Unglaublich vielseitig mit dem PMF 10,8 LI

Mitglieder der 1-2-do.com stellen Bosch
Elektrowerkzeuge auf die Probe

Wochenende - endlich Zeit zum Arbeiten!! 0 Kommentare
Vom 14.11.10 Geändert 2010-11-14 16:14:20
Erwartungen

Bisher haben wir uns für viele Arbeiten von Freunden den Feinmaster, also das Multifunktionsgerät der Firma Fein, allerdings kabelgebunden, geliehen. Damit waren wir absolut zufrieden. Für die paar Male wo man es aber braucht, war uns der Anschaffungspreis einfach zu hoch.
Deswegen waren wir auf das Multifunktionsgerät von Bosch mit dem vielversprechenden neuen Lithium-Ionen Akku gespannt und haben uns sehr gefreut, als Tester ausgewählt zu werden.
Unser Testprogramm erstreckte sich vom Sägen verschiedener Materialien über Schleifarbeiten unter beengten Verhältnissen bis hin zum Abspachteln von Kleberresten. Letzteres entfiel leider, da kein Schaber im Testpaket war und wir das zu spät gesehen haben um noch den Baumarkt unseres Vertrauens zu besuchen. Vielleicht holen wir dies noch nach, aber da das Testende kommende Woche erreicht ist, wollen wir nichts versprechen, was wir nachher nicht halten können.
Wir haben im direkten Vergleich zu dem Multimaster von Fein getestet, aber in dem Wissen, dass es sich um 2 verschiedene „Preisklassen“ handelt.
Besonders neugierig waren wir, ob der Akku die vielen Vorschusslorbeeren aus der Werbung verdient und wirklich schnell lädt, lange hält und vor allem in der Leistung unter Last nicht einknickt.
Mit diesen Voraussetzungen ging es dann heute . Zwei Männer - beide sehr erfahrene Handwerker, ich, weiblich und besonders im Schleifen von Holzdielen erprobt und bewaffnet mit Schreibblock und Kamera sowie der PMF 10,8 LI.

Erster Eindruck

Der erste Eindruck war sehr gut. Was alles im Koffer war, hat Büffel ja schon beschrieben. Der Koffer selber macht einen stabilen Eindruck und ist geräumig genug für viel neues Zubehör, das sehr übersichtlich und fest eingepackt werden kann. Sehr positiv: Der Werkzeugwechsel geschieht mit einem Standard - Inbusschlüssel, so dass ein Verlieren nicht gleich ein Desaster ist.
Das Gerät liegt gut in der Hand und ist auch mit Akku sehr leicht. Deutlich leichter als das Gerät von Fein. Auch passte das Gerät bei mir besser in die Hand als das von Fein, die Männer fanden beide Geräte gleich angenehm.



Sägen – Metall

Das Montieren des ersten Sägeblattes brachte bereits einen Kritikpunkt: Jedes Werkzeug ist mit einem Lochkranz versehen und wird auf einen entsprechenden Kranz aus „Nuppeln“ aufgesetzt und dann zentral festgeschraubt. Diese Nuppeln zu treffen ist fummelig, besonders die Männer fluchten, weil man die Schraube recht weit herausdrehen muss um die Perforation von den Erhebungen zu bekommen und die Schraube dann, der Schwerkraft und Murphys Gesetz folgend, runter fällt. Ich selber fand das nicht so schwerwiegend – aber im Vergleich zu dem Montageprinzip des Gerätes von Fein unhandlicher. Dort dreht sich das Werkzeug auf einem Innenring. Die Schraube wird also nur leicht gelöst, das Werkzeug kann dann stufenlos gedreht werden und wird mit der Schraube lediglich festgeklemmt. Das Werkzeug dort hat sich allerdings bei längerem Arbeiten häufiger gelöst und es erforderte deutlich mehr Kraft die Schraube fest genug zu bekommen. Aus meiner Sicht also ein Unentschieden.

Test 1: Stahlrohr Der erste Testkandidat war nicht wirklich ernst gemeint, wir wollten nur sehen, was passiert und sind einem Gasrohr aus Stahl mit kräftiger Wandstärke zu Leibe gerückt. Positiv - es gab keine Verletzten, obwohl das Gerät hin und her rutschte, war es nie außer Kontrolle. Negativ – auch das Stahlrohr war relativ unverletzt.

