PKS 66 AF- Die leistungsstarke Handkreissäge von Bosch

Mitglieder der 1-2-do.com stellen Bosch
Elektrowerkzeuge auf die Probe

Tolle Maschine bzw. Paket - absolut zu empfehlen - TOP 2 Kommentare
Vom 28.01.15 Geändert 2015-01-28 12:04:46
ERSTEINDRUCK:
Als ich die Maschine aus dem Karton nahm, dachte ich mir „wow, geiles Teil“ und „ganz schön schwer“.
 
DESIGN:
Optisch finde ich die PKS 66 AF sehr gelungen. Die in „Rot“ gehaltenen Bauteile signalisieren gleich, dass es sich hierbei um Bedienelemente und Einstellungsmöglichkeiten handelt (ohne, dass vorher die Bedienungsanleitung studiert werden muß – TOP).
 
Die ergonomischen und rutschfesten Griffe, sowie die Schutzhaube über dem Sägeblatt geben ein vertrauenserweckendes Gefühl für eine sichere Handhabung (gerade bei einem Gewicht von 5,4 kg).
 
 
HANDHABUNG & (PAKET)AUSSTATTUNG:
 
Die Säge:
Die Handkreissäge liegt sehr gut in der Hand. Die Entriegelungsknöpfe für den Power-Schalter sind einfach zu erreichen, ohne dass die Hand vom Griff genommen, oder umständlich verrutscht werden muß.
Der Griff bietet auch für kleinere Handgrößen (Gr. 8) einen sicheren Halt.
 
Der Haltegriff für die linke Hand kommt bei mir eher selten zum Einsatz, da ich diese zum Abstützen oder zum Halten des Werkstücks benötige.
Im „freien“ Einsatz mit fixierten Werkstück bietet er einen perfekten Halt für die sichere Handhabung der Säge.
 
Mir ist aufgefallen, dass bei der Einstellung Gehrung 45 Grad und 66 mm Schnitttiefe, dies Einfluß auf die Pendelschutzhaube hat. Diese öffnet sich dadurch etwas (s. Bild 2).
Die max. Einstellung, ohne dass die Pendelhaube bewegt wird, liegt bei einer Schnitttiefe von ca. 58 mm.
 
„CleanSystemBox“ & Absaugung:
Tolles Zubehör. Der Großteil der Sägespäne wird in der Box aufgefangen. Sie reicht, so schätze ich, für 5 - 6 m Schnittleistung (vollkommen ausreichend).
Das Entleeren gestaltet sich äußerst einfach. Von der Säge entfernen, Verschluß öffnen, zweimal Klopfen, fertig.
 
Mittels mitgelieferten Adapter habe ich zum ersten Mal die Sägespäneabsaugung mit Staubsauger probiert (s. Bild 3). Der angeschlossene Schlauch war nicht spürbar. Die Späne wurden gleich eingesaugt, so blieb kaum Rest auf der Orientierungslinie und sie war stets gut sichtbar.
 
„CutControl“
CutControl kommt eigentlich nur bei Schnitten ohne Führungshilfe (Schiene oder Anschlagwinkel) zum Einsatz um z. B. einem Bleistiftstrich zu folgen.
Inwieweit man lieber bei CutControl die Führungslinie oder den Orientierungsspitzen (Schnittmarkierung) nutzen möchte, bleibt jedem selbst überlassen (s. Bild 4).
Für mich sind die roten Schnittmarkierungen präziser, da diese näher am Sägeblatt sind.
Ein Wechsel zwischen beiden Orientierungsmethoden während eines Arbeitsschrittes kann zu einem sehr wellenlastiges Ergebnis führen, da ein kleiner Abstand bei den Orientierungsspitzen zu der ca. 5 cm entfernten Führungslinie entsprechen groß ausfällt (s. Bild 4).
Mir gefällt, dass Beides angeboten wird und jeder für sich das Richtige finden kann.
 
