PFS 2000 – Für einen schnellen, gleichmäßigen Farbauftrag

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Elektrowerkzeuge auf die Probe

Ohne Übung gibt es keinen Meister... 5 Kommentare
Vom 30.04.15 Geändert 2015-04-30 18:49:54
Eine kurze Zusammenfassung zuerst

Positiv:
  • Leistungsstarkes und dennoch kompaktes System
  • Zwei Farbbehälter und ein Deckel
  • Gut für Wandfarben (verdünnt) geeignet - gutes Ergebnis, wenig Sprühnebel 
  • Gut für Buntlacke (verdünnt) geeignet - gutes Ergebnis
  • Gute Anleitung
  • Zeitersparnis bei „größeren“ arbeiten
Neutral:
  • Eine Halterung für die zweite Düse am Gerät wäre super
  • Übung macht den Meister - Je mehr Erfahrung vorhanden ist, desto besser sind die Ergebnisse
  • Dünnere Lacke und Lasuren am besten draußen sprühen oder den Raum sehr gut abkleben - Relativ viel Sprühnebel 
  • Recht laut (in etwa wie ein Werkstattsauger) - Habe ich etwas leiser erwartet

Negativ:
  • Zu kurzes Netzkabel - 2 Meter mehr sollten es sein
  • Abzug der Pistole klemmt manchmal, wenn er etwas nach linksseitig gedrückt wird - Passiert mir bei der Bedienung mit der Rechten Hand


Fazit:
Wer nur kleinere bis mittlere Flächen bearbeiten möchte, der ist mit entsprechender Übung beim PFS 2000 gut bedient. Besonders bei der Verarbeitung von Dispersionsfarben hat mich das Sprühsystem überzeugt. Für mich persönlich wäre wohl das PFS 5000E das „richtige“ Gerät, da dort meist ohne Verdünnung gearbeitet werden kann.

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Was waren Deine ersten Gedanken, als du das Farbsprühsystem PFS 2000 in der Hand hattest

„Verdammt kleines Luftaggregat, ob das ausreicht um Dispersionsfarbe zu sprühen?!“



Welches Projekt hast du mit dem PFS 2000 gemacht? Wie genau bist du dabei vorgegangen und wie viel Zeit hast du benötigt?

Als erstes Projekt habe ich die gelben Wände meiner Werkstatt weiß gesprüht. Gekauft wurde die Hausmarke von Hornbach - Wand- und Deckenfarbe weiß. Mit Rolle und Pinsel meine Preis-/Leistungssieger. Laut Verkäufer und Rückseite ist diese auch für Sprühsysteme geeignet. Beim aufrühren erschien sie mir zu Hochviskos/Dickflüssig zu sein. Habe sie auf 15-20% mit Wasser verdünnt. Im Lieferumfang der PFS 2000 ist ein Sieb dabei, welches zum Befüllen in den Farbbehälter gesteckt werden kann. Damit wird sichergestellt, das kein Klumpen die Düse verstopft. 
Die Pistole hat die weiße Düse (für Wandfarben) eingedreht bekommen und die Sprühstärke habe ich nach einigem testen auf Pappe auf Maximum gedreht.
Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden. Es gibt fast keinen Sprühnebel weiter als 50cm von der Wand entfernt. Und selbst da ist er kaum wahrnehmbar. Habe mit deutlich mehr gerechnet. Für die Arbeiten im 20qm-Raum, also abkleben/abdecken, Farben verdünnen, einfüllen, sprühen und Reinigung habe ich ca. 1,5 Stunden gebraucht. Mit Rolle und Pinsel bräuchte ich ähnlich lange.

