PKS 66 AF- Die leistungsstarke Handkreissäge von Bosch

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Für Heimwerker einfach TOP (PKS 66 AF) 2 Kommentare
Vom 30.01.15 Geändert 2015-01-30 16:53:06
Zum Testen bekam ich die PKS 66AF. An dieser Stelle nochmal vielen Dank dafür, dass ich an diesem Produkttest teilnehmen durfte.

Als ich die HKS ausgepackt hatte, dachte ich bei dem Gewicht, dass das schon ein ganz schöner Brummer ist. Überkopfarbeiten werde ich mit Sicherheit nicht damit machen (dafür ist das Gerät ja auch nicht vorgesehen).
Die Maschine fühlt sich sehr wertig an, ähnlich wie mein anderes E-Werkzeug der grünen BOSCH-Serie als es noch neu war. Sie liegt sehr gut in der Hand dank der gut geformten Griffe.

Die Führungsschiene ist aus Plastik. Das Plastik an sich fühlt sich wertig an, allerdings federt die Schiene sehr wenn man sie nicht auf ein Werkstück legt, aber von der Haptik und den Ergebnissen wollte ich mich später erst überzeugen. Die Zwingen für die Befestigung der Schiene hat einige scharfe Grate, dazu aber später mehr.

Jedenfalls habe ich mit der PKS gleich mal einige Schnitte gemacht ohne Führungsschiene. Hat auch gepasst, weil ich ein paar Regalbretter zuschneiden musste.
Also Linie auf dem Werkstück ziehen, HKS anlegen, Gehörschutz auf und los geht’s.
In diesem Fall war es eine 18mm starke Buchenplatte.
Ich habe gerade noch gemerkt wie die Pendelschutzhaube am Werkstück angeschlagen ist, danach nichts mehr. Der Schnitt ging wie in Butter. Da ich mir nicht sicher war ob ich nun wirklich säge, aber ich kurz auf die andere Seite der HKS geschaut, um mich zu überzeugen. Das hätte ich mal lieber nicht getan, denn dabei hätte ich fast den Schnitt verrissen. Die Maschine hat echt Power. Wow! Der Schnitt ist auch sehr sauber und ausrissfrei. Mit Cutcontrol war ebenfalls ein gerade Schnitt möglich wenn man die Hinweise aus dem Handbuch beachtet.
Etwas Ernüchterung hat sich dann schnell eingestellt als ich am Ende die Spuren der Grundplatte auf meinem Brett gesehen habe. Die waren echt unschön.

Das war so mein erster Eindruck der Maschine. Ein  größeres Projekt sollte noch folgen (Hochbett für das Kinderzimmer - kann ich leider noch nicht beenden, da der Lieferant vom Sicherheitsnetz bisher noch nicht geliefert hat und ich außerdem noch 2 Anpassungen machen musste - wird aber noch eingestellt)

Für das Hochbett habe ich mir für den Rahmen und die Bettplatte Multiplexplatten (21mm und 15mm stark) auch Birke besorgt. Als Pfosten wurde BSH mit den Maßen 60mm*120mm eingesetzt. Ohne den letzten Schliff habe ich bisher 2 Tage daran gebaut.

Da ich das Bett in ein Zimmer ohne rechten Winkel gebaut habe, musste ich die Platten und auch die Pfosten noch winklig zuschneiden.
Besonders gespannt war ich wie sich der Pfosten mit 60mm Stärke auftrennen lässt.

