PKS 66 AF- Die leistungsstarke Handkreissäge von Bosch

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Mein Test der PKS 66 AF 2 Kommentare
Vom 30.01.15 Geändert 2015-01-30 23:48:52
Als Vorbereitungsarbeiten für mein Projekt war es notwendig, Staffeln mit den Dimensionen 55 x 55 mm und Bretter mit den Dimension 80 x 20 mm auf Länge zu schneiden. Dazu habe ich die PKS verwendet, welche mit dem Fichtenholz keine Probleme hatte.

Zuerst habe ich es mit der Führungsschiene versucht, jedoch war das etwas zu umständlich. Freihand kam für mich als Grobmotoriker nicht in Frage, daher habe ich mir einen Behelfsanschlag zusammengebastelt, mit dem das Arbeiten schneller ging. Die Schnitte gingen leicht von der Hand und das Schnittbild war, mit Ausnahme von Ausrissen auf der Rückseite, schön und gleichmässig. Was mir hierbei gleich auffiel, das Gewicht der PKS macht sich gegen Ende des Schnittes ganz schön bemerkbar und zwar dann, wenn sie im vorderen Bereich keine Auflage mehr hat. Daher unbedingt beide Hände benutzen, nicht dass sie noch zu Boden fällt.

Für den Behelfsanschlag habe ich eine 8mm Sperrholzplatte zu einem Dreieck geschnitten, dazu natürlich die PKS und die Führungsschiene benutzt. Hier fiel mir das erste Mal auf, dass man beim Einrichten der Führungsschiene auf die Ausbuchtungen für die Schraubzwingen achten muss, da es durchaus sein kann, dass die gegenüberliegende Seite nicht genug Auflagefläche hat. Daher die erste Seite noch nicht ganz festziehen, so dass man noch korrigieren kann.

Die leichte Unebenheit bei der Befestigung mit den mitgelieferten Zwingen, welche im Testthread erwähnt wurde, konnte ich bei mir nicht feststellen. Jedoch muss ich die Zwingen selbst bemängeln. Ohne Beilage geht hier schon mal gar nichts, da die Kanten so scharfkantig sind, dass sie sich in das Holz schneiden. Ansonsten wäre eine Schnellspannversion, wie es Sie für die FSN gibt, als optionales Zubehör ganz nett. Aber zurück zum Anschlag. Der Schnitt in das 8 mm Sperrholz ging, wie zu erwarten war, sehr leicht. Das Schnittbild zeigte bei mir keinerlei Abweichungen.

Anschließend brachte ich eine 30 x 20 mm Buchenleiste im rechten Winkel zu der Seite, an der später die Säge entlangfahren soll, an. Diese musste länger sein als der Abstand vom der Kante der Bodenplatte zum Sägeblatt. Beim ersten Schnitt wird die Buchenleiste dann mit gekürzt, so dass man bei allen folgenden Schnitten die das Ende der Leiste nur noch mit der Markierung für den Schnitt auf gleiche Höhe bringen muss.  Damit ging das Ablängen der Dielen, Pfosten und Bretter um einiges schneller.

Zurück zum eigentlichen Test:

Leider hatte ich keine Terminabsprachen mit Frau Holle getroffen, wodurch ich gezwungen war, zwei Mal meine Arbeiten auf Grund einsetzender Schneefälle zu unterbrechen.

Da das bis dahin gesammelte Matrerial nicht für einen aussagekräftigen Test ausreichte, machte ich im Trockenen weiter. Jedoch war für das eigentliche Projekt kein Platz vorhanden.

Ich schnappte mir daher einige Reste aus meinem Holzfundus und machte so für den Test weiter.

Beim Überlegen wie ich die Sache angehen sollte, fiel mir ein, dass ich die Winkel in der Grundeinstellung ja gar nicht überprüft hatte. Das holte ich jetzt nach. Leider fehlen mir geeignete Messgeräte wodurch ich mich mit einem Geodreieck behalf. Auf dem ersten Blick dürften die Grundeinstellungen passen. Um sicher zu gehen nahm ich einen 10 cm x10 cm  Staffel und sägte bei voll ausgefahrenem Sägeblatt einmal durch. Hier blieb ich das erste Mal mit der Säge stecken. Zuerst dachte ich an den Sägeblattschutz, es könnte aber auch der Spaltkeil gewesen sein. Ich konnte den Fehler nicht kontrolliert replizieren und kam zu dem Schluss, dass es wohl so sein soll.

