PFS 105 E WALLPaint - für strukturierte Oberflächen

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Elektrowerkzeuge auf die Probe

Testbericht PFS 105E WallPaint von Bosch 3 Kommentare
Vom 09.07.12 Geändert 2012-07-09 23:04:25
Intro
Farbe einmal anders als mit Rolle und Pinsel aufbringen hatte mich immer schon gereizt. Als ich die Testankündigung für den PFS 105E WallPaint auf dieser Seite sah, wollte ich die Chance nutzen und habe mich als Testkandidat beworben. Ich hatte großes Glück und wurde ausgewählt, Anfang Juni traf das Gerät zusammen mit einem Eimer Polarweiß von Schöner Wohnen bei mir ein. Ich war angenehm überrascht, denn neben dem Gerät in der Wallpaint-Variante wurde zusätzlich noch die Pistole für Lacke und Lasuren mitgeliefert. Ich hatte die Renovierung unseres Treppenhauses mit dem Gerät beabsichtigt, aber ein ungeplanter Auslandsaufenthalt machte diesen Plan zu Nichte. Also wurde flugs ein neues Ziel gesucht und die Teilrenovierung des Zimmers der Tochter in der Prioritätenliste nach vorn geschoben, hier sollte eine Wand, an der einmal ein Schrank stand neu und in abgetönter Farbe gestrichen werden…

Aufbau und Vorbereitung des Gerätes
Ich bin, was das Sprühen von Farbe angeht, ein ziemlicher Laie, daher musste ich mich erst einmal etwas ausführlicher mit dem Gerät vertraut machen. Als Testkandidat musste unser Gartenzaun herhalten, an dem ich einige Liter Wasser zum Üben versprüht habe. So konnte ich mich sehr gut auf die Handhabung des Gerätes und die Funktionen der Sprühpistole einstellen. Auch ließen sich wertvolle Erfahrungen mit der Mengenregulierung an der Sprühpistole sammeln. Einen solchen Übungsgang kann ich jedem, der noch nicht mit Farbsprühsystemen gearbeitet hat nur empfehlen… Als Faustwert kann man sagen, dass bei der Einstellung Punktstrahl der Mengenregulierer an der Sprühpistole um eine Stufe zurückgeregelt werden sollte, es wird dann trotzdem noch genug Farbe aufgetragen und man verhindert einen zu hohen Farbauftrag und Laufnasen bzw. eine komplette Durchfeuchtung der Tapete…
Alle Teile des Gerätes sind logisch aufeinander abgestimmt. Der Zusammenbau ist auch ohne Studium der Bedienungsanleitung für Laien durchzuführen. Die Sprühpistolen sind durch ihre Form voneinander zu unterscheiden, ein kleiner Aufdruck (z.B. WP = Wallpaint, L = Lacke / Lasuren) wäre aber nicht schlecht. 
Das Anschlusskabel der Basisstation ist in meinen Augen ein wenig kurz, 5 Meter wären hier wünschenswert, der Aktionsradius wäre dadurch schon deutlich größer. Die Intention ist wohl, dass ein Verlängerungskabel / eine Kabeltrommel zum Einsatzort verlegt wird und das Anschlusskabel den Aktionsradius um diese Versorgungsstation herum abbildet…
Der Luftschlauch zur Sprühpistole könnte ca. 1 Meter länger sein, denn so reicht der Aktionsradius gerade einmal ca. 2,5m nach rechts und links, in dem Fall, dass die Basisstation ca. 1,5m hinter dem zu besprühenden Objekt steht. In kleineren Räumen hingegen ist die gelieferte Schlauchlänge völlig ausreichend bemessen. Vielleicht sollte man eine Verlängerung als Extra-Zubehör mit ins Programm aufnehmen, denn insbesondere in der Altbaurenovierung (Deckenhöhe 3m und mehr) wird der vorhandene Schlauch deutlich zu kurz sein…
Das Gerät hat in etwa die Geräuschkulisse eines Bodenstaubsaugers, vielleicht geringfügig lauter. Für den Einsatz in einer Wohnung ist das aber kein Problem, auch nicht in der „heiligen Mittagsruhe“ oder an Sonntagen.
Das Ablagefach für die Sprühpistole ist gut und funktional. Das Einrasten der Sprühpistole sorgt beim Umsetzen der Basisstation dafür, dass das Werkzeug auch gleich am neuen Einsatzort vorhanden ist. Funktional ist auch die zusätzliche Abdeckung für den Farbtank, allerdings sollte dieser Deckel dann auch in der Basisstation untergebracht werden können, ich sehe mich schon danach suchen…

