PFS 3000-2 und 5000 E - alle Farbtypen mit einem Gerät verarbeiten!

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Bosch PFS 5000 E - Überzeugt mich nicht! 3 Kommentare
Vom 04.06.14 Geändert 2014-06-04 09:28:55
Da unser Esszimmer wie auch das Wohnzimmer unseres vor zwei Jahren erworbenen und frisch renovierten Hauses stark von Schwarzstaub, dem so genannten Fogging, betroffen ist habe ich mich ohne großes Überlegen für diesen Produkttest beworben und konnte es kaum erwarten das PFS 5000 E Farbsprühsystem in der Hand zu halten. Irgendwann war es dann so weit und der Postbote überreichte mir in einer feierlichen Zeremonie das lang ersehnte Paket und ich musste einfach sofort die Verpackung aufreissen und mir ansehen was mich erwartet.

Erster Eindruck und Lieferumfang

Der erste Eindruck des Geräts ist super, neben dem eigentlichen "Kompressor" befindet sich ein vier Meter langer Schlauch, die Sprühpistole samt Farbbehälter, ein Farbsieb und ein zusätzlicher Farbbehälter mit Deckel im Lieferumfang. Damit sollte sich doch was anfangen lassen! Da ich noch keine Farbe gekauft habe wurde als erstes eine Trockenübung beziehungsweise das genaue Gegenteil durchgeführt. Ich habe den Farbbehälter mit Wasser befüllt und erstmal eine Runde Blumen gegossen. Hierbei fiel mir allerdings bereits das erste Problem am Gerät auf. Mit dem drücken des Abzughebels an der Sprühpistole schaltet man nicht wie bei einer herkömmlichen Sprühpistole den Luftzug des Kompressors sonder die Farbabgabe in den Luftstrom. Das heisst im Klartext sobald der Kompressor läuft bläst das Ding wie wild Luft aus der Pistole, egal ob der Knopf gedrückt wird oder nicht!

Der stetig austretende Luftstrom bereitete mir Kopfzerbrechen was das aufwirbeln von Staub betrifft und ich beschloss als erstes im Keller zu üben. Hier musste das PFS 5000 E als erstes einen 5 Liter Eimer weisse Farbe auf die unbehandelte Betonwand befördern. Also habe ich Kompressor, Schlauch und Sprühpistole miteinander verbunden und die richtige der drei mitgelieferten Düsen montiert. Die Montage mittels "Klicksystem" ist wirklich easy! Nachdem am Kompressor und am Ring hinter der Sprühpistole das richtige Setup getroffen wurde konnte es schon losgehen. Halt, Stop! Erstmal Farbe in die Farbbehälter! Hierfür habe ich direkt beide Farbbehälter befüllt und die Farbe mit ein wenig Wasser verdünnt. Schüttet man die Farbe durch das mitgelieferte Sieb in die Behälter verringert man die Gefahr das Klumpen, welche das PFS 5000 E verstopfen könnten, in die Farbpistole gelangen können.

Nun kann es aber losgehen!

Mit einem Fußtritt ist der Kompressor angeschaltet und befördert nahezu kontinuierliche Luft durch den Schlauch in die Sprühpistole, leider bestätigte sich bereits beim ersten Farbauftrag meine Befürchtung in Sachen aufgewirbeltem Staub. Bei nahezu jeder unachtsamen Bewegung mit der Pistole wurde irgendwo im Raum Staub aufgewirbelt! Ich befinde mich immerhin in der Kellerwerkstatt! Um wirklich sauber mit dem PFS 5000 E arbeiten zu können benötigt man schon sehr viel Koordination denn man muss die Richtung in welche man die Sprühpistole hält, den Abzug für den Farbaustritt wie auch den Fuß zum Ausschalten des Kompressors in Einklang bringen! Gerade in einem relativ voll gestelltem Keller keine leichte Aufgabe. Nach ein wenig Übung funktioniert dies zwar aber das gelbe vom Ei sieht in meinen Augen anders aus!

Der Farbauftrag selber funktioniert recht gut mit der Ausnahme das das Gerät gefühlt alle 3 Sekunden einen kleinen Aussetzer im Farbstrom hat und je nach Geschwindigkeit der Handbewegung eine wenige Zentimeter große Stelle mit weniger Farbe als der Rest versorgt wird. Zuerst dachte ich an einen Fehler doch das gleiche Phänomen konnte ich bei diversen Youtube-Videos in denen das Gerät getestet wurde ebenfalls nachvollziehen.

