Unglaublich vielseitig mit dem PMF 10,8 LI

Mitglieder der 1-2-do.com stellen Bosch
Elektrowerkzeuge auf die Probe

Werkstattbuchbericht: PMF 10,8 LI 0 Kommentare
Vom 15.11.10 Geändert 2010-11-15 09:53:23
Einleitung Dass das Bosch-Team genau dieses Werkzeug in den Produkttest gibt, ist bestimmt klug gewählt. Unter einem Multifunktionswerkzeug kann man sich alles und zugleich nichts vorstellen. Da wird es nicht einfacher, wenn Bosch das Multiwerkzeug zusätzlich noch mit einem Akku ausstattet. Um den Funktionsumfang und die Sinnhaftigkeit eines solchen Werkzeuges zu beurteilen, sind Produkttests somit bestimmt nicht der falsche Weg.
Rahmenbedingungen Testwerkzeug: Bosch Multifunktionswerkzeug PMF 10,8 LI An was wurde getestet: Test-Projekt „Geheimbuch“ (hier findet ihr ein lovelyWerkstattbuch dazu)
Bedingungen: Für den Testbericht bekomme ich kein Geld oder Werbeklicks, darf das Gerät aber nach dem Test behalten.
Test-Projekt Als Test-Projekt habe ich mir ein „Geheimbuch“ vorgenommen. Das Projekt ist vielleicht etwas verspielt, aber mir kam es weniger auf das Produkt, als auf die Vielseitigkeit des Projektes an. Das Gute an dem Projekt ist nämlich, dass ich daran alle Einsatzbereiche des gelieferten Multiwerkzeuges testen konnte. Das Tauchsägeblatt habe ich dazu eingesetzt, um die Aussparungen in das Buch zu bekommen. Das BIM-Sägeblatt habe ich beim Bau eines kleinen Kästchens für das Buch erprobt. Dabei habe ich dünne Holzplatten zugesägt und eine Nut angebracht. In die Nut wurde ein zugesägte Aluplatte eingeschoben, die den Deckel der Box bildet.
Technik Das Gerät ist erstaunlich klein und leicht (ca.1kg). Zwar nicht so klein wie die meisten Dremel (gehört übrigens auch zu Bosch), aber immer noch handlich genug für kleine und genaue Arbeiten. Im Gegensatz zu einem typischen Drehmel ist das Boschmultiwerkzeug ein oszillierendes Gerät. Bedeutet also, dass die Aufsätze jeweils hin und her schwingen, statt sich schnell zu drehen. Diese Technik sorgt für ein relativ sicheres und kontrolliertes Arbeiten, bei gleich Power wie z.B. einem „normalen“ Deltaschleifer. Wer also ein Multiwerkzeug sucht, sollte sich auf jeden Fall die Vorteile der jeweiligen Techniken anschauen und sich das Einsatzgebiet überlegen. Wer sich unter Oszillation nichts vorstellen kann, der schaut sich seine elektrische Zahnbürste an. Die funktioniert auch so.
Lautstärke Was die Lautstärke des Gerätes angeht, so ist sie nach der Bedienungsanleitung zwischen 80 und 90 dB ausgeschrieben und Gehörschutz wird empfohlen. 80 bis 90 dB gleicht der Lautstärke einer Hauptverkehrsstraße. Heimlich im Wohnzimmer was reparieren ist also nicht drin ;). Zwar legen meinem Eindruck nach viele Heimwerker wenig Wert auf Gehörschutz, aber ich persönlich möchte auf ihn bei der Arbeit mit dem Multiwerkzeug nicht verzichten.
Lieferumfang Zum getesteten Lieferumfang gehört ein Li-Ionen-Akku, ein BIM Segmentsägeblatt für Holz/Metall, eine Deltaschleifplatte, Schleifpapier für Holz, ein Tauchsägeblatt für Holz. Wenn ich die Betriebsanleitung richtig interpretiere, dann gehört der Akku nicht zum Standard-Lieferumfang. Da ein Akku jedoch zwingend zum Einsatz der Maschine benötigt wird, muss dies meiner Meinung nach auch noch in den Standard-Lieferumfang mit aufgenommen werden.
Werkzeugwechsel Der Werkzeugwechsel erfolgt durch eine einfache Spannschraube mit Scheibe. Diese wird mit Hilfe eines Innensechskantschlüssels angezogen oder gelöst. Erfreulich bei dieser Lösung finde ich, dass man kein Spezialwerkzeug braucht. Allerdings war ich unsicher wie stark ich die Schraube anziehen soll. In der Bedienungsanleitung steht dazu: „Ziehen Sie die Schraube (…) gut an.“ (S. 11) Aber was bedeutet gut? Durch die Vibrationen kann sich eine zu leicht angezogene Schraube relativ schnell lösen, was mir auch gleich zu Beginn passiert ist. Danach habe ich die Schraube immer soweit angezogen, bis ich einen leichtes Nachgeben des Motors gespürt habe. Zu viel Kraft sollte man aber auf keinen Fall aufbringen. Ein einmal durchgedrehtes Innengewinde in der Maschine lässt sich vermutlich nur sehr schlecht reparieren. Man sollte deshalb an diesem Punkt Vorsicht walten lassen.
