PFS 3000-2 und 5000 E - alle Farbtypen mit einem Gerät verarbeiten!

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Mein Testbericht zum PFS 3000-2 0 Kommentare
Vom 31.05.14 Geändert 2014-05-31 14:04:58
Mein Testbericht zum PFS 3000-2

Zunächst möchte ich mich recht herzlich dafür bedanken, dass ich zu dem Kreis der glücklichen Tester gehören durfte. Der Test hat mir wirklich sehr viel Spaß gemacht und ich hoffe, dass ich mit meinem Testbericht sowohl einige begeisterte Heimwerker bei ihrer Kaufentscheidung unterstützen und evtl. auch ein gutes Feedback für die Macher des PFS liefern konnte.

Im Rahmen des Tests habe ich meine ersten Erfahrungen im Umgang mit einem Feinsprühsystem gesammelt, hab mir aber vorher schon einige andere Systeme angeschaut. Zum Kauf konnte ich mich bisher allerdings nicht durchringen, da mich das Verdünnen der Spritzmittel und die anschließende Reinigung des Geräts abgeschreckt haben.

Da kam das PFS 3000-2 wie gerufen. Kein Verdünnen erforderlich und auch die Reinigung sollte ein Klacks sein. So ging ich mit großen Erwartungen an den Test und habe das Gerät mit Wandfarbe, Lasur und mehreren Lacken getestet.

Also dann... auf geht’s.


Erster Eindruck

Der erste Eindruck war wie bei Bosch üblich sehr positiv. Das Gerät kommt in einem aufgeräumten Karton daher, in dem das Gebläse, die Spritzeinheit, der Schlauch und das Zubehör getrennt untergebracht sind. Einen Koffer halte ich für ein solch großes Werkzeug eher nicht für notwendig, wenn nicht sogar für komplett überflüssig. Wenn der Karton irgendwann mal kaputt sein sollte, wird das Gerät auch so sicher im Schrank untergebracht werden können.

Nachdem ich alles ausgepackt habe, habe ich zuerst einmal einen Blick in die Bedienungsanleitung geworfen. Übersichtlich, leicht verständlich, mit Tipps für „Lackierfehler“. Über die Anleitung kann ich schon mal nichts negatives sagen.

Danach habe ich das Gerät zusammengebaut und näher in Augenschein genommen. Dabei musste ich feststellen, dass ich den Farbbehälter nicht komplett bis zum Anschlag zudrehen konnte. Das lag daran, dass die Schaumstoffdichtung noch so frisch war, dass sie sich kaum zusammendrücken ließ. Zunächst war ich ein wenig skeptisch und hab mich schon beim ersten richtigen Zudrehen in einer riesen Farblache stehen sehen. Aber das wird schon schief gehen.

Auch die Düsengarage lies sich bei mir kaum öffnen. Der Verschluss saß noch so fest, dass ich ihn nur mit leichter Gewalt öffnen konnte. Aber besser so, als wenn sich das Fach nach dem dritten Einsatz selbstständig macht und der Deckel immer munter vor sich hin wackelt.

Der erste Eindruck stimmte somit schonmal!

Das Einzige, was ich ein bisschen Schade finde ist, dass unter die Pistole nicht die im Handel erhältlichen fertigen Sprühbehälter mit Farbe passen. Aber gut.

Erster Einsatz mit Lack

Als ersten Test habe ich mir 2 kleinere Lackierprojekte ausgesucht. Vor einiger Zeit baute ich für meinen kleinen Sohn einen Maltisch mit passendem Stuhl. Über die Zeit war schon die ein oder andere Macke im Lack und der Stift hat natürlich auch nicht immer nur das Papier getroffen. So das es mal Zeit für einen neuen Anstrich wurde.

Zusätzlich stand die Umlackierung eines Waschbeckentreppchens an. Das Teil stammt von IKEA und ist dort leider nur in rot erhältlich, was so gar nicht zu unserem Badezimmer passt.

