die optische Anzeige der Drehrichtung (wobei diese eigentlich mehr „vorwärts“ und „rückwärts“ symbolisiert).
 
Bei leichtem Druck auf den „Gasgebeschalter“  wird die LED aktiviert, die zum Schrauben und für kurze Bohrergrößen auch genau dorthin leuchtet wo sie soll, leider hat sie keine Nachleuchtfunktion.
 
Der Schrauber selber ist vom Schwerpunkt recht gut austariert und für einen so kräftigen
Akku-Schlagbohrschrauber auch recht kompakt und leicht  und damit auch gut zu Händeln.
Für engste Winkel und kleinste Schrauben ist er zwar Prinzipbedingt nicht gedacht, kann aber dort auch punkten (siehe BILD 3)
 
Beim Festdrehen vom Bohrer hört man zum Schluss das leise Klicken der Spannkraftsicherung. Die Bohrer werden Bombenfest gehalten, da sich das Bohrfutter beim Schlagbohren nicht mehr öffnen kann (bei Schlagbohrmaschinen ist deswegen so ein Bohrfutter zwingend notwendig (beim PSB sogar noch mehr, da sich das Bohrfutter ja nicht mehr wechseln lässt).
 


Vergleich zum GSB 18V-LI:
Man könnte sagen, er schlägt sich gegenüber seinem Bruder recht wacker, das wäre aber nur die halbe Wahrheit.
Beide sind dichter beieinander als man es angesichts des Preisunterschieds vermuten mag.
Da hagelt es fast schon mehr beim Blauen Derivat Kritik.
 
Warum?
  • Bei beiden Akku-Schlagbohrschraubern fehlt ein zweiter Handgriff (der Blaue hat aber deutlich mehr Drehmoment (z.B. 67Nm gegenüber 54Nm beim harten Schraubfall).
Wobei man aber sagen muss, dass es bei Blau noch einen Stärkeren mit zweitem Handgriff gibt, während der PSB das stärkste Modell bei Grün ist.
 
  • Bei beiden ist das Bohrfutter lediglich aufgepresst und damit alleinig nicht wechselbar (das kann man dem Grünen aber eher verzeihen) ---- (siehe Bild 4)
 
Auch das Mehr an Drehmoment benötigt man wohl selten, zumindest hat sich der PSB auch bei Anwendungen am Limit (seiner angegebenen Bohrer- und Schraubengröße) keine Blöße gegeben.
 
 

TEST:
Ich habe versucht, dem PSB beim Testen gerecht zu werden und hab ihn daher möglichst vielfältig getestet.
 
  1. Anhand von kleineren und etwas größeren Projekten
  2. Mit gezielten Anwendungen am angegebenen Limit
 
Das alles lässt sich anhand der seitens Bosch vorgegebenen Fragen recht gut beantworten.
Sollte einem auffallen, das sich vieles vom ersten Eindruck und Kennenlernen hier im Test
Wiederholt, so ist das durchaus gewollt.
Der erste Eindruck kann oft trügen, aber eigentlich hat sich alles im Test bestätigt.
 
 
 1. Welches Projekt hast du mit dem PSB 18 LI-2 gemacht? Wie bist du dabei vorgegangen (Zeitansatz)?
 
  • Bau von Holzkisten (aus Abfallholz)  die zu Eurobehältern kompatibel sind
(siehe Bild 5-8)
Da ich eigentlich fast alles an Abfallholz aufhebe und ich meine Lagerung nach und nach komplett auf Eurobehälter umrüsten möchte, war es naheliegend, selber Eurobehälter-kompatible Holzkisten zu bauen (stapelfähig).
Der Zuschnitt erfolgte mittels Kappsäge, Vorgebohrt wurde mit dem PSB (3mm, ca. 70 Bohrungen), Verschraubungen mit dem PSB und teilweise dem GSB (3,5 x 60 mm).
Zeitansatz für zwei Kisten (1x eine Höheneinheit, 1x drei Höheneinheiten) ca. 1 ½ Std.
Ich hab aus Zeitgründen dann im Wechsel mit zwei Akkuschraubern gearbeitet (Schrauben und Bohren).
Die Kisten sind zwar noch nicht ganz fertig (müssen noch geschliffen werden und Griffe fehlen noch, aber das Schrauben war ja das Wichtigste ;-)
 
  • Neuinstallation von Überputzleitungen in PVC-Installationsrohren in der Garage und dem Keller (siehe Bild 9)
In einem Kellerraum wurde die alte Glühlampenfassung gegen eine Neonröhre getauscht. Zusätzlich wurde das Leitungssystem (in Absprache mit einem Elektriker) erweitert.
Dazu mussten ca. 7 m Aufputzleitungen gelegt werden.
In der Garage gab es erstmalig Strom (bisher Stromlos). Da bereits im Sommer die hintere Seite der Garage abgedichtet wurde, sind gleich mal die Zuleitungen zur Garage gelegt worden.
Da Anfang Januar das Wetter noch mild war, wurden die Leitungen gleich in der Garage gelegt.
Eine Doppel-Neonröhre, drei Steckdosen und ca. 15m Aufputzleitungen wurden verarbeitet.
Das Ganze war in der Garage in einem Vormittag erledigt, der Keller hat den Nachmittag gekostet.
 
