PKS 66 AF- Die leistungsstarke Handkreissäge von Bosch

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Elektrowerkzeuge auf die Probe

Bosch 3 Kommentare
Vom 26.01.15 Geändert 2015-01-26 09:47:32
Mein Testvideo
In meinem Youtube-Video zeige ich die Säge im ersten Teil theoretisch mit allen Verstellmöglichkeiten und im zweiten Teil dann beispielhaft die einzelnen Arbeitsschritte, die ich während meines Projekts genutzt habe. Ich finde, da kommt das Arbeiten deutlich besser bei rüber als bei Fotos (Leider hat die "Video hinzufügen"-Funktion im Test-Blog-Editor nicht funktioniert, drum hier der Link direkt):
 
https://www.youtube.com/watch?v=wDJ36SabHeM

Erster Eindruck:

Ich hatte die Säge zwar schon einmal in der Version ohne die Führungsschiene in der Hand, aber immer wieder bin ich überrascht, wie groß und schwer die doch ist. Aber für die Schnitt-Tiefe und die elektrische Leistung muss halt irgendwo Platz sein.
Ich kontrolliere bei neuen Werkzeugen auch immer, ob alles gerade und wackelfrei ist, und konnte hier nur das minimale Lagerspiel am Motor bemerken, unterscheidet sich aber nicht zu anderen Sägen. Zu den Details kommen wir gleich.

