POF 1400 ACE –
präzise arbeiten wie ein Profi!

Mitglieder der 1-2-do.com stellen Bosch
Elektrowerkzeuge auf die Probe

Alles in Allem eine solide Leistung - Details verbesserungswürdig 0 Kommentare
Vom 27.04.11 Geändert 2011-04-27 01:47:49
Die richtige Verpackung macht's
Am Tag des Erhalts der Produkttestsendung waren die Spannung und die Erwartungen an die neue Oberfräse sehr groß. Gleich als erstes ist positiv anzumerken, dass (wie für Bosch typisch) die Maschine in einem robusten Kunststoffkoffer mit perfekter Passgenauigkeit geliefert wird. Besonders erfreulich ist dabei, dass im Koffer selbst die Anschlaghilfe und einige weitere Utensilien wie z.B. unterschiedliche Fräsköpfe Platz finden. Einzig das Verschlusssystem des Koffers ist nicht allzu perfekt, selbst wenn der Koffer 100% passgenau verschlossen ist, rasten die Kofferverschlüsse manchmal nur mit Nachhelfen ein - das sollte leichter gehen - ist aber ein Problem das ich bislang bei beinahe allen Bosch-Koffern festgestellt habe.

Der erste Eindruck zählt
Nach dem Auspacken des Gerätes begeistert die Haptik. Obwohl die Maschine zum größten Teil aus Kunststoff besteht, wirkt sie sehr stabil und liegt dank der ergonomisch geformten, gummierten Führungsgriffe perfekt in der Hand. Das Gewicht der POF 1400 ACE ist genau richtig - nicht zu leicht um unkontrollierbar zu werden und nicht zu schwer um ein Ermüden hervorzurufen. Auch optisch wirkt die Oberfräse durchweg ansprechend und sauber verarbeitet. Die für einen Neuling vielen Bedienelemente können allerdings im ersten Moment etwas verwirren, das mitgelieferte Handbuch sollte auf jeden Fall zu Rate gezogen werden. Zwar sind die Bedienelemente allesamt sehr übersichtlich und sinnvoll angeordnet, dennoch ist eine direkte intuitive Nutzung nicht möglich - das wäre bei einer Oberfräse allerdings auch ein bisschen zu viel verlangt.

Ausführliches Handbuch mit guten Tipps
Sehr erfreulich ist, dass das Handbuch nicht nur die technischen Daten, eine Bedienelementeübersicht und die Sicherheitshinweise aufweist, sondern darüber hinaus auch eine klar verständliche und gut strukturierte Einführung in die Nutzung einer Oberfräse bietet. Nicht nur die notwendigen Einstellungen werden detailliert beschrieben, auch die richtige Führung des Gerätes wird erläutert, bei den meisten Herstellern sucht man danach vergebens. Als Sahnehäupchen findet man im Schlussteil noch weitere Tipps z.B. zum Fräsen eines Kreises. Ein Verbesserungsvorschlag bleibt bzgl. des Handbuches dennoch anzubringen: Die Bezifferung einzelner Bedienelemente mag zwar praktisch sein, um die Zeichnung für mehrere Sprachen nutzen zu können, es gäbe aber eine Möglichkeit dem Anwender die Ablenkung des "Ziffernsuchens" in der Zeichnung zu ersparen. Statt die entsprechenden Bedienelemente nur in der Zeichnung zu beziffern, könnte man an die entsprechenden Elemente einen Aufdruck mit der jeweiligen Ziffer anbringen. Das würde den Einstieg in die Nutzung der POF 1400 ACE noch weiter vereinfachen und die Anleitung noch verständlicher machen, da die Dokumentation sich dann nicht nur auf ein Bild sondern direkt auf die Maschine beziehen würde. Über all das hinaus, wären z.B. online abrufbare "Tutorials" bzw. Anwendungstipps in Form von kurzen Videos ein besonderes Extra - ganz von dem Aspekt abgesehen, dass es eine gute Werbung wäre, da sicherlich auch Kunden anderer Marken solche Anleitungen suchen. Auf diese Art und Weise könnten zudem Bedenken vieler Neulinge abgebaut werden und die Oberfräse dem Neueinsteiger nähergebracht werden.

