PPS 7 S
Unterflur-Zugsäge

Mitglieder der 1-2-do.com stellen Bosch
Elektrowerkzeuge auf die Probe

gelungener Allrounder mit starken Stärken und kleinen Schwächen 4 Kommentare
Vom 27.02.13 Geändert 2013-02-27 22:40:02

Benutzer gelöscht

Seriennummer SN 10900267
Herstellungsjahr 2011
Herstellungsort P.R.C. (Volksrepublik China) Technische Daten (Auszug) Nennaufnahmeleistung: 1.400 W (elektronische Drehzahlregelung)
Leerlaufdrehzahl: 4.800 U/min (Schnittgeschwindigkeit 47 m/sec)
Sägeblattdurchmesser: 190mm (7 Zoll)
Stammblattdicke: 1,6 – 2,0mm
min. Zahndicke/-schränkung: 2,6 mm
Bohrungsdurchmesser: 30mm Gehörschutz tragen UVP (02/13) Euro 599,-
Strassenpreis (02/13) ab Euro 495,-  

Die PPS 7 S kam gerade rechtzeitig, um meine altersschwache Kappsäge zu ersetzen. Ich hatte überhaupt nicht damit gerechnet und musste mir erstmal Zeit freischaufeln und hätte nicht gedacht, dass der Test eine schöne Kombination von Stress und Spass ist.

Aber kommen wir endlich zur Sache:  

Auspacken und Aufbauen Aus gutem Grund liegt die Maschine “auf dem Rücken”. Kartons mit Einzelteilen finden im geräumigen Innenraum Platz und es gibt keine Überraschungen. Die vormontierten Einzelteile (Tischverbreiterung, Queranschlag...) sind in getrennten Kartons sicher verpackt, so dass die Montage ohne lange Sucherei und eigentlich auch ohne Bedienungsanleitung in 10 Minuten erledigt ist. Im Prinzip ist die Maschine komplett vormontiert. Anschlag und Tischverlängerung werden ja auch im laufenden Betrieb regelmässig demontiert und an anderer Stelle wieder montiert. Nur die Montage der Bodenplatte ist eine „echte“ Montagearbeit. Ich habe die Bodenplatte aber gleich nach den ersten Schnitten entfernt, weil kleine Teile durch den recht breiten Sägespalt in die Maschine fallen. Ich habe keine Lust, die Maschine regelmässig zu drehen und die Bodenplatte zu entfernen, um kleine Holzteile zu entfernen. Vielleicht hätten sogar einzelne Kleinteile die Zugmechanik oder den Neigungsmechanismus der Säge blockiert. Lediglich die Entfernung der Transportsicherung für die Antriebseinheit erfordert einen weiteren Handgriff. Sie lässt sich nur dann entfernen, wenn die vertikale Winkelverstellung des Blattes auf 45° gestellt wird. Ein kleiner Zettel mit einem entsprechenden Hinweis hätte nicht geschadet.

Das für die Montage erforderliche Werkzeug wird mitgeliefert und kann in einer speziellen Halterung auf der rechten Seite untergebracht werden. Diese Art der Verpackung ermöglicht gleichzeitig einen Blick in die Maschine, den man sonst wohl kaum hat. Alles macht einen stabilen und aufgeräumten Eindruck und lässt sich bei Bedarf leicht reinigen und warten.

Auffallend ist der kleine Motor, dessen Kohlebürsten leicht austauschbar sind. . Ob dieser Motor hält, was die Werbung verspricht, werden wir noch sehen. Sicher ist, dass die geringe Bauhöhe des Motors das Geheimnis einer enormen Schnitttiefe (62mm!) ist, die man von einem direkt angetriebenen 190er Blatt eigentlich nicht erwartet. Nach dem Aufbau habe ich die Winkelgenauigkeit bei 90° und 45° überprüft. Eine Abweichung war mit meinen Mitteln (digitaler Winkelmesser, Geodreieck, Schmiege) nicht feststellbar.