Das zweite Projekt war das Lackieren einer Gartenbank aus Fichte. Zwei Schichten Isoliersperrgrund und ein bis zwei Schichten weißen Lack sollten drauf. Mit der grauen Düse in der Pistole und einer anfängliches Verdünnung von ca. 10% habe ich mit dem Isoliersperrgrund auf Pappe herumexperimentiert. Das Sprühbild war sehr schlecht, also auf ca. 20% verdünnt. Auch hier war das Sprühbild bei weitem nicht wie erwartet. Bei ca. 40% habe ich es dann gelassen, weiter verdünnen schien mir irgendwie nicht richtig.  Zwischendurch wurde die Pistole mehrfach gereinigt, um sicher zu gehen das dieses schlechte Ergebnis nicht daran liegt. Frustrationspegel stand auf Maximum und die erste 750ml Dose Sperrgrund hat etliche Pappen weiß gefärbt. Die zweite Dose hab ich dann auf 40% eingestellt und auf gut Glück die Gartenbank eingesprüht. Am Sprühkopf wurden von mir alle drei Varianten ausprobiert, wobei nur das Punkt-Sprühen (45Grad) ein gleichmäßiges Sprühbild brachte. Wirklich zufriedenstellend war dies jedoch nicht. Viele Stellen hatten „Nasen“ oder waren nicht richtig deckend. Nach dem Trocknen musste viel geschliffen werden um den Buntlack sauber aufbringen zu können. Auf eine weitere Schicht Isoliersperrgrund mit dem Sprühsystem habe ich verzichtet.
Die Verarbeitung des Buntlacks (ca. 10-15% verdünnt) hingegen war deutlich einfacher. Nur hat es in meiner Werkstatt einen deutlich stärkeren Sprühnebel gegeben als bei der Wandfarbe. In geschlossenen Räumen werde ich diesen deswegen nicht mehr verarbeiten, sondern auf gutes Wetter hoffen und es draußen tun. Zeitlich mit Reinigung sind hier locker 5-6 Stunden draufgegangen.

Das dritte Projekte habe ich aus Unsicherheit erstmal verschoben, bis ich mich sicherer beim Einstellen des Lackes fühle. Hierbei handelt es sich um ein selbstgebautes TV-Sideboard aus MDF. 



Wie leicht fällt Dir die Handhabung/Bedienung des Farbsprühsystems?

Zusammengefasst würde ich dem eine 2- als Schulnote geben. Aber aufgeschlüsselt empfinde ich es folgendermaßen:
  • Das Luftaggregat ist leicht und bequem zu tragen, der Schalter gut zu betätigen (1)
  • Der Luftschlauch ist flexibel, lang genug und leicht von Pistole und Aggregat zu lösen. (1)
  • Die Pistole liegt gut in der Hand und Sprühstärke sowie die Einstellung des Sprühnebels (horizontal, vertikal oder punktuell) ebenso. Abzug der Pistole klemmt manchmal, wenn er etwas nach linksseitig gedrückt wird. (2-)
  • Die zwei Farbbehälter finde ich nicht sehr gelungen - Beim einfüllen konnte ich den Füllstand nicht oder nur sehr schwer erkennen. So ist mir zweimal etwas überlaufen (4)
  • Das Reinigen des Systems war jedes mal eine Herausforderung. Pistole und Farbbehälter haben sehr viele verwinkelte Stellen, das es sehr Zeitaufwendig war einen halbwegs neuwertigen Zustand herzustellen. Den Schlauch habe ich trotz Einsatz einer Bürste nicht mehr sauber bekommen. Vermutlich trocknet die Farbe durch die heiße Luft viel zu schnell. Am Aggregat konnte ich nur mit einem angefeuchteten Lappen ran. Auch hier ist durch den Farbnebel und er Hitze ein vollständiges reinigen kaum möglich. (4)
  • Die Lautstärke ist beträchtlich, an einem Sonntag Nachmittag würde ich den Gartenzaun trotz eher lärmunempfindlicher Nachbarn jedoch auch nicht sprühen. (3) 
  • Kabellänge ist mir persönlich zu kurz. 2 Meter mehr würden mir sehr gut gefallen. So ein Verlängerungskabel verhakt schon eher (3)


