PFS 3000-2 und 5000 E - alle Farbtypen mit einem Gerät verarbeiten!

Mitglieder der 1-2-do.com stellen Bosch
Elektrowerkzeuge auf die Probe

Produkttest PFS 3000-2 4 Kommentare
Vom 29.05.14 Geändert 2014-05-29 20:15:22
Zuallererst möchte ich mich bei Bosch und dem 1-2-Do Team bedanken das ich in den Genuss kommen durfte an diesem Produkttest teilnehmen zu dürfen.
 
Mein erster Eindruck
Das Farbsprühsystem wurde in einem handelsüblichen Karton geliefert. An sich habe ich damit kein Problem aber ich befürchte dass der Karton bei häufigem Gebrauch sehr schnell beschädigt wird. Ich hab mich daher entschlossen bei Gelegenheit eine kleine Kiste aus Holz zu bauen in der man das Farbsprühsystem aufbewahren kann.
Mein erster Eindruck vom Gerät selbst war nicht so positiv wie ich ihn erwartet hätte.
Die Sprühpistole wirkte sehr groß und das Material (Kunststoff) aus dem das Gehäuse besteht macht einen leicht minderwertigen Eindruck. Beim herausnehmen fällt sofort das geringe Gewicht der Sprühpistole und der „Basiseinheit“ auf. Auch die Haptik macht einen sehr guten Eindruck. Die Verarbeitung der einzelnen Komponenten weißt eine hohe Qualität auf.
 
Auf die technischen Daten möchte ich hier nicht weiter eingehen da man diese im Internet einsehen kann!
 
http://www.bosch-do-it.de/de/de/bosch-elektrowerkzeuge/werkzeuge/pfs-3000-2-3165140731126-199926.jsp
 
Inbetriebnahme und Handhabung
Wie bei allen Geräten sollte man auch bei dem Farbsprühsystem die nötige Zeit nehmen und sich die Betriebsanleitung durchlesen. In dieser findet man sehr viele hilfreiche Infos, unter anderem auch eine übersichtliche Tabelle zur Fehleranalyse die einem schnell und unkompliziert weiterhilft, aber nun zum Farbsprühsystem selbst.

Überall auf dem Gerät sind Symbole angebracht die einem das Arbeiten mit der Maschine deutlich erleichtern. Vorne an der Sprühpistole kann man die Symbole für die verschiedenen Düseneinstellungen sehen (Bild 2). 
An der Rückseite kann man die Luftmengenzufuhr über ein Kunststoffrad regeln (Bild 3). 
Der Farbbehälter wird über einen simplen Drehverschluss montiert (Bild 4). Im Prinzip kann man bei den Einstellungen nichts falsch machen. Auch die Skala auf dem Farbbehälter finde ich sehr gut (Bild 5). 

Kommen wir zur Basiseinheit. Unterhalb vom Schiebeschalter zum Ein- und Ausschalten findet man zwei Symbole zur Leistungseinstellung (Bild 6). Man erkennt sofort welche Einstellung für Möbel, Zäune und Co ist und welche Einstellung für das Arbeiten mit Dispersionsfarbe benötigt wird. Auf der Rückseite findet man eine kurze aber völlig ausreichende Anleitung zum bedienen des Farbsprühsystems (Bild 7).
Sehr gut finde ich das die zweite Düsenkappe direkt am Gerät verstaut ist (Bild8)l. 
Die Stelle aber an der die Klappe aufbewahrt wird finde ich nicht so gut. Sie liegt direkt beim Filter und wird von der Luftfilterabdeckung fixiert. Beim Abnehmen der Luftfilterabdeckung sollte man vorsichtig sein da diese, meiner Meinung nach, nicht sehr stabil ist und eventuell brechen könnte. 
Der Luftschlauch hingegen macht einen sehr guten Eindruck. Er besteht vermutlich aus einer Drahtspirale die von einem Gummimantel umhüllt wird. Das befestigen des Luftschlauchs an den beiden Komponenten ist sehr einfach. Rein stecken, umdrehen, FERTIG.
Da die Gewinde aus Kunststoff sind, sollte man die Teile nicht zu sehr festziehen!

Meiner Meinung nach kann man das Gerät auch problemlos als Anfänger zusammenbauen und bedienen. Der Zusammenbau erfolgt innerhalb einer Minute (Video). 

Das Farbsprühsystem im Betrieb
Betrieben wird das Gerät über ein ca. 2 Meter langes Stromkabel. Für kleine Räume ist die Länge durchaus ausreichend, ansonsten kommt man nicht drum rum sich ein Verlängerungskabel zu besorgen.
Die Betriebslautstärke ist vergleichbar mit einem Staubsauger, aber meiner Meinung nach auf jeden Fall nicht zu laut.
Sehr praktisch ist der Tragegurt! Einfach umhängen und los gehts. Die Basiseinheit wiegt zwar so schon noch viel aber dank dem Gurt sind längere Arbeiten überhaupt kein Problem. Anstrengender könnte es da schon werden wenn man übe längeren Zeitraum mit einem vollen Farbbehälter arbeitet. 