  • Befestigung von einem Regalbrett für Ladegeräte (siehe Video)
Da braucht man eigentlich nichts zu erklären, vier Löcher gebohrt, angeschraubt und fertig.
Ich erwähne es eigentlich nur, da dies in meinem Video zu sehen ist (Vergleichsbohrung GSB / PSB mit einem 6 mm Bosch Silver-Percussion-Bohrer in eine Ziegelwand).
Zeitansatz ca. 15 Min.
(den Schlag schalte ich erst ein, wenn ich durch die Putzschicht durch bin).
 
  • Aufbau von einem kleineren Schrank und Anbau einer Sockelschublade in der Küche (BILD 3)
Das ist normalerweise die Aufgabe für meinen GSR 10,8V bzw. dem IXO. Hier sollte aber das Handling vom PSB getestet werden und inwieweit er auch in kleineren Ecken zurechtkommt.
Zeitansatz Schrank 30 Min. (trotz Ikea-Anleitung), Schublade 1 Std. (knifflig, da es teilweise ein Selbstbau ist).
 
  • Teilweiser Umbau vom Holz-Gartenhaus
Die Aufgabe war eigentlich recht einfach, ein Außeneck vom Gartenhaus wurde zurückversetzt und zum Inneneck umfunktioniert.
Da diese Option bereits beim Bau vom Gartenhaus 2006 (Selbstbau) eingeplant wurde, mussten eigentlich nur die Bretter abgeschraubt werden und nach innen versetzt werden.
Vorher war es ein von außen zugänglicher Raum, der aber mit nur 60 cm Breite schlecht zugänglich war (Fehlplanung).
Knifflige Aufgabe für den Akkuschrauber waren eher die Edelstahlschrauben, da diese bei zu viel Kraft gerne abreißen und einige bereits ausgeschlagen waren, musste hier die Drehmomenteinstellung und der „Gasgebeschalter“ zeigen wie feinfühlig sie agieren können.
Zeitansatz ca. 5 Std. mit ein- und ausräumen (verteilt auf zwei Tage).
Zusätzlich musste der Akku dann auch gleich zeigen, wie er bei Minustemperaturen zurechtkommt.
 
 
2. Wie beurteilst du die Akkuleistung vom PSB 18 LI-2? Wie lange hat der Akku gehalten? (Zweitakku). 
Die Akkuleistung ist einem 1,5 Ah Akku angemessen. Für einen Akku-Schlagbohrschrauber, der auch regelmäßig für Bohrungen in Stein eingesetzt wird, wäre eine höhere Akkukapazität (2,6 / 3,0 Ah) wünschenswert.
Dem Testgerät war kein zweiter Akku beigelegen, daher konnte auch nicht immer unterbrechungsfrei gearbeitet werden. Mit einem zweiten Akku sollte dies aber möglich sein (auch wenn es bei Bohrungen in Stein mit einem 1 Std.-Lader eng werden kann).
 

3. Wie beurteilst du die Leistung?
 18V und die Leistungsabgabe sind auf jeden Fall auch für einen Akku-Schlagbohrschrauber für alle Bohrungen im Haushalt in Ziegelwände mehr als ausreichend (große Umbaumaßnahmen ausgenommen).
 
Man kann das auch gut im Video sehen, es wurden verschiedene
Testbohrungen und Testverschraubungen vorgenommen, die sich am Leistungslimit vom PSR bewegt haben:
 
  • 35 mm Bohrung in Weichholz mittels eines Forstnerbohrers (= max. Bohrdurchmesser).
  • 10x40 mm Sechskant-Holzschraube (= max. Schraubendurchmesser).
  • Serienverschraubung von 20 St. 6x60 mm Holzschrauben (=Test für die Erwärmung).
  • 16 mm Bohrung in 140 mm Weichholz mit einem Lewis-Bohrer (=Kraftabgabe).
 
Der PSB 18 LI-2 hatte immer genügend Leistungsreserven. Erst wenn wirklich große Bohrdurchmesser zum Einsatz gekommen sind hat man den minimalen Unterschied zum GSB 18V-LI (Vergleichsgerät) gemerkt.
Bei allen Bohrungen wurde das Gerät weder übermäßig warm, noch hatte es einen Einbruch in der Kraftabgabe.
Eine kleine Einschränkung gab es jedoch bei den Tests. Bohrungen in Beton habe ich nicht vorgenommen, da ich dort den Einsatz von einem  Akku-Schlagbohrschrauber grundsätzlich nicht für sinnvoll halte.
 
