POF 1400 ACE –
präzise arbeiten wie ein Profi!

Mitglieder der 1-2-do.com stellen Bosch
Elektrowerkzeuge auf die Probe

Test der POF 1400 ACE 0 Kommentare
Vom 27.04.11 Geändert 2011-04-27 22:09:47
Ich kann die POF 1400 ACE direkt mit der POF 500 vergleichen. Bisherige Fräsarbeiten, wie zum Beispiel das Tischkickerprojekt oder die Plexiglasvitrine habe ich mit dieser Oberfräse bearbeitet. Die Arbeiten mit der POF 500 habe ich mit Fräsern mit 6 mm Schaft ausgeführt, da die Fräse leistungstechnisch leider nicht mehr hergibt. Ausstattungstechnisch kann sie definitiv nicht mit der POF 1400 ACE mithalten, allerdings haben sich die Basics damit sehr gut verwirklichen lassen. Die Leistungsdaten der POF 500 sind 500 Watt Leistung und konstante 27000 U/min, allerdings besitzt die POF 500 zum Beispiel keine Drehzahleinstellung und es lassen sich zum Beispiel keine Kopierhülsen montieren, ausserdem muss beim Fräserwechsel immer ein Stift durch die Antriebsachse gesteckt werden um das Verdrehen der Antriebsachse zu vermeiden. Der offensichtlichste Unterschied zwischen den beiden Fräsen ist die Gehäusegestaltung. Bosch ist gerade bei der Gestaltung der Gehäuse sehr neue Wege gegangen. Ich persönlich war der Meinung, dass es sich mit den ovalen, schräg montierten Griffen eher schlecht arbeiten lässt. Das Testgerät hat mich dann eines besseren Belehrt. An sich macht die Maschine einen sehr wuchtigen Eindruck, lässt sich allerdings erstaunlich gut händeln.
Erster Eindruck:
Mein erster Eindruck der Oberfräse war nicht der beste, da nach dem Öffnen des Koffers, erstmal ein großer Schwall von einem Geruch entgegenkam, den man normalerweise von recht preisgünstigem Werkzeug aus dem Baumarkt her kennt. Nachdem der Geruch dann verzogen war, habe ich die Fräse genauer unter die Lupe genommen. Die Fräse macht einen soliden Eindruck, es klappert nichts und alles wirkt gut verarbeitet. Das mitgelieferte Zubehör und die Fräser die noch zusätzlich mitgeliefert wurden machen auch einen guten Eindruck. Es sind robuste Fräser mit 8 mm Schaft mitgeliefert worden, die für eine Oberfräse mit 1400 Watt Leistung auch ausreichend dimensioniert sind. Sehr oft wird an dieser Stelle gern mal gespart und man wird gezwungen diese Fräser dann direkt für teures Geld nachzukaufen. Der Platz im Koffer ist ausreichend dimensioniert und bietet noch Platz für zusätzliche Boxen mit Fräsern etc. Die Aufnahmen für die Fräser im Koffer sind ein gut gemeintes Gimmick, allerdings ist das insgesamt zu wenig Platz, und die Fräser stehen mit der Schneide nach oben in diesen Aufnahmen, so dass man sich leicht daran schneiden kann, bzw. die Fräse oder das Kabel beschädigt. Hier sollte man darüber nachdenken ob man eventuell nicht ein ähnliches System in den Koffer integriert, wie es beim Uneo für die Bohrer schon vorhanden ist. Man könnte da dann die Fräser einklipsen und eventuell noch mit einer Klappe die Schneide schützen.
Allerdings sind mir beim ersten durchchecken der Fräse und des Zubehörs einige Kleinigkeiten aufgefallen:
- Auf den Fräsern ist keine Markierung eingezeichnet, wo sich die minimale Einspanntiefe des Fräsers befindet. Ich habe ein Vergleichsfoto hinzugefügt, wo ein Fräser mit dieser Einzeichnung zu erkennen ist.
- Auf den mitgelieferten Spannzangen bzw. den Überwurfmuttern befindet sich keine Beschriftung, auf der zu erkennen ist für welchen Schaftdurchmesser die jeweilige Spannzange geeignet ist.
- Die Mitgelieferte 17 mm Kopierhülse wird nicht zu 100% zentriert. Eine nachbestellte 10,8 mm Kopierhülse dagegen saß zentriert und hat nicht gewackelt.
- Die Skala für die Tiefenfeineinstellung lässt sich für meinen Geschmack zu leicht verdrehen. Die Skala könnte etwas satter sitzen. Da sie momentan so leichtgängig sitzt, kann es passieren, dass man sie versehentlich während der Arbeit verstellt.