Nach zwei Farbaufträgen war die Wand jedenfalls einheitlich weiss. Ob dies allerdings wirklich schneller ist als das malern mit der Rolle mag ich nicht unbedingt sagen.

Reinigung

Die Reinigung der Pistole geht definitiv schneller von der Hand als ich es mir gedacht habe. Die Farbbehälter sind mit einer Spülbürste unter fliessendem Wasser schnell wieder sauber und die Düsen lassen sich mit der mitgelieferten Pfeifenbürste ratzfatz von Farbresten befreien. Das Innere der Pistole habe ich gereinigt indem ich einfach zwei Farbbehälter voll Wasser durchgepustet habe. Nach dieser Prozedur sieht das Gerät wieder aus wie Neu! Ob dies allerdings bei Lack genauso gut geht wird sich später herausstellen.

Esszimmer

Das nächste Projekt war dann das Esszimmer, hier bin ich genauso vorgegangen wie bei der Wand im Keller, jedoch habe ich mir im Vorfeld was das abkleben von Fußleisten und Fenster betrifft wirklich Mühe gegeben. Durch den relativ schwer zu kontrollierenden Luftstrom ist dies auch unbedingt Notwendig! Dank der im Keller gesammelten Erfahrungen ging der eigentliche Farbauftrag recht gut von der Hand und das Ergebnis konnte sich sehen lassen! Hier wäre es aufgrund der notwenigen Vorarbeiten wie abkleben etc. mit der Rolle definitiv schneller gegangen! Darüber hinaus setzt sich trotz mühevollen abkleben feiner Farbnebel an fielen Stellen ab und muss im Nachhinein mühevoll entfernt werden.

Lasur auftragen

Beim Bau meines Chili-Beets musste ich zwei große Baubohlen lasieren, natürlich musste ich umgehend ausprobieren wie der Bosch PFS 5000 E mit Lasur zurecht kommt. Dank entsprechender mitgelieferter Düse und der einfachen Einstellmöglichkeiten war das System schnell vorbereitet und Einsatzbereit. Da ich hier draussen gearbeitet habe konnte ich auf abkleben und ähnliche Vorbereitungen verzichten und war wirklich zügig fertig! Da ich mehrere Schichten Lasur aufgetragen habe hatte ich Angst das die Sprühpistole in der Zwischenzeit verklebt. Diese Angst war trotz halbstündiger Pause unbegründet. Das Ergebnis kann sich denke ich mal sehen lassen!

Die Reinigung der Pistole von Lasur war ein wenig aufwändiger als das entfernen von Wandfarbe, hier musste ich mit Verdünnung arbeiten um wirklich alle Reste aus dem Gerät zu entfernen!

Fazit

Ehrlich gesagt hat mich das Gerät nicht wirklich überzeugt auch wenn es der ein oder andere anders sehen wird bin ich mir fast sicher das der Aufwand mit der Rolle geringer ist und man Zeitlich nicht wirklich schneller ist! In Wohnräumen sind die Vorbereitungen, im Vergleich zu denen beim Farbauftrag mit der Rolle, weitaus aufwändiger! Auch die Lautstärke des "Kompressors" empfinde ich bei der Arbeit als Störfaktor! Ich werde das Gerät natürlich weiterhin verwenden aber bei Arbeiten im Haus werde ich es mir dreimal überlegen!
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Der Aufwand des Abkleben ist immens, in meiner Werkstatt dauerte das um ein vielfaches länger als das eigentliche Lackieren. Die Ergebnisse waren bei dem einen oder anderen Lack unbrauchbar.
Draussen in der Natur für einen Zaun, Pergola etc. ist es wohl OK, sofern keine anderen Objekte in der Nähe sind.
2014-09-30 17:57:07

Hallo zusammen,

den Thread zur Diskussion über diesen Testbericht findet Ihr unter http://www.1-2-do.com/forum/showthread.php?p= 777876#post777876.
2014-11-07 17:05:18

der Bericht sagt zwar Vieles aus, aber bei den Fotos kann ich nur das Gerät und unbehandelte Wände erkennen, da wäre ein mehr schon angebracht gewesen..........
2014-11-09 17:54:45

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