Test 2: Stahlnägel Als nächstes eine Aufgabe, die wie für das Multifu gemacht war. Innerhalb einer Fensterlaibung stehen dicke Stahlnägel heraus, die bündig abgesägt werden sollten. Ruck-zuck war dies erledigt. Super Ergebnis, einfache Durchführung. Ganz klar perfekt gelöst, diese Aufgabe.

Sägen – Holz

Im Bereich Holz wollten wir es wissen und haben mehrere Materialien getestet, denn diese Aufgaben fallen bei uns sehr häufig an.

Test 3: Kürzen einer Leiste Mit dem Segmentsägeblatt langsam und mühselig, mit dem Tauchsägeblatt schnell und sauber. Es lohnt sich nicht, die Sticksäge oder eine Puk aus dem keller zu holen, das Multifu erledigt das mal eben mit.

Test 4: Auschnitt in eine MDF Fußbodenleiste Das Tauchsägeblatt kam erneut zum Einsatz. Die beiden Schnitte am unteren Ende der Fußleiste, wo die Späne also weg fliegen konnten, ließen sich schnell und problemlos sägen. Der Verbindungsschnitt dagegen gestaltete sich zäh. Das Sägeblatt setzte sich zu und man muss mehrfach absetzen und den Staubsauger an den Schnitt halten. Der Schnitt ist aber präzise und sauber. Sollten solche Arbeiten häufiger anfallen, werden wir versuchen, den Adapter zu bekommen und das Japanblatt von Fein verwenden.

Test 5: Anpassen einer Eiche-Mehrschichtdiele Erneut wurde das Tauchsägeblatt eingesetzt. Das Ergebnis war absolut überzeugend. Der Schnitt ging schnell und die Kanten waren sauber und praktisch Gratfrei. Zum Vergleich haben wir einen weiteren Schnitt mit dem Segmentsägeblatt gemacht. Die Eintauchtiefe war ausreichend für das Mehrschichtparkett, der Schnitt ebenfalls sehr sauber. Auffallend war neben der geringen Lärmentwicklung auch, dass es wenig staubte und der entstehende Staub nicht weit durch den Raum gewirbelt wurde. Sehr angenehm für mich, die traditionell das Sauber machen der Baustelle zugeteilt bekommt.

Sägen – Trockenbauplatte und Eternitplatte

Test 6: Ausschnitt in ein Trockenestrichelement Kurz und Knapp: so schnell konnte ich kaum fotografieren, wie diese Aufgabe erledigt war. Präzise, sauber – perfekt. Mehr gibt es dazu kaum zu sagen.

Test 7: Eternitplatte wandbündig absägen An einem neu eingebauten Fenster sollten in die Öffnung überstehende, alte Eternitplatten abgesägt werden. Aufgrund der geringen Staubentwicklung gingen wir bei offenem Fenster und nur mit leichtem Atemschutz an die Aufgabe. Wie erwartet sägte das Multifu getreulich und präzise den Überstand ab. Staub entstand wenig. Allerdings wurde die Maschine zu diesem Zeitpunkt schon deutlich warm. Einsatzdauer bisher ca. 30 Minuten. Auch die Akkukontrollleuchte brannte schon ein Weilchen. Aber auch dies wieder eine der Aufgaben, die man ohne ein Multifu nicht in der Qualität erledigen kann. Alleine dafür lohnt die Anschaffung schon!