Farblich sollte das ganze einen schönen blau/türkis-Look erhalten. Ich verwendete dafür Acryllack. Zunächst mischte ich einen Weißlack mit ein wenig blau und gab noch ein paar Tropfen gelb hinzu. Nach ein wenig Rühren und probieren habe ich dann den gewünschten Farbton getroffen. Im Nachhinein fällt mir auf, dass ich fast genau das „Makita-Blau“ getroffen haben ;-)

Vor ab sollte ich noch sagen, dass der Weißlack recht dünn war. Warum ich das jetzt schreibe, lest ihr gleich.


In der Garage wurde großzügig Malervlies ausgelegt und die frisch angeschliffenen und gereinigten Werkstücke platziert.

Den Lack gab ich durch das Sieb in den Spritzbehälter. Dabei war ich ziemlich verwundert, wie viele Klümpchen da doch hängen bleiben!

Also gut.. Behälter vorsichtig unter die Pistole schrauben ( klappte dann doch ohne Kleckerei ), Schlauch drauf, Staubmaske auf, Farbmenge auf „1“ und zunächst mal ein paar Probeversuche auf einem Karton.

Die Lautstärke von dem PFS ist für mein Empfinden recht angenehm und nicht viel lauter als ein normaler Haarföhn. Der Schultergurt lässt sich recht bequem tragen. Nur das Anschlusskabel könnte ein Stückchen länger sein, dann würde man nicht unbedingt eine Verlängerungsschnur brauchen.


Nachdem ich ein wenig rumprobiert habe, machte ich mich an die Werkstücke. Ich muss sagen, dass ich wirklich sehr positiv überrascht war, wie schnell das ganze ging.

Allerdings sind mir dabei auch leider zwei negative Sachen aufgefallen.

Zum einen ist es mir durch das starre Ansaugröhrchen im Behälter und das leichte schräg halten der Pistole nicht möglich gewesen den kompletten Lack zu verspritzen. So blieb ein Rest im Behälter, den ich nicht verwenden konnte. Hier wäre evtl. flexibles Röhrchen vorteilhafter, das man beliebig ( je nach Sprühwinkel ) verstellen kann.

Zum anderen musste ich leider feststellen, dass mein Lack anscheinend zu dünn war. Dadurch, dass man die Farbmenge nicht niedriger als „1“ regulieren kann, hat das Waschbeckentreppchen leider ein paar unschöne Nasen abbekommen. Bei dem Tischchen und Stühlchen sah es da schon besser aus, weil ich den Abzug an der Sprühpistole einfach nicht mehr bis zum Anschlag durchgezogen habe.

Als 1 von 3 Werkstücken versaut. Ich denke für die ersten Versuche geht das in Ordnung. Das Treppchen habe ich dann in einem weiteren Test nochmal gespritzt.

Die erste Reinigung

Nun kam das, wovor ich in Bezug auf Sprühsysteme immer die meiste Angst hatte.
Ich hab mir vorsorglich einen Eimer mit lauwarmen Wasser und einen Schwamm bereit gestellt.

Ich muss sagen, dass meine Ängste eigentlich unbegründet waren.
Nach der Benutzung schüttete ich den Rest Farbe zurück in die Farbdose, füllte den Behälter wie in der Anleitung beschrieben mit Wasser und reinigte alles genau nach Angaben. War alles problemlos. Ich denke, wenn man alles vor dem Antrocknen direkt reinigt, gibt’s auch keine bösen Überraschungen.

Schade ist, dass das Gehäuse der Pistole auch ein wenig Neben abbekommen hat, der sich in den kantigen „Designelementen“ leider nur sehr schwer entfernen lies. Hier wäre vllt ein bisschen weniger mehr und würde das Reinigen erleichtern.

Im großen und ganzen lassen sich alle Teile aber wirklich gut reinigen, so dass hinterher alles wieder aussah wie neu.

