PPS 7 S
Unterflur-Zugsäge

Mitglieder der 1-2-do.com stellen Bosch
Elektrowerkzeuge auf die Probe

Profiqualität für den Heimwerker 1 Kommentar
Vom 21.02.13 Geändert 2013-02-21 15:37:14
Ein kurzes Fazit gleich zu Beginn: Das Arbeiten mit der PPS 7 ist eine wahre Freude und liefert Ergebnisse, wie ich sie im Heimwerkerbereich noch nie gesehen habe. Absolut professionell auch bei hohen Anforderungen. Aber dazu später.
 
Der Aufbau gelingt problemlos. Nach 30 Minuten war alles montiert, allerdings kämpfe ich immer ein wenig mit den sehr knappen Anleitungen von Bosch. Man muss wirklich ganz genau hinschauen. Ich habe mir z. B. den zugehörigen Transporttisch PTA 2000 besorgt und ihn zuerst mal falsch herum montiert. Den PTA 2000 kann ich übrigens wärmstens empfehlen (ich habe mal ein Foto im Arbeitsmodus angehängt). Er ist außerordentlich praktisch, stabil und erlaubt die platzsparende Hochkantlagerung für die doch sehr voluminöse Tischsäge.
 
Das Werkzeug ist zum einen als klassische Tischsäge konzipiert, lässt sich aber auch als Zugkappsäge einsetzen. Die Tischkreissäge eignet sich für alle Werkstücke, die einen langen Schnitt erfordern (z. B. Platten oder längere Kanthölzer), die Zugkappsäge kann bis etwa 20 cm eingesetzt werden (das hängt natürlich etwas von der Werkstückdicke ab). Sie ist besonders geeignet für Paneele, z. B. Parkett oder Laminat. Als Laie neigt man nämlich dazu, kürzere Werkstücke beim Schieben durch die Säge etwas zu verreißen und da garantiert die Zugsäge einfach präzisere, winkelgenaue Schnitte.
 
Absolut eindrucksvoll sind die Gehrungsschnitte. Ich habe es nicht geglaubt, bis ich es selber gesehen habe. Für eine Arbeitswanne im Gewächshaus haben wir eine resopalbeschichtete Pressspanplatte auf 50 cm Länge im Winkel von 45° geschnitten. Schon im ersten Anlauf war der Schnitt auf ganzer Länge perfekt. Ein Foto ist angehängt. Keine Randausbrüche, absolut parallel, sofort fertig zum Verleimen und Schrauben. Ich bin kein Schreiner, aber ich denke, das ist schon ziemlich eindrucksvoll. Der Gehrungswinkel lässt sich übrigens stufenlos von -1,5 - 46,5° verstellen. Das funktioniert nicht nur mit Platten, sondern selbstverständlich auch mit dickeren Werkstücken. Ich habe mal ein Beispiel mit einem 6 cm Kantvollholz angehängt. Auch hier ein absolut sauberer, fransenfreier Schnitt. Bei senkrechten Schnitten ist die maximale Werkstückdicke 6,2 cm, bei 45° Gehrung 3,6 cm. Das sollte man wissen.
 
Das Sägeblatt lässt sich auch stufenlos versenken, sodass man präzise Nut-Feder-Verbindungen sägen kann. Da muss ich aber noch etwas üben, bevor ich das vorzeigen kann. Nicht dass die Schnitte nicht sitzen, aber man muss sich da vorher einige Gedanken zu den Maßen machen, damit nachher auch alles passt. Der Universalanschlag lässt jede Form von Winkeleinstellung zwischen 0 und 180° zu und misst gleichzeitig auch die Abstände zum Sägeblatt. So lässt sich jede (lineare) Geometrie genau einstellen.
 
Wo wir gerade bei Präzision sind: Über dem Sägeblatt befindet sich ein Laser, der die genaue Schnittführung auf das Werkstück projiziert. Das funktioniert nur bei stehender Säge genau, denn durch die Vibration im Laufbetrieb wackelt der Laser dann zu sehr. Man muss also vor dem eigentlichen Sägen das Werkstück mit dem Laser genau positionieren und dann durchziehen. Durch den Universalanschlag gelingt das auch problemlos. Ein Tipp: Zum Schluss vor dem Wegräumen immer kontrollieren, dass der Laser ausgeschaltet wird. Der läuft auf Batterie!
 
Die Handhabung ist insgesamt sehr gut. Die üblichen Sicherheitseinrichtungen, wie Sägeblattschutz und Werkstückschieber sind natürlich dabei. Auf die Finger muss man trotzdem achten. Ich habe es nicht ausprobiert, aber die werden sicher genauso sauber abgeschnitten, wie Holz. Das robuste Gehäuse besteht aus schlagfestem ABS-Kunststoff, die Auflagefläche und der Universalanschlag sind aus Aluminium. Im Arbeitsbetrieb ist die Maschine übrigens deutlich leiser als ich erwartet habe. Gehörschutz wird zwar empfohlen, wir haben ihn für die bisherigen Arbeiten (noch) nicht gebraucht. Die Atemmaske schon, denn der Holzstaub ist sehr fein und bekanntermaßen lungenkrebserregend. Wirksame P2-Masken gibt es im Internet für ein paar Euro.
 
Noch ein Hinweis: Mit der PPS 7 kann man alle Arten von Holz und Span- bzw. Faserplatten sägen, nicht aber Metall. Auch keine weichen Metalle wie Alu!
 
Die Bedienungsanleitung fällt mit 30 Seiten etwas knapp und dabei relativ unübersichtlich aus, da sie sich hauptsächlich auf den Zusammenbau (viele Skizzen, aber wenig Text) sowie auf Sicherheitshinweise konzentriert. Eine Säge ist ein doch recht erklärungsbedürftiges Produkt und mir hätten hier praktische Anwendungsbeispiele sehr weitergeholfen, um den Umgang mit dem Gerät schneller zu erlernen.
 
Leider passt von unseren beiden Staubsaugern kein Absaugschlauch auf den Stutzen an der Säge, sodass ich hier im Zubehörhandel noch nach einem passenden (günstigen) Adapter suchen muss. Alternativ wäre vielleicht auch ein spezieller Grobschmutzsauger sinnvoller, weil ein normaler Staubsauger bei Sägespänen doch schnell überfordert ist.
 
Das Fazit vom Anfang auch nochmal am Schluss: Die PPS 7 ist ein rundum perfektes Heimwerkerwerkzeug, das keine Wünsche offenlässt. Flexibel und präzise liefert es exzellente Arbeitsergebnisse, die einfach überzeugen. Meine Begeisterung kennt keine Grenzen!
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Hallo Zusammen,

den Thread zur Diskussion über diesen Testbericht findet Ihr unter http://www.1-2-do.com/forum/showthread.php?p= 312261#post312261.
2013-03-08 19:17:55

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