PKS 66 AF- Die leistungsstarke Handkreissäge von Bosch

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Die Bosch PKS 66 AF und unser Gartenhaus 2 Kommentare
Vom 01.02.15 Geändert 2015-02-01 02:41:26
So ein Gartenhaus ist eine feine Sache. Erst recht für eine Familie mit zwei kleinen Kindern. Nicht weniger als 7 Fahrräder, diverse Roller, Bobbycars, ein Laufrad und ein Fahrradanhänger, dazu Rasenmäher und Gartenschlauchwagen - das alles passt in so ein Gartenhaus rein.

Wenn man denn eins hat.

Wir hatten keines.

Bis vor wenigen Wochen…

Ende Dezember wurde unser Blockbohlenhäuslein als Bausatz geliefert. Wenige Tage später kam ein Paket von Bosch. Denn zwischenzeitlich hatte ich mich als Tester für die Handkreissäge PKS 66 AF beworben und - Yippie ya yeah! - wurde ausgewählt. An dieser Stelle noch einmal ein recht herzliches Dankeschön ins Schwabenland.



Hier nun mein Testbericht:

Vorab etwas Historisches:
Der Name Kreissäge bezieht sich nicht - so wie man vielleicht vermuten möchte - darauf, dass sich das Sägeblatt im Kreis dreht, sondern leitet sich vom mittelalterlichen “ein kreischend Säg” (eine kreischende Säge) ab. In einer aus dem 15. Jahrhundert stammenden von schwäbischen Mönchen handschriftlich verfassten "Anweisung zum rechten Gebrauche" ist u.a. folgender Satz zu lesen: “Bedeck stets deine Ohr, derweilen du schaffest mit der kreischend Säg!” Ein Hinweis darauf, dass bereits im Mittelalter das Tragen eines Gehörschutzes obligatorisch war. Nichtsdestotrotz waren viele Mönche in dieser Zeit bereits in jungen Jahren taub.

Zurück zur Gegenwart!

Nach dem Auspacken, dem ersten Staunen wegen des doch recht maskulinen Erscheinens meiner neuen kreischend Säg und dem Studieren der Betriebsanleitung, sollte es auch schon losgehen. Vom Renovieren unseres Hauses lag noch einiges an Restholz rum, was zum ersten Kennenlernen der Säge taugen sollte. Geschwind waren die Böcke gestellt und die Kabeltrommel herbei getrommelt. Eine alte Terrassendiele sollte das erste Objekt sein, dass die Zähne der Säge spüren sollte.
Mit Gehörschutz und Schutzbrille ausgerüstet tat ich den ersten Schnitt. Und staunte nicht schlecht. Die Kraft von zwei Pferden bäumte sich in meinen Händen auf, und ruckzuck war die Diele durch. Das “schnellste Blatt im Markt” kennt scheinbar nur eine Richtung: Vorwärts. Attacke!

Etwas überrascht von der Kraft, die diese Maschine an den Tag legt, legte ich meinerseits die Maschine erstmal wieder zur Seite, um einen etwas stabileren Unterbau zum Sägen zu basteln. Aus einer Dachlatte und drei Leimholzbrettern, die vom letzten Schrankbau noch übrig waren (und eigentlich auch als Futter für die PKS 66 AF dienen sollten), baute ich mir einen mobilen Sägetisch, auf dem ich die Werkstücke auch anständig fixieren konnte.

Danach sägte ich so ziemlich alles mögliche, was mir an sägbarem Material in die Finger kam, um mich mit der Säge vertraut zu machen. Reste von Laminat und  Korkparkett, Dachlatten, Bretter, alte Zaunpfosten.

Den Anpassungsschnitt für die Führungsschienen machte ich mit Laminat.

Das erste richtige Projekt sollte der Aufbau unseres Gartenhauses sein. Hier waren zuerst die Schalungen für die Punktfundamente herzustellen. Dazu verwendete ich 19 mm Glattkantenbretter, und versuchte mich im Sägen ohne Hilfsmittel, sprich: Linie aufs Holz angezeichnet, zwei Bretter übereinander und mittels Cutcontrol versucht, in der Spur zu bleiben. Hier konnte ich auch schön testen, wie sich die Schnitte unterscheiden, wenn man die verschiedenen Linien des Cutcontrols zu Hilfe nimmt.

Das nächste war dann der Unterbau, der später auf den Punktfundamenten verankert werden sollte und das Blockbohlenhaus, sowie den Fußboden tragen muss. Hier verwendete ich 78 mm Rahmenhölzer aus Fichte. Da sich 78 mm Rahmen mit einer Säge mit 66 mm maximaler Schnitttiefe nicht in einem Rutsch durchtrennen lassen, musste ich die Hölzer wenden und von der Unterseite den zweiten Teil des Schnittes machen. Insgesamt 7 Rahmenhölzer wurde für den Unterbau auf die richtige Länge gebracht.
Für den Boden schließlich fiel die Wahl auf 19 mm Rauhspund, den ich nur deshalb in den Maßen 96 x 2000 mm besorgte, um ja auch genügend Material für die Säge zu haben. Okay, sie passten auch besser ins Auto…

Knapp 6 m² sind es am Ende geworden.

