PLR 50 C – Ein neuer Maßstab für Perfektion

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Elektrowerkzeuge auf die Probe

PLR 50 C: Neuer ständiger Begleiter 1 Kommentar
Vom 29.05.15 Geändert 2015-05-29 11:32:59
Hurra, ich darf schon wieder etwas testen!
Als ich die Information bekommen habe, dass ich als Tester für das Laser-Entfernungsmessgerät PLR 50 C ausgewählt wurde, war meine Freude groß. Denn so einen tollen Helfer für all die Aufgaben an die Hand zu bekommen, das ist mehr als Klasse.

Vor dem Test
Ich hatte immer mal wieder mit dem Gedanken gespielt mir einen Entfernungsmesser zu zulegen. Allerdings haben mich die meist doch recht hohen Preise abgeschreckt. Zwischenzeitlich habe ich mir mal einen Ultraschall-Entfernungsmesser zugelegt von Wühltisch eines Discounters. Dieser hat allerdings erhebliche Messtoleranzen aufgewiesen und vor allem kam er mit Messungen an einer Wand entlang nicht wirklich gut klar. Somit war ich gespannt, wie das Ganze mit einem Laser Entfernungsmesser funktioniert.

Erster Eindruck
Das Paket war überraschend klein und, wie schon häufiger in der näheren Vergangenheit, sehr Sinnvoll und Platzsparend verpackt. Ich wollte direkt mal ausprobieren, ob man auch ohne Anleitung mit dem Gerät klar kommt und habe die Anleitung erstmal an die Seite gelegt. Im Produktvideo war ja auch im Ansatz zu erkennen, was das Gerät alles kann und wie man es anwendet. Also hab ich für einen ersten Test die Batterien eingesetzt und bin in den Garten gegangen. Denn dort brauchte ich eh noch ein paar Maße quer über die Wiese, wo man keine Lust hat die 20x30m mit dem Zollstock auszumessen. Bis auf ein paar Messfehler durch Bedienfehler, durch die Anleitung wurde ich eines besseren belehrt, war das Messen super einfach.

Die Anleitung
Nach den ersten Messungen war es aber auch schon dunkel und ich hatte Zeit, mir die Anleitung durch zu lesen. Dabei fand ich wieder einmal schade, das die Abbildungen nur vorne im Heft sind, während auf Seite 25ff erst auf die Details eingegangen wird. Andererseits spart man so sicherlich einiges an Papier, was der Umwelt ja auch zu Gute kommt. Die Anleitung war präzise und einfach verständlich. Die Messfehler, die ich ja auch begangen hatte, wurden erklärt und auch, wie man noch genauere Ergebnisse bekommt. Dazu muss ich sagen, das der erste Test die Größe der Rasenfläche betraf und es somit nicht auf ein paar Millimeter ankam.

