PFS 105 E WALLPaint - für strukturierte Oberflächen

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Das PFS 105 E Wallpaint bringt Farbe an die Wände 1 Kommentar
Vom 28.06.12 Geändert 2012-06-28 10:16:44
Also das Feinsprühsystem ist schon ein wirklich großes Gerät, jedoch mit seinen  etwas mehr als 5 Kilo Gewicht ist es eigentlich noch sehr handlich.

Nach dem Auspacken war ich zuerst etwas verdutzt, denn wo ist denn der Schlauch? Und ist das hinten ein Tank? Aber wofür gibt es denn so schöne Handbücher? Logisch, zum Lesen!!!

Also Handbuch raus und reingeschaut, man ist ja faul und schaut zuerst die Bilder. Bild 1, da ist der Schlauch aber kein Bild wo er zu finden ist. Also weiterlesen, ach da steht ja was auf Seite 9, den Luftschlauch 18 aus Zubehörfach 22 nehmen. Öhmm dann suche ich halt mal die Nummern, ach da, unter der Abdeckung ist ja ein Stauraum für den Schlauch, cool und so etwas von praktisch.
Der vermeintliche Tank entpuppte sich dann doch als das Einschaltrad und die Leistungseinstellung.

Stecker rein, Trockentest, uff das Gerät hört sich doch wie unser alter Staubsauger an.

Übrigens als Tipp, testet das Gerät nie nie niemals in einen Raum wo ihr gerne mal Sägt und feilt und danach keine Lust habt, das Sägemehl zu entfernen. Ich hab mir das Sägemehl so ziemlich in jeden Ecken geblasen der da war und das war nicht wenig.
Nun ging es an das erste testen mit richtiger Farbe im Treppenabgang bei unserer Großmutter.
Zuerst alles fein abgeklebt, denn der Sprühnebel dringt sicher in jede Ritze, Tür oben an der Treppe mit Folie zugeklebt, beim Durchgang unten das gleiche. Dann noch den Lichtschalter und die Lampe und los sollte es gehen. Z
uerst die Farbe in den Behälter, davor ein dickes Grinsen über die Tabelle in der Anleitung. Wenn man Farbe einfüllt sollte man diese mit 10% Wasser verdünnen, und für alle diejenigen welche die Sonderschule gerade mit ach und krach bestanden haben nochmals zum Verdeutlichen 500ml Farbe 50ml Wasser;  800 ml Farbe 80 ml Wasser und nun kommt es, 1000 ml Farbe und 100 ml Wasser, bei einem Behältervolumen von 1000 ml öhmm? Na was soll´s muss man wieder 10 % äh 100 ml abschütten, damit der Behälter nicht zu voll ist.
Ich habe mich dann entschieden 909 ml Farbe und 90.9 ml Wasser einzufüllen, was mit den praktischen Einfüllhilfen aus Karton (wäre Kunststoff nicht viel besser da wiederverwendbar?) und einer alten Suppenkelle sehr gut ging.
Zum Testen wollte ich einen alten Karton besprühen, nun der aufgestellte Karton wurde direkt weggeblasen und der Schrank dahinter bekam eine neue Musterung. Zum Glück ging das mit einem Schwamm und Wasser wieder ab. Das Gerät drückt schon eine recht ordentliche Menge Luft ab, also kleinere Sachen sind mit Vorsicht zu lackieren.

Ich zog dann die Basisstation auf die unterste Stufe der Treppe, schaltete sie wieder ein und ging 3 Stufen hoch. Hinter mir brach in diesem Moment die sprichwörtliche Hölle aus, ein Pfeifen
Zischen und Rumoren das wohl Tote aus dem Grab gesprungen wären vor lauter Schreck. Was war passiert?
Die dünne Malerfolie wurde vom FPS angesaugt und verstopfte die Ansaugöffnungen, beim Versuch die Folie im ersten Schreck wegzuziehen, zerriss diese wie Chinapapier.
Also nochmal neu Abkleben, Folie zusätzlich mit Gewichten auf dem Boden befestigen und die Station mit einem Werkzeugkoffer unterbaut auf Stufe 3 stellen, weit weg von allem Ansaugbarem. Dann ging es endlich los, zuerst die Decke (Unterseite der Treppe für auf´s Dach) sprühen, die großen Poren  wurden echt klasse mit Farbe ausgefüllt, 100 Mal besser als mit Rolle oder Pinsel. Danach ging es an die Seitenwände. Wand Links im oberen Teil, Wand rechts, als ich unten an der Stufe ankam, flog das Klebeband mitsamt Zeitungspapier in hohem Bogen an die schon gesprühte linke Wand. Aber nichts weiter passiert, als dass ich die Fließen der Stufe nun noch Putzen durfte. Bei den anderen Stufen legte ich dann vorsichtshalber ein Stück Holz als Beschwerung auf die Zeitung, danach klappte alles problemlos.  Allerdings lief mir der Schweiß in Strömen denn irgendwie war es auf der Treppe am Ende sicher 10 Grad wärmer als im restlichen Keller. Der Motor der FPS entwickelt eine recht ordentliche Temperatur, welche er an die Gebläseluft abgibt. Aber vielleicht trocknet so ja auch die Farbe ein wenig schneller (: .