Das waren die Sägearbeiten für unser Gartenhaus. Für die neue Garderobe im richtigen Haus musste ich für die Sitzbank-Schuhablage-Kombination etwas basteln, um die Sitzbank auf eine taugliche Höhe zu bekommen. Material der Wahl waren gehobelte Rahmenhölzer aus Fichte in den Maßen 35 x 6 x 6 cm. Jeweils zwei übereinander geschraubt und das Ganze drei mal, für linke Seite, Mitte, rechte Seite, um die Sitzbank - eigentlich ein schwedisches Regal - in die Höhe zu bringen. Hier kam die Führungsschiene zum Einsatz. Allerdings reichte deshalb die Schnitttiefe nicht ganz aus, weshalb ich den überstehenden Rest mit der Raspel bearbeiten musste.

Und dann war da plötzlich noch die Hut- und Taschenablage der selbstgebauten Garderobe, die wir in unserer ehemaligen Mietwohnung passgenau  in einer Nische untergebracht hatten. Die Sperrholzplatte mit einer Breite von 93 cm sollte jetzt in einer Nische im neuen Haus Verwendung finden. Blöd nur, dass der neue Bestimmungsort 1 cm weniger breit ist. Hier wollte ich eigentlich den Parallelanschlag zum Einsatz bringen um einen schmalen Streifen am Rand wegzuschneiden. Allerdings ist ein Zentimeter zu wenig, um mit dem Parallelanschlag zu arbeiten. Also kam hier ebenfalls die Führungsschiene zum Einsatz.

Den Parallelanschlag durfte ich dann ausprobieren, um einen Servierwagen aus schwedischem Birkenholz so zu modifizieren, dass er komplett unter der Arbeitsplatte in der Küche verschwindet. Dafür war er nämlich 5 cm zu tief. Hierfür kam ein anderes Sägeblatt zum Einsatz, nämlich eines von Craftomat mit 54 Zähnen, welches ich mir extra für diesen Test gekauft hatte und mit dem feinere Schnitte möglich sein sollen. Gesägt habe ich die Birkenplatte von der Unterseite, die Kanten habe ich anschließend mit dem PSM 200 AES, den ich im letzten Jahr testen durfte, nachgeschliffen und gefast. Dafür habe ich dann auch ein extradickes Lob von meiner Frau bekommen.

Zum Schluss habe ich mit dem Craftomat-Sägeblatt noch einen Probeschnitt in Plexiglas gemacht, Daran hatte ich mich mal mit der Stichsäge probiert, was aber mehr ein Hindurchschmelzen als ein Sägen war. Mit der PKS 66 AF ging das um einiges schneller. Es stank aber fast noch schlimmer nach verbranntem Plastik. Allerdings war die Schnittkante - trotz Verwendung der Führungsschiene - nach oben hin ziemlich ausgebrochen. Möglicherweise lässt sich so etwas besser scheiden, wenn man zwischen Führungsschiene und Plexiglas noch ein Holzbrett packt.

Beim Schneiden von Weichholz steht das mitgelieferte Sägeblatt von Bosch dem gekauften Craftomat-Blatt qualitativ in nichts nach. Von der Schnittgeschwindigkeit her hat es sowieso die Nase vorne.

Mein Fazit:
Mit dieser Säge ist das Sägen ein Segen.




Die Fragen der Produktmanagerin:

Was waren Deine ersten Gedanken, als Du die PKS 66 AF Handkreissäge in der Hand hattest?

Wow! Verglichen mit der PKS 46, die ich mir vor Kurzem ausgeliehen hatte, um damit Türblätter zu kürzen, die nach dem Verlegen des neuen Korkbodens zu lang waren, ist die PKS 66 AF schon ein ganz schöner Brummer.  Zwar hatte ich, auf Grund der um 2 cm größeren maximalen Schnitttiefe mit etwas mehr Masse gerechnet. Da die PKS 66 AF im Vergleich zu o.g. Gerät aber fast das doppelte Gewicht auf die Waage bringt, hat mich doch schon erstaunt.
Die Bedenken, die ich anfangs ob einer eventuellen Unhandlichkeit hatte, erwiesen sich aber im Verlauf des Arbeitens als unbegründet.


Welches Projekt hast Du mit der PKS 66 AF gemacht? Wie bist Du dabei genau vorgegangen und wie viel Zeit hast Du dafür benötigt?

