PLR 50 C – Ein neuer Maßstab für Perfektion

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Testbericht PLR 50 C 0 Kommentare
Vom 22.05.15 Geändert 2015-05-22 12:12:50
Zuerst einmal vielen Dank an Bosch, dass ich mit im Kreis der Tester sein durfte und damit die Möglichkeit hatte, den PLR testen zu können. Vor allem, da es sich hier um ein doch recht teures Produkt handelt. Angekommen ist der PLR in einem Schutzetui in einem relativ kleinen Karton. Zuerst war ich über diesen etwas enttäuscht, allerdings ist er letzten Endes doch sehr stabil und von einer praktischen Größe, so dass das in meinen Augen völlig ok ist. Wem er nicht gefällt, der hat immer noch das Etui.

Bilder über die Benutzung habe ich  mangels Mehrwert nicht gemacht - Stellt euch einfach vor, ich würde den Messmodus mit zwei Fingertipps auswählen, hielte den PLR an die Wand und drücke zwei mal den Auslöser.

1. Was waren Deine ersten Gedanken, als Du den Laser-Entferungsmesser PLR 50 C in der Hand hattest?
Nur eine Taste? Wie soll das gehen? Hochglanzfront? Aber eine angenehme Größe und eine schöne Haptik. Ebenso die Packung, die man in dieser Größe leicht unterbringen kann.

2. Welches Projekt hast Du mit dem PLR 50 C gemacht? Wie bist Du dabei vorgegangen und wie viel Zeit hast Du benötigt?
  • Ausmessen der Gesamtfläche einer Wohnung.
    Erster Durchgang mit App: Zimmer für immer einen Plan angelegt und dann das dazugehörige Zimmer vermessen. Dauer ca. 15 min.
    Zweiter Durchgang mit Additions-Funktion ohne App: Zimmer für Zimmer hinzuaddiert, Aussparung eines Raumes subtrahiert. Dauer ca. 10 min.
  • Testen der indirekten Höhenmessung
  • Testen des Neigungsmessers

3. Wie leicht fällt Dir die Handhabung/Bedienung des PLR 50 C? Wie leicht fiel Dir der Umgang mit der PLR measure&go App?
Der PLR 50 C selbst lässt sich extrem einfach und intuitiv bedienen. Ich habe das Handbuch nicht ein einziges Mal bemühen müssen. Zusätzlich zur Auswahl lässt sich zu allen Messmodi noch eine kleine Hilfe einblenden. Angenehm im Gegensatz zum GLM 80 ist die schnellere Auslösezeit. Am Gerät selbst sind mir kaum Dinge negativ aufgefallen - Auf diese gehe ich später noch ein. Zwar nur ein Detail, aber ich möchte es nicht vergessen: Man kann den Referenzpunkt der Messung (Hinteres Ende des Geräts, Vorderes Ende, Ende des Abstandhalters) festlegen. Praktisch ist auch die Anzeige des aktuellen Messmodus'.

Das Kombinieren mehrerer Messungen vereinigt die Addition und Subtraktion in einem Modus, bei dem man mit einem Findertipp auf ein Feld auf dem Touchscreen zwischen Addition und Subtraktion umschaltet - Einfacher geht es nicht.

Aber: Die App ist in meinen Augen ein ganz großes Trauerspiel (Wer will, kann sie herunterladen und auch ohne Gerät ausprobieren.)
  • Fummeliges Anlegen von sog. Plänen. Warum kann man nicht einen kompletten Grundriss innerhalb eines Plans realisieren? Statt dessen muss ich für jeden Raum einen eigenen Plan anlegen.
  • Wieso kann ich nicht z. B. die komplette Fläche aller Pläne eines Projektes einsehen?
  • Die Oberfläche besonders im MM-Papier-Modus ist für Männerfinger viel zu fitzelig, zumindest für meine. 
  • Warum kann ich das PDF nur per Mail versenden und nicht direkt anschauen oder speichern?
  • Es gibt keine Möglichkeit, Kantenlängen UND m² einer Fläche anzuzeigen.
  • In den Plänen hat man Zugriff auf sog. "unmarkierte" Messungen. Was soll ich damit? Wieso kann ich die nicht löschen?
  • Wieso werden die Notizen nur mit einer Nummer angezeigt und man muss sie erst aufklappen?
  • Die Vorschau der Pläne ist viel zu klein und völlig nichtssagend.

