PLR 50 C – Ein neuer Maßstab für Perfektion

Mitglieder der 1-2-do.com stellen Bosch
Elektrowerkzeuge auf die Probe

Testbericht PLR50c 1 Kommentar
Vom 28.05.15 Geändert 2015-05-28 17:58:59
Wie auch die bei den anderen Tester ist es selbstverständlich, dass ich BOSCH zu Dank verpflichtet bin, dass man mir ein solches Gerät zum testen anvertraute.
Leider ist es diesmal etwas mehr Text geworden. Zum einen weil allein die Software zum Gerät hat mich lange beschäftigt (was nicht heißen soll, dass sie zu kompliziert ist) und zum anderen hat mich ein Bindehautentinfekt kurz nach Erhalt des Lasermessers davon abgehalten, wirklich viel selber zu tun. Aber keine Sorge, er wurde trotzdem ausgiebig getestet.

BOSCH PLR 50 C - Der Test vor dem Test
Dieser Test begann für mich schon, bevor ich das Gerät überhaupt erhalten hatte. Bereits kurz nachdem ich erfahren hatte, dass ich den Lasermesser testen durfte, installierte ich mir aus dem Google Play Store die App “PLR measure&go”.
Automatisch nach dem Start der App versuchte diese eine Verbindung zum PLR 50 C aufzubauen, welches leider ausserhalb der Reichweite, irgendwo auf dem Paketweg zu mir war.  
Aber das sollte kein Hinderungsgrund sein sich die App einmal anzuschauen. Bricht man den Assistenten ab, der beim Start automatisch sich mit dem Lasermesser verbinden soll, so kann man die App nutzen (natürlich ohne die Messungen).
Als erstes erstellte ich ein neues Projekt durch klicken ob den Ordner “neues Projekt erstellen”. Ein Projektname plus ein paar sehr nützliche Zusatzdaten später war mein erstes Projekt angelegt. Ein wenig überraschte mich, wie Bosch die Uhrzeit “interpretiert”. Um 20:30 steht beim Projekt als Uhrzeit “8:30 nachm.” und das Datum ist abgeschnitten, was nicht falsch ist, jedoch hätte ich mir hier der besseren Lesbarkeit wegen gewünscht, Bosch hätte die 24h Notation verwenden.
Nachdem ein Projekt angelegt wurde, kann man nun ins Detail gehen, indem man entweder selber eine Skizze auf “Millimeterpapier” macht, ein Bild nutz, dass man neu aufnehmen kann, oder eins aus der Gallery. Genutzt werden kann hier scheinbar jegliche Bilddatei.
Im ersten Test entschied ich mich für das Millimeterpapier, um mich mit der Handhabung vertraut zu machen.
Die Grundfunktionen “Strecke”, “Fläche” und “Winkel” befinden sich inklusive der Funkion Text und Notiz am linken Bildrand, sind sehr intuitiv bedienbar und lassen sich nachträglich auch noch modifizieren. So kann aus einer Rechteckigen Fläche ohne weiteres ein perspektivisch verzerrte Fläche werden. Ebenso kann man die Endpunkte der Strecken per drag&drop leicht verschieben was ich wirklich sehr schön gelöst finde.
Dem Benutzer stehen 4 Farben zu verfügung um die Skizzen übersichtlich zu halten
Ein kleines Manko (evtl nur bei meinem Handy) ist mir bei der Lupenfunktion aufgefallen.
Zeichne ich etwas, erscheint links oben eine Lupe, die mir genau zeigt, was mein Finger evtl verdeckt und so kann ich sehr präzise die Bemaßungen platzieren.
Hochkannt ist dies auch super nutzbar: Drehe ich das Handy und nutze es quer, wir ein Teil der Lupe von den Grundfunktionen verdeckt.
(an Bosch: Das Display hat eine Auflösung von 720x1280 Punkte)
Zum Glück kam kurz darauf das Testgerät an und ich konnte den eigentlichen Test starten ;)
Erst einmal auspacken und genau unter die Lupe nehmen.
Von der Habtick her wirkt das Gerät sehr hochwertig, es fühlt sich gut an und liegt recht gut in der Hand (auch wenn es für meinen Geschmack fast schon zu klein ist)
Die CAD-Abteilung meines Arbeitgebers war so nett und hat mir zum Vergleich ihr Bosch GLM 150 ausgeliehen was mir von der Größe her etwas besser gefällt.
Ein paar Vergleichsmessungen ergaben, dass die Geräte fast immer exakt die gleichen Ergebnisse anzeigten. Abweichungen schiebe ich da auch eher auf eine ungenaue Positionierung durch den Anwender - also mich.
Hier ist die Min/Max Funktion sehr hilfreich, denn der minimale Abstand zweier paralleler Wände ist der richtige Abstand, ansonsten hat man eine leicht diagonale Strecke gemessen (sei es in der  horizontalen oder vertikalen)
Abends flog ich dann wie ein Wirbelwind durch unser Haus und habe alle Räume ausgemessen. Ich hatte zwar Grundrisszeichnungen des 60er Jahre Hauses aber diese waren nur sehr spartanisch bemaßt.