"GuideRail System" / Führungsschiene:
Ich verwende eine Handkreissäge primär für lange (Gehrungs-)Schnitte oder für die Anpassung des letzten Brettes (Winkelschnitt).
Genau für diese Arbeiten ist eine Führungsschiene ideal.
Die drei beiliegenden Schienenteile erreichen eine Schnittlänge von 105 cm.
Die Schiene ist beliebig erweiterbar und kann je nach Anforderung angepaßt werden.
Sehr gutes Konzept. Plastik ist zwar für mich persönlich nicht die erste Wahl, aber gut.
 
Der erste Schnitt !!! Zu beachten ist hierbei, dass bei einem 90 Grad Schnitt die Gummiauflage „angepaßt“ wird (s. Bild 5). D.h. den ersten Schnitt mit einem Restholz durchführen. Erst dann stimmt die Anlegekannte der Gummiauflage für ein präzises Sägen.
Dieser Punkt gefällt mir nicht so gut. Man hat ein ungutes Gefühl seine neuen Arbeitsmaterialien anzusägen und wenn man dies übersieht und direkt an seinem Werkstück arbeitet, führt dies unweigerlich zu einem schlechten Ergebnis.
Bei der 45 Grad Seite konnte ich die Anpassung der Gummilippe durch Sägen nicht feststellen.
 
Jetzt aber; die nun zugesägte Gummilasche ist die Schnittkante. Schiene ausrichten, mit den mitgelieferten Schraubzwingen (in der nächst passenden Mulde) fixieren (s. Bild 6 u. 7), die Nut der Maschine auf die Feder der Führungsschiene legen und über die Schiene gleiten, fertig (s. Bild 8).
Ein sehr sauberes Ergebnis, da die Auflegegummis gleichzeitig als Ausreißschutz dienen.
Funktioniert super, bei geraden Schnitten und vor allem bei Gehrungsschnitten.
Getestet mit verschiedenen Holzarten und Oberflächen (s. Bilder 9 – 15).
Bei Bild 15 ist deutlich der Unterschied zwischen der Seite mit Führungsschiene und der seite ohne dieser erkennbar. Ein sehr beeindruckendes Ergebnis.
 
Allerdings, die erhoffte Erleichterung bei Hölzern, die schmäler (ggf. auch kürzer) als die Auflagefläche der Säge oder der Führungsschiene sind, blieb aus, da es dadurch nur einen Fixierungspunkt für die Schraubzwinge am Werkstück gibt.
Das liegt daran, dass die Schaubzwingen auf der Schiene montiert und in den dafür vorgesehenen Mulden arretiert werden müssen.
 
„SpeedlineWood“-Sägeblatt / 1.600 Watt Motor / Arbeitsergebnis:
Die Schnitte, die ich gemacht habe, waren sauber (für meine Bedürfnisse).
Am wenigsten Ausrisse hatte ich mit der Führungsschiene (s. Bilder 9 - 15), ein bißchen mehr mit dem Anschlagwinkel (s. Bild 16) bzw. Freihand.
Das Sägeblatt mit dieser Motorleistung ging durch meine unterschiedlichen Testholzarten wie Butter. Für mich ein sehr sauberes und zufrieden stellendes Ergebnis.
Wichtiger für mich sind Gehrungsschnitte und dass die Schnittkanten sauber zusammenpassen. Und das tut es (s. Bild 17). Von daher - TOP
Zum ersten Mal habe ich auch die Tauchfunktion getestet. Ohne Mühe bzw. Kraftaufwand versengte sich das Blatt im Holz.
Auch der Sägeblattwechsel gestaltete sich äußerst einfach. Auch hier - TOP
 
REINIGUNG:
Um die Maschine nach Gebrauch wieder sauber ins Regal stellen zu können, reicht es, sie mit einem Lappen abzuwischen bzw. besser mit Bürste abzusaugen. Ganz easy.
 