Vorbereitung des Sprüheinsatzes
Der aufwändigste Teil der Vorbereitung beim Einsatz eines Farbsprühsystems ist nach wie vor das Abkleben der Flächen, die nicht zu besprühen sind. Hier muss auch bei diesem System umfangreich und gründlich abgeklebt werden, wenn Teile des Raumes nicht besprüht werden sollen. Beim Einsatz in Räumen, die in ihrer Gesamtheit einen neuen Anstrich bekommen sollen, ist dieser Aufwand dann etwas geringer, aber gleichzeitig doch höher als beim konventionellen Streichen mit der Rolle. Folien sind dabei möglichst zu fixieren, die Sogwirkung des Sprühnebels ist schon ziemlich heftig und leichte Folien fliegen dann einfach dem Sprühnebel hinterher, wenn hier nicht fixiert wurde… Ecken, Kanten und Farbübergänge sollten mit glattem Malerkrepp abgeklebt werden, dabei das Malerkrepp gut andrücken, dann gibt es darunter auch keine „Einblutungen“ und verfranzten Übergange.

Herstellen des Farbgebindes
Die Farbe habe ich nach der Bedienungsanleitung mit 10% Wasser verdünnt und zusätzlich einen Vollton in entsprechender Menge untergemischt, denn „Reinweiß“ sollte es doch nicht sein. Das Gebinde sollte gründlich durchgemischt und aufgerührt werden. Anschließend kann dann der Farbtank befüllt werden. Die beigelegten Papptrichter habe ich dabei ignoriert, aus einem kleinen Farbeimer bis 5 Liter kann man auch ohne diesen Trichter problemlos befüllen.

Sprühpistole vorbereiten
Das Anschrauben des Farbbehälters ist ein wenig Fummelarbeit, denn das Gewinde muss sauber gegriffen haben, ansonsten gibt es ein echtes Malheur… Ist der Farbbehälter montiert, kann der Sprühspaß losgehen. Der Luftmengenregulierer an der Basisstation sollte auf Stufe 3 eingestellt und der Farbmengenregulierer an der Sprühpistole sollte bei Flächenstrahl auf Stufe 3 – 3,5 eingestellt werden. Diese Einstellung funktionierte bei mir mit dem abgetönten Polarweiß sehr gut. Bei Punktstrahl sollte die Farbmenge auf 2 – 2,5 zurückgeregelt werden, damit nicht zu viel Farbe aufgetragen wird. Ich habe noch eine kleine Probesprühung vorgenommen, um den Farbauftrag bewerten zu können. Der Farbauftrag kann sehr gut und feinfühlig reguliert werden und die Pistole kann mit angenehmer Geschwindigkeit geführt werden

Das Besprühen von Flächen und Ecken / Kanten
Ich habe zuerst Segmente der Wand waagerecht und gegen das Licht besprüht und anschließend die gleiche Fläche senkrecht und mit dem Licht – wie in der Bedienungsanleitung beschrieben -  und so funktioniert es auch problemlos, mit 2 Durchgängen eine saubere Deckung zu erzielen. Ecken und Kanten lassen sich mit dem Punktstrahl sauber besprühen, auch hier sollten für eine gute Deckung jeweils 2 Durchgänge erfolgen.
Die Sprühpistole liegt gut in der Hand, wobei sowohl Rechts- als auch Linkshänder sauber mit der Pistole arbeiten können. Auch mit vollem Behälter ist die Balance des Werkzeuges sehr gut. Eine Verschlechterung der Balance tritt auch bei abnehmendem Füllgrad des Behälters nicht auf. Das abgeknickte Saugrohr im Behälter erfüllt seinen Zweck sehr gut. Leert sich der Behälter zusehends, kann durch leichte Neigung der Sprühpistole in Richtung der Öffnung des Saugrohres der Behälter nahezu restlos entleert werden.
Der Luftschlauch sollte mit der freien Hand möglichst immer nachgeführt werden, das entlastet die Hand mit der Sprühpistole schon merklich und sorgt auch dafür, dass man nicht so schnell über den Schlauch stolpert.
Der gesamte Sprühvorgang mit 2-maligem Nachfüllen des Farbbehälters hat ca. 35 Minuten gedauert, mit diesem Zeitaufwand bin ich erst einmal sehr zufrieden, auch wenn ein Vergleich / die Erfahrung einfach noch fehlt. Auf die hier gezeigte Fläche (ca. 12 qm) wurden ca. 2,3 Liter Farbe aufgebracht.