Mein Projekt: Trockenwandbau
Im Video kann man noch die große Lücke an Stelle der fertigen Wand sehen, doch inzwischen steht der Rohbau der Wand. Es sind ca. 25qm neue Wandfläche samt Tür in einem Holz-Fachwerkhaus entstanden.
Die Säge war natürlich nicht alleine dran beteiligt und ich bin auch nicht der Einzige gewesen, der dran beteiligt war, aber für den Aufbau der Rahmenkonstruktion samt OSB-Platten haben wir mit drei Leuten anderthalb Tage gebraucht. 
  1. Nach dem Abriss der alten Wand und der Festlegung der neuen Raumaufteilung haben wir mit Konstruktionsholz 60mmx80mm und 60mmx40mm eine neue Rahmenkonstruktion aufgebaut. Die Wandanschlüsse sind teilweise im 30°-Winkel erfolgt. Mit der Säge haben wir dabei alle Hölzer auf Länge gesägt. Durch die große Schnitt-Tiefe der PKS 66 AF ging das auch echt problemlos. An den Winkeln, die nicht 90° sind, habe ich die Säge entsprechend gekippt und gleich passende Enden abgeschnitten. Bei den geraden Stücken war das noch recht problemlos, auch wenn man hier die "CutControl" nicht verwenden kann, da bei einem so kurzen Schnitt nichts so weit nach vorne ragt. Bei den 30° Schnitten wurde es schon schwieriger, denn dann kann man nur noch schwer bei so kurzen Schnitten genau Zielen. Die Säge bekommt dann auch einen ungewohnten Schwerpunkt, weil ja der ganze Motor mit gekippt werden muss. Allerdings glaube ich nicht, dass der Effekt bei anderen Modellen nicht eintritt... Die Reduzierung der Schnitt-Tiefe bei gekipptem Blatt war für uns kein Problem, da die betroffenen Balken alle das kleinere Format hatten und wir jeweils nur die 40mm-Kante geschnitten haben.
  2. Auf den ersten Blick fand ich das Sägeblatt sehr grob, aber bereits nach den ersten Schnitten war das kein Problem, die Balken hatten sehr saubere Schnittkanten und Ränder, die man teilweise komplett frei von Ausriss-Splittern waren. Die Geschwindigkeit bei den kurzen Balken war natürlich nicht so richtig zu bewerten.
  3. Im nächsten Schritt kamen dann die OSB-Platten (die später noch eine Lage Rigips bekommen) auf die Rahmenkontruktion. Zeit für den Einsatz der Führungsschiene: Die muss zuerst initialisiert werden. Das ist leider nur sehr kurz in der Anleitung beschrieben. Im Internet habe ich noch ein paar Empfehlungen dazu gelesen und dann folgendes probiert: Schiene auf OSB-Platte montiert und mit geringer Schnitt-Tiefe einmal schneiden. Im ersten Moment scheint beim Aufsetzen der Säge die Führung etwas wackelig, denn in der Bodenplatte der Säge ist nur ein Führungselement, zwei würden ein deutlich besseres und geraderes Führungsgefühl vermitteln. Trotzdem habe ich keine Wellenlinie geschnitten, der Schnitt läuft gut gerad durch. Bloß am Ende habe ich die Schiene vier Zentimeter überstehen lassen, dort ist jetzt eine minimale Welle in der Gummikante. Also auf jeden Fall über die gesamte Länge bei der Initialisierung auflegen. Außerdem viel Vorsicht beim Wegheben der Säge nach dem Schnitt. Bei 90° kein Problem, aber bei der 45° Kante ist das Sägeblatt noch unter dem Werkstück, wenn man da einfach nach oben wegzieht, kann man die gesägte Kante und die Führungsschiene beschädigen. Ist mir natürlich auch gleich passiert und so habe ich 4cm der Führungsschiene angeknabbert... zeigt aber auch einmal mehr, das nicht jedes Heimwerker-Gerät einfach so ohne Übung und Erfahrung genutzt werden kann und gerade so eine große Maschine ein bisschen Respekt erfordert. Der Schaden an der Schien hat sich im Nachhinein als nicht so schlimm erwiesen, da das Anlegen an geraden Schnitten mit so einem kurzen beschädigten Stück kein Problem ist und nur der Ausreissschutz bei grobem Material wie OSB-3 Platten minimal beeinträchtigt ist.
  4. Zuerst hatte ich etwas Sorge, dass das ständige An- und Abschrauben der Schiene nerven würde. Aber die danach folgenden Schnitte waren umso schneller und gerader, selten haben bei uns die Platten so gut aneinender gepasst. Einen Nachteil haben die Zwingen allerdings: Der Gegenhalter auf der Unterseite ist ein scharfkantiger Metallteller, der sich ins Werkstück drückt. Für uns war das mit OSB und den Balken kein Problem, aber bei allem, was im Sichtbereich liegt, sollte man hier vorsichtig sein und Holz unterlegen. Übrigens: Durch die Höhe der Führungsschiene wird natürlich die Schnitt-Tiefe geringer und bei Gehrungsschnitten irritiert die "CutControl"-Markierung, die dann durch den Versatz natürlich nicht genau über dem Schnitt liegt. Und während beim Initialisierungsschnitt wirklich viel Gummi von der Schiene genommen wurde, liefen die weiteren Schnitte ohne Gummiabschnitt. Die Führungsschiene ist dabei wirklich die Sägekante und kann einfach auf die angezeichnete Linie gelegt werden. Bei den OSB-Platten wirkt sie auch super als Span-Ausreiss-Schutz während die andere obere Schnittkante bei den groben OSB-Platten doch gut ausfranst. Die untere Kante war immer sauber.
  5. Bei den OSB-Platten für die schräg aufeinander stoßenden Wände muss auch hier wieder mit dem Ausheben der Säge am Ende es Schnitts aufgepasst werden. Es kostet einige Gewöhnung, die Säge nicht instinktiv nach oben zu heben, aber das ist kein Problem der Bosch, sondern ein grundsätzliches Problem.
  6. Einige schmale Streifen habe ich auch  mit dem Seitenanschlag geschnitten, das ging super schnell und war sehr präzise.
Handhabung und Bedienung
Grundsätzlich liegt die Säge gut in der Hand und lässt sich gut führen, testweise habe ich auch mit der "CutControl" gesägt und stimmige Ergebnisse zur Lage des Schnitts erhalten.
  1. Die Abstimmung Sicherungsknopf und Einschalter gefällt mir gut und passt besser als z.B. bei meiner Akku-Stichsäge.
  2. Die Verstellung der Schnitt-Tiefe ist einfach und genau.
  3. Die Verstellung des Schnittwinkels ist bei meiner Säge recht schwergängig, aber der Winkel passt am Ende.
  4. Der Seitenanschlag lässt sich einfach montieren und dessen Führung ist im Vergleich zu anderen Sägen lang genug für einen sauberen Schnitt bis zum Ende.
  5. Die Führungsschienen funktionieren gut, die Nutzung muss aber gerade für Heimwerker viel ausführlicher beschrieben werden. 
  6. Ich arbeite ungern mit einem Staubsaugerrüssel an ein einer Maschine. Da ich wegen Schneefalls teilweise drinnen sägen musste, war ich ganz froh um die CleanSystem Box, die ein paar Schnitte lang gut was aufnimmt bevor die geleert werden muss. Trotzdem fliegen gerade bei OSB-Platten viele grobe Späne herum. Darum natürlich Schutzbrille tragen! Etwas ein Drittel der Späne bei OSB landen trotzdem auf dem Boden.
Sauberkeit und Präzision der Schnitte
Bei normalem Konstruktionsholz waren die Kanten sehr sauber, bei OSB-Platten die ungeschützte Oberkante aber gut ausgefranst (siehe oben), aber die Maße stimmen und die "CutControl" war ab Werk gut eingestellt.
Die Führungsschienen liefern echt präzise Schnitte ab, die genau auf der Kante liegen. Die Schienen lassen sich aber nur mit einer Säge verwenden. Der Versuch eine weitere PKS 66 A (baugleich) auf die Schiene zu setzen, zeigte, dass die Lage des Blatts tatsächlich ordentlich variiert.
Die Schnittgeschwindigkeit war sehr gut. Ich habe die Schnitte auch noch mit der PKS 66 A verglichen, die ein anderer seit fast drei Jahren hat und das gleiche Sägeblatt zeigte nur minimal schlechtere Schnittergebnisse (leicht rauher und etwas mehr ausgefranst, und die Säge hat wirklich schon viele Meter gemacht).