Also habe ich als erstes die Führungsschiene wie in der Anleitung beschrieben an die Säge angepasst.
Ein "Opferbrett" auf voller Länge hat sich schnell gefunden. Also Führungsschiene angeklemmt und losgelegt.
Die Zwingen sind eigentlich so konzipiert, dass die beim Vorschub der HKS nicht stören sollten, tun sie aber. Es ist zwar nur etwa 1 mm, aber genau dieser hat ausgereicht, um gleich mal eine Kerbe in die Führungsschiene zu haben.
Als ich beim Vorschub an die Stelle der Zwinge kam, hatte die Säge geklemmt und ich musste sie etwas anheben, um über die Zwinge zu kommen. Dabei ist von mir die Säge auch ein winziges Stückchen nach hinten gezogen worden und die Säge fing an zu hüpfen. Dabei ist der Schlarz in der Führungsschiene entstanden (beim ersten schnitt gleich...)
Ansonsten ging das Zuschneiden problemlos, von der Gummilippe fallen dann kleine schwarze Krümel runter.
Die Führungsschiene habe ich dann gleich auf beiden Seiten zugeschnitten.
Noch was zu den Zwingen: die Zwingen hinterlassen nicht nur Abdrücke im Holz, sondern ziemlich tiefe Einschnitte wegen recht scharfer Kanten. Man ist also dazu gezwungen immer ein Restholz mit einzuspannen, wozu man eigentlich noch eine dritte Hand benötigt. Außerdem reduziert man mit dem Hölzchen gleich mal die Einspannhöhe um die Höhe des Restholzes. Hier könnte man sicherlich etwas an der Zwinge verbessern, denn man ist mehr mit der Vor- und Nachbereitung des Schnittes beschäftigt, als mit der Durchführung Selbigen. Aber wenn man es präzise will, muss man es eben in Kauf nehmen, es geht aber sicherlich auch zu optimieren.

Dann ging es los mit den ersten Längsschnitten. Jetzt musste ich auch darauf achten, dass ich nicht nur die Säge sondern auch die Zwinge mit im Auge behalten musste.
Ähnlich wie der Schnitt in die Buchenplatte, war auch eine 21mm Birke Multiplex absolut kein Problem. Der Schnitt ging durch wie Butter. Ausrissfrei und sehr gerade und winklig.

Dann kam die nächste Herausforderung war den Posten 6*12 cm in die Ecke mit ca. 75° zu basten. Dazu habe ich den Balken (oder eher Kantholz :) ) auf der 6 cm Seite aufgetrennt. Die Säge lässt sich dazu wunderbar einstellen. Das geht auch sehr leichtgängig und lässt sich auch wieder sehr gut fixieren.
Den Winkel habe ich mit einer Schmiege von der Wand abgenommen und wollte sie direkt auf die Säge übertragen. Die einzige Möglichkeit, die ich dazu gefunden habe war die Schmiege auf der Grundplatte anzusetzen und bei zurückgeschobener Pendelschutzhaube die andere Seite direkt am Sägeblatt anzulegen. Vielleicht könnte man auch hier noch eine Möglichkeit schaffen ohne die Säge dazu auf den Kopf drehen zu müssen.
Der Schnitt hat meine Erwartungen absolut übertroffen. So einen exakten Schnitt beim ersten Mal, hätte ich nicht erwartet. Das ganze ohne Führungsschiene (Schnitt auf 3m Länge) und auch ohne Parallelanschlag. Nur mir Cutcontrol.
Erst hatte ich Bedenken, dass die Säge wegen der Schnitttiefe schwächelt, aber davon war überhaupt nichts zu spüren. Die Säge verlangt förmlich da solchen Schnitttiefen.
Auch hat sich nichts verzogen und nichts verrissen. Der Schnitt war absolut genial.

Einen weiteren Pfosten habe ich dann genau bei 6cm in der Mitte geteilt, diesmal rechtwinklig und mit Parallelanschlag, auch hier ein sehr genialer Schnitt.

Für das Ablängen der Balken habe ich dann mal die Führungsschiene angesetzt, da bei einem 12cm breiten Werkstück Cutcontrol darüber hinaus schaut und man nicht mehr sieht wo denn nun der Schnitt sein soll. Hierbei muss man bedenken, dass die Führungsschiene auch noch einmal ungefähr einen cm der Schnitttiefe nimmt. Bei meinem 6cm Balken ist dann doch noch etwas stehengeblieben, bzw. wenn man wie im Handbuch die Schnitttiefe so gering wie möglich einstellen soll (in einem der fast unzähligen Sicherheitshinweisen zu finden...), dann muss man einen cm hinzurechnen beim Einsatz der Führungsschiene

Die weiteren Schnitte in die Platten gingen auch problemlos.

