PFS 3000-2 und 5000 E - alle Farbtypen mit einem Gerät verarbeiten!

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Elektrowerkzeuge auf die Probe

Ohne Vorkenntnisse & Erfahrung ... überraschend gut! 3 Kommentare
Vom 31.05.14 Geändert 2014-05-31 23:51:31
Vorwort …
Bisher habe ich sämtliche Renovierungen und sonstige Malerarbeiten mit Pinsel und ziemlicher Plackerei über mich ergehen lassen. Ein Vergleich zu anderen Produkten werde ich damit nicht ziehen können.

Ich hoffe meine Freude, in Zukunft den Pinsel und die Farbrolle beiseite legen zu können, verfälscht das Testergebnis nicht. Weiterhin möchte ich noch anmerken, dass jede Art von negativer Kritik auf sehr hohem Niveau stattfindet und ich bei privatem Kauf des Gerätes wahrscheinlich nicht so Kleinlich gewesen wäre ;)


Gedanken zum Produkttest ….
Leider konnte ich eine Wohnungsrenovierung nicht rechtzeitig übernehmen, weshalb sich mein Testfokus nun mehr in Richuntg “des Kleingartens” orientiert. Ausgehend von dieser Annahme stellte ich die These auf, dass der PFS 5000 E sich auch sehr gut für den Außeneinsatz eignet.

Hierzu würde ich auch die folgenden Möglichkeiten zählen: Malerarbeiten an der Hausfassade (Grundlierung oder Imprägnierung der Fassade), Lackierarbeiten am Dach (flüssiger Dachlack), Reparaturen am Putz (sofern der Putz flüssig genug ist) und hauptsächlich auch Lackier- & Malerarbeiten in großen Mengen bzw. an großen Flächen, wie z.B. 30 Meter Holzzaun imprägnieren, grundieren und lackieren.

Besonders Interessant waren die ersten Gedanken in Sachen der Beweglichkeit bzw. Flexibilität. Rasen, unebene Flächen und Sand / Erde sind nicht wirklich ein optimaler Untergrund für die Rollen des PFS 5000 E.


Der Testbericht ...
Was waren Deine ersten Gedanken, als Du das Gerät in der Hand gehalten hast?
Groß! Das Gerät ist trotz der Größe sehr aufgeräumt und nahezu alle Elemente wurden ordentlich “verpackt”, d.h. der Zugriff auf notwendige Funktionen verteilt sich nicht über das gesamte Gerät, sondern ist bei der Größte trotzdem gut. Das Gerät selbst finde ich nicht zu groß - spontan angemerkt, die Rollen könnten sogar noch Größer sein. Sehr gelungen bewerte ich die Halterung des Schlauches, denn nach Aufwickeln des Schlauchs vergrößert / verbreitert sich das nicht. Bei anderen Produkten bekommt man den Anfangszustand, d.h. Kabel so perfekt zusammenrollen wie in der OVP, nicht mehr hin.

Überrascht war ich über einen zweiten Behälter und weitere 3-4 Filter. Persönlich hätte ich erwartet, dass dies nicht ein Bestandteil des Produktes ist.

Weiterhin ist das Gerät sehr hochwertig Verarbeitet. Naja … u.a. aus diesem Grund kauft man Produkte von Bosch und nicht vom Discounter :)



Wie findest Du die Ergonomie/Handhabung des Produktes?
Gut! Im vorherigen Punkt kurz angesprochen: die Größe des Produktes wirkt sich nicht negativ auf Ergonomie bzw. die Handhabung aus. Besonderer Pluspunkt geht an die Umsetzung der Schlauchhalterung, welche optimal “ins” Gerät passt und den Schlauch dort sauer integriert.

Neben der sehr guten Idee & Umsetzung des Fußschalters, ist die Verstaumöglichkeit des Zubehörs schlicht, einfach gehalten aber bestens bedienbar. Die Rollen erfüllen auf Laminat, Teppich und Fliesen den Einsatzzweck, könnten aber gerne auch etwas “weicher” sein um die Geräuschentwicklung zu minimieren.

Einziger Kritikpunkt stellt die Flexibilität des Schlauchs selbst dar. Dieser lässt sich nur mit genügend Konzentration und etwas Mühe um das Gerät wickeln. Für mich Grobmotoriker wäre ein flexiber Schlauch, welcher sich einfacher zusammenrollen lässt besser geeignet. Vermutlich würde sich dies negativ auf die Stabilität auswirken, weshalb man dies vllt. nicht wirklich verbessern kann.


Wie findet Du das Gewicht?
Passend! Wenn das Gerät schwerer wäre, als die 4.8 Kg (laut Webseite) würde ich dies wahrscheinlich negativ anmerken. Nach 5 Minuten in der Hand merkt man es nicht wirklich. Persönlich vermute ich, dass bei aktiverem Einsatz, d.h. das Gerät mehrfach heben, auf Leitern steigen, etc. - man den PFS 5000 E deutlich spüren würde. Weiterhin denke ich, dass mit einer vollen Ladung, d.h. 1 Liter Farbe man am Ende eines Tages, nach einer Wohnungsrenovierung bestimmt einen leichten Muskelkater im Handgelenk oder der Schulter haben wird. Mit Sicherheit aber nicht so anstrengend, wie auf einer Leiter überkopf die Decke mit einem Farbroller zu bearbeiten.


