PFS 105 E WALLPaint - für strukturierte Oberflächen

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Elektrowerkzeuge auf die Probe

Farben sprühen statt streichen? 2 Kommentare
Vom 29.08.12 Geändert 2012-08-29 14:18:44
Vielen Dank für den ausgezeichneten Boschhammer, dessen Nutzung einem alten Heimwerker wie mir, große Freude bereitet.

Nachfolgend zu den aufgeführten Fragen meine Feststellungen.

Welche Arbeiten hast Du mit dem PBH 2500 SRE durchgeführt?

Diese Frage stellte sich mir vor einiger Zeit, als mir wieder ein Bosch-Produkttest angeboten wurde. Als Maler-Sohn bin ich die üblichen Malerarbeiten mit Pinsel und Rolle gewohnt. Mit etwas Routine ist ein Zimmer heute auch schnell gemalert. Daher war ich etwas skeptisch als mir das neue Farbsprühsystem PFS 105 E WALLPaint von Bosch zum Testen angeboten wurde. Ich sagte dann gleich, dass wir gerade keine Innenräume zum Renovieren haben, aber  man sagte mir, dass man mit dem Farbsprühsystem und einem entsprechenden Zubehör auch Lasuren verarbeiten könne.

Bild: Sichtschutzwand vom Wetter gezeichnet
 
Das klang wiederum sehr interessant, denn im Garten stand die Auffrischung unserer Sichtschutzelemente aus Holzan, die nach 4 Jahren doch schon ein wenig Glanz verloren hatten. Nach ein paar E-Mails waren die Rahmenbedingungen geklärt und ich sollte das PFS 105 E WALLPaint nebst Zubehör für Lasurarbeiten zum Testen erhalten. Das klang klasse, denn wir haben einiges an Holz, das einen neuen Anstrich benötigt. Und ich hatte den Zeitaufwand noch von der Erstlasurg in Erinnerung. Den Test mit den Wandfarben reiche ich dann nach, sobald wir unser Wohnzimmer im Herbst renovieren.
Farbsprühsystem als praktisches Set

Bild: Sprühpistolen für Lasur (links) und Wandfarbe (rechts)
 
Die Lieferung des PFS 105 E kam von Bosch direkt in 2 Paketen. Einmal das Hauptprodukt, das auf den ersten Blick wie ein Staubsauger aussieht. Und das besagte Zubehör für die Verarbeitung der Lasuren. Letzeres ist eigentlich nur eine weitere Farbsprühpistole, die sich von der Pistole für die Wandfarben nur  im Volumen (800 ml statt 1.000 ml) und durch eine fehlende Justierung des Farbnebels unterscheidet. Was ich vermisst habe, war eine Übersicht zu den Unterschieden und den zu verwendenden Farben. Denn ob man mit der großen Pistole auch hätte Lasuren spritzen können, wird nicht deutlich. Auf die Probleme mit dickflüssigen Wetterschutzfarben gehe ich im Testverlauf ein. Auch hier wäre in Hinweis sicher im Sinne der Heimwerker.

Bild: Das Komplett-Set
 
Wie sich nach dem Auspacken recht schnell zeigt, ist das PFS 105 ein gut durchdachtes Set, das aus dem Sprühsystem (Kompressor), einem Pumpschlauch für die Luft, einem 1.000 ml Farbbehälter mit separatem Deckel, der eigentlichen Farbsprühpistole und zwei Einfülltrichtern aus Pappe besteht.
Der Kompressor sieht zwar aus wie ein Staubsauger, saugt aber nicht, sondern bläst die Luft unter Druck in die Farbsprühpistole. Die Stärke des Luftdrucks kann man an einem roten Schalter am hinteren Ende des Geräts einstellen. Das genaue Zusammenspiel zwischen Druckluftregler und Farbnebelregler an der Pistole ist ausführlich in der Anleitung beschrieben und bei einem ersten Sprühtest gut nachvollziehbar.

Bild: Kabelaufbewahrung
 
Gut gelöst ist auch die Aufbewahrungsmöglichkeit für den Druckschlauch im Behälter selbst. Aufgerollt passt der Schlauch perfekt da rein und neben der kleinen Kabelaufbewahrung am hinteren unteren Ende des Behälters, haben sich die Bosch Leute da viele sinnvolle Gedanken gemacht.
Wenn alles verstaut und der halbtransparente Deckel auf den Behälter gesteckt ist, dann kann man die Sprühpistole einfach in den Deckel klicken. Das funktioniert für das Tragen des Geräts oder auch während einer Arbeitspause, um die gefüllte Farbpistole sicher abstellen zu können.
Welche Farbe kann verwendet werden?
Wie eingangs geschrieben, ist die Beschreibung diesbezüglich etwas mau. Das Farbsprühsystem PFS 105 E WALLPaint  ist - wie der Name es vermuten lässt - für Wandfarben ausgelegt. Empfohlen werden Dispersions- und Latexfarben, die man noch zu 10% mit Wasser verdünnen sollte, um sie fließfähiger zu machen. Auf der Aktionswebsite zur PFS 105 steht ergänzend: Mit der optional erhältlichen Farbpistole erweiterbar für den Einsatz mit Lacken und Lasuren.

