PFS 65 – Einfach lossprühen!

Mitglieder der 1-2-do.com stellen Bosch
Elektrowerkzeuge auf die Probe

Fluch und Segen 0 Kommentare
Vom 31.05.11 Geändert 2011-05-31 16:12:40
Fluch und Segen

Für den ersten Produkttest der PFS hat es sich angeboten, vor Allem da die Zeit drängte, die Sichtbalken in dem Kinderzimmer meiner Tochter zu ölen.
Da die Sichtbalken in dem Kinderzimmer meines Sohnes von mir bereits mit Lappen geölt wurden, konnte ich somit einen guten Vergleich ziehen.
Aber erst mal von Anfang an.

Das erste Erscheinungsbild:

Der erste Eindruck nach Erhalt des Paketes war wie von Bosch gewohnt ein sehr guter. Die solide Verpackung birgt hohe Erwartungen auf das Gerät, welche nach dem Auspacken nicht enttäuscht werden.

Die Bedienungsanleitung:

Die Einzelteile aufgereiht, geht es zuerst an das Studium der Bedienungsanleitung – auch wenn dies augenscheinlich für den Zusammenbau des Feinsprühsystems nicht notwendig erscheint.
Wer das erste mal eine Bedienungsanleitung von Bosch in der Hand hält (bei mir nicht der Fall) ist möglicherweise von deren Umfang etwas irritiert und möchte sie gleich wieder weglegen. Dies liegt jedoch daran, dass bei Bosch, wie auch sicherlich bei anderen Herstellern, sämtliche Sprachen in einem Heft zusammengefasst werden.
Die Anleitung ist übersichtlich und verständlich verfasst und man benötigt nur wenige Minuten um mit der Handhabung – zumindest in der Theorie – vertraut gemacht zu werden. Eine gute Arbeit der technischen Redaktion.
Auf die Bewertung der Anleitungs-DVD habe ich erst mal verzichtet, da sich sicherlich viele Anwender mit der gedruckten Form begnügen bzw. diese bevorzugen.

Der Zusammenbau:

Hier ist es den Ingenieuren gelungen das der Zusammenbau des Gerätes auch für weniger technisch Versierte leicht von der Hand geht und die Vorfreude auf das Arbeiten damit gesteigert wird.
Der Anschluss des Luftschlauches kann als genial hervor gestellt werden, etwas einfacheres habe ich bisher nicht in den Händen gehalten.
Der Tragegurt ist auch mit zwei Handgriffen befestigt und zeigt aufgrund seiner Karabinerhaken keinerlei Schwachstellen welche ein unsicheres Gefühl der Haltbarkeit hervorrufen.
Da nicht viel mehr montiert werden muss, kann dieser Abschnitt auch sehr kurz gehalten werden.

Das Einstellen:

Die Einstellung des Sprühbildes und der Farbmenge ist im Prinzip selbsterklärend – hier muss nur der absolute Neuling im Handbuch nachlesen.
Da ich bereits mit einer Sprühpistole im Kompressorbetrieb gearbeitet habe, bin ich nach Gefühl vorgegangen und habe – für die vor mir liegende Arbeit – ein ovales Spritzbild gewählt.
Die Wahl der Stellung des Ansaugrohres fiel mir umso schwerer, da ich nicht nur von oben, sondern auch über Kopf zu Arbeiten hatte.
Ich habe mich dann zuerst für die Stellung nach vorne – also für die Arbeit von oben – entschieden, um danach die Balken von unten zu bearbeiten.
Sollten hier Arbeiten vorliegen, bei denen oft im Wechsel von oben und unten gesprüht wird, ist es notwendig, jeweils den Becher abzuschrauben und das Ansaugrohr zu drehen.
Da jedoch naturgemäß alles voller Sprühmaterial ist, empfiehlt es sich, das Rohr mit dem Becherrand zu drehen, was aber dank seiner Leichtgängigkeit kein Problem darstellt.
Für den Anschluss an das Stromnetz ist je nach benötigtem Arbeitsradius entweder ein Verlängerungskabel oder eine Kabeltrommel mit Steckdose an der Verlängerungsseite notwendig.
Hier wäre ein etwas längeres Anschlusskabel sicherlich hilfreich gewesen.
Nun war es an der Zeit auf einem Stück Karton das Sprühbild und die Intensität zu überprüfen.
Für das von mir verwendete Öl auf Wasserbasis war die richtige Einstellung die Kleinste.