measure&go App
Als ich mir das Produktvideo angeschaut habe, war ich überrascht, das eine App für das Smatphone eingesetzt wird. Diese hab ich mir direkt runter geladen und fand die Idee sehr gut, das man Messergebnisse anhand von Fotos oder Skizzen direkt übertragen konnte. Somit fällt das Klemmbrett samt Handskizze und Notizen weg, was gerade größere oder verwinkelte Messungen deutlich vereinfacht. Dazu habe ich auch ein Foto angehängt, das eine Ecke an unserer Fasade zeigt. Mit Stift und Papier hätte ich eine halbe Stunde für diese Ecke benötigt, so war ich nach 5 Minuten mit allen Messungen durch.
Die erste Verbindung per Bluetooth scheiterte, was mich ziemlich ärgerte. Nach einem Neustart meines Smartphones war das Problem allerdings erledigt und ich konnte in die App einsteigen. Auch ohne Anleitung ist die App schnell verständlich und man kann direkt los legen. Anfänglich hatte ich ein paar Probleme mit den Strichen für die Messwerte zurecht zu kommen, aber wenn man einmal versteht, wie es funktioniert, klappt es ganz gut.
Die Nachteile der App sehe ich zum einen in den Skizzen, zum anderen bei der Übersichtlichkeit der Projekte. Ich arbeite viel im Querformat, weil ich dann das Handy über eine umklappbare Schutzhülle hinstellen kann. Dann allerdings sieht man nicht mehr viel von der Projektübersicht, da die Schaltfläche „Neue Projekt“ über die Hälfte des Bildschirms einnimmt. Im Hochformat ist das ganze besser aufgeteilt. Des Weiteren wäre die Möglichkeit einen Stichpunkt oder einen Titel für eine Skizze zu vergeben toll. Auch hatte ich das Problem, das die selbst erstellen Skizzen nur als weiße Blöcke zu sehen waren und keine Unterscheidung mehr möglich war. Die Skizzen selber haben mir auch das ein oder andere mal einen Streich gespielt. Man kann ja „nur“ mit den Messlinien (Gerade, Fläche, Winkel) eine Skizze erstellen. Um einen Grundriss zu Zeichnen auch völlig ausreichend. Aber man sollte die Skizze im Hintergrund fixieren können, damit man nicht beim Erstellen einer Messlinie immer die Skizze verschiebt.
Ein großes Manko allerdings ist die manuelle Maßeingabe. Dort konnte ich keine Komma-Werte eingeben, da die eingeblendete Tastatur nur einen Punkt angeboten hat. Auch mit einigem Spielen habe ich dazu keine Lösung gefunden.
Gut gelungen sind die Text und die Kommentareingabe. Allerdings ist der Text mit 15 Zeichen extrem kurz. Selbst eine Raumbezeichnung kommt da schon mal nicht hin. Die Kommentare mit 150 Zeichen sind schon besser, könnten aber auch noch länger sein, wenn man sich mal einen Sachverhalt notieren will.
Ein weiterer Punkt, der mich stört, die Bilder, die man für die Messungen erstellt, werden je Skizze in einem Ordner gespeichert. Unter diesem Ordner ist dann ein Ordner „Images“ und darin das eine Bild der Skizze. Das hat in der Galerie den Nachteil, das ich einige Ordner „Images“ sehe, mit jeweils einem Bild. Ein Sammelordner oder ein Ordner pro Projekt wäre besser.
Zuletzt noch ein paar Worte zum Versenden. Ein komplettes Projekt zu versenden per Mail als PDF Anhang ist eine super Idee. Auch der Aufbau der Dateien ist prima. Allerdings sollte bei Hochformat die Messergebnisse trotzdem mit auf die Bildseite. Sonst hat man jede Menge fast leere Seiten dazwischen. Was mich aber am meisten stört, das die Reihenfolge verdreht ist. Die zuletzt aufgenommenen Maße kommen als erstes aus dem Drucker. Somit müsste ich beim Aufnehmen eines Projekts Rückwärts arbeiten, um vom Raummaß über den Schrankaufbau zu den Details die richtige Reihenfolge zu bekommen.

Meine Projekte
Ich habe für den Test meine Wohnung, die zum Verkauf steht, und unser Haus, das wir letztes Jahr bezogen haben, neu ausgemessen. Bei der Wohnung wollte ich schon lange einen neuen Grundriss erstellen, da der alte aus dem Jahr 1973 nicht mehr lesbar und mittlerweile auch ungenau und überholt war. Für unser Haus gab es auch nur eine Bauskizze. Die Maße waren zwar soweit ok, aber die ganzen Umbauten waren auch dort nicht eingezeichnet. Somit gab es genug Messungen zu machen.

Verbesserungen
Neben den Verbesserungen in der App hätte ich auch am Gerät noch etwas zu verbessern. Mir ist es ein paar Mal passiert, dass ich mich hin gekniet habe für eine Messung vom oder nahe am Boden und dabei habe ich das Menü erwischt oder sogar Bluetooth ausgeschaltet. Eine Tastatursperre wäre hier sehr toll, oder zumindest für das Bluetooth einen mechanischen Schalter, der an der Seite sitzt und nicht so schnell ausversehen betätigt werden kann. Alternativ könnte auch die Software so umgestellt werden, das Bluetooth nur deaktiviert werden kann, wenn keine Verbindung besteht.
Auch die Messtaste könnte ein Upgrade gebrauchen. Ich musste immer wieder schauen, ob ich mit dem Daumen noch am rechten Fleck war. Ein „Dorn“, wie man ihn von der Computer Tastatur kennt oder eine raue Oberfläche, die man ertasten kann, wären hier hilfreich.
Einen Vorschlag zur App hätte ich noch: Wenn man neben dem PDF nur die Messwerte samt Zeitstempel in einer Textdatei exportieren könnte, wäre das auch prima. So könnte ich diese Messwerte direkt in anderen Anwendungen weiter verarbeiten um zum Beispiel eine „Berechnung des umbauten Raums“ zu erstellen, wie wir sie für Wohnung und Haus erstellen mussten.