Erster Einsatz mit Lasur

Als nächster Test stand das Lasieren einer alten Gartenbank an. Hier hat das Wetter in den letzten Jahren schon einiges angerichtet und auch eine Armlehne der Bank sich verabschiedet. Also fix 2 neue Armlehnen gebastelt und alles abgeschliffen.

Danach sollte eine Lasur herhalten, die ich als „Sprühfertig“ gekauft habe. Leider passen die Behälter nicht direkt unter die Sprühpistole, so dass zunächst ein Umfüllen erforderlich war. Also die 800ml rein in den Pott und auf gings.

Danach wieder die Farbmenge zunächst auf „1“ reguliert und nach ein wenig testen losgelegt.

Allerdings hab ich gedacht ich schau nicht richtig. Nach nicht mal der Hälfte der Bank fing die Pistole an zu „rotzen“. Dachte zunächst es sei was verstopft. Aber nein... der Behälter war leer!
Die kompletten 800ml Lasur waren innerhalb weniger Sekunden komplett verspritzt und das auf Farbmengenstufe 1!


Hier muss ich also ganz klar sagen, dass das PFS für extrem dünnflüssige Lasuren eher ungeeignet ist. Laut Herstellerangaben hätte die Lasurmenge für ca. 9m² reichen sollen. Wenn ich mir vorstelle ich hätte versucht einen Zaun damit zu lasieren, würde ich gerne mal wissen, wie schnell ich dabei rennen soll.

Zum Glück habe ich noch einen weiteren Lasurtopf gekauft und startete einen neuen Versuch. Auch diesmal habe wie bei meinem Lackiertest den Abzug nicht komplett durchgezogen und siehe da. Geht doch. Man benötigt nur ein bisschen Gefühl und Übung, dann klappts auch mit dünnflüssigen Spritzmitteln.

Hier wäre evtl. eine stufenlose Farbmengenregulierung von Vorteil und würde den Anwender vor der ein oder anderen bösen Überraschung bewahren.


Zweiter Test mit Lack

Nach dem ersten gescheiterten Versuch das Waschbecken-Treppchen zu lackieren packte mich nun der Ehrgeiz. Also rasch die Nasen aus dem Werkstück geschliffen, alles gereinigt und neuen Lack angerührt.

Diesmal war das ganze ein bisschen dickflüssiger und ich hatte ja die Sache mit der Mengenregulierung im Hinterkopf.

Zwar ist der Farbton diesmal ein Himmelblau geworden, aber das Ergebnis dafür perfekt.


Hier zeigt sich also ganz klar. Mit ein bisschen Übung lassen sich Ergebnisse erzielen, die sich meiner Meinung nach auch vor einem Lackierer nicht verstecken brauchen.


Erster Test mit Wandfarbe

Nun war ich sehr gespannt. Ein System, das alles kann? Das macht ja schon ein bisschen skeptisch.

Schon lange hab ich mir vorgenommen die Rückseite unserer Garage neu zu streichen. Als Farbe verwendete ich eine dunkelgraue Fassadenfarbe, die ich schonmal mit der Rolle verwandt habe. Damals deckte die Farbe echt super und ich war um so gespannter, ob das PFS mit der dicken Plörre zurecht kommt.

Also wieder ein bisschen getestet und dann ab an die Garagenwand.
Vorher wurde alles sauber abgeklebt und großflächig Malervlies ausgelegt.

Ich muss sagen; Ich bin begeistert. Schade das ich das Teil nicht schon früher mein Eigen nennen konnte, ich vor ein paar Monaten noch einen kompletten Trockenbau im Keller streichen musste. Vom Geschwindigkeitsvergleich hätte ich es in der Zeit, die ich mit dem PFS gebraucht habe, wahrscheinlich nicht mal geschafft die Ecken mit nem Pinsel zu streichen! Echt top!


Kleine Zweckentfremdung

Da waren sie nun; Die ersten richtig heissen Tage des Jahres. Lust in der Garage zu arbeiten hatte ich nicht und auch sonst kann man sich kaum zu was anderem motivieren, als in der Sonne zu sitzen. Wenn, ja wenn da nicht unser Kleiner wäre, der sich so wahnsinnig über sein Plantschbecken freut.