Wie einfach hast Du Bedienung/Elemente empfunden?
Sehr einfach, eigentlich! Tatsächlich habe ich beim ersten Versuch den Haken gesucht. Vorher habe ich mit Pinsel und Farbrolle sämtliche Malerarbeiten erledigt und mich nicht an technischen Farbrollern, Sprühsystemen & Co. versucht. Aber: es gibt einen Knopf und diesen kann man drehen.

Interessant finde ich den Ansatz den Benutzer nicht mit technischen Merkmalen, wie z.B. Angaben in Metern, Watt oder einer sonstigen physikalischen Einheit zu verunsichern, sondern den Benutzern die richtige Einstellung anhand von Bildern und Farben zu suggerieren.

Die Fragestellung: Wie muss ich das Gerät denn jetzt einstellen, wenn ich eine Wand bemalen oder einen Zaun lackieren möchte? … stellt sich nicht! Es gibt genau einen Knopf, welcher einfach auf das entsprechende Bild gedreht wird. Fertig!

Mit dieser “one Button” bzw. “one Touch” Strategie liegt man im Trend und knüpft an vorhergehende Erfolgsmodelle wie Apple’s One Button, oder BMW’s One Button Boardcomputersteuerung an.

Leider bleibt dies nicht die einzige Einstellung, welche man vornehmen kann / sollte. Wahrscheinlich könnte man  - ohne die folgend beschriebenen Punkte -  das gewünschte Objekt passabel bemalen, jedoch gibt es drei weitere Einstellungsmöglichkeiten welche man noch in Betracht ziehen sollte.

Wenn man die Art der Farbe wechselt, z.B. von Wandfarbe zu Holzlack, so ist es auch notwendig die Düse, welche sich in der Sprühpistole befindet zu wechseln. Dies ist nicht besonders kompliziert. Einen Minuspunkt bekommt die Farbwahl der grauen Düse, diese ist bei Sonnenlicht sehr schlecht von der weißen Düse zu unterweisen.

Weiterhin kann man die Sprühstärke und die Form des Sprühnebels an der Sprühpistole selbst einstellen. Bei der Sprühstärke wählt man zwischen den Stufen 1 bis 5. Die Sprühform wird wieder anhand von Symbolen angepasst.


Welche Farbprojekte hast Du durchgeführt?
  1. Auftrag einer Lazur auf 30 Holzbretter für ein kleines Gartenhaus.
  2. Lackierung eines Holzgartenzauns nach vorheriger Grundierung
  3. Düngung des Rasens ;)

Welche Materialien/Farben hast Du eingesetzt?
Wetterbeständige dickflüssige braune Holzlazur bzw. ein Holzgel. Dickflüssige Wandfarbe. Weißer Holzlack, flüssiger als das Holzgel. Sehr flüssiger Rasendünger. Die Verarbeitung der Materialien war unproblematisch, obwohl das Holzgel meiner Meinung nach dickflüssiger als gängige Wandfarbe ist.

Völlig unproblematisch gestaltete sich ebenfalls die Nutzung des PFS 5000 E mit einem flüssigen Rasendünger, siehe die entsprechenden Bilder.

Persönlich würde mich interessieren, ob man flüssigen Kunststoff als Bodenbelag und Putz damit sprühen kann. Leider konnte ich dies nicht testen und wäre bei solchen Tests sehr vorsichtig. Ich bin mir unsicher in wie weit man die Maschine damit beschädigt.


Wie lange hast Du mit der PFS gearbeitet?
Ungefähr 2 Tage, mit Pausen. Die Arbeit an sich gestaltet sich unproblematisch. Lediglich die Lautstärke des PFS 5000 E, welche mit 84 bis 95 dB(A) angegeben ist, könnte nach einer längeren Einsatzzeit problematisch sein. In geschlossenen Räumen kann man das Gerät meiner Meinung nach nicht dauerhaft nutzen und sollte die Ruhezeiten beachten.


Wie zufrieden warst Du mit der Sprühleistung?
Sehr zufrieden! In Sachen der Sprühleistung bin ich erstaunt wie einfach das Prinzip funktioniert. Wie anfangs erwähnt bin ich Neuling in Sachen der Farbsprühsysteme und hatte meine Bedenken, aber diese haben sich nicht bestätigt. Die Sprühleistung bei falscher Dosierung (auf stärkster Stufe 5) ist so stark, dass im Umkreis von ca. 2 Metern diverse Objekte ebenfalls leichte Farbflecken aufweisen.

Im Gegensatz dazu lässt sich jedes Objekt auf kleinster Stufe und punktueller Sprühform problemlos im Kreuzgang lackieren. In meinem Video (braune Lazur / Holzgel) habe ich beide Vorgehen demonstriert. Persönlich würde ich in Zukunft lieber auf kleiner Stufe arbeiten, weniger Material verschwenden und präziser malen.