Faszinierend genau ist auch die indirekte Messung einer Strecke über die Neigung des Gerätes. Hierbei wird z.B. schräg nach oben gegen eine Wand gemessen, diese Strecke ist natürlich länger als der Abstand zur Wand, aufgrund der Neigung des Gerätes wird das Ergebnis mittels Trigonometrie “korrigiert”. Die Ergebnisse weichen auch nur minimal von den realen Strecken ab.
Ich muss zugeben, dass ich die Funktionen zur Flächen und Raummessung nur grob angetestet habe, da ich für mich nicht wissen muss, wie groß die Bodenfläche ist, und das auf 3 Nachkommestellen genau, denn so genau kann ich garnicht Laminat, Fliesen oder sonst was kaufen ;)
Es ist eine nette Zugabe, jedoch für mich eine Funktion die ich so eher weniger nutzen werde.
Bevor ich in den nächsten Absätzen als Nörgler abgestempelt werde, ich bin super Glücklich über und mit dem Gerät und möchte hier auf einem verdammt hohen Niveau meckern, um die Qualität evtl noch ein wenig weiter zu pushen. ;)
Was das Design angeht muss ich hier den Designern eine Rüge verpassen. So stylisch die silbernen Zierstreifen an der Seite mit dem Silbernen Designelement unter dem Display harmonisieren, so ungünstig sind diese bei der Messung von Winkeln. (https://www.youtube.com/watch?v=jUE2dC3mDJE)
Der Bosch PLR 50 C wackelt und kippelt über diesen Streifen, da diese sich vom restlichen Gehäuse absetzen. Hätte man sie vertieft eingelassen und die Gummiehrung über eine gesamte Seite gezogen, hätte ich dies als bedeutend praktischer empfunden.
Auch bin ich etwas über die “Genauigkeit” verwundert. Ich gehe mal davon aus, dass Bosch Hal-Sensoren einsetzt um die Ausrichtung des Gerätes im Erdmagnetfeld zu bestimmen. Dies ermöglicht sehr genaue Messungen der Neigung. Jedoch gibt es einen Unterschied zwischen der Senkrechten und der liegenden Position, die entweder auf eine “ungenau” gearbeitetes Gehäuse oder ungenau im inneren platzierte Sensoren hindeutet.
Ich muss jedoch sagen, dass hier auf einem extrem hohen Niveau “gemeckert” wird. Hier geht es um Toleranzen im Bereich von 0,5°
An diesem Punkt machte mir dann leider Infekt meines rechten Auges einen Strich durch die Rechnung, so dass ich leider die geplante Arbeiten im Haus und Garten nicht ausführen konnte.
Das ich nicht im Garten arbeiten konnte traf mich weniger hart, jedoch war meine Frau nicht begeistert, da Sie bereits meine Arbeitsleistung verplant hatte und entsprechendes Gartengerät bereits gemietet war.
Um den Test aber nicht abzubrechen, begann der Bosch PLR 50 C seine Rundreise, angefangen bei meiner Schwester über meinen Vater (gelernter Machinenbauer im Ruhestand) bis zu einem Freund, der gerade ein Haus baut.
Meine Schwester kam nach kurzer Zeit sehr gut mit dem Gerät klar. Sie war begeistert vom Touchscreen der die Bedienung auf einen Hardware-Knopf reduziert. Jedoch lag auch genau hier ein “Problem” das bei allen Testkandidaten aufgetreten ist. Zum Messen wird der Knopf kurz gedrückt, der Laser schaltet sich ein, und nach erneutem drücken wird gemessen.
Man muß also 2 mal drücken zum messen. Alle Testpersonen tendierten dazu durch langes drücken der Taste das Gerät wieder auszuschalten anstelle damit zu messen.
Nach kurzer Einweisung konnten alle Testpersonen den Bosch PLR 50 C problemlos bedienen, fanden sich nach kurzem “rumspielen” auch mit allen Funktionen ohne Probleme zurecht.


Den wohl intensivsten Feldtest machte der Bosch PLR 50 C auf der Baustelle durch, wohl wissend, dass das Gerät keinerlei IP-Schutzart hat (zumindest habe ich keine in der Anleitung gefunden)
Der Bauherr kontrollierte mit dem Bosch PLR 50 C im Rohbau die Maße.
Hier zeigte sich jedoch, dass der Bosch PLR 50 C nicht für den Ausseneinsatz bei Sonnenlicht gedacht ist. Das Display spiegelt zu extrem und bei direkter Sonneneinstrahlung kommt es bei längeren Strecken (über 10 Meter) oft zu Fehlern bei der Messung. Dies kann natürlich auch an einer nicht optimalen Messoberfläche liegen. Auf der Baustelle wurden die Maße der Räume überprüft und hier wurde immer auf weißem Kalksandstein gemessen, was laut Anleitung vermuten lässt, dass diese zu hell sind und so den Kontrast zwischen Laserpointer und dem Rest nicht hoch genug war.
Positiv ist jedoch ohne wenn und aber die Zeitersparnis anzusehen. So wurde der komplette Keller mit allen Räumen unter 10 Minuten kontrolliert. Ein Gegentest mit einem klassischen Zollstock ergab, dass man nicht nur gut 80% Zeitersparnis hat, sondern auch, dass die Ergebnisse sowohl genauer als auch reproduzierbarer sind.