Was bei dem PSB 18 LI-2 aber Angesichts der Leistung abgeht ist ein zweiter Handgriff hinter dem Bohrfutter.
Leider kann dieser auch nicht nachgerüstet werden, da kein Platz dafür vorgesehen ist (wurde leider Opfer der kürzeren Baulänge).
 
 
4. Wie leicht fällt dir die Handhabung?
Der PSB 18 LI-2 ist für seine Leistungsfähigkeit schon sehr kompakt. Trotz des Gewichts von 1,5 Kg lässt er sich gut Händeln. Zwar hat der Schlagbohrschrauber eine sehr kurze Baulänge, dennoch ist er für kleine, winklige Ecken dann doch etwas zu groß und schwer (schlägt sich aber auch dort noch lange recht wacker).
Das kann man ihm aber eigentlich nicht ankreiden, da er am oberen Ende des Leistungssegments angesiedelt ist, da darf es auch schon mal etwas größer sein.
 
 
5. Bist du zufrieden mit deinen Arbeitsergebnissen?
Die Arbeitsergebnisse waren eigentlich wie erwartet. Der Schrauber hat alle anfallenden Arbeiten und Tests ohne jeglichen Leistungseinbruch bewältigt.
Man konnte auch kleine Schrauben mit der nötigen Feinfühligkeit eindrehen.
Vor allem hat mich positiv der gute Rundlauf und das geringe Kippspiel überzeugt.
Auch tiefe Bohrungen mit kleinen Bohrdurchmessern liefen absolut ruhig ab und waren maßhaltig.
 
 
6. Erfüllt der PSB 18 LI-2 deine Anforderungen und Erwartungen?
 Er übertrifft sie sogar, da er dem blauen Derivat sehr viel näher ist, als ich es vor Testbeginn vermutet hätte.
Er knüpft qualitativ endlich wieder an meinen alten PSR 14,4 VE-2 an.
 
 
7. Was ist positiv am PSB 18 LI-2 (eigener Punkt)?
 Diesen Punkt hab ich als Zusammenfassung selber noch eingefügt)
 
  • Sehr gutes Handling (leicht und kompakt)
  • Hervorragende Bedienung (leichtgängige, dennoch knackig Bedienelemente)
  • Gute Verarbeitung, hochwertige Materialien
  • Gut nutzbare LED
  • Sehr feinfühliges anbohren bzw. Schrauben möglich
  • Spannkraftsicherung am Bohrfutter (bei Schlagbohrmaschinen zwingend notwendig)
  • Sehr hohe Leistungsfähigkeit beim Bohren und Schrauben
  • Gerät lässt sich mit eingeschobenen Akku auf die Ladestation stellen und laden
 
 
8. Was können wir zukünftig am PSB 18 LI-2 verbessern?
  • zweiter Handgriff
  • Akkus mit mehr Kapazität (2,6 Ah und 3,0 Ah)
  • LED die noch ca. 3 Sekunden nachleuchtet
  • Bohrfutter nicht aufpressen, sondern wieder verschrauben
  • Koffer dickwandiger gestalten und die Halterungen für die Geräteunterlagen verbessern
  • keine unnötigen Aufkleber auf das Gerät selber kleben
  • passgenauere Gehäuseschalen
  • Ladeanzeige im Gerät verbaut (besser wäre im Akku)
 
 
9. Würdest du den PSB 18 LI-2 in Zukunft auch für weitere Projekte verwenden?
Ja keine Frage, würde ich sofort.
 
 
 
Fazit:
 
Der PSB 18 LI-2 hat zwar ein paar kleine Schwächen, die Verbesserungswürdig sind, dennoch hat mich das Gesamtpaket überzeugt.
Der PSB 18 LI-2 ist ein sehr ausgewogenes Gerät, wo Leistung und Bedienung, sowie die Qualität stimmen.
NEXT
PSB 18 LI 2 Der Film light
10/10 PSB 18 LI 2 Der Film light
PREV

Kommentar schreiben

Hallo Zusammen,

den Thread zur Diskussion über diesen Testbericht findet Ihr unter http://www.1-2-do.com/forum/showthread.php?p= 305474&posted=1#post305474.
2013-02-19 17:47:51

Hermen, wie soll ich es dir sagen?
Ich probiers mal so: G E I L E R - T E S T.
2013-02-25 18:57:52

Hier gehts zum Gewinnspiel 'Bohrgeräusch des Monats' auf 1-2-do.com Hier gehts zum Gewinnspiel 'Bohrgeräusch des Monats' auf 1-2-do.com
Werde Mitglied in der großen deutschen Heimwerker-Community!
Jetzt anmelden!