PKS 66 AF- Die leistungsstarke Handkreissäge von Bosch

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Leistungsfähige Handkreissäge mit praktischer Führungsschiene 2 Kommentare
Vom 31.01.15 Geändert 2015-01-31 16:57:01
Erstmal Danke, dass ich als „Novize“ für den Produkttest ausgewählt wurde. Ich hatte mich für den Produkttest beworben, aber nicht wirklich damit gerechnet, dass ich zum Zuge komme, umso besser. Bei der Bewerbung hatte ich als Projekt ein Hochbeet aus Douglasienholz angegeben, aber leider war der Januar hier in Berlin so matschig und verregnet, dass ich mir ein Projekt suchen musste, das ich im häuslichen Bereich verwirklichen konnte. So bin ich auf den Bau eines „Spatzenreihenhauses“ nach dem Bauplan des Nabu gekommen, hierzu habe ich hier schon ein Projekt eingestellt. Aber das Hochbeet (und die Terrasse) sind nur verschoben und nicht abgeblasen, entsprechende Projekte folgen.

1. Was waren deine ersten Gedanken, als Du die PKS 66 AF Handkreissäge in der Hand hattest?
Als erstes in dem doch ganz schön großen Pappkarton (sehr schade, dass kein Koffer dabei ist) fiel mir die dreiteilige Führungsschiene auf. Spontan fühlte ich mich an die Schienen einer Carrera-Bahn erinnert, aber als ich die Teile in die Hand nahm, änderte sich das sofort, die Schienenelemente machen einen sehr soliden Eindruck, kräftiger Kunststoff, der hinten vielfach verrippt und verstärkt ist. Nach dem Zusammenstecken werden die einzelnen Teile mit eingebauten, roten Clips fest miteinander verbunden, da wackelt nichts. Die Elemente fluchten einwandfrei miteinander, ich hatte absolut keine Bedenken, gerade Schnitte hinzubekommen. Auch die beiden kleinen Zwingen zur Befestigung der Führungsschiene auf dem Werkstück sind in Ordnung; eine recht simple Ausführung zwar, aber sie erfüllen ihren Zweck, greifen in die Vertiefungen an der Schiene ein und sind so flach, dass die Säge fast ungehindert darüber hinweggleiten kann. Schön wäre es, wenn sie nicht ganz so fummelig geraten wären, und die „Höhenverstellung“ schneller von der Hand ginge. Die Führungsschiene soll ja nicht nur gerade Schnitte sicherstellen, sondern auch ein Ausreißen des Werkstückes an der Kante verhindern. Die Gummilippe auf der 90° Seite der Schiene ist daher so lang bzw. breit, dass sie mit einem ersten Schnitt an die Maschine und das verwendete Blatt angepasst werden muss, so ungefähr ein Millimeter muss gekürzt werden. Dabei sollte in eine Holzunterlage geschnitten werden und die Schnitttiefe sollte so eingestellt werden, dass nicht mehr als ein halber Zahn übersteht.
Als ich das Gerät selbst erstmals zur Hand nahm, dachte ich erstmal, das ist ja ein ganz schönes Trumm. Die Materialen machen einen durchweg guten Eindruck, kräftiger Kunststoff, teils auch gummiert, die Schutzhaube ist aus Aluguss und die Bodenplatte dürfte aus lackiertem Stahlblech bestehen. Die Säge liegt satt in der Hand, die Ergonomie und Gewichtsbalance sind gut.

2. Welches Projekt hast Du mit der PKS 66 AF gemacht?
Ich habe ein Spatzenhaus aus Douglasienholz gebaut, dabei mussten zahlreiche Schnitte in 21mm starke Douglasienbretter längs und quer zur Holzfaser gemacht und ein Balken (Konstruktionsholz) auf die richtige Stärke und Länge gebracht werden. 

3. Wie leicht fällt die die Handhabung/Bedienung der HKS?
Die Bedienung der PKS 66 AF fiel mir wesentlich leichter, als ich zunächst gedacht hatte. Die Säge hat ihr Gewicht, ist aber sehr gut ausbalanciert und die Handgriffe sitzen an den richtigen Stellen. Ich hatte zuvor noch nie mit einer Kreissäge gearbeitet, bei meiner letzten Laminataktion (ca. 100 qm) habe ich alles mit einer Stichsäge geschnitten. Gerade Schnitte sind natürlich die Paradedisziplin einer Handkreissäge. 
Die Arbeit mit der Führungsschiene ist bis auf die unten Erwähnten leichten Einschränkungen sehr gut, und auch mit dem Parallelanschlag lässt es sich gut arbeiten. Die Skala stimmt mit dem tatsächlichen Schnittergebnis gut überein und der Parallelanschlag lässt sich einfach und gut justieren. Auch die eingebaute und ausklappbare „Zielhilfe“ ist gut zu gebrauchen, ich habe sie allerdings nur zum Ausprobieren bei ein paar Testschnitten in Spanplatte verwendet, da ich Freihand nicht so der Künstler bin, da wird es gerne mal schief und das muss nicht sein. 
Wie bereits oben erwähnt, sollte zunächst die Gummilippe der Führungsschiene passend gemacht werden. Hierbei ist es wichtig, mit der richtigen (geringen) Schnitttiefe zu arbeiten und, so vermute ich einmal, die Säge langsam und gleichmäßig nach vorne zu bewegen. Ein Mitforist hat sich hier in einem Thread darüber beklagt, dass die Gummilippe an seiner Schiene ausgerissen ist, das kann wohl passieren, wenn bei der Anpassung nicht auf die Schnitttiefe geachtet wird. Mit der angegebenen Vorgehensweise war es unproblmatisch.
Die Schnitttiefeneinstellung geht mit der PKS 66 schnell und einfach von der Hand, zur Orientierung dient eine gut ablesbare Skala. Auch die Verstellung des Schnittwinkels bereitet keinerlei Schwierigkeiten. Allerdings habe ich bei meinem Projekt keine Gehrungsschnitte verwendet sondern diese Funktion nur an einer alten Spanplatte getestet. 
Um auch einmal auszuprobieren, wie leicht oder schwer es dem Anwender beim Sägeblattwechsel gemacht wird, habe ich dieses spaßeshalber mal aus- und anschließend wieder eingebaut. Erwartungsgemäß ging auch das sehr gut von der Hand, die Welle der Maschine kann mit einem kleinen roten Knopf blockiert werden (niemals im Lauf drücken, das könnte die Maschine zerstören!) und der Inbusschlüssel ist auf der Grundplatte befestigt, sodass für den Sägeblattwechsel kein zusätzliches Werkzeug benötigt wird. 

