POF 1400 ACE –
präzise arbeiten wie ein Profi!

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Elektrowerkzeuge auf die Probe

Test der POF 1400 ACE – fast präzise arbeiten wie ein Profi. 0 Kommentare
Vom 30.04.11 Geändert 2011-04-30 16:28:11
Der Erste Eindruck

Nachdem ich das heiß erwartete Paket geöffnet hatte kam mir der Duft der weiten Welt (China) entgegen - der Koffer stank etwas ungesund nach Kunststoff und wurde deshalb erst einmal in den Keller verbannt.
Zum Glück ist die Oberfräse kein Kinderspielzeug ;-).

Im Vorfeld war ich skeptisch wegen der Größe des Gerätes. Da ich mir erst im Februar eine Oberfräse gekauft habe und mir dabei neben der POF 1400 ACE viele Modelle angeschaut und in der Hand gehabt hatte - leider nur ohne damit zu arbeiten, war mir die die Bosch Ober fräse eigentlich zu groß.

Die Anleitung

Die Abende bis zum Wochenende verbrachte ich mit "trocken Übungen" und dem Studium der Anleitung:

Positiv:
  • Ein guter Eindruck - kein lieblos zusammengeheftetes billigstes Papier.
Negativ:
  • Das Nummern Suchspiel nervt etwas - ich hätte mir gewünscht das man die Seiten mit den Abbildungen ausklappen kann und somit neben dem Text gleichzeitig betrachten kann.
  • Nur durch Zufall bin darauf gestoßen das hinten auf den letzten zwei Seiten (Seiten 145 / 146) sich eine Liste mit den Zubehörteilen und den dazugehörenden Bestellnummern befindet. Hierzu wäre ein Hinweis im Text sinnvoll gewesen - es existiert nicht einmal ein Eintrag im Inhaltsverzeichnis.
Verarbeitung und Zubehör

Für ein "Baumarktgerät" hebt sich die Bosch POF 1400 ACE wohltuend von den anderen Geräten im Regal daneben ab. Hier ist mal so etwas wie ein Gerät gelungen mit dem sich noch präzise Arbeiten lässt - ohne das sich gleich konstruktive Mängel offenbaren. Über die Haltbarkeit kann man natürlich nach knapp 4 Wochen Test noch nichts sagen.

Positiv:
  • Die Verarbeitung der POF 1400 ACE macht einen ordentlichen Eindruck.
  • Die Grundausstattung des Zubehörs ist schon sehr gut! - Da ist meine OF1010 EBQ wesentlich spartanischer geliefert worden. Insbesondere die zusätzlichen Spannzangen und Kopierhülse möchte ich hier positiv erwähnen.
Negativ:
  • Der Koffer - nun ja schweigen wir hier mal. Ich brauche Ihn eigentlich sowieso nicht da ich das ganze Gerät mit Zubehör und Fräsern lieber Griffbereit im Schrank habe.
Anwendungen und Projekte

Ich wollte in der zur Verfügung stehenden Zeit möglichst viele verschiedene Anwendungsfälle mit der Oberfräse durchführen und dabei auch das mitgelieferte Zubehör nutzen.

Dies waren im einzelnen:
  • Kanten Bearbeitung
  • Nut fräsen
  • Kreise fräsen
  • Schablonen fräsen mit der Kopierhülse
  • Bündig fräsen mit Kugellager-Fräser.
Gerne hätte ich noch ein paar Holzverbindungen ausprobiert aber für das (Schwalbenschwanz)-Zinken fräsen braucht man eine Vorrichtung die ich im Moment noch nicht habe - und über Ostern war das Wetter einfach zu gut um die Zeit komplett in der Werkstatt/Keller zu verbringen :-(

Nach dem obligatorischem Schneidebrett habe ich eine Garten-Werkzeugkiste gebaut.
Danach habe ich mich noch an einem Rundem Schneidebrett versucht was aber leider misslungen ist. (siehe Anmerkungen zum Kreise fräsen).

Die Absaugung

Die Absaugung funktioniert auf Anhieb (ohne zusätzliche Adapter) und wirklich sehr gut. (Siehe auch Bild 2 und 3).