Arbeiten mit der Maschine
Mit der Maschine habe ich als erstes diverse Probefräsungen in Multiplex Holz und Plexiglas vorgenommen. Dabei hat die Maschine einen sehr guten Eindruck gemacht. Sie ließ sich gut händeln, die einstellbare Drehzahl hat dabei eine sehr wichtige Rolle gespielt, damit es möglich ist optimale Fräsergebnisse mit Unterschiedlichen Fräsern in den verschiedenen Materialien zu erreichen. Gerade im Vergleich mit der alten POV 500 haben sich in Plexiglas und Pressspan deutlich bessere Ergebnisse erzielen lassen, da man die Drehzahl der Fräser optimal anpassen kann. Vor allem beim Fräsen von Nuten in Pressspan habe ich schon den einen oder anderen Fräser verschließen, da gerade diese Holzverbundwerkstoffe die Werkzeuge besonders stark beanspruchen und es dadurch bei der Bearbeitung zu einem sehr hohen Verschleiß am Schneidwerkzeug kommt. Der eine oder andere kennt das bestimmt vom sägen von Laminat mit der Stichsäge, wenn die Zähne des (Marken-)Sägeblattes nach sehr kurzer Zeit ziemlich rund sind. Der ursprüngliche Plan mit der Fräse eine Schablone zur Herstellung von Nuten zur Herstellung Domino-Verbindungen aus dem Buch: „Handbuch Oberfräse“ von Guido Henn, herzustellen habe ich mich kurzfristig umentschlossen und mich mit der Herstellung von verdeckten Schwalbenschwanzverbindungen zu befassen. Als Schablonensystem hatte ich hierzu vor kurzer Zeit ein gebrauchtes Festo VS 500 System zur Herstellung von diversen Zinkenverbindungen erstanden. Um die Bosch POF 1400 ACE hierzu verwenden zu können, habe ich noch eine 10,8 mm Kopierhülse kaufen müssen, was sich als kleines Problem darstellte, da die diversen umliegenden Baumärkte leider keine Kopierhülsen vorrätig im Programm haben. Naja amazon.de hat´s dann gerichtet….;)
Das Fräsen der Verbindung in Massivholz hat problemlos funktioniert. Die Arbeitsergebnisse sind sehr zufriedenstellend. Da man bei der Herstellung von Schwalbenschwanzverbindungen sehr genau arbeiten muss, ist eine 1/10 mm genau Tiefenfeinstellung notwendig. Da diese bei der POF 1400 ACE vorhanden ist, habe ich gedacht, dass es kein Problem ist die Frästiefe genau einzustellen. Allerdings ist die Skala für die Feineinstellung ziemlich locker montiert, so dass sich die Anzeige für meinen Geschmack zu leicht verdrehen lässt und man dadurch während der Arbeit die Anzeige zu leicht verstellt. Es wird dann ziemlich schwierig im Nachhinein die korrekte Frästiefe festzustellen. Ich habe ein Bild mit der ersten Probefräsung der verdeckten Schwalbenschwanzverbindung hinzugefügt. Es ist darauf ganz klar zu erkennen, dass die Fräsung etwas zu tief ist. Um bei dieser Verbindungsart perfekte Ergebnisse zu erhalten bedarf einiges an Übung, vor allem da man nicht sehen kann wo man fräst, sondern alles „im Gefühl“ haben muss. Die Fräsergebnisse an sich, also was die Fräse beeinflußen kann, waren dabei sehr gut und das händling der Maschine ist auch sehr gut. Als einziges Problem hierbei ist, dass man um den Fräser einzuspannen, den Hub der Maschine so ziemlich komplett ausnutzen muss. Gerade in dieser Position dann den Fräser mit der richtigen tiefe einzuspannen ist eine ziemliche Fummelarbeit. Leider gibt es auch keine Feststellung an der Maschine, mit der man in Dauerbetrieb schalten kann und die komplette Konzentration auf das korrekte abfahren der Schablone richten kann. Meiner Meinung nach ein ziemlich großes Manko an der Maschine.

Folgende Sachen sind mir während der Arbeit mit der Fräse aufgefallen:
- Leider gibt es keine Feststellung für den Betrieb. Das ständige festhalten der beiden Knöpfe kann während längerem arbeiten sehr anstrengend/nervig sein. Es bleibt eigentlich nur die Möglichkeit bei längerem Arbeiten die Knöpfe mit einem Klebeband oder einem Kabelbinder zu fixieren, was dann natürlich Sicherheitstechnisch mehr als fragwürdig ist.
- Die Fräse lässt sich nicht im Einhandbetrieb bedienen, was allerdings nicht besonders schlimm ist, da man die Maschine mit 2 Händen definitiv besser im Griff hat. Hab das einfach mal getestet, weil ich´s bei Festool gesehen hatte und den Unterschied feststellen wollte. Die Festool Oberfräsen sind ja preistechnisch auch etwas weiter oben angesiedelt wie die grünen Maschinen vom Bosch.

Fazit:
Die Maschine macht für diesen Preis (amazon.de ca. 140 €) keine schlechte Figur. Natürlich muss man bei diesem Preis einige Kleinigkeiten verschmerzen (die ich oben schon mal aufgezählt hab), aber im Ganzen gesehen ist das Preis-Leistungsverhältnis echt top. Das SDS-Wechselsystem für die Kopierhülsen hat mich sehr begeistert, vor allem da man zum Beispiel bei der Festool OF 1100 die Kopierhülsen noch mittels eines Zentrierdorns ausrichten muss und der Preis für die Festool OF 1100 bei ca. 400 € liegt. Ich muss sagen für den Heimwerker, der gelegentlich mal was fräst ist diese Maschine auf jeden Fall zu empfehlen. Mich persönlich hat gerade die doch recht wuchtige Gehäuseform immer etwas von diesen Maschinen abgehalten, die ich überzeugt davon war, dass sie einfach schwer zu händeln sind. Beim Test wurde dieses Kriterium souverän widerlegt.
NEXT
1/8
PREV
Hier gehts zum Gewinnspiel 'Bohrgeräusch des Monats' auf 1-2-do.com Hier gehts zum Gewinnspiel 'Bohrgeräusch des Monats' auf 1-2-do.com
Werde Mitglied in der großen deutschen Heimwerker-Community!
Jetzt anmelden!