4. Bist Du zufrieden mit Deinen Arbeitsergebnissen? Wie präzise war das Sägeergebnis? 
Die PKS 66 ist ab Werk mit dem Speedline Wood Kreissägeblatt ausgestattet, laut Eigenwerbung von Bosch das „schnellste Blatt am Markt“ mit nur zwölf messerscharfen Hartmetallzähnchen. Ehrlich gesagt haben mich ersteinmal Zweifel beschlichen, ob das die optimale Wahl für ein Kreissägeblatt im Heimwerkerbereich ist, kommt es hier doch oft nicht in erster Linie auf die Schnittgeschwindigkeit sondern die Schnittqualität an. Andererseits gibt es für filigranere Arbeiten natürlich andere Maschinen als eine 1600W Kreissäge. Die Kombination von PKS 66AF und Speedline Wood hat mich jedoch positiv überrascht, das Blatt ist wirklich schnell und frisst sich nur so durch das Holz und andererseits sind die Schnittkanten ausreichend glatt und fein, wenn mit der nötigen Sorgfalt und Umsicht und vor allem der Führungsschiene gearbeitet wird, die ich nicht mehr missen möchte. Ich hatte ursprünglich darüber nachgedacht, mir noch ein anderes Kreissägeblatt der Linie Optiline Wood anzuschaffen, habe das aber auf unbestimmte Zeit verschoben, da ich mit der Schnittqualität des Speedline wirklich zufrieden bin. Zusammen mit der Schiene oder dem Parallelanschlag sind wirklich millimetergenaue Schnitte und reproduzierbare Ergebnisse möglich.
Bei Schnitten quer zur Faser mit Parallelanschlag in dem recht spröden Douglasienholz, das ich zur Verfügung hatte, kommt es eher mal zu Faserausrissen am Ende des Werkstückes, und das abgeschnittene Stück verwandelt sich öfter mal in ein Projektil, das in flacher Flugbahn vom Anwender wegstrebt. Man sollte also dafür sorgen, dass sich keine Unbeteiligten, insbesondere Kinder oder Haustiere, auf der Landebahn aufhalten. 

5. Erfüllt die PKS 66 AF Deine Anforderungen und Erwartungen?
Auf jeden Fall, die Schnelligkeit und Schnittleistung sind absolut ausreichend für meine Zwecke. Man sollte nie vergessen, dass man es mit einer sehr kräftigen Maschine zu tun hat und auf den Arbeitsschutz achten (Brille, Gehörschutz, ausreichend Platz). Auch ist Überlegung und Planung vor dem Schnitt unerlässlich. Ich denke, dass die PKS 66 AF die meisten Anforderungen im Heimwerkerbereich spielend erfüllen kann. 

6. Was können wir künftig noch an der PKS 66 AF verbessern? 
Eigentlich bin ich mit dem Gerät sehr zufrieden, ich sehe noch Verbesserungspotential bei den Schienen oder genauer gesagt den Klemmen zu deren Befestigung, diese sollten so gestaltet werden, dass sie einfacher zu öffnen und zu schließen sind und der obere Teil sollte noch 1-2mm flacher sein, damit die Säge wirklich völlig unbehindert darüber gleiten kann. Alternativ könnte man die entsprechenden Aufnahmen in den Schienen tiefer ausformen.
Weiter kann eine Staubabsaugung natürlich nie effektiv genug sein, etwas wird immer noch verwirbelt. Der Spänebehälter hat mir im Prinzip gefallen und erfüllt seinen Zweck. Da der Kunststoff transparent gehalten wurde, sieht man auch gleich wenn er voll ist, allerdings geschieht das viel zu schnell, nach ein paar Schnitten geht nichts mehr hinein. 

7. Würdest Du die Handkreissäge PKS 66 AF auch in Zukunft für weitere Projekte verwenden?
Die Frage kann ich ohne zu Zögern mit Ja beantworten, für schnelle, gerade Schnitte gibt es wohl kaum etwas besseres als eine Handkreissäge, und ich dachte nicht, dass mir die Bedienung so leicht fallen würde. Da ich leider keine eigene Werkstatt besitze und daher die Anschaffung einer Tischkreissäge nicht in Frage kommt, wird die PKS 66 AF sicherlich recht häufig zum Einsatz kommen.

Hier geht es zum Produkttestvideo
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Hallo zusammen,

den Thread zur Diskussion über diesen Testbericht findet Ihr unter http://www.1-2-do.com/forum/showthread.php?p= 904522#post904522.

Viele Grüße,
Björn
2015-05-20 17:11:10

Boa ein super guter Bericht, humorig und kurzweilig geschrieben, auf alle Punkte eingegangen, gutes Bildmaterial - man glaubt gar nicht, dass dies dein 1. Testbericht ist....
2015-06-13 11:46:13

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