Akku Der Akku ist ein Lithium-Ionen-Akku. Der Akku gehört somit zur neuesten Generation, hat keinen Memory-Effekt mehr und wird dadurch nicht Schwächer, wenn er häufiger oder nur teilweise geladen wird. Außerdem sprechen Lebensdauer und Power für den Akku. Die Ausstattung des Multiwerkzeuges mit Akku ist ein großer Vorteil des Gerätes, wenn man an unzugänglichen Stellen etwas arbeiten muss. Allerdings sorgt die begrenzte Akkuleistung auf der anderen Seite auch für Einschränkungen. Für punktuelle Aufgaben ist das Gerät sehr gut geeignet. Für stundenlanges Schleifen eignet sich hingegen die Kabelausführung besser. Man hat jedoch auch die Möglichkeit über ein Wahlrad die Geschwindigkeit am Multiwerkzeug zu verändern, wodurch sich die Akkuleistung verlängern soll. Da ich jedoch meist auf einer relativ hohen Stufe gearbeitet habe, kann ich nicht beurteilen, wie groß der Effekt ist. Eine zusätzliche Eco-Stellung soll darüber hinaus bei speziellen Arbeiten den Akku zusätzlich schonen. Informationen über den Akkustand bekommt man über eine Anzeigenampel (grün, gelb, rot). Was mich überrascht hat, wie ruckartig sich der Akku ausschaltet, wenn er aufgebraucht ist. Das klingt jetzt vielleicht relativ nebensächlich, aber ich bin es gewohnt das Gerät selbst auszuschalten. Meist werden die Werkzeuge durch den nachlassenden Akku langsamer und man entscheidet sich für eine Aufladung. Als sich das Gerät bei mir selbst ausgeschaltet hat, habe ich dadurch vergessen den Ausschalter zu betätigen. Als ich den Akku danach wieder eingesetzt habe, ist das Gerät sofort gestartet. Da es sich um ein relativ sicheres Werkzeug handelt, ist dies halb so wild. Überrascht ist man aber auf jeden Fall. Prinzipiell ist die Akkulösung aber super. Um die begrenzte Akkuleistung aufzuheben und die Vorteile voll nutzen zu können, ist ein zweiter Akku bestimmt eine sinnvolle Investition. Durch die schnelle Aufladung des Akkus ist dann vermutlich ein pausenloses Arbeiten möglich.
Einsatzwerkzeug Die Werkzeuge kann man in beliebiger Rasterposition einsetzen, wodurch man einfacher arbeiten kann und besser in Ecken etc. kommt.
  • Das Multiwerkzeug als Deltaschleifer funktioniert sehr gut. Das Schleifpapier haftet wie gewohnt klettenartig auf der Platte.
  • Das Segmentsägeblatt habe ich verwendet um dünnes Holz und Metall zu trennen. Da die Arbeit mit der Gerät sehr einfach funktioniert, habe ich mir auch das Säge damit kinderleicht vorgestellt. Doch besonders beim Holz hat das Gerät teilweise bissig reagiert, wenn ich den falschen Winkel und die falsche Sägetiefe gewählt habe. Erstaunt war ich hingegen, wie schön man aus freier Hand die Spur halten kann. Das Segmentsägeblatt ist je nach Eintauchen in das Material relativ lang und sorgt dafür für eine erstaunlich gute Schnittführung.
  • Das Tauchsägeblatt war ein Einsatzwerkzeug mit dem ich vorher noch nie gearbeitet habe. Umso gespannter war ich darauf, wie es sich im Praxistest erweist. Ich war positiv von den Möglichkeiten überrascht. Ohne zusätzlichen Arbeitsraum kann man tiefe und genaue Tauchsägeschnitte machen. Toll ist, dass man damit auch Ecken gut aussägen kann, ohne ein darüber hinausgehenden Sägeschnitt zu haben.

Fazit Vermutlich ist das von Bosch akkubetriebene Multifunktionswerkzeug PMF 10,8 LI nichts für jemanden, der seine komplette Holzfassade am Haus abschleifen möchten. Dazu ist der Akkubetrieb zu begrenzt. Wer jedoch ein leichtes und flexibles Multiwerkzeug für Dekoarbeiten, Reparaturen und komplizierte Ausbesserungen sucht, ist hier genau richtig. Dabei sollte man aber nicht auf einen zweiten Akku verzichten, um gerade bei schwierigen Projekten konzentriert durcharbeiten zu können. Die Zeit für einen Blick auf das Werkzeug und seine Technik sollte man sich beim nächsten Baumarktbesuch auf jeden Fall nehmen.P.S.: Den Testbericht findet ihr auch auf meinem Blog: Testbericht


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