Nächste Herausforderung waren ein paar Tauchschnitte, da ich in die Bettplatte ein paar Aussparungen für die Lüftung der Matratze gesägt werden mussten.
Die Position hatte ich vorher angerissen und Anfang un Ende mit einem Forstner (32mm) gesetzt. Dazwischen sollte nun noch die Lücke ins Holz.
Ich muss sagen, dass die Säge dafür nicht unbedingt geeignet ist. Vor allem wenn man die Säge auf der Führungsschiene ansetzt, muss man sie ja exakt an der Risskante ins Holz tauchen und das im vollen Betrieb. Eine Korrektur ist nicht mehr möglich, es sei denn man möchte eine springende und tanzende Handkreissäge beobachten. Nebenbei ist das auch nicht ganz ungefährlich und auch nicht schonend für das Werkstück.
Wenn man es aber schafft die Säge sauber anzusetzen, ist der Schnitt wie gewohnt sauber. Man kann eben auch nicht sehen wo der Schnitt aufhören muss oder wo man wirklich anfangen muss, da die allgemeine Größe und die Führungsschiene hier die Sicht auf das Werkstück behindern. Die Schnitte habe ich dann lieber mit der Stichsäge fortgesetzt und war direkt über die völlig andere Haptik erschrocken.

Während die Stichsäge vibriert als ginge es um ihr Leben, läuft die PKS absolut ruhig über die Werkstücke gleitet.

Zum Großteil hatte ich stets einen Staubsauger angeschlossen, der fast alles weggesaugt hat.
Aber auch die Staubbox kam zum Einsatz, wenn man mal keine Lust hat den Staubsauger erst aus dem Keller zu holen.
Anfangs bin ich davon ausgegangen, dass sich diese Box ähnlich wie der Fangkorb meines Rasenmähers füllt: vorne alles, dann blockiert es und es geht nichts mehr rein, obwohl mehr Luft als alles andere drin ist.
Nicht bei dieser Box. Da ich zuvor immer mir Staubsauger gearbeitet hatte, ist mir kaum in den Sinn gekommen die Box auch mal leer zu machen. Nach 5 Schnitten hatte ich dann über die vielen Späne gewundert, was sonst nicht üblich war und daraufhin mal die Box geprüft.
Natürlich war sie randvoll und das Sägemehl war sehr gut darinnen komprimiert, genau wie auf den Produktbildern. Die halten wirklich das, was sie zeigen. Auch das Leeren ging sehr einfach. Diese Box hat mich auch sehr überzeugt.

Fazit:
Für den ambitionierten Heimwerker und alle, die es werden wollen, ist diese Säge perfekt. Auch wenn sie im ersten Moment sehr wuchtig erscheint, so freut man sich doch über die 66mm Schnitttiefe, welche sehr nützlich ist.
Mit der Führungsschiene kann man sehr exakte Längsschnitte hinbekommen, diese rastet gut zusammen und liegt sauber auf dem Werkstück. Lediglich die Zwingen sind verbesserungswürdig.
Die Einstellmöglichkeiten (Schnitttiefe und Winkel) gehen sehr sauber und lassen sich gut fixieren ohne irgendwelche Kraftanstrengungen.
Sicherlich muss man sich erst mit der Säge vertraut machen und wer noch nie mit einer HLS gearbeitet hat, muss zwingend ein paar Probeschnitte zum Üben machen. Danach kann man sehr gute Ergebnisse erzielen.

Verbessern könnte man auch noch die Aufbewahrungsmöglichkeiten. So ein Pappkarton ist nicht unbedingt das Gelbe vom Ei und man bekommt ja auch eine Menge an Zubehör mitgeliefert. Das soll ja auch nicht einfach so im Keller rumkullern und bei einem Einsatz braucht mann dann 4 Hände um alles auf einem Mal wegschleppen zu können.
Ich habe gelesen, dass man eine blaue L-BOXX dafür nutzen kann, aber da passt die PKS 66 auch nur mit Müh und Not rein (vielleicht weil sie grün ist). Ein passender Koffer wäre hier wünschenswert.

Die Säge wird sicherlich noch öfter zum Einsatz kommen, da die Sägeergebnisse mit wenig Aufwand einfach nur gut sind.
 
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Hallo zusammen,

den Thread zur Diskussion über diesen Testbericht findet Ihr unter http://www.1-2-do.com/forum/showthread.php?p= 901570#post901570.

Viele Grüße,
Björn
2015-05-13 13:12:04

Gut zu lesen, interessante Aspekte, zeigt auch Fehler auf - gute Bebilderung
2015-06-13 08:09:43

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