Die aktuelle Version der App ist in meinen Augen wenig sinnvoll. Da bin ich mit Zettel und Stift schneller. Was ich gut finde, ist der Modus, ein Bild als Hintergrund zu benutzen, in das man Maße "hinein malen" kann,

4. Bist Du zufrieden mit Deinen Arbeitsergebnissen? Wie gut war das Messergebnis?
Ich bin nicht wirklich zufrieden, denn: Anscheinend ist unser Vermieter beider Angabe der Größe unserer Wohnung äußerst korrekt, so dass sich eine Mietminderung wohl nicht durchsetzen lässt :-)

Nein, im ernst: Die Ergebnisse sind sehr gut und reproduzierbar. Die Ergebnisse decken sich mit denen des GLM 80. Die Messergebnisse für Strecken <= 10 m sind bis auf 1 - 2 mm genau. Ab dann etwa führt naturgemäß jede noch so kleine Bewegung zu Abweichungen. Die indirekte Höhenmessung arbeitet erstaunlich genau. Die Abweichung betrug bei einer Freihandmessung immer ca. 1 cm zum Wert der direkten Höhenmessung. Im Gegensatz zum GLM 80 können indirekte Höhenmessungenauch auch mit > 60° durchgeführt werden.

Mehr durch Zufall bin ich neben dem "normalen" auf den zweidimensionalen Neigungsmesser gestoßen. Dabei legt man den PLR mit dem Rücken auf eine Fläche und hat einen Indikator, der sowohl auf X- als auch auf Y-Achse die Neigung anzeigt. Als Referenz habe ich eine konventionelle Wasserwaage (R 60) verwendet und kann dem PLR eine vergleichbare Genauigkeit bescheinigen. Praktischerweise gibt es einen "Piep" und eine Verfärbung des Neigungsindikators, wenn sich der PLR in Waage befindet.

Natürlich gibt es auch die "normale" Neigungsfunktion und man kann den aktuellen Neigungswinkel "sperren". Der einzige - prinzipbedingte - Nachteil ist die kurze Auflagefläche des PLR.

5. Erfüllt der PLR 50 C Laser-Entfernungsmesser Deine Anforderungen und Erwartungen?
Absolut - Die Messgenauigkeit ist auf dem selben Niveau des GLM 80, daher nehme ich an, dass der PLR schon sehr genau ist. Er hat eine angenehme Haptik. Die Bedienung ist durch den Touchscreen sehr einfach und selbsterklärend (Ja, das schreibt man laut Duden zusammen ;-)). Spätestens nach einmaligen Ausprobieren erschließen sich die jeweiligen Funktionen.

Die maximale Distanz, die ich messen konnte, waren ~40 m. Alles, was darüber hinausging, ist für Freihandmessungen meines Erachtens nach nicht ohne Hilfsmittel machbar.

6. Was können wir zukünftig noch an dem PLR 50 C verbessern?
Die Auslösetaste sollte etwas weiter vom Touchscreen entfernt sein oder es sollte eine Erhebung zwischen Taste und Touchscreen geben. Ich bin bei Situationen, in denen ich mich etwas verrenken musste, mehrmals aus Versehen auf den Touchscreen gekommen - Sehr ärgerlich, wenn man bei einer Kombinationsmessung aus Versehen den Modus ändert :-(

Eine permanente Anzeige des Winkels wäre super - Problematisch wird es nämlich, wenn man keine wirklich senkrechten Wände hat und man so schätzen muss, ob man den PLR gerade waagerecht hält. Außerdem würde ich mich über einen Selbstauslöser mit Halterung für ein Stativ wünschen, denn freihändig sind Distanzen über 15 m reine Glückssache.

Die App... Naja - Ich habe es ja oben bereits geschrieben...

7. Würdest Du den Laser-Entfernungsmesser PLR 50 C auch in Zukunft für weitereProjekte verwenden?
Definitiv! Ich habe ihn auch beim Ausmessen weiterer Wohnungen, unserer Couch und z. T. schon als Lineal benutzt :-)

Langer Rede kurzer Sinn: Auf die ganzen Funktionen gehe ich an dieser Stelle nicht ein. Der geneigte Leser möge sich bei Bedarf bitte ein Bild auf der Produktseite von Bosch machen. Dort findet er eine Auflistung sämtlicher Funktionen. Beim PLR 50 C handelt es sich um ein tolles Gerät mit ein paar ganz kleinen Schwächen. Der zweidimensionale Neigungsmesser ist absolut klasse. Die Ergebnisse sind genau und reproduzierbar. Ebenso sind die Funktionen intuitiv und über das Touchmenü leicht erreichbar. Auch die Verbindung mit dem Smartphone per Bluetooth funktioniert einwandfrei. Die App jedoch wirkt eher wie mit der heißen Nadel gestrickt.

Eine Geschmackssache ist natürlich der Touchscreen. Manch einer mag lieber "richtige" Tasten. Ich selber zähle mich auch zu diesen, aber die Menüführung des PLR ist genau auf den Touchscreen zugeschnitten, so dass das für mich absolut klar geht.

Empfehlenswert ist der PLR auf jeden Fall, auch wenn der eine oder andere durchaus Bauchschmerzen bei dem Preis haben wird. Der PLR selbst bietet so viel und ist von so guter Qualität, dass es eine Freude ist. Und ich denke mal, dass sich die App über die Zeit noch bessern wird (Ich hoffe es zumindest)).
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