 
OPTIMIERUNGSANSÄTZE bzw. WUNSCHLISTE:
1. Stromkabel: Das Stromkabel ist ganz unten, gerade heraus an der Maschine montiert. Das hat zur Folge, dass es sich irgendwann (spätestens bei der ersten Biegung durchs Aufrollen) am hinteren Ende des Holzstückes spannt (s. Bild 18) und den Sägefluss unterbricht, da dieses erst wieder „befreit“ werden muß. Diese Stelle ist natürlich an der Schnittkante immer erkennbar (s. Bild 18).
  • Vorschlag: Das Kabel an der oberen Seite des Griffes montieren und/oder nach rechts abführen.
 
2. Selbst bei Schnitten mit „CutControl“ ist man auf die letzten vier cm auf sich alleine gestellt, da es keine Sicht mehr auf die selbst gezeichnete Führungslinie gibt (s. Bild 19). Das Ergebnis ist meist eine „Nase“ in der Schnittkante.
  • Vielleicht gibt es hier die Möglichkeit, ein weiteres Sichtfenster im vorderen, oberen Bereich der Schutzhaube zu integrieren (s. Bild 20), dass die Sicht auf die vordere Seite des Sägeblattes freigibt. Natürlich müßte man dieses zur Reinigung öffnen können, bzw. funktioniert wahrscheinlich auch nur mit angeschlossenem Staubsauger.

3. Führungsschiene (Erstschnitt): Da die Gummilippe erst beim ersten Schnitt angepaßt wird, kann dies bei Unachtsamkeit zu einem unschönen Ergebnis führen.
  • Vorschlag: Einen (leichtlöslichen) Hinweisaufkleber auf der Führungsschiene, der dies nochmal erwähnt.
  • Oder natürlich die Gummilippe gleich in der "richtigen" Breite fertigen
 
4. Koffer: Ich finde es schade, dass als Zubehör kein Koffer für dieses Schmuckstück zu erwerben ist und sich die Maschine geschützt und vereint mit dem Zubehör in mein „grünes“ Regal einreihen kann. 
 
 
FAZIT:
Für mich ist die PKS 66 AF eine TOP-Maschine, die sich flexibel dem jeweiligen Einsatzbereich anpassen kann und ergänzt somit meine Werkstatt mit Kapp- Gehrungssäge optimal.
Sehr gute Arbeitsergebnisse lassen sich schnell und sauber erzielen.
Richtig begeistert war ich beim Gehrungsschnitt (45 Grad mit Führungsschiene). Als ich die beiden Teile zu einem Winkel zusammenlegte, passten sie sehr sauber zusammen, ohne Öffnungen und Welle (s. Bild 17). Tolles Ergebnis.
 
Die Führungsschiene rundet das Paket ab und ist bestens geeignet für Schnitte an Brettern, die breiter als die Schiene selbst sind.
Wie kleinere bzw. schmälere Holzstücke beidseitig bzw. sicher befestigt werden können, ohne tricksen zu müssen, habe ich noch nicht rausgefunden.
 
Ich werde die Maschine bzw. das Paket auf alle Fälle weiterempfehlen.
 
Sofern noch weitere Detailinformationen gewünscht werden, schreibt mich einfach an.
 
NEXT
1/20
PREV

Kommentar schreiben

Hallo zusammen,

den Thread zur Diskussion über diesen Testbericht findet Ihr unter http://www.1-2-do.com/forum/showthread.php?p= 901570#post901570.

Viele Grüße,
Björn
2015-05-13 13:11:59

Ein Wahnsinns Bericht mit sehr aussagekräftigem Bildmaterial.............................
2015-06-13 08:05:07

Hier gehts zum Gewinnspiel 'Bohrgeräusch des Monats' auf 1-2-do.com Hier gehts zum Gewinnspiel 'Bohrgeräusch des Monats' auf 1-2-do.com
Werde Mitglied in der großen deutschen Heimwerker-Community!
Jetzt anmelden!