Der erste Testlauf
Gerade hat die Holzverkleidung der Garagendachkante nach jahrzehntelangem Wettereinfluss ausgedient - eine ideale erste Anwendung. Als Ausgangsmaterial dient ein Fichtenholzbalken. Ziel ist es, die obere Kante abzurunden und den Balken in ein L-Profil zu verwandeln, dass sich auf der Garagenwand als Blende anschrauben lässt. Als bislang vollkommen unerfahrener Hobby-Handwerker im Bereich Oberfräsen, war ich zunächst gespannt, ob ich überhaupt ein halbwegs akzeptables Ergebnis erziele.
Nachdem alles gemäß des Handbuchs eingestellt war, brachte ich zu erst einen Industriesauger an die vormontierte Saugvorrichtung an. Als es nun endlich los ging, war ich überrascht, wie einfach sich die Maschine führen lässt. Selbst an härteren Stellen im Holz, bleibt die Präzision und Führungsleichtigkeit erhalten, die Konstantdrehzahlelektronik leistet also ganze Arbeit. Nach den ersten beiden durchlaufenen Fräsbahnen von 2,5 Meter, konnte ich bereits mit Hilfe des Anschlags absolut gerade Bahnen fräsen. Nur an Stellen an denen das Holz Knoten aufweist ergiebt sich die für Holz übliche Problematik, dass entweder der gesamte Knoten herausbricht oder die Oberfräse an der entsprechenden Stelle "abrutscht" und einen Bogen um den Knoten macht. Geht man entsprechend vorsichtig und geduldig vor, stellen jedoch nicht einmal die Knoten ein Problem dar. Der erste Fräsversuch war somit ein durchgängiger Erfolg und die Präzision der Maschine überwältigend. Insbesondere die extrem genaue Höheneinstellung weiß zu beeindrucken.


Verbesserungsmöglichkeiten
Neben den bislang angesprochenen Verbesserungsvorschlägen zur Verpackung sowie zum Handbuch, gab es auch einige Aspekte an der Maschine selbst, bei denne ich mir eine Verbesserung wünschen würde:

  • Obwohl Fichte ein eher weiches Holz ist, hatte ich teilweise den Eindruck, schon nahe am Leistungsmaximum zu sein, eine geringere Frästiefe löste dieses Problem zwar, trotzdem wäre eine etwas höhere Leistung wünschenswert, schließlich sollte das Fräsen von Fichte "wie in die Butter" gehen.
  • Ein wirkliches Problem stellte für mich die Absaugvorrichtung dar. Gerade im Bereich der Knoten lösten sich bei höherer Frästiefe auch größere Holzteile, diese verstopften dann die Absaugvorrichtung, die insgesamt einfach zu flach ausfällt. Der Saugkanal müsste insgesamt direkt am Fräseinsatz bzw. am Übergang zum Staubsaugeranschlussstück größer sein.
  • Es wäre hilfreich die Maschine mit einer Arretierung zu versehen, sodass beim Fräsen nicht dauerhaft ein Schalter gedrückt gehalten werden muss - insbesondere bei längeren Fräswegen wie der gannten Balkenanwendung ist die derzeitige Lösung nicht sonderlich komfortabel
  • Die Überarbeitung der Fixierung der Fräseinsätze wäre wünschenswert, die Arretierung mittels Imbusschlüssel bei gleichzeitigem Halten der Maschine und des Fräseinsatzes ist ein Fingerakrobatikakt. Ein werkzeugfreies System ähnlich der SDS-Lösung bei den Bohrern wäre das Optimum.

Besonders beeindruckend:
  • die Genauigkeit der Höhenverstellung und die Möglichkeit der direkten Höhenanpassung an z.B. Werkstücke mit Nut
  • die Präzision und Leichtigkeit auch an härteren Holzstellen dank Konstantdrehzahlelektronik
  • leichter und direkter Einstieg in die Arbeit mit Oberfräsen möglich --> Anfängertauglich


Ich bedanke mich, dass ich das Gerät testen durfte und hoffe ich konnte ein ungefähres Bild bzgl. der möglichen Potentiale aus Verbrauchersicht vermitteln.
Hier gehts zum Gewinnspiel 'Bohrgeräusch des Monats' auf 1-2-do.com Hier gehts zum Gewinnspiel 'Bohrgeräusch des Monats' auf 1-2-do.com
Werde Mitglied in der großen deutschen Heimwerker-Community!
Jetzt anmelden!