Was hat Dir besonders am Produkt gefallen?
  • Ergonomie: Besonders der Drehknopf und weitere Einstellungen an der Sprühpistole.
  • Sprühstärke: Diese ist so stark, dass ungeübte Hände diverse Dinge in der Umgebung bemalen werden. Man muss erst lernen die Kraft des PFS 5000 E zu bändigen.
  • Sprühqualität: Das Ergebnis ist überragend! Niemals hätte ich eine solche glatte und saubere Oberfläche mit einer Lack- bzw. Lazurrolle hinbekommen. Man muss natürlich die Reinigung und Vorarbeit beachten, aber wer ein qualitativ hohes Finish wünscht … sollte diese Arbeiten in Kauf nehmen.
  • Gewschindigkeit: Ich war erstaunt mit welcher Geschwindigkeit man Objekte besprühen kann. Vor nicht allzu langer Zeit habe ich Decken, Wände und Böden mit der Farbrolle bearbeitet ... dies ist nun Vergangenheit.

Was hat Dir weniger Gefallen? Hast du etwas vermisst?
Ich möchte nochmals daran erinnern, dass die nun genannen Kritikpunkte auf einem sehr hohen Niveau liegen. Insgesamt funktioniert das PFS 5000 E überraschend gut und wird Anfängern, aber auch Fortgeschrittenen gute Dienste leisten.

Vielleicht wäre es möglich die Einstellungen zu optimieren, d.h. alle Einstellungen an einen Ort (Sprühpistole oder Basisgerät). Dies würde besonders Anfängern und handwerklich weniger talentierten Personen den Einstieg vereinfachen. Flexibilität der Schlauchführung bzw. des Schlauchs selbst erhöhen, damit “das Verpacken” nach getaner Arbeit etwas einfacher fällt. Weiterhin sollte man die Farben der Spritzdüsen überdenken und das Gewicht des Gerätes senken.


Würdest Du das Produkt weiterempfehlen?
Ja, aber vielleicht auch das kleinere Modell! Die PFS 5000 E ist für meinen Einsatzort, ein ca. 400 m² großer Garten mit einer Gartenlaube in massiver Bauweise … ideal. Mit den drei vorhandenen Düsen kann ich neben umfangfreichen Holzarbeiten auch sämtliche Arbeiten am Haus selbst umsetzen.

Groß geschätzt kann ich sämtliche Objekte aus Holz, d.h. ein weiteres Gartenhaus, ein Tomatenhaus, 50 Meter Gartenzaun, ca. 25 Vierkantpfosten, Beerenobstspaliere und ein Frühbeet in 2 Tagen besprühen. Vorher habe ich für diese Arbeiten ungefähr 7 bis 10 Arbeitstage geplant. Weiterhin kann ich sämtliche Arbeiten am Haus, Dach und den Gehwegen schneller umsetzen.

Für Personen mit kleineren Anforderungen  - z.B. bei Renovierungsarbeiten eine Wand streichen oder Kleinigkeiten lackieren -  sollte der kleinere Bruder ausreichen.
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Hallo I00kus,
vielen Dank für Deinen ausführlichen Testbericht. Eine Anmerkung haben wir jedoch dazu: Das PFS 5000 E ist nicht für äußere Fassaden geeignet. Das beantwortet vielleicht schon einige Fragen der Leser.

Viele Grüße
Dein Bosch Experten Team
2014-09-30 17:06:12

Ein Update ...

Inzwischen konnte ich noch weitere Produkte problemlos mit dem Sprühsystem auftragen. Hierbei konnte ich tatsächlich problemlos alle flüssigen Produkte verarbeiten, u. a.
+ Grundierungen, auch flüssiger Metallgrund
+ Imprägnierungen für Holz
+ Rostlöser

Weiterhin konnte ich das Sprühsystem mit Wasser als eine Art Hochdruckreiniger nutzen ;) Auf diesem Weg konnte ich das Gewächshaus von Innen und Außen von Moos, Algen und sonstigem Dreck befreien.

Persönlich experementiere ich gerne ... mich interessiert daher, ob man das PFS 5000 E mit einer Mischung aus Wasser und sehr feinem Sand betreiben könnte. Eine Mischung, welche ungefähr so dickflüssig wie Wandfarbe ist und vllt. eine leichte Schleifwirkung hat.

Natürlich ist mir bewusst, dass das Gerät dafür NICHT geeignet ist und dieses Vorgehen vermutlich zu einem Defekt führt! Ich wollte nur zeigen, dass mit etwas Kreativität die Einsatzmöglichkeiten nahezu unendlich sind :)
2014-10-21 08:25:11

Das darf doch nicht wahr sein - Rasen düngen - aber wenn es geht, warum nicht, ich zweckentfremde auch gerne Dinge.
Ein ausführlicher und aussagekräftiger Bericht
2014-10-30 21:12:11

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