POF 1400 ACE –
präzise arbeiten wie ein Profi!

Mitglieder der 1-2-do.com stellen Bosch
Elektrowerkzeuge auf die Probe

Produkttest BOSCH POF 1400ACE 3 Kommentare
Vom 09.05.11 Geändert 2011-05-09 10:26:19
Im Folgenden meine ersten Erfahrungen mit der POF 1400 ACE. Zunächst möchte ich mich jedoch recht herzlich bedanken. Nicht nur dafür, dass ich beim Produkttest dabei sein durfte, sondern auch und insbesondere dafür, dass das 1-2-do-Team so freundlich und lieb auf meine doofe Situation reagiert hat, die es mir unmöglich gemacht hat meinen Testbericht rechtzeitig abzugeben. Nun mit einer guten Woche Verspätung, das Ergebnis:


Der erste Eindruck:


Die Oberfräse kommt in einem beeindruckenden Koffer daher. Beeindruckend in erster Linie der Größe wegen, denn er hat doch recht ausladende Dimensionen. Allerdings soll ja auch alles gut und sicher verpackt sein. …und das ist es!

Beim Öffnen des Koffers kam mir eine recht intensive Wolke entgegen, welche auch noch eine ganze Weile im Wohnzimmer blieb, nachdem ich den Koffer wieder geschlossen und weggestellt hatte. In der Werkstatt habe ich es hingegen nicht als störend empfunden und ich denke, dass die produktionsbedingten Ausdünstungen demnächst schon weitestgehend verschwunden sein werden.

Was mir direkt auffiel war die ordentliche und sichere Anordnung des Gerätes und allen Zubehörs. Im Deckel befindet sich ein Staufach für die Bedienungsanleitung, welches ich schon fast als „revolutionär“ bezeichnen möchte, denn bisher waren es mal „Haltenasen“ und mal gar nichts, sodass der Papierkram wild im Koffer umherflog und irgendwie immer im Weg war.

Ein ebenso nettes Details: Das Zubehör wie Parallel-/Kontur-/Kreisanschlag und „Gabelschlüssel“ sind mit einer Gewindestange und einer Flügelmutter direkt mit dem Koffer verschraubt, was zusätzlich dazu beiträgt, dass alles beim Transport an Ort und Stelle bleibt.

Das Gerät macht alles in allem beim ersten Befühlen einen wertigen und angenehmen Eindruck. Nichts klappert, nichts wackelt und die Soft-Touch-Oberflächen vermitteln einen sicheren Halt.

Der Lieferumfang erstreckt sich auf folgende Teile:

·
Oberfräse POF 1400 ACE · Parallel-/Kontur-/Kreisanschlag
·
Zentrierdorn für den Kreisanschlag
·
Andrückrolle für den Konturanschlag
· Kopierhülse
· 1 HM Nutfräser
· Spannzangen für unterschiedliche Fräserschaftdicken
· Bedienungsanleitung
·
„Gabelschlüssel“ zum Festziehen der Spannzangenüberwurfmutter
· Nur beim Testset: ein Satz HM- Fräser


Das erste Arbeiten:


Da ich absoluter Oberfräsenneuling bin, habe ich mich zunächst mit dem Durcharbeiten der Bedienungsanleitung befasst. Hierbei war ich erst etwas besorgt, da selbige nicht gerade dünn ist. Allerdings hat sich die erste Sorge schnell verflüchtigt, denn wie üblich ist die Anleitung in mehreren Sprachen verfasst und in einem Büchlein vereinigt.

Etwas verwirrend fand ich die Sprachregelung wo es darum geht, dass man die verwendeten Fräser auf das Gerät abstimmen soll, da hier die zulässige Höchstdrehzahl des Fräsers der limitierende Faktor darstellt.

Ansonsten sind alle Abbildungen gut zu erkennen und die Texte nicht unangenehm zu lesen, trotz der vielen Warnhinweise. ;o)

Nachdem die erste rudimentäre Theorie also aufgesaugt war, habe ich den ersten Fräser eingespannt, den Stecker in die Steckdose gesteckt und mal eine kleine Freiübung gemacht. Dabei war ich von dem sanften Anlaufen direkt begeistert.

