PFS 3000-2 und 5000 E - alle Farbtypen mit einem Gerät verarbeiten!

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Bosch PFS 5000 E: Innenanstrich eines Einfamilienhaus - Licht und Schatten des Geräts 2 Kommentare
Vom 01.06.14 Geändert 2014-06-01 18:58:03
Das Projekt:
Auf der Suche nach einer einfachen Möglichkeiten zum Innenanstrich unseres Neubaus mit 140 m² Wohnfläche plus Keller sind wir auf die Farbsprühsysteme von Bosch gestoßen. Schnell hatten wir den Entschluss gefasst "das brauchen wir ". Trotzdem waren wir sehr skeptisch, ob das denn wirklich funktionieren kann und wie effizient das ganze ist.

Erste Schritte:
Freudig haben wir das Paket geöffnet und das Gerät inspiziert. Die Bedienungsanleitung erklärt die Funktionen sehr gut und umfangreich mit einfachen Bildern. Diese sollte unbedingt vor dem ersten Einsatz gelesen werden.
Der Aufbau ist simpel und einfach. Schlauch am Gerät und der Sprühpistole einrasten lassen, den Farbbehälter füllen und an die Pistole klipsen. Anschließend noch die Projektart am Gerät (Wandfarbe) und Farbmenge an der Pistole einstellen. Fertig.
Als Farbe haben wir die Dispersionsfarbe Alipnaweiß von Alpina verwendet. Wir empfehlen diese mit ca. 10% - 15% Wasser zu verdünnen, da sie sonst zu dickflüssig um Streichen ist.
 
Vorarbeiten:
Bevor es endgültig losgehen kann, ist jedoch noch penibles Abkleben aller Fenster, Steckdosen und allem andrem, was keine Farbe bekommen soll, notwendig. Das ist ziemlich aufwendig und echt nervig. Muss aber sein und wir können das auch nicht als Nachteil vom Gerät anführen, da dies der Technik geschuldet ist (Farbsprühen). Auf allem was nicht vollflächig abgedeckt ist, setzten sich durch den beim Sprühen entstehenden Nebel Farbreste ab. Also beim Abkleben genau arbeiten und NICHT sparen! Zum Glück hatten wir einen Neubau, wo wir uns wenigstens das Abkleben der Zimmertüren und des Bodens sparen konnten.
Beim herkömmlichen Rollen genügte bisher immer einfaches Abkleben mit Krebband.
 
Anwendung:
Jetzt war’s endlich so weit. Nach Betätigung des Wahlschalters hat das Gerät die Arbeit aufgenommen. An der Pistole tritt sofort ein starker Luftstrahl aus, welcher das Spritzgut transportiert. Bei Drücken des Abzugs an der Pistole wird dem Luftstrahl das Spritzgut untergemischt.
Die Fenster hatten wir mit Folie und Krebband abgeklebt. Leider war die Folie teilweise nicht ganz gespannt. Kommt man ungünstig mit dem Luftstrahl an die Folie, wird diese zu einem Luftsack. Das Krebband hält dem dann nicht lange stand und das Fenster ist freigelegt. Also erneut verkleben… Kommt zum Glück nicht oft vor!
Die Pistole liegt gefüllt mit ca. 1,5 - 2 Kilo gut in der Hand. Nach kurzer Zeit merkt man das Gewicht aber zunehmend. Das Fitnessstudio ist also gleich inklusive.
Durch das Einstellen des Strahls (vertikaler, horizontaler oder punktueller Farbaustritt) lässt sich das System gut auf die eigenen Wünsche einstellen. Der Farbaustritt ist gleichmäßig. Die Luftauslassdüsen sollten regelmäßig von Farbresten befreit werden um ein gleichmäßiges Ergebnis zu erzielen. Das geht ganz einfach mit dem Finger.
Wir empfehlen dringend den Einsatz einer Staubschutzmaske beim Spritzen!
 
