PFS 105 E WALLPaint - für strukturierte Oberflächen

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Testbericht des PFS 105 E 1 Kommentar
Vom 14.06.12 Geändert 2012-06-14 13:52:39
Vorab erst mal natürlich herzlichen Dank, dass ich in den Genuss kam das PFS 105 E testen zu dürfen.

Ich werde mich bemühen nach bestem Wissen und Gewissen auf die Eigenschaften, Vor- aber auch Nachteile des Systems einzugehen. Bisher habe ich unzählige m² Wände und Decken mit der Rolle gestrichen und bei meinem Einzug vor 5 Jahren auch die 10 Heizkörper der Altbauwohnung ausgebaut und mit einer Wagner im Hof lackiert. Bei beiden Anwendungen ist als Erfahrungsschatz mit anderen Systemen vorhaben.

Mein Projekt ist die die Teilsanierung meines Werkzeugkellers. Ich habe den großen Luxus, dass zu unserer Altbaumietwohnung 2 Keller und eine getrennte Waschküche gehören und meine Regierung mir daher eine eigenen Werkkeller genehmigt hat :) Da es sich, wie gesagt um einen Altbau (Bj 1907) handelt gibt es einiges zu tun. Gleichzeitig geschieht jede Renovierung auf eigene Kosten, deshalb stehen sich der Wunsch nach behaglicher Atmosphäre und der Blick auf den Geldbeutel stets gegenüber. Der Keller ist aus Natursteinen gemauert und mit dem, in unserer Gegend üblichen, sehr sandhaltigen Putz verputzt. Im Laufe der Jahrzehnte verwitterte und verdreckte dieser zusehends. Ebenfalls waren/sind noch uralte Möbel des Vormieters übriggeblieben, die nun sukzessive gegen neue Regale ausgetauscht werden und dabei die der jeweilige Wandabschnitt „geschönt“ wird. Eine komplette Räumung des Kellers kommt wegen des Mangels an Zwischenlagerfläche nicht in Frage. Aus den oben erwähnten Gründen habe ich mich gegen ein komplettes Abschlagen des alten Putzes und ein Neuverputzen entschieden. Der Putz soll nun mit einem Haftgrund gebunden und gefestigt werden, sowie danach wieder geweißelt werden. Zum Testen habe ich die 2 Ecken links und rechts meiner Werkbank gesprüht, aber nur die linke Ecke dokumentiert.
Ich denke und hoffe ein idealer Einsatzbereich für den PFS 105 E.
So genug der Erklärung und der Laberei, fangen wir an:

1. Eintreffen der Lieferung, Auspacken und der erste Eindruck
1 Tag nach der Farbe wurden 2 Pakete (1.1) geliefert. Im ersten Paket befand sich das System mit der Wandpistole, im zweiten kleinen die Feinsprühpistole PFS 55. Der Karton ist sehr stabil und die Komponenten gut geschützt (1.2) . Insgesamt waren vorhanden (1.3):
- Basiseinheit [A] (mit Aufbewahrungsfach für den Luftschlauch [B] unter dem Deckel [C])
- Sprühpistole [D]
- 186 seitige Betriebsanleitung in 27 Sprachen [E]
- Deckel für Farbbehälter [F] (clevere Beilage)
- 2 Einfülltrichter aus Pappe mit Verdünnungshinweis [G]
Im Karton der Feinsprühpistole befand sich nur selbige, *ohne* Deckel für den Farbbehälter (nicht ganz so clever).
Am Boden des Basisgerätes ist ein Fach für das Kabel (1.4), welches mit einer Drahtschlinge zusammengehalten wird. Letzteres tauschte ich gleich gegen ein Klettkabelbinder (1.5). Immer noch schade, dass dies kein Standard ist.
Tragbar ist die Basiseinheit durch eine Griffmulde am Boden (1.6).
Der kombinierte Ein/Aus- und Stärkeschalter (1.7) wirkt stabil, könnte evtl. eine Riffelung zum besseren Drehen vertragen. Rechts und links davon befinden sich die Abdeckungen für die Luftfilter. Da hätte ich mir 2 Ersatzfilter gewünscht.
Sehr positiv fand ich dass im Karton noch genug Platz für die Lackpistole ist und damit alle Teile nun ihren Platz haben (1.8).