Schleifen

Test 8: alte Holztreppe abschleifen Wir haben eine alte Holztreppe, von der Teppichboden und Kleber mit dem Multimaster von Fein bereits vor einer Weile abgespachtelt wurden. Die alte Farbe ist noch drauf, dazu Kleberreste. Jan Poe aus der Community hatte mich extra noch ermahnt, dass ich mit dem armen Multifu NICHT die ganze Treppe abschleifen darf zum Testen – aber für die Ecken der Viertelwendelung stelle ich mir das Gerät sehr passend vor. Also ran. Alles abgehängt und den Schleifaufsatz aufgesetzt, 80er Schleifpapier und ab geht es.
Und es ging ab! Ich war gleich mehrfach verblüfft im positiven Sinne. Die Vibrationen hielten sich in Grenzen, man könnte also, wenn der Akku mitmachen würde, durchaus größere Flächen bearbeiten. Das Gerät liegt super in der Hand, wirft nicht mit Staub um sich und schmirgelt gnadenlos bis tief in die Ecken rein alles weg. Für den Test haben wir nur eine Ecke gemacht und der Akku gab auch sehr früh den Geist auf aber das wird definitiv nicht die letzte sein.
In dieser Disziplin gefiel mir das Boschgerät besser als das von Fein, auch wenn dem naturgemäß dann Kabel die Puste nicht ausgeht. Grade bei Fummelkram ist das Handling wichtig, und wenn ich nach 2 Stufen einen Tennisarm habe, wäre das sicher kontraproduktiv. Also geht dieser Punkt klar an das Boschgerät.
Ein Kritikpunkt allerdings auch hier. Wie im Bild zu sehen ist, löste sich das Flies vom Schleifblatt bereits nach sehr kurzem Einsatz beim Papierwechsel, so dass das Schleifblatt nicht mehr verwendbar ist. Wenn das nicht nur ein Einzelfall ist, treibt das die Kosten unnötig hoch!


Der Akku und seine Leistung

Der Akku lief bis zum Ende mit voller Leistung und hat und eindeutig überzeugt, dass die Zeiten vorbei sind, wo man Akkugeräte „eh vergessen“ kann. Allerdings kam dieses Ende sehr, sehr früh. Hier würde ich mir eine deutlich höhere Kapazität wünschen, alternativ einen Wechselakku. Auch wenn der Akku tatsächlich nach gut 1 Stunde wieder voll geladen war, ist das Verhältnis von knapp einer Stunde Arbeiten und dann 1 Stunde Warten nicht so dolle.

Die Sägeblätter

Das Mehrzwecksägeblatt ist für die Metallbearbeitung zu grob gezahnt. Feinere Blätter wären schön. Wir bevorzugen trotz des hohen Anschaffungspreises Spezialsägeblätter und wechseln lieber bei Bedarf. Für Holz gibt es verschiedene Blätter, aber keines der von uns ausprobierten kam an die Leistung des Japansägeblattes von Fein heran, welches nicht nur super sägt sondern vor allem weniger Probleme mit Spänen hat. Ich finde die Entscheidung von Bosch, einen Adapter anzubieten, mit dem die Werkzeuge von Fein nutzbar sind absolut genial!

Handling

Bei stärkerem Aufdrücken während des Sägens wurde die Maschine unruhig in der Hand. Dies liegt vermutlich am geringen Eigengewicht. Jedenfalls haben wir dieses Phänomen bei dem Gerät von Fein nicht beobachtet, allerdings war starker Druck aufgrund der höheren Leistung auch selten erforderlich. Trotzdem bekommt das Boschgerät in dieser Kategorie meine Stimme, da es ruhiger in der Hand lag und gerade bei filigranen Arbeiten leichter zu kontrollieren ist. Sehr angenehm ist der Eco-Modus, der das Gerät runter regelt in Leistung und Lautstärke, wenn man gerade nicht am Werkstück ist. Das ist eine tolle Erfindung.

Fazit

Für den normalen Hausgebrauch ist das Boschgerät absolut empfehlenswert, auch wenn die Akkulaufzeit enttäuscht. Hier benötigt man unbedingt einen Wechselakku. Das Gerät ist griffig, vielseitig und liegt gut in der Hand. Dank Akku ist es schnell einsetzbar ohne Verlängerungskabel und immer bereit, wenn es benötigt wird. Ein Gerät mit vielen Einsatzmöglichkeiten im Alltag plus einigen für den ambitionierten Hobbyrenovierer. Ich bin froh, dass wir das Gerät behalten dürfen, sonst hätte ich mich nach dem Test wahrscheinlich entschieden, das Multifunktionsgerät von Bosch ( aber mit Kabel) zu kaufen und den Differenzbetrag zu dem Fein Multimaster in Schuhe oder andere wirklich wichtige Dinge zu investieren!

NEXT
1/16
PREV
Hier gehts zum Gewinnspiel 'Bohrgeräusch des Monats' auf 1-2-do.com Hier gehts zum Gewinnspiel 'Bohrgeräusch des Monats' auf 1-2-do.com
Werde Mitglied in der großen deutschen Heimwerker-Community!
Jetzt anmelden!