Positiv:

  • Gute funktionierende Absaugung
  • Mein 35mm (Standard) Absaugschlauch passt! (siehe Bild 6).
  • Vorteilhafte Schlauchführung nach hinten oben weg.
Negativ:
  • Der Kunststoff ist etwas labil (Teil 28 in der Bedienungsanleitung) - da ja beim Arbeiten der Saugschlauch daran zieht - bin mal gespannt wie lange das Teil hält zumal man beim Einspannen des Fräsers dazu verleitet wird die Maschine auf dem Saugadapter abzulegen. (Siehe Bild 5).
  • Der Durchmesser für den Fräser ist leider etwas klein - zumindest mein 9,5mm Abrundfräser passte nicht durch. (Siehe Bild 7)
Die Handhabung

Trotzt der Größe ist die Handhabung erstaunlich gut - ich war positiv überrascht.

Das Einspannen der Fräser ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig da man die Maschine nicht wie meine Festool OF1010 auf den Kopf stellen kann.

Positiv:
  • Gut funktionierende Feineinstellung
  • Das Kreise fräsen mit dem Zentrierstift (Teil 31 in der Bedienungsanleitung) hat eigentlich ganz gut funktioniert.
  • Das Einsetzen der Kopierhülse ist sehr einfach und sie sitzt auch ohne Spiel in der Fräse. Bei meiner Festool OF1010 ist dies dagegen eine echte Fummelei.
  • Die Kopierhülse ist relativ "groß" d.h. sie steht weit aus der Grundplatte heraus, Das führt zu Problemen bei dünnen Schablonen. (Siehe Bild 9).
Negativ:
  • Den "Blech"Schlüssel (Teil 26 in der Bedienungsanleitung) habe ich erst einmal durch einen 19er Schlüssel aus meinem Werkzeugkasten ersetzt um die Spannzange zu schonen. (Siehe Bild 4).
  • Der Parallelanschlag (Teil 31 in der Bedienungsanleitung) hat unnötiger weise einen relativ großen Abstand zur Grundplatte. Somit war dann die Verwendung bei meiner 6mm Sperrholzschablone ein Satz mit X. (Siehe Bild 8).
  • Aufgrund des nicht feststellbaren Einschalters kann man beim Kreise fräsen nicht umgreifen - was dann zu unschönen Ansätzen führt da man nicht in einem Zug fräsen kann. (Siehe Bilder 2 und 3).
  • Der Kurvenanschlag (Teil 26 in der Bedienungsanleitung) ist meiner Meinung nach unbrauchbar da er zu viel Spiel hat. zumindest ist es mir nicht gelungen eine Saftrille in mein rundes Schneidebrett in einem definierten Abstand zu fräsen. Werde dies ein einem weiteren versuch wohl lieber mit einer Schablone und einer Kopierhülse machen. (Siehe Bild 10).
Fazit

Natürlich ist es etwas unfair die Bosch POF 1400 ACE mit meiner Festool OF1010 EBQ zu vergleichen. Aber ich war doch positiv Überrascht wie gut die Maschine trotz Ihrer Größe in der Hand liegt und was alles damit geht.

Bei der Auflistung der oben genannten positiv/negativ Punkte ist jetzt die Liste der negativ Punkte zwar zahlenmäßig größer aber das liegt sicher auch im Auge des Betrachters da negative Punkte einfach eher auffallen als Dinge die einfach ohne großes aufheben gut funktionieren. Vieles davon sind aber auch Kleinigkeiten die sich ja einfach verbessern lassen.

Am meisten hat mich allerdings der nicht feststellbare Einschalter gestört - insbesondere beim Kreise Fräsen, da dort eine Hand in der Mitte den Zentrierstift festhalten muss, während die andere Hand die Maschine führt, spätestens nach der Hälfte muss man nun umgreifen was ohne den Schalter los zulassen nicht wirklich geht.

Als weiteren Verbesserungsvorschlag würde ich Anregen die LED-Beleuchtung konstant Einschaltbar zu machen so kann man auch schon während der Einstellung der Frästiefe etc. schon was sehen. Das halte ich fast für wichtiger als die Beleuchtung während dem Fräsen.

Ansonsten für den Preis eine gute Maschine!
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