Das Ergebnis:
Die ersten Versuche waren etwas  holprig. Nach wenigen Minuten und Anwendung der Tipps aus der Bedienungsanleitung hat man den Dreh aber raus und kommt zügig zu vorzeigbaren Ergebnissen. Der Farbauftrag und die Deckkraft ist dann gleichmäßig und gut. Speziell in Ecken und Kanten ist dieser perfekt und so einfach und schnell wie auf der Fläche. Das ist für uns die größte Stärke des Systems bzw. der Technik.
Wand: Gleichmäßig und gut deckend. Es hat keine Nasenbildung o.ä. gegeben (vorausgesetzt man hat nicht übermäßig lange auf eine Stelle gespritzt)
Decke: Durchschnittliche Deckfähigkeit. Wir konnten die Bahnen sehen, wo wir gestrichen hatten. Deshalb haben wir die Farbe dann noch mit einem Farbroller gleichmäßig verteilt.
 
Nachladen:
Nervig ist das ständige Nachfüllen des Farbbehälters. Ein Liter Farbe ist in ca. drei bis vier Minuten verspritzt. Wendet man das mitgelieferte Sieb beim Umfüllen der Farbe an, dauert es schnell mal länger, die Farbe in den Behälter zu füllen als sie tatsächlich aufzubringen (da die Farbe dickflüssig ist, fliest diese seeeehr langsam). Ohne dem Sieb dauert ein Füllvorgang trotzdem ca. eine bis zwei Minuten. Es ist also Geduld gefragt. Ein Helfer kann hier gut unterstützen. Das Umfüllen schafft zu dem eine ziemliche Sauerei da schon mal was daneben geht. Wir haben das Sieb nur einmal verwendet. Dann direkt aus dem Eimer. Das hat zu keinerlei Problemen geführt.
 
Reinigung:
Kurz und Knapp: „hier hört der Spaß auf“. Der feine Srühnebel ferteilt sich auch auf dem Gerät. Dieses vollständig zu entfernen ist quasi unmöglich. Farbbehälter und Pistole können mit einfachem Wasser gereinigt werden. Da aber reichlich Kanten und Ecken vorhanden sind, ist dies aufwendig. Ich hab ca. eine Stunde mit der Reinigung verbracht.
Zum Vergleich: Die klassische Farbrolle pack ich nach vollendeter Arbeit in einen Plastiktüte. So hält sie bis zum nächsten Einsatz frisch.
 
Fazit:
Ich war zu Beginn sehr skeptisch, wie das „Spritzen“ der Farbe funktionieren wird. Das Gerät meistert diese Aufgabe jedoch hervorragend an Wänden. Die Farbe wird gleichmäßig und gut aufgetragen. Die Technik verlangt aber auch umfangreiches Abkleben sämtlicher Flächen/Gegenstände, was enorm aufwendig und zeitraubend ist. Das Spritzen selbst macht Spaß.
Unter dem Strich wird nach unserem Gefühl der Vorteil des zügigen Arbeitsfortschritts durch die Vorarbeiten relativiert. Es ist deshalb etwas zu Beginn unerwartetes passiert: Wir haben nach einigen Räumen auf die gute alte Farbrolle zurückgegriffen. Deshalb empfehle ich das Gerät nur eingeschränkt weiter. Sollen große Flächen ohne Fenster, Steckdosen o.ä. gestrichen werden, ist das Gerät perfekt. Mit steigender Anzahl dieser Hindernisse auf der Arbeitsfläche sinkt die Effektivität.

Tipp: Wer die schöne Optik des Geräts dokumentieren möchte, sollte unbedingt vor dem ersten Einsatz ein Bild machen. Das Gerät wird nie mehr so sauber. Das liegt aber in der Natur der Sache. 
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ein ausführlicher Bericht, der alle relevanten Dinge aufzeigt, positiv und auch negativ
2014-10-31 12:07:38

spiegelt meine Bedenken exakt wieder....deshalb dachte ich eventuell an ein Gerät, das direkt aus dem Farbeimer saugt, Wagner o.ä., vermutlich wird das Reinigen aber auch nicht einfacher, ich hadere mit dem Gedanken seit Jahren und bin immer noch unschlüssig, auch an ein Airless hatte ich schon gedacht, oder einfach wie bisher nur mit Pinsel und Rolle für Wände und Decken und eine Spritzpistole eben nur für Lacke....der Test war jetzt nicht wirklich hilfreich in der Entscheidungsfindung, aber gut beschrieben, mit allen Vor-und Nachteilen...
2015-03-16 17:02:37

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