Bedienungsanleitung

Da ich schon ein wenig Erfahrung in der Holzbearbeitung habe und mir die Grundzüge der Arbeit an einer Tischkreissäge bekannt sind, reichte die Bedienungsanleitung grundsätzlich aus. Aber ich glaube, dass die PPS 7 S für viele treue Bosch-Kunden ein erheblicher preislicher und arbeitstechnischer Schritt darstellt. Vor diesem Hintergrund ist die Bedienungsanleitung sehr oberflächlich. In einer Zeit, in der Ressourcenschonung und umweltbewusstes Handeln eigentlich längst Pflicht sind, ist es unverständlich, dass die Bedienungsanleitung in etlichen Sprachen beiliegt (das machen andere Hersteller mit mehr Verantwortungsbewusstsein). Da die Bedienungsanleitung sowieso schon ein dicker Wälzer ist, werden die Abbildungen im Vorderteil des Buches abgedruckt und fehlen konsequenterweise da, wo sie eigentlich hingehören: in den Kontextzusammenhang der Bedienungsanleitung. Die aktuelle Bedienungsanleitung passt meiner Meinung nach überhaupt nicht zum Anspruch und der Leistung der Maschine.
In früheren Testberichten lernte ich, dass die Community es nicht mag, wenn auf der Betriebsanleitung herumgeritten wird und möchte deshalb nicht auf Details eingehen. Soviel muss ich aber sagen: die Bedienungsanleitung ist sehr schlecht (auch aus Anbietersicht).  

Projekte

Ursprünglich hatte ich vor, für diesen Test hölzerne Hornlautsprecher zu bauen. Dies erfordert einen hohen Rechenaufwand und sehr präzise Schifterschnitte. Allerdings sind es immer die gleichen Schnitte und das wäre recht langweilig. So hätte ich wesentliche Vorzüge wie die Variabilität, die Exaktheit und die hohe Wiederholgenauigkeit nicht demonstrieren können.   Deshalb habe ich fünf Projekte durchgeführt, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Hier die Erfahrungen:  

Projekt 1 Verlegen von etwa 50qm Laminat  

Obwohl die PPS 7 S eine recht ordentliche Tischkreissäge ist, läßt sie sich doch leicht transportieren. Bei der Verlegung von Laminat ein unschätzbarer Vorteil. Es war für mich völlig neu, das Sägeblatt durch das Material zu ziehen. Aber es war keine Arbeitsweise, die man erlernen oder üben muss – es geht einfach intuitiv. Beim Verlegen von Laminat kommt es nicht auf einen Milimeter an. Die Schnittlinie wird mit dem Bleistift angezeichnet und in den Laserstrahl positioniert. Einschalten, ziehen, fertig. Da das Werkstück absolut fest fixiert ist, ist das Schnittbild perfekt. Bei dieser Arbeit stört es auch nicht, dass der Laserstrahl leicht vibriert. Ich habe noch nie so schnell Laminat verlegt.  

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch keinen Tisch und habe vor der Maschine kniend gearbeitet. Weil man beim Verlegen von Laminat sowieso immer auf dem Boden rumrutscht, war das kein Problem. Es erwies sich als praktisch, den Anschlag an der Tischverbreiterung zu montieren, um auf einer Seite eine möglichst grosse Auflage zu haben. Die Werkstücke wurden einfach immer so gedreht, dass der längere Teil auf der Tischverbreiterung lag. Die wenigen Laminatbretter, die ungefähr in der Mitte getrennt werden mussten, passten ebenso wackelfrei auf den Tisch.   Für die Absaugung benutzte ich einen mobilen Industriestaubsauger. Leider war das Ergebnis nicht so gut. Ein beachtlicher Teil des Sägestaubes landete unter oder auf der Maschine. Als Ursache vermutete ich die schlechte Absaugleistung des betagten Industriestaubsaugers. Ich habe dieses Projekt nicht eingestellt, weil es keine besondere Leistung ist – das Laminat liegt gerade in drei annähernd quadratischen Räumen.  

Projekt 2 Bau einer Untertisches

Aufgrund der beachtlichen Höhe ist es nicht möglich, die PPS 7 S sicher auf herkömmlichen Arbeitstischen zu benutzen. Im Bosch Zubehör gibt es daher einen passenden Untertisch. Aber wer kauft denn einen Untertisch, wenn man ihn mit der PPS 7 S als erstes Übungsobjekt für den Möbelbau in kürzester Zeit selbst bauen kann?  

Bei der Laminatverarbeitung hatte ich den Laserstrahl mittig über dem Sägeblatt ausgerichtet. Nun verstellte ich den Laser so, daß er mit der Aussenseite der Säge bündig war. Dabei ist es immer wichtig, zu wissen, auf welcher Seite das „gute“ Werkstück liegt. Im Arbeitseifer wird das dann natürlich verwechselt.  

