Multischleifer PSM Primo

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Bosch PSM Primo - Erste Wahl bei kleinen Flächen, Ecken und Kanten. 1 Kommentar
Vom 30.09.14 Geändert 2014-09-30 08:28:29
Bosch PSM Primo - Erste Wahl bei kleinen Flächen, Ecken und Kanten.

Lieferumfang:

Schleifgerät
 1 Schleifblatt 80er Körnung mit zwei Ersatzspitzen
Bedienungsanleitung


Verpackung / Lieferumfang:

Der PSM Primo ist der kleinste kabelgebundene Multischleifer der Firma Bosch und wird im Gegensatz zu seinen größeren Verwandten nicht in einem Plastikkoffer, sondern in einem Pappkarton geliefert. Dieser ist zwar durchaus stabil, bei häufigem Ein- und Auspacken wird er aber sicherlich mit der Zeit auseinander fallen. Ich persönlich würde mir auch für dieses Gerät einen strapazierfähigen Plastikkoffer wünschen, der sich im Wergzeugkeller gut in eine Reihe mit anderen Bosch-Geräten einfügen lässt.
Wie bereits aufgelistet wird der Bosch Primo mit einem Schleifblatt in einer 80er Körnung geliefert.
Für den Anfang ist das eine gute Wahl und man kann gleich loslegen. Im Hinblick auf die spätere Auswahl und Nachkäufe weiterer Schleifblätter, hätte ich mir allerdings noch zwei weitere Körnungen im Lieferumfang gewünscht.
Die beigelegte Bedienungsanleitung ist neben Deutsch in 13 weiteren Sprachen übersetzt und bietet einen schnellen Einstieg in Arbeitsschutz und Handhabung.

Erster Eindruck:

Der erste Gedanke der nach dem Auspacken in den Sinn kam: Wow, wie klein und so leicht!

Verarbeitung:

Das Gerät macht einen sehr wertigen Eindruck. Die verschiedenen Komponenten aus Hartplastik und Gummi sind sehr sauber verarbeitet und miteinander verbunden.

Design und Ergonomie:

Das Design des Gerätes ist ganz auf eine einhändige Bedienung ausgerichtet. Durch die runde Gestaltung des „Griffes“ liegt der Primo gut in der Hand und eine Gummierung an der Oberseite sorgt für zusätzlichen Halt beim Arbeiten. Der Ein/Aus-Schalter kann durch seine Lage an der Vorderseite leicht mit einem Finger betätigt werden. Dafür muss nicht umgegriffen werden. Das geringe Gewicht von 600g (laut Herstellerangaben) vervollständigt den Gesamteindruck eines kleinen, handlichen und gut zu führenden Multischleifers. Ein Einduck, der sich in den späteren Tests betätigte. Wer allerdings lieber mit beiden Händen das Gerät kontrollieren will, sollte zu einem größeren Schleifer greifen.

Microfilter System:

Der Großteil der verschiedenen Bosch-Schleifmaschinen ist mit dem sogenannten „Microfilter System“ ausgestattet. Leider verbirgt sich hinter diesem Begriff nicht bei jedem Gerät der gleiche Filter. Während bei den größeren Bosch Schleifmaschinen der Staub in eine Staubbox mit Lamellen geleitet wird, besitzt der Primo nur eine kleine ansteckbare Box deren Abluftlöcher mit einem Filterpapier verschlossen sind. Ich erwähne dies deshalb, da man sich beim Kauf des PSM Primo von der Verpackung leicht täuschen lassen kann. Bosch verwendet auf der Verpackung des Primo das allgemeine Logo des „Microfilter System“, das eine Staubbox mit Lamellen zeigt (siehe Foto). Wie erwähnt besitzt das Gerät dieses Lamellenfilterung aber nicht. Interessanterweise wurde wohl auch in der Bedienungsanleitung beim Thema Staubbox einfach der Text von größeren Maschinen kopiert. Denn hier heist es: „Reinigen Sie die Lamellen des Filterelements mit einer weichen Bürste.“ (Bedienungsanleitung, Deutsch, S. 7) Wie etwas reinigen, was gar nicht vorhanden ist. Eine Überarbeitung des Verpackungsdesigns und der Anleitung wäre hier sicherlich wünschenswert.
Zur Handhabung: Die Staubbox lässt sich leicht auf den Ausblasstutzen aufstecken, auch wenn ein  richtiges „einrasten“ wie in der Bedienungsanleitung beschrieben, nicht zu spüren ist. Zunächst hatte ich Bedenken, ob die Staubbox nicht ein wenig locker sitzt und sich durch die Vibrationen des eingeschalteten Gerätes von selber löst. Vorweg kann ich hier aber Entwarnung geben. Beim meinem Test hat die Box sich kein einziges Mal gelöst und blieb stets an ihrem Platz.

Praxistest:

Für den Praxistest des Multischleifers habe ich mir zwei unterschiedliche Projekte vorgenommen. Zum Einen stand das Abschleifen einer alten Holztruhe mit relativ großen Flächen und zum anderen die gründliche Lackentfernung bei einem kleinen Nähkästchen mit etlichen Ecken und Kanten an. Im Folgenden werde ich beide Projekte nacheinander kurz beschreiben und dabei auf die Vor- und Nachteile des Primo eingehen.

