PFS 3000-2 und 5000 E - alle Farbtypen mit einem Gerät verarbeiten!

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Grossartiges Gerät! PFS 5000E 2 Kommentare
Vom 16.08.14 Geändert 2014-08-16 12:42:08
Mein erster Gedanke, nachdem das Paket geliefert wurde: Großer Karton! Nach dem Auspacken war ich zunächst etwas ratlos, da ich noch nie ein solches System gesehen geschweige denn benutzt hatte. Nach einem Blick in die wie üblich eher knapp gehaltene Bedienungsanleitung gelang mir der Zusammenbau aber problemlos. Da die meisten Teile gut in einer Nische im Gerät untergebracht sind, bereitete mir das Auffinden auch anhand der Bebilderung in der Anleitung keine Probleme, der Zusammenbau ging in 2 Minuten von der Hand. Lediglich die mit Nummer 18 erwähnte kleine Säuberungsbürste konnte ich auf den Bildern nicht finden, da es aber nur ein bürstenartiges Teil gab, konnte ich es schnell zuordnen.
Der Schnellverschluss des Luftschlauches gefiel mir besonders gut, einfach und doch stabil.
Etwas Probleme bereitete mir zunächst die Auswahl der Düsen, da die graue Düse in einem seeeehr hellen Grau gehalten ist und ich Probleme hatte, sie von der weißen unterscheiden zu können.
Nach dem Zusammenbau führte ich zunächst einen Test an einem Brett mit einem unverdünnten Buntlack durch und testete verschiedene Luft- und Materialmengen. Danach wollte ich eine gerade neu erworbene Kiefernbank verschönern. Diese war bereits mit einer Holzschutzlasur vorbehandelt.
Rasch stellte sich mir die Frage: Wo um alles in der Welt spritze ich, ohne den Rest des Grundstücks zu „verschönern?“. Provisorisch habe ich mir dann aus Umzugskisten eine Spritzkabine zusammengeklebt. Nachdem ich zunächst die Holzdüse montiert habe, füllte ich dann ein wenig Lack für die kleine Bank in den Farbbehälter und stellte eine mittlere Luftmischung und mittlere Materialmenge ein. Für eine kurze Zeit hatte ich ein sehr schönes Sprühbild, dann fing das System an zu „spucken“. Wie gesagt, ich habe mit solchen Systemen keinerlei Erfahrung. Nachdem ich mit Menge von Material und Luft experimentiert habe und das Spucken immer schlimmer wurde, kam mir dann die Idee, mal in den Farbbehälter zu schauen…quasi leer! Ich hatte den Farbbedarf wohl unterschätzt, es muss doch eine ordentliche Farbmenge im Behälter sein, damit das Saugrohr der Pistole immer gut ziehen kann (der Farbbehälter hat eine keilförmige Rinne im Boden, es reicht nicht aus, wenn nur diese gefüllt ist). Nach dem erneuten Füllen des Behälters konnte ich die Bank dann problemlos zu Ende sprühen. Bilder von diesem Testprojekt habe ich leider keine, da ich nicht dran gedacht hatte und farbverschmiert keine Kamera in die Hand nehmen wollte.
Projekt Nummer 2 sollte zum Haupttestprojekt werden. Der Holzdachgiebel unserer Garage war dringend restaurierungsbedürftig. Nach langer Vorbereitung (abschleifen und abkleben) ging es dann mit einem lösungsmittelhaltigen unverdünnten offenporigen Lack zu Gange. Zunächst habe ich das eigentliche System auf dem fahrbaren Gerüst mit einem Zurrgurt gesichert. Die Rollen am Gerät waren hier logischerweise nicht von Vorteil, sind aber sicherlich bei größeren Wänden die vom Boden aus gespritzt werden sehr sinnvoll.  Dann Farbe in den Behälter gefüllt, Schutzausrüstung an und los ging’s. Auch hier habe ich zunächst mit der Holzdüse gearbeitet, darunter war das Sprühbild sehr ungleichmäßig. Nach Umrüsten auf die Wanddüse entsprach das Bild dann meinen Erwartungen. Den eigentlichen Giebel habe ich in der horizontalen Düseneinstellung gespritzt, die Ecken mit der Eckeinstellung und den Überhang (soweit ich ihn nicht gepinselt habe, da ich sonst meine Nachbarn mit Farbe versorgt hätte) mit der vertikalen Einstellung. Die Arbeit ging sehr rasch vonstatten, beim ersten Durchgang habe ich die Materialeinstellung deutlich zu hoch gewählt und musste mit laufenden Nasen kämpfen. Ab dem 2. Von insgesamt 3 Anstrichen habe ich dann die Materialmenge deutlich reduziert und konnte sehr schnell ohne Probleme die Fläche abarbeiten. Sehr zugute kam mir hierbei der sehr lange und dennoch sehr flexible Luftschlauch. Ebenfalls sehr praktisch war der Fußschalter zum Ein- und Ausschalten. Der 2. beigelegte Farbbehälter inkl. Deckel ist bei großen Flächen enorm vorteilhaft und kann Abstiege vom Gerüst reduzieren. Insgesamt habe ich ca 3 Stunden mit dem PFS am Giebel verbracht und bin hoch zufrieden. Ansonsten hätte ich den kompletten Giebel 3x von Hand streichen müssen. Da ich kein talentierter Maler bin und dazu tendiere, immer zuviel Farbe auf der Walze zu haben, habe ich durch das PSF einiges an Zeit und Farbe gespart.
Beim 2. Testprojekt handelte es sich um eine Sitzbank mit gusseisernem Rahmen und einer Sitzfläche aus Holzlatten. Hier war ich sehr lange mit Reinigung und Abschleifen des Rahmens beschäftigt. Die alten Holzlatten waren verfault, sodass ich komplett neue Latten zuschneiden musste.
Für den Rahmen habe ich hier den schon beim Vortest verwendeten Buntlack verwendet, für die Latten den gleichen Lack wie beim Garagengiebel. Bei beiden Materialen habe ich 3x gestrichen.
Hierbei konnte ich meine Erfahrungen der beiden vorherigen Projekte bzgl. Düsen und Menge von Luft und Material sehr gut nutzen. Für beide Materialien habe ich die Holzdüse genutzt, beim Rahmen mittlere Materialmenge und Luftmenge eingestellt, bei den Brettern wenig Materialmenge und hohe Luftmenge.

Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit dem Testgerät.
Die meisten Fragen habe ich wohl schon oben beantwortet, die noch fehlenden kommen jetzt:
Die Handhabung und Ergonomie des Gerätes finde ich sehr gelungen. Die Anordnung der verschiedenen Elemente ist logisch, Fußschalter und Mengeneinstellungen lassen sich sehr einfach bedienen. Auch die Reinigung nach der Arbeit gestattet sich einfach, weil sich die Teile sehr schnell und logisch montieren und eben auch demontieren lassen.
Das Gewicht fiel mir nicht unangenehm auf, das PFS ließ sich problemlos aufs Gerüst heben, auf dem Boden stand das Gerät ebenfalls nur, deshalb kann ich auch zu den Rollen nichts weiter sagen.
Ich habe insgesamt ca. 5 Stunden mit dem Gerät gearbeitet. Die Einstellung der verschiedenen Parameter (Düse, Farbmenge, Luftmenge) erfordert etwas Zeit und Probieren, mit zunehmender Erfahrung gelingt einem aber ein immer besseres Sprühbild.
Mit Sprühleistung und Sprühergebnis war ich sehr zufrieden, ich habe sicherlich einiges an Zeit gespart, wieviel Farbe ich gespart habe vermag ich aufgrund meiner bescheidenen Streichfertigkeiten nicht zu beurteilen.
Besonders gut hat mir die leichte Handhabung, der lange flexible Schlauch und die clevere Unterbringung der Zubehörteile gefallen. Ein besonderes Plus ist der zweite Farbbehälter mit Deckel.
Weniger gefallen hat mir die etwas knappe Bedienungsanleitung.
Vermisst habe ich eine Art Koffer, wie ich sie von anderen Bosch-Geräten kenne. Vielleicht wäre es in der nächsten Gerätegeneration noch möglich, eine Art Halterung für die Sprühpistole an das eigentliche Gerät zu bauen. Zwar steht die Pistole mit angesetztem Behälter auf einer ebenen Fläche sicher, auf einem eher wackligen farhbaren Gerüst mit auch schon nicht mehr frischer und entsprechend unebener Trittfläche hatte ich aber beim Abstellen ein ungutes Gefühl und hätte mir eine Haltemöglichkeit gewünscht.
Das Gerät würde ich jederzeit an alle diejenigen weiterempfehlen, die größere Flächen mit Farbe versehen müssen. Ich werde es in Zukunft am rückseitigen Garagengiebel sowie auch Indoor bei der Neugestaltung unseres Kellers einsetzen.
Mit dem Kauf dieses Gerätes kann man nichts falsch machen, hätte ich es nicht schon durch den Test, würde ich es mir nach den gemachten Erfahrungen kaufen!

Zuletzt möchte ich mich für die Auswahl als Produkttester herzlich bedanken.
Entschuldigen muss ich mich für die lange Dauer des Testberichts, die durch verzögerten Umzug und einen Bandscheibenvorfall  bedingt ist.
 

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Hallo zusammen,

den Thread zur Diskussion über diesen Testbericht findet Ihr unter http://www.1-2-do.com/forum/showthread.php?p= 779884#post779884.
2014-11-11 19:41:53

Der Bericht an sich ist ja nicht schlecht, aber jeder Tester weiß, dass man Fotos mitliefern muss und das ist doch nicht zu viel verlangt, dafür, dass man so ein tolles Gerät bekommt und es auch noch behalten darf.
Man kann vorher, mit sauberen Händen Bilder machen und dann mit wieder sauberen Händen ebenso - oder man zieht zum Arbeiten Handschuhe an und kann die dann zum Fotographieren ausziehen - also es gibt da keine Ausreden und keine Entschuldigung.
2014-11-12 17:09:19

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