Um es kurz zu machen: Die „Peilung“ mit dem Laser ist meiner Meinung nach nicht dazu geeignet, identische Werkstücke zu fertigen. Es fehlt ein fester Anschlag. In blindem Vertrauen hatte ich die Tischbeine und die oberen und unteren Querstreben mit Hilfe des Lasers zugeschnitten und erhielt leider unterschiedlich lange Werkstücke. Die Differenz lag bei etwa 0,5 bis 1,5mm. Die dadurch entstandene Schräge konnte ich durch eine aussermittige Führung des Gelenkes ausgleichen (siehe Projekt), aber das konnte nicht die Lösung sein. Man kann sich helfen, indem man mehrere Werkstücke über- oder nebeneinander positioniert, aber das ist aus sicherheitstechnischer Sicht nicht zu empfehlen.
Leider ist die mitgelieferte Anschlagschiene recht kurz und im Zubehör gibt es keine längere. Der zu kurze Anschlag machte sich auch beim Längsschnitt bemerkbar, den ich zur Herstellung der Querstreben durchführen musste. Dort, wo das Sägeblatt aufsteigt, kam es leider zu einem unschönen Schnittbild, weil es einfach nicht gelang, das Brett wirklich ruhig zu führen.
Absolut zuverlässig ist die Winkeleinstellung des Queranschlages.

Bei diesem und den folgenden Projekten habe ich die PPS 7 S an die zentrale Absaugung (400 l/sec, 175 mbar) angeschlossen. Auch hier war das Ergebnis nicht zufriedenstellend.   Link zum Projekt: http://www.1-2-do.com/de/projekt/Opus-1---Preludium-fuer-Saege-und-Kiefer/bauanleitung/10228/  

Projekt 3 der lange Anschlag

Das zweite Projekt hatte gezeigt, dass ich einen längeren Anschlag brauche. Es wäre zu schade, wenn eine gute Maschine wegen ein paar Centimetern ein schlechtes Ergebnis liefert. Im Forum haben ja einige Kollegen (Agreisle, Holzopa) ordentliche Vorarbeit geleistet und so war das Werkeln nur eine Sache von wenigen Minuten. Zusätzlich zu den bisher verwendeten Materialien kam nun die Verarbeitung von MDF. Mit dem neuen Anschlag für hohe und niedrige Werkstücke löste ich gleichzeitig das Problem der „Tunnelabdeckung“, die ich später noch brauchen würde. Dank der exakten Masshaltigkeit waren die Sägearbeiten in wenigen Minuten erledigt. Link zum Projekt: http://www.1-2-do.com/de/projekt/PPS7S---Anschlagvariante-mit-Tunnelblick/bauanleitung/10420/  

Projekt 4 das Holzauto

Dass man mit der PPS 7 S Laminat und Parkett sehr schnell und in angemessener Genauigkeit verarbeiten kann, wusste ich ja nun. Auch wenn der Tisch eine recht einfache Konstruktion ist, denke ich, dass auch Möbel auf der PPS 7 S hergestellt werden können. Aber wie ist es denn, wenn ich etwas Kleines mit unterschiedlichen Winkeln aus einem rohen Stück Holz machen will? Bei einem kleinen Objekt wie einem Spielzeugauto zeigen sich Ungenauigkeiten sehr viel deutlicher als bei einem Kasernentor. So habe ich aus einer recht kräftigen Buchenbohle ein Spielzeugauto gebaut. Ich glaube, das war eines meiner kompliziertesten Projekte. Ich hatte noch nie so viele unterschiedliche Teile in einem Projekt.

Die PPS 7 S kam nur bei der Vorbereitung des Projektes beinahe an ihre Grenzen. Das mag auch daran gelegen haben, dass bereits hunderte Schnitte durchgeführt wurden. Aus der besäumten und gehobelten Buchenbohle wurden schmale Leisten im Längsschnitt gesägt. Buche ist besonders empfindlich und quittiert Fehler beim Vorschub bzw. Änderungen der Schneidengeschwindigkeit sofort mit schwarzen Stellen. Nach ungefähr 40cm Längsschnitt begann das Blatt leicht aber spürbar zu vibrieren. Nach kurzer Reduktion des Vorschubes ging es dann weiter. Ich vermute, dass an dieser Stelle die Regelelektronik einsetzte. Mit ein wenig Übung (nach drei oder vier Schnitten) gelangen dann perfekte Leisten ohne schwarze Stellen. Ich denke, dass dies kein Mangel der Maschine ist. Man will einfach wissen, was sie kann. Es ist klar, dass bei der relativ geringen Leistung 1,400 W keine Wunder zu erwarten sind und es ist beruhigend, dass die Maschine auch diese im Heimwerkeralltag eher seltene Belastungsprobe meistert, wenn man ein gutes Gefühl für die richtige Vorschubgeschwindigkeit hat.