Für den Test habe ich mir 2 Reste von Konstruktionsholz (Fi/Ta) auf die Werkbank gespannt und einfach mal freihand drauflos gefräst. Angenehm überrascht war ich von der guten Führbarkeit trotz gefühlter Kraft des Gerätes und der Präzision mit welcher man selbst extrem dünne Holzränder <1mm stehen lassen kann. Da es sich bei dem Holz bekanntermaßen um weiches Holz handelt, waren Äste und Verwachsungen ebenso wenig problematisch wie die weichen Stellen des Holzes. Wiederum sehr angenehm fiel die Konstant Elektronik auf, die trotz unterschiedlicher Materialhärte stets für die gleiche Drehzahl sorgen soll.

Nachdem ich meine ersten Gehversuche mit einem etwas wirr aussehenden Minilabyrinth beendet hatte, habe ich den Parallelanschlag montiert (was dank der Fingerschrauben wirklich spielend einfach geht!) und eine gerade Nut gefräst. Mit dem Ergebnis war ich sehr zufrieden. Schnurgerade und absolut saubere und glatte Kanten.

Richtig begeistert war ich dann beim Einsatz der Kantenfräser beiden Kantenfräser mit Anlaufrolle. Das Ergebnis hat mich als Laien wirklich beeindruckt. Die Kanten waren seidig glatt und sehr sauber. Sicher spielt die Qualität der eingesetzten Fräser eine große Rolle, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass solch tolles Ergebnis auch mit einer unhandlichen und kraftlosen Maschine erzielt werden kann. Wobei ich hier die Anordnung der Griffe als ergonomisch empfunden habe. Lediglich beim Kreisfräsen frage ich mich, wie das gehen soll. In einem Rutsch doch nicht, oder habe ich da ein geistiges Defizit? Nichtsdestoweniger finde ich die integrierte Möglichkeit zum Kreis-/Bogenfräsen spitze und war wirklich davon angetan wie sauber und einfach dies möglich war. Getestet habe ich diese Funktion in einer Beschichteten Spanplatte.

Leider konnte ich die Kopierhülse und die Konturführung mangels Einsatzmöglichkeit noch nicht testen, sodass ich mich erst mal nur auf das Einsetzen und wieder rausnehmen beschränkt habe. Allerdings werde ich dies nachholen, sobald ich eine Anwendung dafür habe…und wenn ich mir mein Holzgeländer vom Balkon so ansehe, wird das nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Mein Fazit:

Zwar habe ich bisher keinen Vergleich zu höherwertigen (Profi-) oder minderwertigen Geräten, jedoch hat mich das Gerät sehr überzeugt.

Verbesserungspotential sehe ich nur wenig:

1. Ich würde mir bei der Bedienungsanleitung wünschen, dass der Bereich mit den Abbildungen ausklappbar ist. So hat man beim Lesen der Anleitung die Bebilderung und die damit verbundenen Zahlen immer im Blick und muss nicht umständlich hin- und herblättern.

2. Mir ist bekannt, dass BOSCH zugunsten der Sicherheit darauf verzichtet die Oberfräse im Dauerbetrieb, sprich ohne Festhalten der Sicherheitsknöpfe, zu benutzen. Da ist es meiner Meinung nach aber ein schmaler Grat den es zu bewandern gilt, denn der Wunsch ist groß und wurde im Vorfeld bereits öfter geäußert, die Oberfräse in einen Maschinentisch spannen zu können um bei etlichen Arbeiten eine Erleichterung zu erhalten, die ebenfalls zugunsten der Sicherheit gehen kann. Außerdem verleitet dieser Wunsch und die nicht vorhandene Möglichkeit zu nicht ungefährlichen Basteleien um dann doch noch an das Ziel zu kommen. Freilich haftet BOSCH nicht für diese Dinge, aber vielleicht kann es doch bei zukünftigen Revisionen mit in Betracht gezogen werden.

