PPS 7 S
Unterflur-Zugsäge

Mitglieder der 1-2-do.com stellen Bosch
Elektrowerkzeuge auf die Probe

Testbericht: Unterflursäge PPS 7 S 3 Kommentare
Vom 26.02.13 Geändert 2013-02-26 19:05:45

Erst einmal möchte ich mich ganz herzlich bei dem Bosch-Team dafür bedanken, dass ich einer der Wenigen war, die für den Test der Bosch PPS 7 S ausgewählt wurden. Gleich nachdem Anfang des Jahres bekannt gegeben wurde, dass das ausgewählte Testgerät die PPS 7 s sein würde, habe ich mich als einer der Ersten für diesen Test beworben.  Ich war zu diesem Zeitpunkt zwar bereits stolzer Besitzer der Tischkreissäge PTS 10 sowie der Kapp- und Gehrungssäge  PCM 10 und hatte auch mit diesen beiden Maschinen mehr als einmal meine Erfahrungen machen dürfen, jedoch reizte es mich schon, die Vorteile dieser Maschinen in einer Maschine vereint  testen zu dürfen.
Der Monat Januar wollte einfach nicht vorbei gehen. Er dauerte gefühlte 3 Jahre lang, bis dann am 01.02.2013 die Namen der ausgewählten Tester bekannt gegeben wurden. Ich konnte es kaum glauben, als ich meinen Namen auf der Liste finden konnte.
Bereits am darauffolgenden Montag (04.02.2013) stand dann der Paketbote mit dem Bosch-Paket vor der Haustür.  Neugierig wie ein kleines Kind zu Weihnachten machte ich mich sofort an das Auspacken des Paketes sowie der Montage der Maschine. Hierbei passierte mir ein schmerzhaftes Missgeschick. Bei der Entnahme der doch sehr instabilen Bodenplatte aus dem Karton griff ich unachtsam in die bereits vormontierten Innensechskantschrauben, die ich  so scharfkantig einfach nicht vermutet hatte. Ich erlitt eine nicht unerhebliche Rissverletzung an der rechten Handinnenfläche.
 

Um weiteren Unfällen bei der Montage vorzubeugen, schlage ich in diesem Fall vor, die Innensechskantschrauben entweder bei der Auslieferung der Maschine noch nicht vorzumontieren, oder aber die doch sehr spitzen Schrauben mit Papier oder Kunststoff abzudecken.
Die weitere Montage erklärte sich im Grund genommen von selbst. Auch ungeübte Heimwerker können die PPS 7 S mit Hilfe der Betriebsanleitung ohne größere Probleme für die Erst-Inbetriebnahme montieren.
Auch das Montieren der Tischerweiterung, der  Anschläge sowie der Lasereinheit stellten keine großen Anforderungen dar. Das Justieren des Lasers war einfach und ist in der Betriebsanleitung vorbildlich beschrieben. Je nach Gewohnheit des Benutzers lässt sich der Laserstrahl mittig zum Sägeblatt oder auf die linke oder die rechte Seite des Sägeblattes einstellen.
Hier habe ich jedoch für mich den ersten Minuspunkt notieren müssen. Der Schalter zum Einschalten des Laserstrahls ist kaum für ausgewachsene Heimwerkerhände zu bedienen und ist schlichtweg als zu klein zu bezeichnen. Nur mit Hilfe einen langen Fingernagels ist der Schalter für den Laser zu bedienen.

Ein- und Ausschalter für den Laser ist aufgrund seiner Größe nur schwer zu betätigen.
 
 
 
Nun aber zum Testbericht und zur Beantwortung der vorgegeben Fragen:
 
 
  1. Welches Projekt hast Du mit der Unterflur-Zugsäge PPS 7 S gemacht?
Wie bist Du dabei vorgegangen und wie viel Zeit hast Du benötigt?
 
