PKS 66 AF- Die leistungsstarke Handkreissäge von Bosch

Mitglieder der 1-2-do.com stellen Bosch
Elektrowerkzeuge auf die Probe

Die Bosch PKS 66 AF - Eine Powersäge mit Potential. 2 Kommentare
Vom 02.02.15 Geändert 2015-02-02 13:24:00
Hier kommt mein Testbericht zur Handkreissäge PKS 66 AF - ein herzliches Dankeschön an Bosch für die Gelegenheit diese Maschine zu testen.
Geschnitten habe ich Kanthölzer, MDF Platte, Spanplatte, Leimholzbretter und Eiche.
Ich orientiere mich bei meinem Bericht vom Ablauf her an den Fragen des Produktmanagers - also los geht's.
 
1.) Was waren Deine ersten Gedanken, als Du die PKS 66 AF Handkreissäge in der Hand hattest?
 
    Ich habe das Paket mit der Säge kurz nach Neujahr geliert bekommen, also ein verspätetes Weihnachtsgeschenk. Zuerst musste ich die Maschine aus der Verpackung bekommen. Anders als von anderen Bosch-Geräten gewohnt wird die Säge ohne Koffer geliefert. Sie kommt in einer Pappschachtel die raffiniert gefaltet die Säge und das Zubehör beinhaltet. Ich habe es nicht mehr geschafft die Verpackung so hinzu bekommen wie am Anfang. Das wäre mir aber auch viel zu kompliziert. Ich habe deswegen die Pappeinleger so umfunktioniert dass man die Maschine ohne Probleme nach oben herausnehmen kann und auch gut an das Zubehör kommt.
 
Die Maschine liegt gut in der Hand, die Griffe sind mit einem Softgrip Material beschichtet, was ein Abrutschen effektiv verhindert. Ausserdem ist das Gehäuse auf den ersten Blick wertig verarbeitet. Beim Design bin ich hin und her gerissen. Die eine Hälfte der Maschine mit dem Motor ist modern designt, die Seite mit dem Sägeblattgehäuse und der CleanSystem Box wirkt auf mich ziemlich altmodisch. Das ist aber eher Geschmacksache und tut der Funktion keinen Abstrich. Leider fühlt sich das Stromkabel recht "lumpig" an und passt deshalb irgendwie nicht so recht zum Rest der Maschine. Neben der Säge und dem montierten Sägeblatt ist in dem Paket noch ein gewinkelter Absaugadapter, zwei Metallschraubzwingen für die Führungsschiene, drei Führungschienenelemente, die Cleansystem Box, ein Parallelanschlag und die Bedienungsanleitung enthalten. Die Führungsschiene besteht aus Kunststoff, der aber nicht billig wirkt sondern eher robust.
 
2.) Welches Projekt hast Du mit der PKS 66 AF gemacht? Wie bist Du dabei genau vorgegangen und wie viel Zeit hast Du benötigt?
 
    Mein Projekt war der Bau einer Werkbank für meine Werkstatt. Bisher habe ich mir notdürftig beholfen mit zwei Holzböcken und einer alten Küchenarbeitsplatte.  Damit ist jetzt aber Schluss.
 
Für die Werkbank besorgte ich mir Kanthölzer mit dem Maßen 60x80, zusätzlich Leimholzbretter und eine Deckplatte aus MDF mit einer Dicke von 22mm. Ich bekam günstig eine große MDF Platte mit 2,60m x 1,00m. Da die Werkbank später eine Fläche von 1,60m x 0,80m haben sollte war der erste Einsatz der Kreissäge klar: das Zuschneiden der Arbeitsplatte. Hier kam die Führungsschiene wie gerufen. Ich war sehr gespannt auf den ersten Schnitt, die Schiene und die CleanSystem Box. Doch bevor man die Führungsschiene verwenden kann sollte man zuerst die Gummilippe der Schiene auf die Maschine anpassen. Man macht dazu einen wenige Millimeter tiefen Schnitt mit der Säge auf der Schiene und schneidet dadurch ein wenig von der Gummilippe ab. Dadurch kann man später die Schiene perfekt auf die Schnittkante ausrichten. Dann wurde die MDF Platte gekürzt. Steckt man alle drei Schienenelemente zusammen kommt man auf eine Länge von 1,05m, ich konnte also meine 1 Meter Platte in einem Zug auf die richtige Länge schneiden.
 
