PFS 2000 – Für einen schnellen, gleichmäßigen Farbauftrag

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PFS 2000 3 Kommentare
Vom 30.04.15 Geändert 2015-04-30 01:37:28
Hallo,
Ich hab es nun endlich geschafft meinen Produkttest abzuschließen. Aus Zeitgründen beschränke ich mich auf das eingereichte Projekt. Einige Fragen hätte ich gern durch Vergleichstests geklärt. Z.B. Verbrauch oder Geschwindigkeit. Aber ich bin Heimwerker und kein Testingenieur. Ich habe auch außer einem soliden Halbwissen wenig Erfahrung im Bereich Lacke/Farben und habe auch so ein Farbsprühsystem zum ersten Mal in der Hand. Ich gehe also recht unvoreingenommen an die Sache heran und ziehe Vergleiche eher zu meiner alten Arbeitsweise mit Pinsel und Rolle.
Ich hangel mich an den Testfragen entlang.
1. Erste Gedanken.
Das Design ist super. Mir gefällt dieser Griff mit den Schwarzen Elementen. Alles sehr ergonomisch und auch die Materialien machen einen wertigen Eindruck.
Ich kann alle Elemente sofort ihrer Funktion zuordnen. Nur die „Ersatzdüse“ entpuppt sich später als zweite Düse mit anderer Funktion.

2.Das Projekt:
Ein Regalaufsatz für ein Bücherregal das uns zu klein geworden ist. Ein richtig schönes Einsteiger Möbelbauprojekt. Da am Ende nur die flächenmäßig kleine Frontpartie zu sehen seien wird, habe ich viel Platz zum Probieren. Ich habe auch bewusst erst das komplett montierte Regalbesprüht um ein Gefühl zu bekommen wie das PFS mit verwinkelten Oberflächen klarkommt. Denn die Aufarbeitung alter Möbel interessiert mich und da wäre auch bei mir der Zielbereich für das PFS. Insgesamt habe ich knapp 1 ½ Stunden zum Lackieren benötigt inklusiver aller Vor- und Nachbereitung.

3. Handhabung/Bedienung
Da gibt’s wenig zu meckern. Die erste Inbetriebnahme ging fast von alleine. Das lackieren selber funktioniert recht intuitiv. Die Stellschrauben sind nur die Konsistenz der Farbe und die Fördermenge. Was aber ineinander übergeht da das PFS nach meiner Erfahrung dünnflüssige Medien schneller versprüht als Dickflüssige. Und man sollte vorher überlegen in welche Richtung man lackieren will um das Saugrohr entsprechend auszurichten.
Beim Düsenwechsel muss man darauf achten beim Einschrauben am Ende wieder ein Kreuz gebildet wird.
Das Gerät an sich ist recht laut. Lauter als ein Staubsauger. Gut das die Lärmquelle an der Hüfte baumelt und nicht in Augenhöhe. Für längeren Einsatz halte ich Gehörschutz für angebracht. Der Schlauch wird auch ziemlich warm. Hier bin ich mir aber nicht sicher ob das so gewollt ist um den Lack flüssiger zu machen. Die Sprühpistole ist schön leicht. Man muss nur aufpassen bei engen Verhältnissen nicht mal irgendwo anzuecken. Auch der Schlauch kann schon mal auf der frisch lackierten Oberfläche landen. Sonst stört er aber überhaupt nicht. Was mir nicht so gefällt ist das Reinigen. Reinigen muss sein, sonst wird die Sprühpistole zum Einwegartikel. Hier kann man aber auch nicht dem Gerät einen Vorwurf machen, denn reinigen muss ich jedes vergleichbare System. So lange die Farbe wasserbasiert ist kann ich alles was mit Farbe in Berührung kommt zerlegt in einen Eimer mit Wasser schmeißen. Nur das Venturirohr (das Stück zwischen Saugrohr und Düse) ist schwierig zu reinigen. Ich hab hier mit Wasser gesprüht was halbwegs geholfen hat.
Auch ein Punkt ist das Prinzip bedingt ständig Luft durch die Pistole gepumpt wird auch wenn der Abzug nicht betätigt wird, macht die ganze Sache zu einer recht windigen Angelegenheit.
Der Arbeitsbereich sollte also weitestgehend staubfrei sein und Abdeckmaterial gut befestigt.

4.Zufriedenheit mit Arbeitsergebnis
Für das erste Mal bin ich sehr zufrieden. Klar erfordert eine gleichmäßig gesprühte Oberfläche erstmal Übung. Auch denke ich, dass der Großteil des Ergebnisses von externen Einflüssen abhängt. Konsistenz der Farbe, Vorbereitung der Oberflächen, Sauberkeit des Arbeitsplatzes.
 
5.Sind Erwartungen/Anforderungen erfüllt?
Meine Erwartungen, positiv wie negativ, wurden größten Teils erfüllt. Die erreichte Oberfläche war gut. Der Zeitaufwand war durch das Reinigen und den Mehraufwand beim Abkleben des Arbeitsbereiches deutlich über dem von Pinsel und Rolle. Erstaunt hat mich wie wenig Farbe doch daneben geht. Wirklich nur da wo man an Rändern arbeitet und sonst recht wenig Farbnebel.

6. Verbesserungen:
Da fällt mir sehr wenig ein. Alles was ich kritisiere ist Systembedingt und liegt nicht am Gerät.
Ich würde nur das Zubehör um eine Reinigungsbürste ergänzen und im Handbuch die Reinigungausführlicher darstellen. Auch kommt hier der Unterschied zwischen grauer und weißer Düse zu wenig raus.
Auch war mir lange nicht klar ob man lösemittelhaltige Lacke verarbeiten darf. Was wohl geht, ich mich aber nie trauen würde weil ich nicht weiß wie ich das nachher reinigen soll.

7. Zukunft
Ich baue bald einen neuen Holzzaun. 120m² Lärchenwand will dann mit Holzöl behandelt werden. Da kann das PFS sich nochmal beweisen. Für mein ursprüngliches Zielfeld, bleibe ich erstmal (zumindest was die heute verwendete Lacklasur angeht) beim Pinsel. Der ganze Aufwand vor und nach dem Lackieren schreckt mich ab.
 
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Hallo honza,

"Auch war mir lange nicht klar ob man lösemittelhaltige Lacke verarbeiten darf. Was wohl geht, ich mich aber nie trauen würde weil ich nicht weiß wie ich das nachher reinigen soll."

Es können auch lösemittelhaltige Lacke verarbeitet werden. Das Sprühsystem kann anschließend mit einem Verdünner gereinigt werden. Bitte beachte hierzu auch die Informationen in der Bedienungsanleitung.

Vielen Dank und viele Grüße,
Janine
2015-06-03 15:56:15

Hallo zusammen,

den Thread zur Diskussion über diesen Testbericht findet Ihr unter http://www.1-2-do.com/forum/showthread.php?p= 913638#post913638.

Viele Grüße,
Björn
2015-06-11 17:22:18

Leider wurde hier nur 1 kleines Projekt getestet, was für mich für einen solchen Gerätetest einfach zu wenig ist. Dies wurde jedoch ausführlich behandelt.....................
2015-06-18 07:33:19

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