Bild: Sprühversuche mit Wetterschutzfarbe
 
Da ich neben meinen Holzsichtschutzwänden auch noch die Blende um unser Terrassendach streichen musste, lag es nahe, das ebenfalls mit im Test zu versuchen. Sprühen würde ja schneller gehen als mit Pinsel und Walze zu streichen. Ich habe unsere Consolan Wetterschutzfarbe mit 10% Wasser verdünnt und in den Farbbehälter der kleinen Pistole gefüllt. Die Bretter habe ich im Carport in meinen provisorische "Lackierraum" gestellt und die ersten Versuche gemacht. Der Farbauftrag war leider nicht so gut. Egal welcher Luftdruck mit dem Rad eingestellt oder welche Farbmenge an der Pistole selbst gewählt wurde, der Farbauftrag war nicht gleichmäßig und voller Sprenkel. Die Blendenbretter habe ich dann schlussendlich doch mit der Walze gestrichen. Die Wetterschutzfarbe ist entgegen Lasuren oder Lacken wohl doch zu dick und zähflüssig. Das ist gut als Wetterschutz, aber schlecht für die Verwendung mit einer Farbsprühpistole.
Neuer Versuch mit Lasuren.

Bild: Sichtschutzwand vor Farbauftrag
 
Ich habe die Sprühpistole ordentlich gereinigt, was übrigens total einfach geht, da bis zur Düse alles sehr gut auseinander zu bauen ist. Am besten reinigt man die Pistole, in dem man den Farbbehälter mit Wasser (bei wasserlöslichen Farben) oder einer Universalverdünnung füllt und unter Druck in einen Eimer sprüht, bis die Pistole wieder sauber ist. Nach dem Reinigen habe ich dann normale Holzschutzlasur - ebenfalls mit 10% Wasser verdünnt - in den Behälter gefüllt und einen neuen Versuch mit den Holzwänden gestartet.
Das Ergebnis war unmittelbar zu sehen und wesentlich besser. Mit der richtigen Farbe wurden meine Erwartungen mehr als erfüllt.  Nach ein paar weiteren Versuchen, um das richtige Luft- und Farbmengenverhältnis herauszufinden, ging das Lasieren der Wände total schnell von der Hand. Vor allem bei den Zierleisten am oberen Ende, die mit der Hand und einem schmalen Pinsel eine gefühlte Ewigkeit gedauert hatten, ging es mit der Farbsprühpistole viel einfacher und schneller. Man kommt sehr gut an alle Stellen ran und der Farbauftrag ist sauber und gleichmäßig. Ein Holzelement kann mit dem Sprühsystem in weniger als 10 Minuten auf beiden Seiten lasiert werden. Das geht mit Walze und Pinsel bei weitem nicht so fix.

Bild: Farbauftrag mit der Bosch PFS 105 E Wall Paint
 
Das Arbeiten mit der PFS 105 von Bosch ist sehr angenehm. Durch das Stromkabel mit Schukostecker und den ca. 3,5 m langen Luftschlauch hat man einen ausreichend großen Bewegungsradius, um auch größere Flächen einfach mit Farbe versehen zu können. Der Farbverlust an den umliegenden Seiten - auf dem Bild rechts sehr gut zu sehen, hält sich in Grenzen. Der Sprühnebel verteilt sich dort, wo er auch hin soll. Dennoch kommt man um ein Abkleben oder Bedecken umliegender Flächen oder Gegenstände nicht herum. Es sein denn man arbeitet im Freien, wo das keine Rolle spielt. In unserem komplett mit weißen Holzwänden verkleideten Carport, wollte ich das nicht ausprobieren. Dieser Aspekt ist sicher beim Sprühen von Wänden in Innenräumen besonders zu beachten, denn wer nicht gerade einen Rohbau streichen, sondern in einem bereits bewohnten Raum vielleicht nur eine Wand mit frischer Farbe versehen möchte, der sollte sich die Mühe sorgfältigen Abklebens nicht ersparen.
Als letzten Punkt möchte ich noch auf das Reinigen des Geräts eingehen. Der Gärtner unserer Nachbarn, der mich beim Arbeiten sah, meinte, er hätte früher auch schon mal ein Farbspritzsystem gehabt und ihn hätte das umständliche Reinigen sehr gestört. Ich fand das Reinigen der Farbpistole von Bosch total einfach. Wasser oder Verdünnung rein, Schlauch angeschlossen und leergesprüht. Fertig. Bei starken Verschmutzungen kann man die komplette Düse ausbauen und in die Reinigungsflüssigkeit legen, bis sich alles wieder gelöst hat. Man sollte das alles nur direkt nach der Arbeit erledigen und nicht erst Tage später oder vor dem nächsten Einsatz. Aber das kennt man von der normalen Farbwalze ja auch. Die ist nach einem Jahr auch nicht mehr zu benutzen, wenn man zu bequem war, sie nach dem letzten Malereinsatz von der Farbe zu reinigen. Und wer schon mal eine Malerwalze in der Badewanne gereinigt hat, der weiß, was das für eine Schweinerei ist.

Bild: Sichtschutzwand in neuem Glanz
 
Testergebnis: Final betrachtet ist das Farbsprühsystem PFS 105 E WALLPaint von Bosch ein ausgereiftes und kinderleicht zu bedienendes Heimwerker-Produkt. Ich habe es zwar nur mit Holzlasuren getestet und nicht mit Wandfarben, aber mit dünnflüssigen Holzlasuren funktioniert es sehr gut. Bosch könnte die Anleitung bzgl. der  verwendbaren Farben etwas ausführlicher machen. Nicht jeder weiß gleich, ob eine Wetterschutzfarbe nun eine Lasur oder ein Lack ist und mit der Farbsprühpistole eingesetzt werden kann. Das ist zwar nur eine Banalität, aber eine wichtige, die den Spaß an der Benutzung des Geräts durchaus trüben kann. Denn das Arbeiten mit der PFS 105 E macht echt Spaß, es geht sehr viel schneller als von Hand und das Ergebnis lässt sich vorzeigen.
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Sichtschutzwand vom Wetter gezeichnet © Matthias Blaß
1/8 Sichtschutzwand vom Wetter gezeichnet © Matthias Blaß
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SUPER
2013-08-11 14:48:53

GUT
2013-08-11 14:50:10

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