Dazu hab ich zwei kleine Videos gemacht, die leider nicht in den Bericht bekommen habe, hier also die Youtube Links:
Zuschneiden der Gummilippe auf einem Opferholz: https://www.youtube.com/edit?o=U&video_id=4iOPVeIevsU
Querschnitt der MDF Platte mit Führungsschiene: https://www.youtube.com/watch?v=lulkL3jGLxI
 
Dann wurde die Breite der Platte von 1 Meter auf 0,80m gebracht. Da die Platte jetzt noch 1,60m lang war konnte ich mit der Schiene nicht in einem Zu sägen, sondern musste absetzen, die Schiene verschieben und neu Ansetzen. Da man aber die Gummilippe genau auf den Anriss platzieren kann ging auch das ohne Probleme. Die Führungsschiene hat mich dabei überzeugt, sie liegt fest auch ohne Zwingen und wenn die Oberfläche nicht zu glatt ist verschiebt sich auch nichts. Etwas fummelig sind die Schraubzwingen. Sie klemmen direkt mit einem blanken Metallteller gegen das Werkstück, will man sich also die Unterseite des Werkstücks nicht zerkratzen sollte man ein Stück Holz dazwischen klemmen. Um das nicht ständig machen zu müssen habe ich zwei kleine runde Filze auf die Teller geklebt. Dadurch braucht man nichts mehr unterlegen und die Klemmen halten trotzdem stark genug. Hier sollte Bosch noch etwas nachbessern. Ein anderer Punkt der an den Klemmen negativ aufgefallen ist: Sie sind scheinbar ein paar Zehntel Millimeter zu hoch. Fährt man mit der Säge dann am Anfang oder am Ende über die Stellen, an denen die Zwingen sitzen, stockt die Maschine kurz und man muss einen Widerstand überwinden - unschön und verringert die Genauigkeit.
Alles in allem aber funktioniert die Säge mit der Schiene prächtig. Durch die MDF Platte ging die Säge wie Butter. Das Blatt ist wirklich schnell und die Sägekante schaut einigermaßen sauber aus. Die CleanSystem Box nimmt ca. 50% der Späne auf, es gehen aber trotzdem viele Späne nach vorne und zu Seite weg. Da hatte ich mir ehrlich gesagt etwas mehr erwartet. Ein 45° Gehrungsschnitt verschlimmert dieses Verhalten auch noch, ich würde sagen da gehen dann nur noch 20% der Späne in die Box, der Rest daneben.
Als nächstes wurden die Beine aus den Vierkanthölzern auf die richtige Länge gesägt. Ich habe dazu die vier 2 Meter Stücke mit Zwingen zusammengehalten und auf einmal gesägt. Hier kam wieder die Schiene zum Einsatz, jetzt aber nur ein Element davon (vorher habe ich die Elemente noch nummeriert, um sie später wieder in der richtigen Reihenfolge zusammensetzen zu können). Jetzt bekam ich auch einen Nachteil der Schiene zu spüren. Meine Kanthölzer hatten eine Stärke von 60mm, die Schiene trägt aber auch noch ca. 8 mm auf, was einem dann in der Schnitttiefe fehlt. Ich bin also leider nicht ganz durch gekommen und musste den Rest mit der Japanhandsäge beseitigen. Auf diese Weise habe ich also die Beine, Quer- und Längsstreben gesägt. Bei den Längsstreben habe ich zusätzlich noch einen 3cm tiefen Schnitt gemacht, um die auf die Beine überlappen zu können. Das einstellen einer genauen Tiefe stellte sich als relativ schwierig heraus, vor allem da man immer die Stärke der Schiene beachten musste. Da es aber hier nicht so sehr auf Genauigkeit ankam war das zu verschmerzen. Den Längsschnitt in die Streben habe ich dann aber mit der Handsäge gemacht.
Nachdem alle Kanthölzer gesägt waren wurde der Rahmen verschraubt und die MDF Platte aufgesetzt und auch mit dem Rahmen verschraubt. Ich werde den kompletten Bau auch noch als Projekt einstellen.
Wie lange ich für das Projekt gebraucht haben kann ich gar nicht genau sagen, da ich immer Abends in Etappen gearbeitet habe. Ich würde aber mal insgesamt so einen Tag schätzen.
 
3.) Wie leicht fällt dir die Handhabung/Bedienung der Handkreissäge?
 
    Es ist ein angenehmes und zügiges Arbeiten mit der Säge möglich, sobald sie einmal eingestellt ist. Durch die hohe Leistung und die gute Führung mit der Schiene gab es keinen Moment, in dem die Säge überfordert war. Das Blatt ist scharf und ein zügiges Schneiden ist möglich. Das habe ich von anderen Sägen schon anders erlebt. Zu Testzwecken habe ich auch noch ein Stück Küchenspanplatte und 4cm Eiche Massivholz geschnitten, alles ohne Probleme. Der Parallelanschlag tut auch was er soll da die Säge so leicht läuft. Das CutControl System weiß auch zu gefallen, damit und mit etwas Übung bekommt man einigermaßen gerade Schnitte hin. Der Sägeblattwechsel geht leicht von der Hand, man kann dazu die Säge seitlich auf dem Motor ablegen. zusätzlich zu dem mitgelieferten Blatt habe ich noch ein 48 Zahn Feinsägeblatt getestet, und damit wird der Schnitt noch mal stark aufgewertet. Das kann ich also wirklich allen empfehlen, die vorhaben, sich diese Säge zuzulegen.
 