Zeitersparnis
Ich hatte ja beim ersten testen mal meinen Garten vermessen. Die ersten Messungen nach dem Einzug haben wir mit Zollstock, bzw. Maßband (5m) erledigt. Dabei kriecht man auf Knien kreuz und quer durch den Garten, das bereits erwähnte Klemmbrett hinter sich her ziehend, und notiert sich die Maße. Das dauert ziemlich lange und geht auf die Gelenke. Mit dem PLR und der App geht das ganze wesentlich schneller von der Hand. Man muss mal hier oder da einen Messpunkt hinstellen, z.B. ein Brett vor die Hecke, damit die Messung klappt, dafür hat man aber auch nach wenigen Sekunden einen ziemlich genauen Wert. Und notieren muss man auch nix.
In der Wohnung bzw. dem Haus sieht es ähnlich aus. Wo sonst erst eine Skizze angelegt werden musste, dann der Zollstock mit dem Daumen immer wieder voreinander gelegt wurde, manchmal auch mit mehreren Zollstöcken aneinander gemessen wurde, in kleinen Ecken geflucht, weil der Zollstock nicht rein gepasst hat, das hat sich mit dem PLR erledigt.
Damit ich einen echten Wert der Zeitersparnis nennen kann, habe ich mir die Arbeit gemacht und meine Wohnung 4 mal auszumessen. Das erste Mal mit Stift, Papier und Zollstock und einer Skizze per Hand, den zweiten Durchgang ebenfalls manuell mit fertiger Raumskizze, dann mit PLR und App und zwar einmal mit Fotos und einmal mit vorhandenen Skizzen, die in die App geladen werden. Jeweils als Einzelkämpfer, habe ich dann die Zeiten gestoppt, die ich brauche. Nicht gezählt wurden die Kniebeugen und die gekrochenen Meter. Bei einer Wohnfläche von 96m² kam ich auf insgesamt 154 Messungen mit dem PLR. Dabei hat die altmodische Erfassung 35 Minuten mit Skizze Zeichnen und 30 Minuten bei vorher gedruckten Raumplan gedauert, die Messungen mit dem PLR dagegen dauerten mit Fotos 30 Minuten und mit den fertigen Raumskizzen nur noch 20 Minuten. Noch nicht eingerechnet ist das Übertragen auf den PC, das ja bei der altmodischen Methode noch dazu kommt.

Fazit
Ich hatte die Erwartung, das der PLR ein super Hilfsmittel zum Messen und erfassen von Messdaten ist. Aber diese Erwartungen wurden noch übertroffen. Bis auf einzelne Kritikpunkte ist das ganze Konzept von A-Z super durchdacht und macht den PLR zu meinem neuen ständigen Begleiter beim Renovieren. Einziges Manko sind die vielen Punkte bei der App, wo allerdings mit einem Update recht schnell Abhilfe geschaffen werden kann. Da man durch die App immer alle Daten direkt zur Hand hat, kann man auch mal spontan Einkaufen fahren und die benötigten Messdaten einfach aus der App abrufen. Auch die Zeitersparnis ist ein Pluspunkt für das Gerät. Die Kritikpunkte wiegen nicht so schwer, als das ich nicht eine absolute Kaufempfehlung aussprechen würde! Dieses Gerät ist wirklich jeden Cent wert!
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Hallo zusammen,

den Thread zur Diskussion über diesen Testbericht findet Ihr unter http://www.1-2-do.com/forum/showthread.php?p= 919461#post919461.

Viele Grüße,
Björn
2015-06-22 16:24:54

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