3. Bei dem mir zur Verfügung gestellten Gerät ist mir aufgefallen, dass die Spannzangen die Fräser gar nicht wieder loslassen wollten, sodass ich doch ganz schön dran rumruckeln musst. Nun weiß ich nicht, ob es da einen Trick gibt und es nur meine Unfähigkeit war oder ob dies ein generelles Problem ist.

4. Der "Gabelschlüssel" ist eine Zumutung und passt so ganz und gar nicht zum Rest. Ich habe mir ziemlich zügig einen Engländer auf die Werkbank gelegt, da die Benutzung des beigelegten Stücks Blech wirklich schmerzhaft war.

Für mich kann ich nur sagen: Das erste Arbeiten mit der POF 1400 ACE macht einfach Lust auf mehr und am liebsten würde ich mich mal eine Woche lang mit einem Riesensatz Fräsern und 2 Tonnen Holz einschließen und wild drauf losarbeiten! Ich habe Blut geleckt und bin angefixt. ;o)

Mein nächster Schritt wird die Investition in das bereits vielfach erwähnte Buch und dann…geht’s weiter.

Hinweis:

Wer sich selbst einen Gefallen tun möchte, der benutzt die bereits montierte Spanabsaugung. Ich habe dies nicht gemacht, weil mein Industriesauger irgendwo im Umzugschaos verschwunden und noch nicht wieder aufgetaucht ist. Resultat war, dass im Umkreis von ca. 2 Metern alles mit Spänen beschneit worden ist. :o) Ich mag es, werde mich aber trotzdem mal auf die Suche nach meinem Sauger machen.

Pro und contra Liste:

Zur besseren Übersicht mal meine persönliche „+-“ –Liste
Positiv ist mir aufgefallen:
+ der Koffer und dessen Aufteilung
+ die Halterung für die Bedienungsanleitung
+ Platz für kleines bis mittleres Fräserset im Koffer
+ gute Griffigkeit
+ saubere Verarbeitung
+ kraftvoll und wirkt als sei sie „über jeden Zweifel erhaben“
+ Äste in Weichholz kein Problem
+ Freihandfräsen mit etwas Übung möglich
+ sanfter Anlauf
+ Feinjustierung
+ präzises und sauberes Arbeiten möglich
+ Einsetzen der Kopierhülse ist sehr einfach
+ Suchtpotential!

Als negativ empfunden habe ich:
- starke Ausdünstung beim ersten Öffnen
- anfänglich schweres Schließen der Kofferverschlüsse
- „Gabelschlüssel“ verursacht schmerzen bei der Verwendung, da dünnes und scharfkantiges Material
- Spannzange etwas „zu griffig“ da ich die Fräser kaum mehr rausbekommen habe
- keine Möglichkeit des Dauerbetriebs in einem Frästisch. Dadurch höheres Unfallrisiko durch Basteleien.
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Deine Fräser bekommst Du leichter heraus wenn Du die Mutter der Spannzange noch ein bisschen weiter öffnest da kommt nochmals ein kleiner Widerstand wenn du üben den drüber bist dann kann man den Fräser leichter entfernen. Die Sache mit dem Schlüssel bin ich ganz deiner Meinung man hätte einfach einen normalen 19mm Gabelschlüssel beilegen können.

Gruß Thomas
2011-08-15 09:36:51

sehr gute beschreibung, nicht zuletzt wegen den basteleien bezüglich dauerbetrieb, hab da schon so einiges gesehen, vom alten schnürsenkel über draht bis hin zu einem schalter marke eigenbau alles dabei gewesen

aber das ist eine sache für die entwickler der von uns doch so heiß geliebten arbeitsgeräte
2014-02-20 11:33:46

Ich kann Deinen Erfahrungsbericht auch nur bestätigen. Zur Kopierhülse... Du wirst sie lieben lernen, den Schlüssel empfinde ich als Frechheit, gerade bei Kreisfräsungen ist der fehlende Feststeller von Nachteil, ebenso beim Einsatz in einem Frästisch.
Vom Parallelanschlag bin ich auch nur mäßig begeistert. Ich werde mir einen einstellbaren Parallelanschlag kaufen (Sautershop ca. 50€)
2014-07-27 19:51:12

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