Auf jeden Fall konnte ich so bestätigen, dass die Schnitttiefe von 66 mm (es waren sogar 67 mm) bei Verwendung ohne Führungsschiene erreicht wird. Auch der Winkel von 90 ° stimmte. Auch hier war wieder festzustellen, dass die Stelle an der das Sägeblatt aus dem Holz austritt ziemlich verfranzt wird.

 Mein nächstes Testobjekt war eine 18 mm Leimholzplatt aus chilenischen Birnbaum. Hier machte ich einen 45° Schnitt längs zur Faser, natürlich mit Führungsschiene. Das Ergebnis war recht ansehnlich und gut, lediglich an ein paar wenigen Stellen gab es leichte Unregelmäßigkeiten, vermutlich an den Stellen wo ich kurz anhielt und nicht in einem durchzog. Nach der Endbehandlung des Werkstückes würde man das aber nicht mehr sehen.

Als nächstes beübte ich einen Rest meiner Küchenarbeitsplatte. Hier setzte ich mittels Führungsschiene einen 45° schnitt und wurde böse überrascht. Eigentlich hatte ich erwartet, dass der Abschnitt zu Boden fällt, tat er aber nicht. Wie auf dem Bild zu erkennen, blieb ein kleines Stück Material über. Als ich der Sache auf den Grund ging, stellte ich fest, dass die Säge das Werkstück nicht ganz durchtrennt hat. Als Allererstes überprüfte ich die Tiefeneinstellung, die stand auf Maximum und konnte somit nicht schuld sein.  Als nächstes überprüfte ich die Stärke der Arbeitsplatte, diese lag bei 38 mm also deutlich unter der angegebenen 48 mm Schnitttiefe. Somit war klar, dass es nur  an der Führungsschiene liegen, kann, was ja eigentlich logisch ist, da ja die säge nicht mehr direkt am Werkstück aufliegt sondern die Führungsschiene noch dazwischen liegt.

Ist ja nur ein Test und daher kein Weltuntergang. Das Stückchen, das hätte weg sollen, habe ich einfach abgebrochen, notfalls müsste man etwas mit der Raspel nacharbeiten.  Ich habe mir dann das Ergebnis etwas genauer angesehen und war positiv überrascht wie sauber eigentlich die Schnittkante aussieht, so kannte ich das bisher bei beschichteten Arbeitsplatten nicht.

Der Vollständigkeit halber machte ich noch einen 90 ° quer mit der Führungsschiene. Hier war das Ergebnis deutlich schlechter, es platzte wesentlich mehr, von der Beschichtung ab.

Im Anlassfall würde an der betroffenen Stelle aber eh entweder eine Abschlussleiste oder Silikon darüber kommen, würde mich also nicht so stören.

Nun wird es Zeit die einzelnen Teile unter die Lupe zu nehmen:

Die Säge:

Die PKS selbst macht mir einen sehr wertigen und stabilen Eindruck. Für mein Auge scheint alles gut Verarbeitet zu sein. Lediglich die Schutzhaube hat etwas seitliches Spiel stört aber im Einsatz nicht. Alle Schrauben die zur Einstellung dienen, sind leicht zu bedienen und festzustellen. Die Schalter (Einschaltknopf und Sicherungsschalter) sind gut zu erreichen und leicht zu bedienen. Achja der Sicherungsschalter, die Säge ist so konstruiert, dass man den Sicherungsschalter (heisst eigentlich Einschaltsperre für Ein/Ausschalter) drücken muss bevor man die Säge starten kann.

Unser Testobjekt kam mit der dreiteiligen Führungsschiene, allerdings habe ich im Baumarkt lediglich die mit zwei Teilen der Führungsschiene gefunden. Online fand ich sogar eine mit zusätzlichem Sägeblatt. Also sollte man beim Kauf darauf achten was man eher gebrauchen kann. Als Standardzubehör werden ein Parallelanschlag, eine Staubbox, ein Umlenkrohr für Späne, die Führungsschiene inkl. Zwingen und der Imbusschlüssel (Innensechskantschlüssel), welcher zum Wechseln des Sägeblattes benötigt wird und praktischer Weise direkt am Gerät verstaut wird, mitgeliefert.