Ein derartiger Zuschnitt erfordert auf jeden Fall einen längeren Anschlag und es kann nicht schaden, ein Gleitmittel aufzutragen. Aus einem Teil der Leisten wurden Leimholzplatten hergestellt. Wegen der exakten Schnitte war nur eine geringe Nachbearbeitung mit dem Schwingschleifer notwendig. Ein Spielzeugauto verzeiht selbst Ungenauigkeiten von einem Millimeter oder einem halbe Grad nicht. Die Längengenauigkeit ist kein Problem, aber die Winkeleinstellung des Sägeblattes musste ich überarbeiten. Es ist schade, dass die grundsätzlich hervorragende Winkeleinstellung durch die mangelhafte und ungenaue Winkelanzeige verschlechtert wird. Es war einfach nicht möglich, bestimmte Winkel ohne Zuhilfenahme einer Schmiege und eines Geodreieckes zu reproduzieren. So einen wunderschönen magnetischen Winkelmesser habe ich ja nicht und ich denke, dass eine Maschine grundsätzlich ohne diese Helferlein auskommen sollte. Deshalb habe ich die Winkelanzeige verbessert.
Mit der neuen Winkelanzeige spielt die PPS 7 S in einer ganz anderen Klasse. ;-) Bei den zahlreichen Schnitten machte sich der Sägestaub auf dem Tisch zunehmend störend bemerkbar und die Absaugleistung nahm ständig ab. Es waren schon etliche Kleinteile in die Maschine gefallen und irgendwann kam ich auf die Idee, die Reinigungsklappe an der unteren Sägeblattabdeckung zu entfernen. Der Absaugstutzen hatte sich völlig zugesetzt. Nach Reinigung war die Absaugleistung wieder deutlich besser, aber richtig zufrieden bin ich nicht, weil nach wie vor von den aufsteigenden Sägeblättern sichtbar Staub hoch geschleudert wird. Link zum Projekt: http://www.1-2-do.com/de/projekt/mein-erstes-Holzauto/bauanleitung/10537/

Projekt 5 Nuten einer Lautsprecherabdeckung  

In diesem (vorläufig) letzten Projekt stellte ich eine Schnitttechnik vor, um sozusagen „transparentes“ Holz herzustellen. Bei diesem Projekt kommt es auf Genauigkeit und einen sauberen Schnitt an. Es ist bemerkenswert, dass das serienmässige Blatt nach all den vorangegangenen Arbeiten keinerlei Ermüdungserscheinungen zeigt. Es ist gut zu wissen, dass die PPS 7 S mit einem guten Sägeblatt mit hoher Standzeit ausgeliefert wird. Das ist keine Selbstverständlichkeit.  
Link zum Projekt: http://www.1-2-do.com/de/projekt/TKS-Schnitttechnik-fuer-Lautsprecherabdeckungen-oder-Beichtstuehle-oder-Untersetzer-_-3-__-3-__-3-_/bauanleitung/10645/  

Zusammenfassung der Vorteile

Die PPS 7 S ist eine im Hobbybereich einzigartige Säge – zumindest kenne ich nichts Vergleichbares. Kompakt, transportabel und einfach in der Handhabung unterstützt sie beim Hausbau oder der Renovierung und leistet auch in der Werkstatt wirklich Erstaunliches. Weder in der Sägeleistung noch in der Genauigkeit muss sie sich verstecken. Der auf den ersten Blick recht hohe Preis relativiert sich durch diese Pluspunkte und die hohe Variabilität im Einsatz. Wem die beiden Funktionen nicht reichen, der kann die Maschine recht einfach mit selbstgebauten Hilfen zu einer komfortablen Kappsäge erweitern. Wobei es aus meiner Sicht natürlich schade ist, dass einige weiter unten daregstellte Details fehlen. So steht auch in einer kleinen Werkstatt ein komfortables Sägezentrum zur Verfügung. Wäre der unbedingt notwendige Untertisch Bestandteil des Angebotes, wäre auch der UVP in Ordnung. Ohne Tisch halte ich den Strassenpreis für angemessen.  