Wie ich bereits in meiner Bewerbung zum Tester der Unterflur-Zugsäge bekannt gab, habe ich als Projekt den Bau eines Pelletlagers (Pelletsilo) gewählt. Da sehr gute Freunde von uns eine neue Heizung benötigten und sie sich für den Einbau eines Pelletofens der Marke Buderus entschieden haben, stand der Bau eine Pelletsilos aus Holz an. Der Silo sollte im Heizungsraum eingebaut werden, die Größe von etwa 2 x 4 Metern haben und die gesetzlichen sowie statischen Voraussetzungen an einen solchen Silo erfüllen. Das Projekt nahm 4 volle Tage in Anspruch und sämtliche Sägearbeiten wurden ausschließlich mit der PPS 7 S getätigt.
 
Ich verweise an dieser Stelle auf mein Projekt „Pelletsilo mit Schnecke gebaut“ und werde hier jetzt nicht weiter auf die Bauanleitung eingehen. Bitte das Profil von „Pedder“ öffnen und

 
Pelletsilo mit Schnecke öffnen
 

 
Bei diesem Projekt mussten 6 x 8 Kanthölzer gekappt und 22 mm starke OSB-Platten zugeschnitten werden.
  Dass die PPS 7 S hier ganz schnell die Grenzen aufgezeigt wurden ist nicht verwunderlich, denn mit einer maximalen Schnitthöhe von 64 mm sind die 6 x 8 cm starken Kanthölzer leicht überdimensioniert. Da das relativ kleine Sägeblatt bei 45 Grad Gehrungsschnitten lediglich noch eine Schnitthöhe von 36 mm hat, war ich drauf und dran, wieder meine PCM 10 aus dem Schrank zu holen. Habe mich jedoch durchgebissen und die zu sägenden Kanthölzer nach dem ersten Schnitt einfach umgedreht und nochmals einen Sägeschnitt auf der anderen Seite vollzogen.
 
Die Vorgehensweise bei dem Bau des Pelletlagers war wie folgt:
 
  • Es wurde ein Ständerwerk mit 6 x 8 cm starken Kanthölzer erstellt, wobei am Fußboden und an der Decke jeweils ein Balken angeschraubt wurde und die in einem Abstand von 60 cm angeordneten Ständer dazwischen geschraubt wurden.
  • Zur Versteifung der Ständer wurden in einer Höhe von etwa 100 cm sogenannte Riegel eingepasst und verschraubt.
  • Nach dem Zusammenbau der sogenannten Schnecke und des Motor wurde die Schneckenhalterung mittig im Raum justiert und am Boden verankert.
  • Damit die Pellets nach dem Befüllen des Silos auch immer in Richtung Schnecke befördert werden, erfolgte der Einbau einer 35 Grad-Schräge zu beiden Seiten der Schnecke.
  • Der Bau dieser Schräge erfolgte ebenfalls mit 6 x 8 cm starken Kanthölern, auf die anschließend die 22 mm starken OSB Platten verschraubt wurden. Hierbei ist zu beachten, dass die Schräge sehr hohe Gewichte auszuhalten hat und man die schräg eingebauten Kanthölzer nach unten hin versteifen muss.
  • Die weitere Vorgehensweise wie z.B. das Aussägen und der Einbau der Befüllstutzen, das Aussägen der drei Bullaugen, das „Erden“ der Befüllstutzen,, der Einbau des Gebläsemotors sowie der  Anschluss der Pellet- und Luftschläuche wird an dieser Stelle nicht näher beschrieben. Eine detaillierte Beschreibung ist dem Projekt zu entnehmen.
 
 
  1. Wie beurteilst Du die Leistung der PPS 7 S?
 
Im Vergleich zu meiner gewohnten Tischkreissäge PTS 10 schneidet die PPS 7 S von der Leistung her nicht schlechter ab. Auch härtere Hölzer lassen sich Dank der Konstantelektronik problemlos sägen. Die 1400 Watt sind für den Heimwerkerbereich ausreichend.
Die Sägegenauigkeit ist vorzeigenswert und für eine Heimwerkersäge beispielhaft. Der Schnitt ist wie geschliffen.
Auch die Skala der Gradeinstellung ist für mich als Heimwerker völlig ausreichend. Da ich nicht mit Kommaeinstellungen meine Gehrungsschnitte durchführe, reicht die Skala für mich aus. Noch genauere Einstellmöglichkeiten wären durch kleine Zusatzeinrichtungen durchaus möglich (siehe: PPS 7 S Winkelskala Umbau auf 0,25° Genauigkeit) jedoch für den Ottonormalverbraucher nicht unbedingt erforderlich.
Das Einstellen der Gehrungsschnitte ist kinderleicht und sehr genau möglich.