Die andere Pistole für Lasuren, habe ich im Hof mit zwei Holzpfosten für den Apfelbaum und Holzschutzlasur getestet, mir ist leider der Name entfallen aber ist ja auch eigentlich unwichtig.
Auch hier klappte das Sprühen echt gut, man sollte allerdings entweder in eine windgeschützte Ecke gehen oder zumindest mit der Windrichtung sprühen, ansonsten wird es echt ekelig mit dem Sprühnebel. Auch sollte man darauf achten, dass man nicht zu oft neben das Ziel sprüht, denn der feine Sprühnebel schlägt sich ansonsten überall nieder, was nicht sehr schön aussieht und ja auch unnötig Farbe kostet.
 Was mir noch sehr gut gefallen hat, war die Möglichkeit, die Pistole mitsamt Behälter in den Deckel der Station einzuklicken, wo sie dann wirklich Bombenfest sitzt, und auch der zusätzliche Deckel für den Farbbehälter finde ich super praktisch.


Was mir nicht so gefallen hatte, war zum einen die Lautstärke, mit seinen 375 Watt ist das FPS 105S Wallpaint sogar lauter als unser 2400 Watt Bodensauger. Kleine abgeklebte Flächen  sind etwas problematisch, denn der starke Luftstrahl kann das Klebeband wegblasen wie nichts. Und als letztes kommt die Wärmeabgabe in den Raum, allerdings ist das Sprühen in einem so kleinen Raum wie diesem alten Treppenhaus sicher nicht vergleichbar mit einem großen und gut gelüfteten Raum. Weitaus mehr hat mir aber gefallen: das Gerät ist sehr einfach zu handhaben, ist sehr schnell aufgebaut und die Pistole liegt gut in der Hand. Die Pistole kann mit dem Behälter in der Basisstation sehr sicher abgestellt werden, und der Luftschlauch findet in der Station einen prima Schutz- und Stauraum. Alle Bedienelemente sind sehr groß und griffig ausgeführt und wirken sehr durchdacht. Die Fläche die man besprüht wird sehr ordentlich benebelt und die Arbeitsgeschwindigkeit gegenüber Pinsel und Rolle ist sehr beachtlich. Was ich verbessern würde, wäre eventuell das Kabel. Wenn die Maschine schon so laut wie ein Staubsauger ist, wäre eine Kabelaufwicklung wie bei einem Staubsauger echt super. Die praktische Einfüllhilfe würde ich aus Plastik machen, dann ist sie wiederverwendbar und sie könnte in der Basisstation gleich mit eingelagert werden. Auch würde ich mir wünschen, dass das Steigrohr vielleicht ein kleine Ausbuchtung (kleinen Griff) hätte, um bei eingefüllter Farbe die Ansaugrichtung zwischen Decke und Boden zu wechseln ohne die Finger total zu versauen. Auch wäre ein kleiner Aufsatz toll mit dem man ähnlich wie mit einem Kompressor vor dem Lackieren zum Beispiel die Wände oder Werkstücke abblasen könnte.
  Mein Fazit zu dem Feinsprühsystem,
ein echt gutes Gerät mit wenigen Schwächen und vielen Stärken. Für mittlere und größere Räume sicher unübertroffen in der Arbeitsgeschwindigkeit, bei kleinen leichten Sachen unter Vorbehalt gut.
Die zweite Pistole für Lasuren usw. ist auch sehr praktisch und auch hier kann man mit sehr gutem Ergebnis richtig viel Fläche in kurzer Zeit besprühen.
Alles in allem eine wirklich gute Maschine.
Vielen lieben Dank an das Bosch und 1-2-do.com Team, dass ich dieses prima Gerät testen durfte.
Oma war hellauf davon begeistert, denn während sie beim Arzt war, konnte ich das komplette Treppenhaus fertig machen, wogegen ihr „Maler“ die Treppe unter das Dach mit 2 Tagen Arbeitszeit und um die 1000€ abgerechnet hatte.         
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Hallo Zusammen,

den Thread zur Diskussion über diesen Testbericht findet Ihr unter http://www.1-2-do.com/forum/showthread.php?p= 207807#post207807.
2012-07-12 12:04:54

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