Hier noch die Fragen des Anschreibens ;)
  1. Was waren deine Gedanken, als du den Laser-Entfernungsmesser Bosch PLR 50 C in der Hand hattest?
Ich war und bin total begeistert von der Verarbeitung und dem Look des Bosch PLR 50 C. Nachdem man sich einmal dran gewöhnt hat, einen Lasermesser zu haben, will man ihn nicht mehr missen.
  1. Welches Projekt hast du mit dem Bosch PLR 50 C gemacht? wie bist du dabei genau vorgegangen und wie viel Zeit hast du benötigt?
Leider konnte ich aufgrund des Bindehautinfektes selber kein Projekt realisieren, außer dass ich direkt am ersten Abend alle 10 Räume + Flure unseres Hauses ausgemessen habe und habe dafür mit allen Ecken, Türen und Fenstern keine Stunde gebraucht.
  1. Wie leicht fällt dir die Handhabung/Bedienung des Bosch PLR 50 C? Wie leicht fiel dir der Umgang mit der PLR measure&go App?
Handhabung und Bedienung des Bosch PLR 50 C sind absolut einfach und unkompliziert. Auch die measure&go App weiß zu begeistern, einzig fehlt mir eine Zoom-Funktion, mit der ich den Plan des Hauses Raum für Raum vergrößern kann, um Raumecken usw besser bemaßen zu können. Gut gefiel mir jedoch die Option erst mehrere Messungen durchzuführen um diese dann später aus der Historie einem Maß zuzuordnen.
  1. Bist du zufrieden mit deinen Arbeitsergebnissen? Wie gut waren die Messergebnisse
Was die Messergebnisse angeht so bin ich absolut zufrieden. Die Präzision und Geschwindigkeit übertrifft bei weitem den klassischen Zollstock und ich kann mir nicht vorstellen, dass ich beim Ausmessen von Räumen oder ähnlichem je wieder zum Zollstock oder Bandmass greifen werde.
  1. Erfüllt der Bosch PLR 50 C Laser-Entfernungsmesser deine Anforderungen und Erwartungen?
Was meine Anforderungen und Erwartungen angeht, so hat dieses kleine Teil sie bei weitem übertroffen.
  1. Was können wir zukünftig noch an dem Bosch PLR 50 C verbessern?
Wie bereits im obrigen Text aufgeführt, bitte die Seiten des Gerätes in der nächsten Version glatt gestalten und ggf. gummieren, nur bitte KEINE Zierstreifen dran.
Ein weiterer Verbesserungsvorschlag wäre eine Abkehr von der 1-Tasten-Bedienung. Hier würde ich mir evtl einen Schiebeschalter oder ähnliches wünschen als Ein-Aus-Schalter, da es auch mir mehrfach passierte, dass ich das Gerät ausversehen ausgeschaltet habe, obwohl ich eigentlich messen wollte.
Die App ist gut gelungen. Eine Zoomfunktion wäre jedoch toll.
  1. Würdest du den Laser-Entfernungsmesser Bosch PLR 50 C auch in Zukunft für weitere Projekte verwenden?
Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendeiner der glücklichen Besitzer eines der Testgeräte dies nicht intensiv nutzen wird. Ich werde es aufjedenfall, denn es fiel mir noch nie so leicht entsprechende Maße für ein Projekt aufzunehmen und dann auch noch mit so einer Geschwindigkeit und Präzision.
Danke dass ich an diesem Test teilnehmen durfte.
PS: ich hoffe es sind nicht zu viele Fehler in meinem Text, da ich aktuell nicht länger als 10 min am Rechner sitzen kann ohne Kopfschmerzen zu bekommen.
NEXT
2/11
PREV

Kommentar schreiben

Hallo zusammen,

den Thread zur Diskussion über diesen Testbericht findet Ihr unter http://www.1-2-do.com/forum/showthread.php?p= 917912#post917912.

Viele Grüße,
Björn
2015-06-19 15:10:43

Hier gehts zum Gewinnspiel 'Bohrgeräusch des Monats' auf 1-2-do.com Hier gehts zum Gewinnspiel 'Bohrgeräusch des Monats' auf 1-2-do.com
Werde Mitglied in der großen deutschen Heimwerker-Community!
Jetzt anmelden!