Bist Du zufrieden mit deinen Arbeitsergebnissen? Wie präzise war das Sprühergebnis?
  • Wandfarbe (Hornbach): Mit 15-20%iger Verdünnung ist das Ergebnis gut bis sehr gut geworden. Es gab wenig Farbnebel um die gesprühten Flächen.
  • Isoliersperrgrund (Hornbach): Laut Hersteller sollte dieser für Sprühsysteme geeignet sein. Jedoch ist trotz einer Verdünnung bis ca. 40% immer noch kein wirklich brauchbares Ergebnis erzielbar gewesen. Ich habe den Versuch während der zweiten 750ml-Dose (je 15€) abgebrochen. Bin war nicht sicher ob ich etwas falsch gemacht habe, das PFS 2000 oder der Isoliersperrgrund nicht dafür geeignet oder meine Erwartung an das Ergebnis zu hoch war.
  • Buntlack (einzA): Bei einer 10-15%igen Verdünnung ein sehr gutes Ergebnis, einfach zu sprühen, jedoch ein deutlich stärkerer Farbnebel als bei der Wandfarbe. Die Qualität der gesprühten Fläche hat mir gefallen, mit etwas mehr Übung wird sie sicher perfekt.



Erfüllt das PFS 2000 Farbsprühsystem Deine Anforderungen und Erwartungen?

Mittlerweile komme ich immer besser mit dem System zurecht und würde nach jeder weiteren Arbeit eine etwas bessere Note vergeben. Aus meiner heutigen Sicht erfüllt es meine Anforderungen und Erwartungen zu großen Teilen. Für mich ist jedoch ein PFS 5000E deutlich besser geeignet, das in den meisten Fällen ohne Verdünnung von Wandfarben und Lacken auskommt, somit vermutlich auch weniger Know-How erfordert und weniger Zeit bei der Arbeit benötigt. 

Mich haben die Ergebnisse anfangs wirklich frustriert. Ich bin kein Lack- und Farbexperte und weiß nicht welche Viskosität „richtig“ für ein gutes Ergebnis ist. Es ist also einiges an Übung und Erfahrung notwenig, um gute bis sehr gute Ergebnisse zu erzielen. Ist diese Anfängerhürde überwunden, ist es ein recht gutes Gerät und aus meiner Sicht zurecht von Bosch für kleinere Flächen beworben.


Würdest du das Farbsprühsystem PFS 2000 auch in Zukunft für weitere Projekte verwenden?

Werde ich sicherlich. Hauptsächlich für Wandfarben, da ich hier deutlich mehr Freude und eine Zeitersparnis gegenüber Pinsel und Rolle habe. Bei Buntlacken und Lasuren vermutlich nur dann, wenn sich die Fläche wirklich lohnt. Zum Beispiel beim Gartenhaus, Garagentor oder ähnlichem. Auch schwer zu Pinselnde Dinge wie Rattanmöbel sind mit besser damit zu bearbeiten. Kleinere Dinge wie Holzkisten oder Vogelhäuschen werde ich weiterhin mit klassisch mit Pinsel und Roller streichen. 

Video zum Testbericht
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Hallo Sven,

"Abzug der Pistole klemmt manchmal, wenn er etwas nach linksseitig gedrückt wird - Passiert mir bei der Bedienung mit der Rechten Hand"

Vielen Dank für den Hinweis. Wir werden dies prüfen.

Viele Grüße,
Janine
2015-06-03 15:58:17

Hallo zusammen,

den Thread zur Diskussion über diesen Testbericht findet Ihr unter http://www.1-2-do.com/forum/showthread.php?p= 913638#post913638.

Viele Grüße,
Björn
2015-06-11 17:22:23

Hallo Janine,
hab keine Mail zum Kommentar bekommen, daher auch nicht gesehen.
Das passiert nur bei seitlichen Druck nach Links. Je häufiger ich das Teil benutze, desto weniger ist auch das Klemmen. Vielleicht ein Grat an einem der Spritzgrussteile, der sich durch Nutzung von alleine abnutzt?
Viele Grüße
Sven
2015-06-14 22:15:01

ein ausführlicher Bericht, was mich wundert, du bist der erste, der mit Wandfarbe besser zurecht kommt, als mit anderem Material.....
2015-06-18 07:43:45

Vielleicht ist der Sperrgrund von Hornbach auch einfach die falsche Wahl gewesen und ein anderer Lack hätte die Wandfarbe schlechter aussehen lassen. Egal, bin weiterhin mit der Verarbeitung der Wandfarbe zufrieden
2015-06-26 12:14:50

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