Projekt 1: Holztruhe

Bei dem zu bearbeitenden Objekt handelte es sich um eine alte Holztruhe die mehrere Jahre im Keller stand und die von einer Lackschicht und anderen Verunreinigungen befreit werden sollte.
Da ich dem Filtersystem nicht ganz über den Weg traute, habe ich die Schleifarbeiten nach draußen verlegt und sicherheitshalber zunächst einen Staubsauger angeschlossen.
Als erstes habe ich mit den großen Seitenflächen begonnen und war erstaunt über den hohen Abrieb, den das kleine Gerät zu Stande bringt. Der Abzug des Staubes über den angesteckten Absaugschlauch funktionierte dabei tadellos und der Blick auf die zu bearbeitende Fläche blieb frei. Leider musste ich schon nach kurzer Zeit feststellen, dass die angedachte Wendigkeit des Primo durch eine angeschlossene Fremdabsaugung stark beeinträchtigt wird. Durch das geringe Gewicht des Multischleifers hatte ich oft das Gefühl, gegen den Absaugschlauch anarbeiten zu müssen, damit Gerät und Absaugung meinen Bewegungen folgen. Also folgte der Wechsel auf die Filterbox. Und zu meinem Erstaunen musste ich feststellen, dass diese kleine Staubbox gar nicht so schlecht ist. Grob geschätzt würde ich sagen, das 2/3 des Abriebs in die Box gingen. Die gewonnene Bewegungsfreiheit beim Arbeiten machte den Verlust an Saugkraft mehr als wett.
Besonders kleinere Ecken und Kanten ließen sich nun hervorragend schleifen. Auch bei den größeren Seitenflächen zeigte der Primo gute Schleifergebnisse. Wobei hier schon die Versuchung groß war, einen größeren Schleifer aus dem Keller zu holen, um die Flächen schneller bearbeiten zu können. Fazit bei diesem ersten Projekt: Der Primo eignet sich sehr gut für die kleinen Flächen, und für Ecken, bei denen größere Geräte passen müssten. Bei allen durchgehenden Flächen, die größer als 1 Quadratmeter sind, würde ich dagegen den Einsatz eines kraftvolleren Multischleifers empfehlen.

Projekt 2: Nähkästchen

Beim zweiten Praxistest ging es um das Abschleifen eines kleinen Nähkästchens. Viele kleine Flächen und gerundete Kanten warteten hier auf den Primo. Mit der Erfahrung aus dem ersten Projekt habe ich mich direkt für die Staubbox und gegen eine Absaugung entschieden. Schnell stellte sich dies als richtige Wahl heraus. Die unterschiedlich angeordneten Flächen machten ein häufiges Umsetzen des Multischleifers notwenig, was ohne Absaugschlauch wesentlich schneller geht. Gerade durch diese Wendigkeit machte das Arbeiten mit dem Primo hier richtig Spaß und ging leicht von der Hand. Durch die spitz zulaufende Schleifplatte kam ich ohne Probleme in alle Ecken und auch die abgerundeten Kanten konnte ich gut vom Lack befreien ohne zuviel Material abzutragen. Toll hierbei: Ist die Spitze des Schleifblattes schon abgenutzt, der Rest aber noch in Ordnung, kann man diese einfach wechseln ohne, das ganze Schleifblatt austauschen zu müssen. Bei jedem Bosch Schleifblatt für den Primo sind jeweils zwei Ersatzspitzen mit dabei, was die Lebensdauer des Blattes deutlich verlängert.
Will man allerdings dauerhaft mehr Druck auf die Schleifplattenspitze ausüben, verkrampft die Hand relativ schnell, da das Design nur die eine Griffhaltung der Hand, nämlich der Griff von oben an das Gerät, zulässt und man daher nicht umfassen kann.

Schleifergebnis:
Bei beiden Projekten war das Schleifergebnis gleichmäßig und sauber. Trotz der kleinen Gerätegröße ist der Abrieb ordentlich und die Leistung für kleinere Flächen völlig ausreichend.
Etwas vorsichtig muss man allerdings beim Austausch der Schleifblattspitzen sein. Setzt man die neue Spitze nicht genau passend ein, bildet sich ein größere Naht, in der sich Splitter und Abrieb sammeln können und letztendlich zu Kratzer auf der zu schleifenden Oberfläche führen.

Fazit:
Zusammenfassend ist der Primo genau die richtige Wahl für alle kleinen Schleifarbeiten, bei denen der Schliff per Hand zu mühsam und größere Maschinen ungeeignet sind. Allen die „mal schnell“ ein kleines Kästchen, einen Beistelltisch, eine kleine Kommode oder ähnliches abschleifen wollen, würde ich das Gerät uneingeschrängt weiterempfehlen. Wie bei fast allen Schleifarbeiten sollte man  als Arbeitsort auch hier den Außenbereich wählen, denn dann kann man die Absaugung getrost weglassen und der Primo kann seine einfache Handhabung, Leichtigkeit und Wendigkeit voll ausspielen.






 
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Hallo zusammen,

den Thread zur Diskussion über diesen Testbericht findet Ihr unter http://www.1-2-do.com/forum/showthread.php?p= 783049#post783049.
2014-11-17 13:23:40

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