Nach diversen Probeschnitten in unterschiedlichen Materialien, kam die PKS 66 AF beim Aufbau unseres Gartenhäuschens zum Einsatz. Gesägt hat sie dabei die Bretter für die Schalung der Punktfundamente, die 78 x 78 mm Rahmen für den Unterbau des Fußbodens, sowie den aus 19 mm Rauhspund bestehenden Boden selbst.
Außerdem, um den 45°-Schnitt zu testen, wurden sägerauhe Bretter, die einmal das Dach unseres neuen Insektenhotels werden sollen, geschnitten. Den Parallelanschlag konnte ich beim Verkleinern der Arbeitsfläche eines Servierwagens aus schwedischem Birkenholz, den meine Frau gerne komplett unter der Arbeitsfläche in der Küche unterzubringen wünschte.
Eine Plexiglasplatte wurde ebenfalls bearbeitet; allerdings nicht mit dem mitgelieferten Sägeblatt.
Die Zeit lässt sich nicht genau beziffern. Mehrere Stunden waren es aber schon.


Wie leicht fällt Dir die Handhabung/Bedienung der Handkreissäge?

Die Bedienung der Säge geht recht leicht von der Hand. Die Einstellungen für Schnitttiefe- und Winkel sind einfach vorzunehmen. Die Montage des Parallelanschlages ist einfach und macht einen soliden Eindruck. Die Montage bzw. Demontage der Führungsschiene ist einfach; die Verriegelung arbeitet zuverlässig. Die Ausführung der Staubbox ist sehr simpel aber zweckmäßig. Leider habe ich keinen passenden Anschluss für meinen Staubssauger; daher konnte ich das Handling der Säge mit zusätzlichem Saugschlauch nicht testen.
Beim Einschalten der Säge merkt man die Leistung, denn sie ruckt dann ein wenig. Beim Sägen mit der FS ist das unproblematisch; beim freien Sägen mit Cutcontrol bzw. auch beim Sägen mit dem  Parallelanschlag muss man daher aufpassen, dass der Schnitt nicht aus der Bahn gerät.
Alle Schalter und Hebel sind gut erreichbar; die Säge ist m.E. für Rechts- sowie Linkshänder gleichermaßen geeignet.
Der Sägeblattwechsel verläuft unproblematisch, durch die Spindelarretierung bleibt es dem Anwender erspart, mit einem zweiten Werkzeug hantieren zu müssen. Sehr positiv fand ich, dass die Säge auf dem Motorgehäuse stabil steht. Das macht die Handhabung beim Blattwechsel sehr einfach.


Bist Du zufrieden mit Deinen Arbeitsergebnissen? Wie präzise war das Sägeergebnis?

Mit den Ergebnissen meiner Arbeit war ich im Großen und ganzen sehr zufrieden. Anfangs hatte ich allerdings das Problem, dass die Schnitte nicht genau rechtwinklig waren, sondern leicht über einem Winkel von 90° lagen. Besonders auffällig war das bei 78 mm Rahmenhölzern. Dies lies sich aber über die kleine Schraube hinter der Klemmschraube des Parallelanschlages, die das Niveau der Säge zur Grundplatte reguliert, justieren. Danach gab es, was die Schnittqualität angeht, keine Beanstandungen mehr.


Erfüllt die PKS 66 AF Deine Anforderungen und Erwartungen?

Vollumfänglich tut sie das.


Was können wir zukünftig noch an der PKS 66 AF verbessern?

Da ich die PKS 66 AF ausschließlich draußen und überwiegend bei kalten Temperaturen benutzte, fiel mir der dann doch recht steife Mantel des Anschlusskabels ein klein wenig negativ auf. Eine Gummi- oder Silikonanschlussleitung wäre hier eventuell eine mögliche Verbesserung. Der Deckel der Staubbox öffnete sich bei mir manchmal versehentlich, da er recht leichtgängig ist. Eine bessere Arretierung könnte hier vielleicht Abhilfe schaffen.
Bei den Führungsschienen fiel mir auf, dass, wenn man vergisst diese zu verriegeln, sie nicht ganz plan auf dem Werkstück aufliegen.


Würdest Du die Handkreissäge PKS 66 AF auch in Zukunft für weitere Projekte verwenden?

Mit Sicherheit werde ich das. Die nächsten Projekte sind auch bereits in Planung, wie z.B. ein neuer Sichtschutzzaun im Garten, ein Spiel-/Kletterhaus für die Kinder und eine Überdachung für den Motorradstellplatz.


Ein kleiner Hinweis:
Leider durfte ich nicht alle Bilder, die ich gerne gezeigt hätte, hochladen. Auf Wunsch werde ich diese später an den veröffentlichten Bericht anhängen.
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Hallo zusammen,

den Thread zur Diskussion über diesen Testbericht findet Ihr unter http://www.1-2-do.com/forum/showthread.php?p= 904975#post904975.

Viele Grüße,
Björn
2015-05-21 16:47:40

Ein sehr ausführlicher aber nicht langweiliger Bericht mit Aussagekraft und ebensolche Fotos
2015-06-14 09:07:35

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