Reinigung der Sprühpistole und der Basisstation nach dem Einsatz
Die Reinigung des gesamten Systems benötigt nur etwa 20 Minuten, wobei  75% dieser Zeit auf die Sprühpistole entfällt. Die gesamte Sprühpistole kann mit fließend warmem Wasser und einem einfachen Lackpinsel perfekt gereinigt werden. Hier zeigt sich wirklich das perfekt durchdachte System dieser Sprühpistole. Es gibt nur sehr wenige Teile, von denen auch keines in einen normalen Abfluss an einem Waschbecken fallen kann. Das ist wirklich super konstruiert.
Selbst ohne die Bedienungsanleitung kann die Sprühpistole komplett demontiert und wieder zusammengesetzt werden. Man muss lediglich darauf achten, dass der rote Ring für die Umstellung von Punkt- auf Flächenstrahl richtig eingesetzt wird, ansonsten steht diese Funktion einfach nicht zur Verfügung. Ein entsprechender Hinweis sollte in der Fehlerbehebungsliste der Bedienungsanleitung vielleicht noch mit aufgenommen werden.
Die Basisstation muss nur mit einem feuchten Tuch abgewischt werden, dann sieht sie gleich wieder aus wie neu. Man sollte den Deckel für das Staufach ebenfalls abnehmen und dann auch innen einmal durchwischen, man glaubt gar nicht, wie viel Farbnebel sich durch die Rasteröffnungen der Sprühpistole hier her verirrt…
Auf Bilder habe ich hier verzichtet, die Explosionszeichnungen der Bedienungsanleitung sind da schon ziemlich gut und verständlich. Am besten geht das nach kurzer Durchsicht der Bebilderung durch einfaches Probieren.

Fazit und Ergebnis des Tests
Das Gerät hat wirklich prima funktioniert, das Streichergebnis ist uneingeschränkt gut. Auch meine Frau (während des gesamten Sprühvorganges hinter der Kamera) ist sowohl vom Einsatz des Gerätes als auch vom Arbeitsergebnis absolut begeistert. Durch sauberes und sorgfältiges Abkleben gibt es auch keinerlei Kollateralschäden und auch Farbübergänge (bei Rolle und Pinsel ja nie richtig sauber) klappen auf Anhieb und ohne weitere Maßnahmen, die Übergänge und Kanten waren wirklich absolut messerscharf und sauber gezogen. Der Aufwand der Vorbereitung bei Teilanstrichen ist allerdings recht hoch, bei Vollanstrichen relativiert sich dieser Zeitaufwand aber und man wird mit dem Sprühsystem PFS 105E WallPaint sicher schneller sein, als mit Rolle und Pinsel. Ich werde das Gerät auch weiterhin bei den meisten Streicharbeiten einsetzen und kann es für Renovierungen wirklich mit bestem Gewissen empfehlen. Bosch klassifiziert dieses Gerät als „Expert“-Klasse. Man kann aber als normal begabter Heimwerker auch beim ersten Einsatz bereits durchweg gute Arbeitsergebnisse erzielen, wenn man sich ordentlich mit der Handhabung des Gerätes vertraut gemacht hat, Anstriche sind halt immer sichtbar, hier wird nichts mehr verputzt und abgerieben…
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Hallo Zusammen,

den Thread zur Diskussion über diesen Testbericht findet Ihr unter http://www.1-2-do.com/forum/showthread.php?p= 209454#post209454.
2012-07-19 17:25:49

Sehr guter und umfassender Bericht ... herzlichen Dank hierfür
2012-08-26 16:03:59

Hallo Norbert
ich habe mir das Nachfolgemodell PFS 5000 E online bestellt und bin schon gespannt bis es da ist. Bin auch Laie was Malern angeht. Aber dein Tip mit Wasser zu üben ist genial.
Will bei mit einen Metallzaun nachlackieren. Hoffe das es mit dem Gerät funktioniert.
Gruß Marcus
2014-10-24 12:06:33

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