In den letzten Jahren hab ich mich immer lange mit meiner Luftpumpe abgemüht, um das Becken aufzupumpen. Aber dieses Jahr kam mir eine Idee; Schließlich hat das PFS doch ein leistungsstarkes Gebläse.

Als den Schlauch von der Luftpumpe geschnappt, mit der Hand in den Schlauch des PFS gehalten. Gebläse auf Stufe 2 gestellt und ruck zuck war das Becken voll. Die letzten Züge habe ich dann allerdings doch von Hand mit der Pumpe gemacht, weil ich das Gebläse nicht gegen einen Widerstand arbeiten lassen wollte.
Fazit: Das PFS ist also nicht nur zum Streichen zu gebrauchen ;-)


Dritter Test mit Lack

Da mir meine Frau schon länger in den Ohren liegt, dass fürs Bad ein kleines Handtuchregal her muss, dachte ich, dass wäre doch die perfekte Gelegenheit mich mal an einer Hochglanzoberfläche zu versuchen.

Zunächst erfolgte der Bau des Regals aus MDF. Der Zuschnitt im Baumarkt erfolgte so genau, dass ich dann zu hause auf der PTS alles nochmal neu machen konnte. Danach wurden die oberen beiden Kanten mit einem Fräszirkel abgerundet und alle Kanten halbrund gefräst.

Nach der Grundierung folgte dann der große Moment für das PFS.

Vorher habe ich die Werkstücke zunächst so auf einen Untergrund geschraubt, dass die Lackierung aller Seiten in einem Arbeitsgang erfolgen konnten.


Wieder mit Farbmenge 1 gings ans Werk und alles wurde zunächst einmal geweißt. Nach dem ersten Durchgang habe ich den Lack dann ein wenig verdünnt, um eine glattere Oberfläche zu erhalten.

Nach dem Durchtrocknen wurde alles nochmal fein geschliffen und es erfolgte der letzte Sprühgang. Das Ergebnis ist „ganz ok“ geworden. Die Oberfläche ist zwar schön glatt, aber nicht so hochglänzend wie ichs mir erhofft hab. Aber das war mit „Wasserfarbe“ aus dem Baumarkt ja eigentlich auch nicht anders zu erwarten.


Fazit

Der Test hat mir wirklich sehr viel Spaß gemacht, was man wahrscheinlich auch an meinen vielen Einsätzen sieht. Groß zu bemängeln habe ich nichts, außer die Farbmengenregulierung und den Farbbehälter.

Eine stufenlose Einstellmöglichkeit wäre wirklich von Vorteil, um auch sehr dünne Lacke verarbeiten zu können.

Bei dem Behälter würde ich mir wünschen, dass das Saugrohr flexibler ist, so dass man den Behälter wirklich leer spritzen kann. In Verbindung mit der spitz zu laufenden Form im Behälter und einer leicht schräg gehaltenen Pistole ist die Konstruktion meiner Meinung nach nämlich eher kontraproduktiv.


Im großen und ganzen finde ich das Feinsprühsystem aber sehr gelungen und ich werde nun sicher mit ein bisschen mehr Leidenschaft an Malerarbeiten heran gehen ;-)

Ich kann den Kauf nur allen empfehlen, die sich bisher immer von dem Verdünnen von Farbe und der Reinigung haben abschrecken lassen. Auch die Ergebnisse brauchen sich ( nach etwas Übung ) nicht verstecken!

Achja... aber noch ein wichtiger Hinweis zum Schluss; Lass euch nicht von den „sauberen“ Bildern auf dem Karton irritieren und denkt dran: Je dünner die Farbe, desto feiner der Sprühnebel. Also alles großzügig abkleben/abdecken und immer unbedingt mit einer Lackiermaske arbeiten!

 
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