PFS 105 E WALLPaint - für strukturierte Oberflächen

Mitglieder der 1-2-do.com stellen Bosch
Elektrowerkzeuge auf die Probe

Professionelles Gerät 2 Kommentare
Vom 23.06.12 Geändert 2012-06-23 19:35:01
Das PFS lässt sich sehr einfach aufbauen und in Betrieb nehmen. Out-of the Box machen alle Komponenten eine wertigen Eindruck, die Kunststoffe fassen sich gut an, nichts wirkt so als wenn es bei gröberem Gebrauch gleich zerbröseln würde.
Die Anleitung ist, wie fast bei allen Bosch-Geräten heutzutage, ein Buch in mehreren Sprachen. Verständlich geschrieben, leider wenig handlich und nicht so toll handzuhaben.

Mein Verbesserungsvorschlag hier: eine rein deutsche (dann nur wenige Seiten starke) Anleitung auf etwas stärkerem Papier herstellen; (scheitert wahrscheinlich an den querschnittlichen Unternehmenscontrollern, die die Mehrkosten dafür nicht gerechtfertigt sehen.)

Die Hinweise für das Einstellen des Saugrohrs im Farbbehälter, so dass er immer Farbe ziehen kann, und Justierung der Luftmenge und Farbmenge sind sehr gut und anschaulich in der Anleitung erklärt. Mit diesen Hinweisen kann es dann an das erste Testsprühen gehen. Um ein testweises Ausprobieren kommt man systembedingt nicht herum, aber gründliche Handwerker machen das ja auch bei zu Streichenden/Rollenden Flächen so.

Dadurch dass jede Farbe eine andere Konsistenz hat, verschiedene Untergründe verschiedene Saugfähigkeiten und jeder seine eigene Art hat, die Sprühpistole und den Abstand zu halten, auch abhängig davon ob im Freien oder drinnen gearbeitet wird, machen die 4 verschiedenen Stufen jeweils bei Luft- und Farbmenge Sinn.
So kann jeder mit den Einstellungen etwas testen um dann für seine Bedingungen das optimale Ergebnis zu haben: eine glatte, tropffreie aber geschlossene Farbdecke.

Ich habe zunächst im freien mit der Feinsprühpistole eine weiße Wetterschutzfarbe, 10% wasserverdünnt, auf einer alten Holzplatte getestet und dann, wie auf den Bildern zu sehen, ein Element meiner Veranda, leiterartige Balustrade, gespritzt. Am Anfang brauchte ich noch etwas Zeit, bis ich wirklich einen gleichmäßigen Sprühnebel hatte; zuerst hat es etwas intervallmäßig rausgespuckt (s. Bild Nr. 2). In der Anleitung sind aber für gängige Fehlerbilder die Abhilfen angegeben, hier die Farbe etwas mehr verdünnen und die Luftmenge erhöhen. Mi etwas Erfahrung macht man das dann aus dem effeff.

Zwar ist systembedingt durch die Leiterform auch so einiger Sprühnebel auf dem Rasen gelandet, aber um das Ergebnis hier schon mal vorwegzunehmen: das habe ich für die Zeitersparnis, weniger Mühe und das professionelle Ergebnis gerne in Kauf genommen.
Die Düse habe ich auf Kompaktstrahl gestellt um auch die Ecken gut abzudecken und weil das Element ja nicht sehr breit ist. Außerdem hat draußen auch ein leichtes Lüftchen geweht. Der Farbauftrag ist schön glatt, tropffrei und tadellos geworden. Gerade aufgrund der vielen Ecken sieht es jetzt wirklich professionell aus, da die sonst mit Pinsel und Rolle nur schwer gut hinzubekommen sind. (Das Element hatte ich vorher mit Vorstreichfarbe gestrichen und dann abgeschliffen.)

Draußen ist durch die eine oder andere Böe dann auch etwas Farbe auf dem Gerät gelandet, halte ich aber für nicht weiter schlimm. Die Farbe trocknet durch das Sprühen wesentlich schneller als angegeben. Bei meiner Farbe war 2h angegeben, ich habe die Leiter nach einer halben Stunde umgedreht um von hinten zu sprühen, hat gepasst. (Dadurch brachte dann aber auch das feucht abwischen des Geräts nach Arbeitsende nichts mehr ;-)

Das Prinzip ist dann im Innenbereich genauso. Für den WALLPaint-Test habe ich den Bereich unter unserer Treppe mit dem SHCÖNER-WOHNEN-WEISS gespritzt. Hier sollen Schuhregale angebracht werden (für die Kinderschuhe, nächstes Projekt) und die Streifentapete wäre dann etwas too much.

Im Innenbereich ist natürlich das Abkleben das Wichtigste und vom Arbeitszeitaufwand nicht zu unterschätzen. Wir haben die Fußleisten abgeschraubt und sowohl oben die Treppe als auch den Boden weiträumig mit Folie abgedeckt. Gerade die Ecken sind mit Rolle oder Pinsel sonst kaum möglich vollständig zu streichen, während es mit dem Kompaktstrahl einfach ist.
Ich habe erst die Ecken mit dem Kompaktstrahl gemacht und bin dann zunächst mit der Variodüse auf Senkrecht eingestellt von oben nach unten gegangen, habe dann umgestellt und von links nach rechts gespritzt. So bekam ich eine gute Deckung ohne Tröpfchen/Nasenbildung. Das Ergebnis ist im letzten Bild hier zu sehen, beim Arbeiten hatte ich für die DSLR keine Hand frei. Ich habe sicherheitshalber dann noch einen 2. Durchgang gemacht, damit die Rosa Streifen auch ganz sicher nicht durchkommen.
Im Resultat war ich überrascht, dass ich weniger Farbe gebraucht habe als gedacht. Auch der Farbnebel hat sich auf den Arbeitsbereich beschränkt, einen halben Meter von der Wand weg abkleben hätte gereicht.
Der Luftschlauch ist wirklich ausreichend lang um frei arbeiten zu können und die Pistole liegt sehr gut in der Hand.
Die Reinigung des Bosch-Feinsprühsystems PFS 105 E war unproblematisch. Mit warmem Wasser und Spülmittel sind in wenigen Augenblicken Farbreste entfernt und der Behälter gesäubert. Die einzelnen Komponenten - Schlauch, Kabel sind hinterher schnell verstaut.
Von der Anleitung abgesehen habe ich keine Verbesserungsvorschläge. Mit der Leistung sind wir echt zufrieden, das Gerät macht was es soll. Die Flächen sind wesentlich schneller fertig als mit Pinsel und Rolle. Im Resultat ist man dann zwar je nach Aufwand für das Abkleben zwar evtl. nicht so viel schneller (hängt von vielen Faktoren ab, bei Pinsel und Rolle klebt man ja i.d.R. auch ab, aber das Ergebnis ist besser, es trocknet schneller, man verbraucht innen auch weniger Farbe, es ist sauberer und macht mehr Spaß.

Die Zeitersparnis durch die erheblich verkürzte Trocknungszeit bewerte ich als wesentlichen Vorteil; sowohl drinnen, um die Räume wieder benutzen zu können, als auch in der Garage beim Workflow mit verschiedenen Elementen, die man nach dem Lackieren dann ja zügig weiterverwenden möchte.
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Hallo Zusammen,

den Thread zur Diskussion über diesen Testbericht findet Ihr unter http://www.1-2-do.com/forum/showthread.php?p= 205612#post205612.
2012-07-03 19:20:03

Super Bericht. Frei von der Leber weg geschrieben.
2012-07-04 08:12:03

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