PFS 65 – Einfach lossprühen!

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Elektrowerkzeuge auf die Probe

PFS Beizen und Lacke 0 Kommentare
Vom 31.05.11 Geändert 2011-06-01 00:01:30
Erster Eindruck: Die Verpackung ist hervorragend. Das Gerät ist gut verstaut und der Karton ist sehr stabil. Das Gerät liegt gut in der Hand und der Kunststoff wirkt hochwertig. Herstellerland „Made in China“, schade aber nicht schlimm. Ich denke nicht das von einem PFS eine Gefahr für Leib und Leben ausgeht. Tragegurt und sonstiges Zubehör sehen gut aus und fühlen sich auch gut an (ja sowas ist mir wichtig bei Werkzeug).
Mein Interesse an dem Gerät: Für mich ist der Umgang mit Beizen und Lacken sehr wichtig. Beim Beizen habe ich oft das Problem das egal wie zügig ich arbeite an den Kanten immer Stellen sind die zu stark gebeizt wurden und dadurch sichtbar sind. Mit Lacken erziele ich mit der Lackrolle gute Ergebnisse hoffte aber diese noch verbessern zu können.
Testaufbau sind zwei Projekte und ihre Einzelteile: 1. Eine Kiste aus Fichtenleimholz die für meine Oberfräsenzubehör ist sprich Fräser, diverse Aufsätze und Sonstiges. Die Kiste wurde dunkelrot gebeizt, und dann mit wasserlöslichem Klarlack lackiert. Die Einsätze sind aus Buchensperrholz (8mm) und wurden mit silbergrauen Acryllack lackiert. 2. Ein kleines Kästchen für Kleinkram aus Buchenleimholz. Dieses wurde in Nussbaum dunkel gebeizt und dann mit einem Bootslack (Lösungsmittel) lackiert.
Die Beize war in beiden Aufbauten wasserlöslich.
Beizen: Die Fichtenleimholz Kiste kam zuerst. Ein paar Testsprüher auf Karton bis ich glaubte die richtige Einstellung gefunden zu haben. Schon wenige Sprüher auf der Innenseite des Kistendeckels zeigten mir das zuviel Sprühmaterial aufgetragen wird. Zwar war das ganze in zwei sehr schnellen Bahnen erledigt aber es sammelte sich die Beize. Ich testete mit allen Einstellungen aber es war schlicht unmöglich ein Einstellung zu finden in der nicht viel zu Beize aus der Düse kommt. Der Blick ins Handbuch sprach davon mehr original Sprühmaterial hinzuzugeben. Ein verdicken ist bei den Beizen die ich verwende im nachhinein aber nicht möglich. Verwendet wurden Beizen von Clou eine selbst gemischt eine fertig gekauft. Mir ist auch keine Beize bekannt wo das möglich wäre. Innen ist also aufgrund der Ansammlung von Beize ein Sprühen nicht möglich. Außen kann man wenn man sehr zügig arbeitet eine komplette Kiste in weniger als 20 Sekunden sprühen. Wichtig ist aber das man die zu stark aufgetragene Beize danach noch zügig mit einem Beizpinsel verteilt. Einfach nur sprühen war nicht möglich.
Acryllack: Laut Anleitung soll der Acryllack mindestens 10% verdünnt werden. Nach meinen Erfahrungen mit dem Beizen kamen mir zwar Zweifel aber ich hielt mich an die Anleitung. Bei meinem Lack waren ca 20% nötig. Ich wählte eine kleine Einstellung um nicht zuviel aufzutragen. Der Auftrag war auf Anhieb sehr schön und deckend ohne zuviel aufzutragen. Da ich die Einsätze schon verleimt hatte, befürchtete ich Farbnasen aber die blieben aus. Ich hatte bei Acryllack immer das Problem eine schöne glatte Fläche zu erhalten irgendwie waren immer Pinsel oder Lackrolle sichtbar. Mit dem PFS ist die Fläche sehr schön glatt geworden. Wichtig ist es auch hier zügig zu arbeiten.
Klarlack (wasserlöslich): Nach den guten Erfahrungen bei Acryllack schaute ich mir meinen Klarlack und versuchte mit Verdünnung in etwa die gleiche Viskosität herzustellen wie mit dem Acryllack. Etwa 10% haben es hier getan. Wieder war die Lackschicht auf Anhieb schön deckend und gleichmäßig. Mit einem Zwischenschliff nach Trocknung über Nacht und einer zweiten Schicht Lack war die Sache erledigt. Schönes Ergebnis!