Vor dem Lossprühen - das vorbereiten des Werkstücks:

Der Arbeitsbereich wurde von Schmutz und Staub befreit, was in meinem Fall durch Abschleifen und anschließendes Absaugen vorgenommen wurde.
Wie im Handbuch beschrieben, ist es nötig, den umliegenden Arbeitsbereich vor Sprühnebel zu schützen. Also war erst mal Abkleben angesagt – ich wollte ja kein Öl auf der Wand...
Hierbei habe ich die umliegenden Bereiche auf eine Zeitungsbreite abgedeckt. Anzumerken ist noch, dass das Zeitungspapier komplett befestigt wird, da sonst der Luftstrom das leichte Abdeckmaterial ganz schön herumwirbelt.
Für den oberen Bereich zwischen den Balken und der Dachschräge habe ich mir einen Karton hergerichtet, welchen ich dann mit einer Hand in die Vorhandene Kerbe gehalten habe und mit der freien Hand den Balken eingesprüht habe.
Für die ganze Abklebeaktion habe ich dann doch fast eine Stunde Zeit benötigt.

Jetzt geht es los – das Arbeiten mit der PFS 65:

Der Farbbecher war gefüllt, noch den Stecker in das Verlängerungskabel gesteckt und gegen herausrutschen gesichert, den Gurt über die Schulter und schon konnte es losgehen!
Leider muss man sagen, dass das Vergnügen mit der PFS 65 zu arbeiten viel zu schnell vorbei ist. Der Materialauftrag gelingt so einfach und schnell, dass ich mir wünschte, die Balken wären noch etwas länger.
Da die Pistole aus Kunststoff gefertigt und somit sehr leicht ist, habe ich keinerlei Ermüdungserscheinungen im Handgelenk gehabt, was bei der Benutzung einer Konventionellen Farbsprühpistole mit Kompressor – je nach Modell und Beweglichkeit des Anschlussschlauches – schon mal vorgekommen ist.
Die ganze Aktion hat gerade mal 10 Minuten in Anspruch genommen, im Vergleich zum Auftragen mit der Hand bzw. Lappen ist das nur ein Bruchteil der Zeit. Von der Anstrengung bei der Arbeit ganz zu schweigen.
Das Ergebnis war ein gleichmäßiger Ölfilm über das gesamte Material. Es waren keinerlei Laufspuren, sogenannte Nasen oder Stellen ohne Materialauftrag zu erkennen.
Auch an den heiklen Stellen in den Ecken und an der Oberseite des Hauptbalkens, wo ich mit einer Hand gesprüht habe und mit der anderen den Karton zum Abdecken gehalten habe war das Ergebnis hervorragend!

Die Reinigung:

Zu der Reinigung des Gerätes nach vollbrachter Arbeit kann im Vergleich zu anderen Sprühsystemen gesagt werden, dass hier mit anwenderischem Sachverstand entwickelt wurde. Will heißen, die Pistole ist im Handumdrehen zerlegt und an allen Stellen zur Reinigung gut bis sehr gut zugänglich.
Da ich ein Öl auf Wasserbasis verwendet habe, war die Reinigung entsprechend ein Klacks, nach mehrmaligem Durchspülen und -sprühen mit Wasser und anschließendem trockenwischen mit einem fusselfreien Lappen war die Pistole wieder sauber wie ich sie aus der Verpackung genommen habe.
Den Kompressor und den Schlauch habe ich nur mit einem feuchten Tuch abgewischt.
Alles in Allem hat das Saubermachen genau wie die Arbeit an sich auch nur 10 Minuten gedauert.

Fazit:

Die PFS 65 von Bosch ist nicht nur eine Alternative zu konventionellen Methoden des Farbauftrags hinsichtlich ihres tatsächlich vorhandenen Minderverbrauchs sondern stellt in ihren Eigenschaften eine erhebliche Arbeitserleichterung dar welche mit enormen Spaß an der Sache gekrönt wird.
Einziges Manko, wenn man es so nennen kann, ist die zu kurze Anschlussleitung. Hier sollte eventuell nochmal nachgebessert werden.
Eine Verbesserung wäre noch, die Verstellung des Ansaugrohres von außen zu ermöglichen. Ob dies jedoch Markttechnisch im Hinblick auf den Anschaffungspreis sinnvoll erscheint ist wiederum fraglich.

Zum Abschluss noch die Erklärung des Titels „Fluch und Segen“:

Ein Segen ist die PFS 65 durch ihre Einfachheit der gesamten Anwendung und Handhabung, einen Fluch stellt sie dar, da nach bekanntwerden des Besitzes und eben jener Einfachen Handhabung sowohl die Familie, wie auch die Nachbarschaft vor neuen Projekten nur so über einen herfallen... :-))

(Abschließender Kommentar meiner Frau:"wie, schon fertig, das ging ja schnell, wenn das so gut geht dann kannst Du ja noch...")

Vielen Dank für die Möglichkeit, ein solches Gerät testen zu dürfen!

Mit einer farbigen Zukunft grüßt Dieter – der Kneippianer
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