4.) Bist Du zufrieden mit Deinen Arbeitsergebnissen? Wie präzise war das Sägeergebnis?
 
    Im großen und ganzen bin ich zufrieden mit dem Ergebnis. Die Skalen für Winkelschnitte und Tiefeneinstellung sind auch recht grob gehalten (in 5 Millimeter Schritten). Hier sollte man immer kontrollieren und nachmessen. Dann lassen sich aber Ergebnisse auch reproduzieren. Was ich bei den ersten Schnitten nicht beachtet habe war, dass in der null Grad Stellung der Schnitt nicht ganz rechtwinkelig wurde. Hier werde ich beim nächsten Projekt immer erst einen Kontrollschnitt machen. Nachdem mir das aufgefallen war habe ich eine Feinjustierschraube am Schlitten gefunden, über die sich auch das Handbuch ausschweigt. Durch das justieren der Schraube war es mir dann möglich einen Schnitt einzustellen, der wirklich im rechten Winkel ist. Auch hier sollte Bosch die Maschinen besser vor justieren.
 
5.) Erfüllt die PKS 66AF Deine Anforderungen und Erwartungen?
 
    Mit ein bisschen Kontrolle, Geduld und Übung. Zwar wird man von der Genauigkeit kein Wohnzimmermöbel zusägen können, aber dafür ist die Säge auch nicht gedacht. Für den ambitionierten Handwerker lassen sich mit etwas Geduld gute bis sehr gute Ergebnisse erreichen.
 
6.) Was können wir zukünftig noch an der PKS 66 AF verbessern?
 
- Verbesserungsfähig sind auf jeden Fall die Skalen. Hier wäre vielleicht auch eine Doppelskala sinnvoll "mit/ohne Führungsschiene" und eine Feineinstellung für den Winkelgehrungsschnitt.
 
- Die CleanSystem Box ist schon ein guter Anfang, aber vielleicht könnte man durch ein geschlosseneres Gehäuse noch mehr Späne auffangen.
 
- Das Stromkabel sollte durch ein Höherwertiges ersetzt werden. Nach meinem Werkbankprojekt habe ich auch schon einen Riss hinten an der flexiblen Muffe, das sollte nach drei Wochen und vielleicht 4-6 Stunden effektiver Arbeit mit der Säge nicht sein und bestätigt auch meinen Eindruck der Kabelqualität.
 
- Ein feineres Sägeblatt, eventuell sogar gleich im Set enthalten zusätzlich zu dem guten schnellen Blatt.
 
- Einen Kritikpunk zur Schiene: sägt man mit der Säge auf der Schiene und danach Freihand hinterlässt der Schlitten schwarze Spuren auf dem Werkstück (Bild). Scheinbar ist die Schiene nicht ganz abriebfest. Das sollte auf jeden Fall auch noch behoben werden.
 
- Und zu guter letzt wäre ein Koffer für die Säge schön. Man trägt das gute Stück ja doch öfter durch die Gegend und da ist ein Pappkarton ohne Griffe einfach auf Dauer keine Lösung.
 
7.) Würdest Du die Handkreissäge PKS 66 AF auch in Zukunft für weitere Projekte verwenden?
 
    Auf jeden Fall. mit den kleinen Macken kann man sich arrangieren und von der Leistung her ist die Maschine echt top! Von der Genauigkeit kommt sie an eine Tauchsäge nicht ran, spielt aber auch in einer ganz anderen Preisklasse. Alles in allem ein schönes Gerät mit einer guten Ausstattung und wie gesagt - mit Potential :-)
NEXT
01_Verpackung-angepasst
1/19 01_Verpackung-angepasst
PREV

Kommentar schreiben

Hallo zusammen,

den Thread zur Diskussion über diesen Testbericht findet Ihr unter http://www.1-2-do.com/forum/showthread.php?p= 905485#post905485.

Viele Grüße,
Björn
2015-05-22 14:43:49

Sehr interessanter Testbericht, danke, dass du das mit der Justierschraube erwähnt hast. Gute Bebilderung
2015-06-14 14:18:01

Hier gehts zum Gewinnspiel 'Bohrgeräusch des Monats' auf 1-2-do.com Hier gehts zum Gewinnspiel 'Bohrgeräusch des Monats' auf 1-2-do.com
Werde Mitglied in der großen deutschen Heimwerker-Community!
Jetzt anmelden!