Verbesserungen

Von Nachteilen kann man nur dann sprechen, wenn man ein Gerät mit einem Gerät gleicher Bauart vergleicht. Diesen Vergleich kann ich nicht durchführen, weil ich logischerweise nicht ein dutzend Sägen gleicher Bauart in meiner Werkstatt habe. Nicht mal eine. Aber ich kann die Tischsägefunktion ein wenig besser machen und ich kann die Kappsägefunktion ein wenig besser machen. Ich bin überzeugt, dass in der Summe eine konkurrenzlose Maschine herauskommt. ;-) Ich habe mich sehr über das Vertrauen gefreut, dass durch die Wahl als Tester ausgedrückt wird. Es ist meine Art von Fairness, dafür was zurückzugeben. Mir ist klar, dass hinter jeder kleinen Veränderung die Frage nach dem „warum?“ steht. Aber diese Frage stellt sich spätestens dann nicht mehr, wenn andere dieses Segment entdecken. ;-)  

  • Bedienungsanleitung - auf jeden Fall einsprachig. Die Bedienungsanleitung ist völlig emotionslos und unvollständig. Die sollte jemand machen, der sich mit Heimwerkern und Heimwerkermaschinen auskennt (ihr merkt: beim Thema Bedienungsanleitung bin ich richtig sauer).
  • Handling und Betrieb - Die Maschine ist tragbar, aber die Griffmulden verursachen Schmerzen. Das kann man ändern.
  • Die variable Tischverbreiterung/-verlängerung ist ein wesentlicher Vorzug. Leider ist die Umsetzung nicht perfekt gelungen. Ein umlaufendes Aluprofil erfüllt den gleichen Zweck bei wesentlich weniger Fummelei. Die Heimwerker, die die Maschine vorschriftsmässig mit dem Tisch verschrauben, werden die unglücklich designten Halter schnell verfluchen.
  • Der Anschlag ist zu kurz und hat keinen Anschlag für das Ablängen von Werkstücken. Der Laser dient nur der Anzeige der ungefähren Schnittrichtung. Der verbesserte Anschlag erweitert also die Einsatzmöglichkeiten.
  • Ein stabilerer Spaltkeil reduziert die Vibrationen des Lasers.
  • Der Ein-/Ausschalter des Lasers ist viel zu klein.
  • Die Absaugung arbeitet nicht wie erwartet und sollte durch eine Absaugung von oben ergänzt werden.
  • Vielleicht war das nur ein Mangel an meiner Maschine – kann ja passieren. Der Zugmechanismus sollte sich intuitiv bedienen lassen. D.h. dass das Lösen des Sperrmechanismus und das Ziehen in einem „Zug“ erfolgen müssen. Das funktionierte an meiner Maschine nur manchmal. Meistens musste ich explizit den Sperrmechanismus lösen und konnte erst dann ziehen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das so gewollt ist.
  • Auf dem Zugmechanismus fehlt ein Austaster. Besonders beim Laminatprojekt hätte ich mir diese Funktion gewünscht.
  • Die Winkelgenauigkeit ist wirklich beeindruckend und passt überhaupt nicht zu der recht unpräzisen Anzeige. Das kann man mit einfachen Mitteln besser machen.
  • Der Anschlag ist recht scharfkantig und ihm fehlt das bei Tischkreissäge übliche „hölzerne“ Ende.
  • Manchmal löste sich beim Tischkreissägenbetrieb die Halterung der Sägeneinheit und die Säge fuhr einfach nach hinten. Der Fehler läßt sich nicht beliebig reproduzieren.
  • Beim ersten Überfliegen hatte ich den Eindruck, dass es bei den 200er Sägeblättern eine grössere Auswahl an hochwertigen Blättern gibt. Zudem würden dadurch Schnitthöhe und Schneidengeschwindigkeit erhöht – beides bemerkenswerte Vorteile.
  So, jetzt kommt das Ganze nochmal speziell auf die Marketingfragen zugeschnitten, zumindest teilweise. Ihr könnt weiterlesen, müsst aber nicht. ;-)

Marketingfragen Welches Projekt hast Du mit der Unterflur-Zugsäge PPS 7 S gemacht? Wie bist Du dabei genau vorgegangen und wieviel Zeit hast Du benötigt?