Sind meine Erwartungen erfüllt?
Für meinen Nutzungsbereich ist die Säge mehr als ausreichend, besonders die große Schnitt-Tiefe hat mir gut gefallen. Die Führungsschienen werden mit sicherlich an vielen Stellen trotz des minimalen Mehraufwands beim Montieren noch viel Spaß machen.

Was muss/kann besser werden?
  1. Die Initialisierung der Schiene muss besser beschrieben werden, hier sind schließlich auch mal unerfahrene Heimwerker am Werk.
  2. Die Schraubzwingen könnten hochwertiger sein um das Werkstück besser von unten zu schützen.
  3. Der Führungsblock in der Führungsnut in der Grundplatte sollte mindestens zweimal verbaut sein um ein sicheres Führungsgefühl zu vermitteln, die Sägeergebnisse wären sicher auch nochmal präziser und an den Kosten kann es bei dem kleinen Teil eigentlich nicht liegen.
  4. Die Winkelverstellung des Sägeblatts könnte leichtgängiger sein.
  5. Ein Koffer zur sicheren Aufbewahrung hätte ich mir gewünscht, den gibt es leider noch nicht mal als Zubehör. Es gibt nur universelle Blechkoffer in denen dann alles hin- und herrutscht.
Wird die Säge ein treuer Freund?
Mit Sicherheit! Die nächsten Wände stehen schon für den Umbau an, eine Treppe muss erneuert werden. Und ein neuer Tisch für Zuhause steht auch noch auf der Liste für das erste halbe Jahr.

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Hallo zusammen,

den Thread zur Diskussion über diesen Testbericht findet Ihr unter http://www.1-2-do.com/forum/showthread.php?p= 899189#post899189.

Viele Grüße,
Björn
2015-05-07 16:21:23

sehr gut! :) der Bericht hat mir geholfen
2015-05-08 12:04:08

ein aussagekräftiger Bericht, sauber gegliedert................................... ...........
2015-06-11 07:06:41

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