Vom Preis her variiert das Angebot  stark zwischen 150 € und 200 €.

Die Staubbox bzw. die Späneabsaugung:

Die Clean System Box, wie die Staubbox richtig heisst, dient dem Auffangen der Späne, welche durch kontrollierte Luftströmungen ihren Weg in die Box finden. Natürlich kann man bei einer Handkreissäge nicht erwarten, dass diese 100 % sauber arbeitet, aber der Großteil der Späne landet schon in der Box. Sie lässt sich bei Bedarf schnell und einfach abziehen und durch das seitlich Schiebefenster leicht entleeren. Ersparen kann man sich das Entleeren in dem man eine aktive Absaugung verwendet. Das habe ich in meinem Fall mit einem Industriestaubsauger getestet. Dafür habe ich die Box durch das Umlenkrohr ersetzt und den Staubsaugerschlauch direkt angeschlossen. In meinem Fall passten die beiden von den Dimensionen zusammen, notfalls müsste man sich noch einen geeigneten Adapter besorgen oder selbst basteln. Allerdings brachte das nicht wirklich viel, da die Staubbox alleine schon sehr viel auffängt. Aber wie gesagt etwas Dreck bleibt immer.

Die Führungsschiene:

Meine bisherigen Erfahrungen mit Führungsschienen beschränkt sich auf die von Wolfcraft mit der ich bisher nicht so zufrieden bin. Anders ist es bei dieser Version von Bosch. Die Führungsschiene von Bosch ist aus Kunststoff (iiiihh Plastik) und in 35cm Stücken unterteilt. Dadurch lässt sie sich wunderbar verstauen. Zur Erweiterung bzw. Verlängerung werden die einzelnen Stücke einfach zusammengesteckt und auf der Rückseite mittels den roten Drückern fixiert. So lässt sich das System eigentlich unendlich erweitern. Jede der beiden Längsseiten ist für eine eigene Winkeleinstellung. Eine für 90 ° Schnitte die andere für 45 ° Schnitte. Beide Seiten haben eine Gummilippe welche als Ausreisschutz dient, diese wird beim ersten Schnitt auf die Maschine angepasst, also nicht wundern, wenn da etwas Gummi bei den Sägespänen landet. Wie oben schon beschrieben wird die Schiene mit den mitgelieferten Schraubzwingen befestigt.

Leider sind die Erweiterungen ziemlich teuer, da sie nicht einzeln sondern nur als vollständiges Set mit 2 Teilen und 2 Schraubzwingen erhältlich sind. Dieses Set kostet zwischen 60 € und 75 €, was meiner Meinung nach zu viel ist. Wenn ich zum Beispiel eine 3 m Arbeitsplatte der Längs nach sägen möchte, müsste ich 3 Sets nachkaufen und würde so auf zusätzliche 180 € - 225 € kommen.

Schade finde ich, dass man bei der Verwendung der Führungsschiene eine handelsübliche Küchenarbeitsplatte nicht im 45 ° Winkel schneiden kann. Das wäre meiner Meinung nach neben einer Schnellspannversion der Schraubzwingen und einer Reduzierung des Preises für die Erweiterungen wären in meinen Augen erhebliche Verbesserungen.

Alles in Allem würde ich sagen, dass die PKS 66 AF eine gute Handkreissäge ist die ihre Aufgaben meistern kann. Die Säge wird bei meinen zukünftigen Projekten noch viel eingesetzt werden und stellt eine Bereicherung für meinen Maschinenpark, dar.

Ich hoffe dass mein Testbericht für euch einige Informationen bereit hält und freue mich schon auf kommende Gerätetests.


PS: Leider ist die Anzahl der Fotos, die hochgeladen werden können begrenzt, ausserdem lassen die sich nicht drehen, oder ich hab die Funktion nicht gefunden.
 
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Hallo zusammen,

den Thread zur Diskussion über diesen Testbericht findet Ihr unter http://www.1-2-do.com/forum/showthread.php?p= 903911#post903911.

Viele Grüße,
Björn
2015-05-19 14:02:45

Guter Bericht und ebensolche Fotos........................................ ........................
2015-06-13 08:35:40

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