Ich habe die PPS 7 S über einige Tage hinweg hinreichend benutzt und getestet. Sie hat nicht 1 Mal gemuckt oder ihre Arbeit verweigert. Auch das Sägeblatt lieferte nach Tagen noch eine tolle Schnittleistung.
 
 
  1. Wie leicht fällt Dir die Handhabung?
 
 
Es war für mich schon etwas gewöhnungsbedürftig, die PPS 7 S als Zugsäge einzusetzen. Bei meiner Kapp- und Gehrungssäge PCM 10 habe ich das zu kappende Teil auf den Sägetisch gelegt, den Druck auf das Werkstück von vorne nach hinten gegeben und das Teil dann von oben herab gesägt. Ich hatte hier immer noch die Möglichkeit, das Werkstück ein wenig zu korrigieren, bevor das Sägeblatt ins Werkstück eindrang.
 
Bei der PPS 7 S hatte ich am Anfang Schwierigkeiten, das Werkstück so auf dem Tisch zu platzieren und festzuhalten, dass ich mit Hilfe der Zugfunktion das Werkstück an der vorgesehenen Stelle kappen konnte. Bei der PPS 7 S habe ich die Möglichkeit, durch Umlegen des Anschlags das Werkstück an den Anschlag zu drücken, aber auch die Möglichkeit, es an den Anschlag zu ziehen, um es vernünftig justieren und sägen zu können.
 


 

Da fällt mir doch ein altes Sprichwort aus dem norddeutschen Raum ein:
 
„Was der Bauer nicht kennt, das frisst er auch nicht.“
 
Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit waren die Ergebnisse nicht nur zufriedenstellend, sondern, wie von Bosch nicht anders gewohnt, sogar sehr gut.
 
 
  1. Bist Du zufrieden mit Deinen Arbeitsergebnissen?
 
Ja, voll und ganz. Habe insgesamt 3 Projekte mit der PPS 7 S geschaffen und habe für diese Projekte jeweils großes Lob bekommen. Eigentlich kann ich dieses Lob gleich an der Fa. Bosch weitergeben, denn nur Dank der sehr guten Schnittergebnisse, sowohl bei Platten als auch bei Kanthölzern und Leisten, konnten die gefertigten Projekte so ausfallen, wie sie ausgefallen sind, nämlich hervorragend.
 
 
  1. Erfüllt die Unterflur-Zugsäge PPS 7 S Deine Anforderungen und Erwartungen?
  2. Was können wir zukünftig an der Unterflur-Zugsäge PPS 7 S verbessern?
Die Anforderungen, die ich als Heimwerker an eine Unterflur-Zugsäge stelle, werden von der PPS 7 S voll und ganz erfüllt. Ich heimwerke fast täglich, baue Hundehütten, Nistkästen, Vogelfutterhäuser sowie Dekorations- und Nutzgegenstände aus Holzscheiben. Die Anforderungen an solche Sägearbeiten beschränken sich in der Regel auf das kappen von Brettern, Holzleisten, Rundstäben sowie kleineren Kanthölzern. Die Arbeiten habe ich bisher mit 2 Sägen von Bosch durchgeführt. Zum einen mit der Tischkreissäge PTS 10 und zum anderen mit der Kapp- und Gehrungssäge PCM 10.
Die von mir beschriebenen Arbeiten kann ich Dank der PPS 7 S mit nur einer Säge erledigen.
Es ist bei der PPS 7 S  jedoch nicht alles Gold was glänzt, denn ich habe während der Testphase auch einige Merkmale entdecken müssen, die meinen Anforderungen nicht voll und ganz entsprechen.
 