Bootslack (lösemittelhaltig): Bootslack ist schon eine dicke Brühe und ich musste auf 45% verdünnen damit das Zeug irgendwie flüssig genug wurde um damit zu sprühen. Eigentlich soll man meinem Bootslack bei der ersten Schicht auf 40% verdünnen und später immer weniger Verdünnung verwenden. Von diesem Gedanken konnte ich mich also verabschieden. Wie bei den anderen Lacken gab es keine Probleme. Mehr als eine zweite Schicht habe ich aber auch nicht aufgetragen weil mir das reinigen zu aufwändig wurde. Das Ergebnis war zufriedenstellend stellte aber irgendwie keine Verbesserung zur Lackrolle dar. Keine Ahnung woran das liegt bei den anderen Lacken hatte ich eine sofort sichtbare Verbesserung des Ergebnisses.
Die Reinigung: Was die Reinigung angeht hatte ich dir größten Bedenken aber die waren eher unbegründet. Beize scheint garnicht an dem Kunststoff des Behälters zu haften auch die wasserlöslichen Lacke waren kein Problem. Einfach den entleerten Behälter mit Wasser ausspülen und dann mit dem klaren Wasser sprühen bis nur noch klares Wasser kommt. Laut Anleitung soll man dann noch die Düse reinigen. Die Reinigung der Düse war aber bei meinem Test nur eine Formsache weil die Düse schon vom durchspülen sauber wurde. Dann kam der Bootslack. Dieser schien sehr wohl ein wenig zu haften was aber wohl an seiner Eigenschaft liegt. Ich habe den Behälter mit etwas Lösemittel (ca. 100ml) gefüllt und dann in einen anderen Behälter gesprüht. Das verwendete Lösemittel habe ich immer zweimal zum durchspülen genutzt. Nach drei Gängen (sechsmal spülen mit drei Ladungen Lösemittel) schien alles sauber zu sein. Dann noch die Düse reinigen. Für jedes mal sprühen ging also fast ein halber Liter Lösemittel drauf. Der Spaß muss dann noch entsorgt werden. Ich habe das Zeug in einen leeren Farbbehälter gefüllt und bei der Deponie abgegeben. Ziemlich lästig alles in allem.
Mein Fazit: Zum Beizen ist das PFS trotz der Angaben im Handbuch leider nicht geeignet. Die Beize ist schlicht zu dünn und man kann die Farbmenge nicht so weit herunter drehen wie es nötig wäre damit ein schöner leichter Sprühstrahl entsteht. Bei den Lacken sieht das Ergebnis anders aus. In allen Fällen musste man zwar erst die nötige Verdünnung finden aber danach bekommt man auch ein schönes Ergebnis. Sobald man aber ein wenig Erfahrung im Umgang mit dem PFS hat ist das kein Problem. Die Reinigung war die größte Überraschung. Ich hatte es mir lästiger vorgestellt, sehr viel lästiger um genau zu sein. Bei wasserlöslichen Lacken kann ich die Verwendung des PFS uneingeschränkt empfehlen, vor allem weil ich das Gefühl hatte das die Reinigung schneller geht als bei einem Pinsel oder einer Lackrolle. Vielleicht ist es auch einfach nur bequemer zu sprühen statt einen Pinsel zu reinigen. Für Lacke auf Lösemittel Basis sollte man schon ein größeres Projekt haben. Sprich ein größeren Zaun oder ähnliches. Sonst ist man zu sehr mit dem reinigen des PFS beschäftigt. Lösemittel kosten außerdem auch ordentlich Geld besonders wenn man einen halben Liter pro Reinigung braucht. Ob es eine Materialersparnis gab kann ich nicht sagen dazu hätte ich zwei identische Projekte parallel laufen lassen müssen. Die Zeitersparnis war aber selbst bei meinen kleinen Projekten absolut spürbar. Man erledigt so eine Kiste in weniger als einer Minute.
Verbesserungsvorschläge: Ich weiß ich stehe allein mit meiner Ansicht aber ich hätte mir eine deutlich umfangreichere Anleitung gewünscht. Ein Feinsprühsystem ist kein Akkuschrauber mit dem jeder schon so seine Erfahrungen hat aber die Anleitung ist gerade mal 6 Seiten lang (allgemeine Sicherheitshinweise mal abgezogen). Besonders der Bereich zur Reinigung von Sprühmaterialien auf Lösemittelbasis wäre wichtig. Ich habe deswegen beschrieben wie ich es gemacht habe weil keine Infos in der Anleitung oder dem Film zu finden waren. Desweiteren sollte man die Sprühmenge noch deutlich kleiner einstellen können. Beize ist so, selbst auf einem Zaun ohne Farbnasen nicht aufzutragen. Als letztes wäre es schön wenn der Luftstrom nicht ständig aus der Sprühpistole kommen würde. Man hat so schon seine Probleme beim Beizen und Lackieren und es nervt ungeheuer wenn einem Lappen und andere leichte Dinge von dem Gerät weggepustet werden. Der Luftstrom kann ja irgendwo am Gerät austreten und wenn man den Knopf drückt zur Düse umgeleitet werden.
Klang vielleicht kritischer als es sein sollte. Für Lacke ist das PFS definitiv mein Gerät der Wahl!
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