2. Und los geht es
Der alte und morsche Schrank wurde entsorgt (2.0) und die Ecke gereinigt (2.1).
Die linke Wand und die größten Schadstellen (Löcher) der rechten Seite habe ich mit Resten von überschüssigem Spachtel, Mörtel oder Gips von anderen Projekten gefüllt bzw. verputzt. Wäre ja schade die halbleeren Säcke wegzuwerfen (2.2).
Mit Hilfe der Feinsprühpistole PFS 55 wurden einige Liter Tiefengrund (2.3) aufgebracht um den Untergrund für die Farbe vorzubereiten. Dabei merkte ich, dass das System ordentlich Luft ausbläst. Es wurden sowohl lose Putzstücke, als auch (zu) locker abgeklebte Stellen weggepustet. Ein extra sorgfältiges Abkleben ist daher Pflicht. So müssen z.B. die Enden der Folie auch mit Kreppband fixiert werden um ein Flattern der Enden im Luftstrom und damit ein „auf-die-Farbe-Wehen“ zu verhindern. Bei mir klebte das Kreppband nicht gut auf den staubigen und porösen Untergründen, so dass ich teilweise Reisnägel zur Verstärkung verwenden musste.
Im Anschluss habe ich die Farbe, wie vorgeschrieben, mit 10% Wasser verdünnt und erst mal in der Mitte der Wand eine Probesprühung vorgenommen. Es dauert etwas, bis man Luft- und Farbmenge passend eingestellt hat. Gleichzeitig konnte ich mich mit den verschiedenen Größen des Kompakt- und Breitstrahls vertraut machen.
Das Sprühen ging locker und erstaunlich präzise von der Hand. Ich war begeistert wie gut man in die Ecken kommt und wie perfekt auch die rauhen Oberflächen gedeckt wurden, das hätte mit Pinsel und Rolle eine Ewigkeit gedauert (2.4-2.6).
Und genau durch den rauhen Untergrund musste ich ordentlich Farbe auftragen, so kam ich mit den 1000ml einer Füllung etwa 3m² weit und musste dann den Behälter wieder füllen. Ein Umgießen mit Hilfe des Trichters ist eine Sauerei, daher nutze ich einen 1.5 Liter Messbecher mit Griff um die Farbe aus dem Eimer in den Behälter zu bekommen. Ein größerer Farbbehälter wäre (als Zubehör) absolut wünschenswert um ein unterbrechungsfreieres Arbeiten zu ermöglichen.
Der Schlauch bietet genug Bewegungsfreiheit und das geringe Gewicht der Sprühpistole ermöglicht ein ermüdungsfreies Arbeiten. Ich war absolut vom Sprühfieber gepackt und habe auch gleich testweise ein Stück der Decke gesprüht was ebenfalls perfekt klappte.
Nach ca 30 Minuten war der „Spaß“ vorbei und ich hatte ca 10m² Fläche gesprüht.
Meine größten Bedenken, dass sich Sprühnebel im ganzen Raum ausbreitet waren unbegründet. Klar muss man in direkten Umfeld gut abkleben, aber bereits in 1.5 Meter Entfernung bleibt alles sauber. Auch meine Hände waren fast „farblos“, nur der Behälter und die Pistole wiesen leichten Nebeltröpfchen auf.
Der Drehschalter ließ sich übrigens durchgängig gut bedienbar, meine ersten Befürchtungen daher haltlos.
Natürlich durfte die „grüne Truppe“ gleich ihr neues und sauberes zu Hause beziehen (2.7) ;)

3. Reinigung
Auch die Reinigung ging flott und problemlos von der Hand. Die Einzelteile der Sprühpistole lassen sich mühelos und ohne Werkzeug zerlegen, was ein Putzen unter fließendem Wasser und Zuhilfenahme einer alten Spülbürste auch in den kleinsten Ecken ermöglichte. Für die vorderen Teile nahm ich zusätzlich eine Rundbürste (zur Reinigung der Trinknippel von Alutrinkflaschen) zur Hand. Da diese sicher nicht jeder zu Hause hat, wäre dies auch ein Vorschlag zum Lieferumfang. Die Pistole selbst soll man laut Bedienungsanleitung nicht unter laufendem Wasser reinigen, was ich aber trotzdem gemacht habe, da sie komplett aus Plastik ist und eine gründliche Reinigung nicht möglich gewesen wäre.

4. Fazit
Mein Projekt war jetzt sicher nicht das ausgefallenste und anspruchsvolle der Welt, aber eben einer dieser Jobs, die gemacht werden müssen und vor denen man sich immer drückt, da sie doch viel Zeit verschlingen. Das PFS 105 E war genau der richtige Helfer um die Arbeit mit Spaß und sauber zu erledigen!
Ich bin von dem PFS 105 E zu 95% begeistert, meine Kritikpunkte liegen im Detail und sind daher Jammern auf hohem Niveau.
Was ich mir im Lieferumfang noch gewünscht hätte:
- Ersatzfilter für die Luftansaugung
- Eine kleine Rundbürste zur Reinigung
- Einen Viskositätsmesser, also einen kleinen Trichter bei dem man durch die Tropfmenge pro Zeit sieht, ob die Farbe richtig verdünnt wurde.
- Einen Deckel für den Farbbehälter der Feinsprühpistole.
- Einen wiederverwendbaren Kabelbinder.

Was ich mir als Zubehör wünschen würde:
- Einen größeren Farbbehälter (2 Liter).
- Einen längeren Schlauch oder Umhängegurt (s.u.).

5. Einschränkungen
Der Schlauch des PFS 105 E hat eine Länge von 3,4 Metern. Unsere Decken sind 3,1 Meter hoch. Durch den Längenverlust der Biegeradien ist eine einfache Verwendung für mich in den Wohnräumen nicht möglich. Daher müsste es entweder einen längeren Schlauch oder eine Verlängerung als Zubehör geben, bzw. einen Tragegurt um sich die Basiseinheit auch mal umhängen zu können. Allerdings muss die Basiseinheit laut Anleitung immer flach liegen, was die Verwendung eines Gerüsts notwendig machen würde.

6. Ausblick
Das PFS 105 E werde ich definitiv in Zukunft weiter nutzen. Es gibt ja noch 2 Ecken im Keller, die auf ihre Schönheitskur warten. In der Wohnung, werde ich sehen, ob sich die oben beschriebenen Einschränkungen lösen lassen oder ich mir mal eine kleine fahrbare Bühne zu legen werde.


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Hallo Zusammen,

den Thread zur Diskussion über diesen Testbericht findet Ihr unter http://www.1-2-do.com/forum/showthread.php?p= 205228#post205228.
2012-07-02 17:41:13

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