Verbesserungsvorschläge:
Diese wären folgende:
Wenn an einer solchen Säge ein Laserstrahl als Sägehilfe angebracht ist, dann sollte er auch schon vernünftig einsetzbar sein. Dieses ist jedoch hier nicht gegeben. Negativ aufgefallen ist mir bei dem Laser, dass der Ein- und Ausschalter sehr klein gehalten ist. Außerdem befindet er sich unter einer störrischen Kunststoffhaube, so dass der Schalter nur sehr schwer zu betätigen ist. Hat man keinen langen Fingernagel zu Hand und normal mitteleuropäische ausgeprägte Hände, so ist dieser Knopf nicht zu betätigen.
Außerdem vibriert der Laserstrahl bei eingeschalteter Säge so stark, dass man eigentlich die vorgesehenen Sägeschnitte nur noch erahnen kann.  
Als nächsten Negativpunkt möchte ich die viel zu kurze Anschlagschiene erwähnen. Ich war es von der PTS 10 gewohnt, dass der Anschlag über die gesamte Tischlänge ging. Das ist leider bei der PPS 7 S nicht der Fall. Im Forum haben einige Mitglieder Projekte daraus gemacht, diese Schiene mit einfachen Mitteln zu verändern. Hierfür wurden Bretter und Tischzwingen eingesetzt. Auch wenn es sich um eine Heimwerkermaschine handelt, muss es für diesen Preis möglich sein, ein ausgereiftes und durchdachtes Gerät zu bekommen.
Ein pimpen der Säge durch eigene Mittel sollte und darf nicht sein.
Außerdem fehlt mir beim Nuten oder Falzen eine sogenannte Tunnelschutzhaube als Zubehör. Auch in diesem Fall haben Mitglieder der Community mit einfachsten Mitteln eine solche Schutzvorrichtung hergestellt. Auch wenn der Preis dieser Säge sich durch zusätzliches Zubehör leicht erhöhen sollte, so ist doch von Seiten der Fa. Bosch zu überlegen, ob man nicht einen längeren Anschlag sowie eine Tunnelschutzhaube zumindest als Zubehör anbieten sollte.  
 
  1. Würdest Du die PPS 7 S in Zukunft auch für weitere Projekte verwenden?
Diese Frage kann ich mit ruhigem Gewissen mit „ja“ beantworten, auch wenn ich unter den Punkten 5. und 6. einige Negativmerkmale aufgeführt habe, so ist die PPS 7 S was Preis und Leistung betrifft ein Spitzengerät.
Die Tatsache, dass hier eine Tischkreissäge sowie eine Kapp- und Gehrungssäge in einer Maschine untergebracht sind, erleichtert meine Arbeit ungemein. Ich muss zum Sägen von Platten und kappen von Brettern, Leisten und Kanthölzern nicht mehr 2 Werkzeuge aufstellen. Diese Arbeiten werden nun in Zukunft von mir mit der PPS 7 S erledigt.
An dieser Stelle möchte ich mich nochmals bei den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie bei der Robert Bosch GmbH dafür bedanken, dass ich die PPS 7 S testen durfte. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, mit dieser Säge arbeiten zu dürfen. Die Tatsache, dass meine Erkenntnisse abschließend in einen Testbericht einfließen, haben mich dazu verleitet, sehr viel intensiver mit diesem Werkzeug zu arbeiten und die positiven sowie die negativen Merkmale dieser Säge so herauszufiltern, dass ein informativer Testbericht entstehen kann.
Ich hoffe sehr, dass mein Testbericht informativ und lehrreich verfasst wurde. Außerdem habe ich versucht, diesen Testbericht so lebendig wie möglich zu verfassen, um auch keinen Leser damit zu langweilen.
Nochmals ein herzliches Dankeschön
Von dem norddeutschen Pedder aus dem Schwarzwald
 
 
 
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Hallo Zusammen,

den Thread zur Diskussion über diesen Testbericht findet Ihr unter http://www.1-2-do.com/forum/showthread.php?p= 314573#post314573.
2013-03-14 11:54:51

Schöner Bericht, die von Dir angesprochenen "Mängel" sind gut nachvollziehbar (hab selbst die Säge, was es noch leichter macht dies zu verstehen). Mir fehlt zudem ein Schiebeschlitten.
Gut Holzopa hat einen tollen gemacht, allerdings würde ich mir diesen von Bosch wünschen , bei dem Preis!
2013-03-19 08:30:35

Ein sehr ausführlicher Bericht...
Vielen Dank dafür
2013-04-03 16:11:52

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