  Untergestell aus Kiefer (siehe Projekt) – etwa 1 Stunde in drei Räumen Laminat verlegt, insgesamt 48qm, insgesamt etwa 10 Stunden Spielzeug Auto von der Bohle zum Auto (siehe Projekt), 7 oder 8 Stunden … und andere ...    

Wie beurteilst Du die Leistung der PPS 7 S?

Die Maschine ist überraschend kräftig. Das mag natürlich auch an der elektronischen Leistungsregelung liegen, die unter Last für mehr Kraft sorgt. Lediglich beim Längsschnitt der Buchebohlen (60cm lang, 60mm stark) vibrierte das Blatt nach einem Schnitt von etwa 40 cm kurz und lief dann nach kurzem Reduzieren des Vorschubs normal weiter. Dieses Phänomen läßt sich beliebig reproduzieren. Bei Verwendung eines 210 Blattes würde dieses Phänomen wegen der höheren Schneidengeschwindigkeit nicht auftreten. Bist Du zufrieden mit Deinen Arbeitsergebnissen? Ich bin nie zufrieden mit meinen Arbeitsergebnissen – irgendwas hätte ich immer besser machen können. Aber das hat nichts mit der PPS 7 S zu tun. ;-)

Erfüllt die Unterflur-Zugsäge PPS 7 S Deine Anforderungen und Erwartungen?

Es kommt darauf an, welche Arbeiten ich mit ihr durchführe. Der Zuschnitt von Laminat funktioniert einfach perfekt. Hier kommt es nicht auf einen Millimeter an und die Laserpeilung funktioniert perfekt. Auch Winkel sind kein Problem. Dies gilt auch für den (groben) Zuschnitt von Brettern. Anders als eine herkömmliche Kappsäge, die ja einen recht großen Schnitt durch das Holz macht, wird das Blatt durch einen recht dünnen Teil gezogen. Dies erfordert deutlich weniger Kraft, so dass die Maschine nicht so schnell an ihre Grenzen kommt. Anders ist das, wenn mehrere Bretter auf gleiche Länge abgelängt werden sollen. Man müsste jedes Brett anzeichnen und der Laser ist nicht exakt genug. Besser wäre ein verschiebbarer Anschlag am Winkelanschlag. Die PPS 7 S läßt sich mit einfachen Mitteln perfektionieren und ist dann unverzichtbar.

Was können wir zukünftig an der Unterflur-Zugsäge PPS 7 S verbessern?

Das möchte ich nicht nochmal wiederholen – steht oben ausführlich.

Würdest Du die PPS 7 S in Zukunft auch für weitere Projekte nutzen?

Natürlich. Die Testmaschine kam gerade zur rechten Zeit, um meine betagte fast 30 Jahre alte Kappsäge zu ersetzen. Neben einer wirklich sehr guten Kapp- und Zugsäge habe ich nun ausserdem eine Tischkreissäge, die für die meisten Heimprojekte völlig ausreicht. Dass für die Verwendung als Kappsäge einige kleine Ergänzungen notwendig waren, ist Heimwerkeralltag. Ein weiterer reizvoller Aspekt besteht darin, dass ich die Maschine auch mal mitnehmen kann, um einem Freund bei irgendeiner Bastelei zu helfen.

weiterführende Links (chronologischer Auszug):
So, ist ein wenig länger geworden.
Ich hoffe, ich konnte Euch einige Entscheidungs- und Verbesserungshilfen geben. Sonst gilt wie bei meinen Projekten: Fragen? Fragen!  

Have fun!  
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schöner Bericht. Viele Anregungen und Helfer.
2013-03-11 14:39:18

Ein sehr ausführlicher Bericht.
War sehr informativ für mich.Vielen Dank
5D
2013-03-15 15:09:19

Hey sehr schöner aufschlussreicher Testbericht.
Genial finde ich auch deine Ideen zur Verbesserung.
2013-03-16 14:20:22

Hallo Zusammen,

den Thread zur Diskussion über diesen Testbericht findet Ihr unter http://www.1-2-do.com/forum/showthread.php?p= 315764#post315764.
2013-03-18 16:16:28

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