Das Farbsprühsystem im Überkopf-Betrieb
Ein wichtiger Punkt für mich war das Arbeiten Überkopf. 
Nach meinem Test war ich diesbezüglich positiv überrascht. Solange man die Sprühpistole nicht komplett senkrecht nach oben hält, kann man bis zu einer Restmenge von ca. 200ml arbeiten. Ermöglichen tut dies die Form des Farbbehälters, der nach unten konisch zu läuft (Bild 9).

Projekt Wohnzimmerwand 
Mein Hauptprojekt war das Streichen von Wänden in der Wohnung (Bild 10).
Ab in den Baumarkt, Dispersionsfarbe mit hoher Deckkraft gekauft und entsprechend der Anleitung mit Wasser verdünnt. 
Als Vorbereitungsmaßnahmen wurden die Selben wie beim herkömmlichen Streichen getroffen. Die ersten Versuche waren aber nicht sonderlich erfolgreich. Die Farbe wurde sehr unregelmäßig an die Wand gespritzt (Bild 11). Laut Fehleranalyse ist die Farbe immer noch zu zähflüssig. Behälter also wieder ab und weiter verdünnen. 
Danach lief es deutlich besser wobei ich festgestellt habe das an manchen Stellen Bläschen in der Farbe entstehen (Bild 12).
Im Großen und Ganzen war das Ergebnis was die Deckkraft und den Farbverbrauch betrifft in Ordnung. 
Ich war mit der ersten Wand nicht einmal halb fertig und da kam schon ein KO-Kriterium für mich und somit ein Grund warum ich den Test in der Wohnung abgebrochen habe. 
Bis zu einer Entfernung von ca. 2 Meter lag überall eine feine Farbschicht (Bild 13 und 14). Meiner Meinung nach ist ein Arbeiten in Wohnräumen ohne aufwendiges Abdecken und Abkleben nicht möglich und das ist mir den Aufwand nicht wert. Am besten sollte der Raum ganz leer sein, die Fenster und Fensterbänke abgeklebt und der Boden abgedeckt sein. 
Wie gesagt, für mich war an dieser Stelle der Test in den Wohnräumen vorbei!

Projekt Relax-Liege
Jedes Jahr aufs Neue wird die Relax-Liege mit Leinöl behandelt (Bild 15).
Bisher hat es mit dem Pinsel immer sehr lange gedauert und deshalb nun der Versuch mit dem PFS 3000-2. 
Das Hauptproblem bestand darin das die Stellen zwischen den Leisten schwer zu erreichen waren. Mit dem PFS 3000-2 ging das Ganze im Handumdrehen! Egal ob große Flächen oder enge Stellen zwischen den Leisten, für das Farbsprühsystem überhaupt kein Problem. Ein kleines Manko gab es aber auch hier. Durch die dünnflüssige Konsistenz des Öls, neigt das Gerät zu Nasenbildung (Bild 16). Auf diese sollte man gut achten da es sonst zu unschönen Flecken auf dem Holz kommt.

Projekt Windrad
Ein eher kleineres Projekt war das Windrad (Bild 17).
Um es vor der Witterung zu schützen, habe ich es mit Klarlack behandelt.
Auch hier kam das Farbsprühsystem voll zur Entfaltung. Auf einem Rundstab gelagert konnte ich das Rad innerhalb von ein paar Minuten lackieren. Das Ergebnis war sehr gleichmäßig und zufriedenstellend. Daumen hoch für das PFS 3000-2!

Projekt Gartenzaun
Ein Bekannter von mir wollte das Farbsprühsystem an seinem Gartenzaun ausprobieren (Bild 17). Behandelt wurde dieser mit einer Beize. Auch hier war die Gleichmäßigkeit, Verbrauch und Dauer zufriedenstellend. Ein ähnliches Problem wie bei der Liege gab es auch hier. Durch die sehr dünnflüssige Konsistenz verläuft die Beize sehr schnell wenn man zu lange oder zu nah ans Holz kommt.

Projekt Smoker 
Einmal im Jahr brenne ich meinen Smoker zum Schutz ein.
Dazu wird eine dünne Ölschicht (Sonnenblumenöl) auf den Smoker aufgetragen und einschließend bei hohen Temperaturen eingebrannt. "Warum nicht" dachte ich mir und los ging es mit dem Einsprühen. Auch hier wieder zeitlich gesehen kein Vergleich zur herkömmlichen Methode. Ich war im Handumdrehen fertig und das bisschen Öl was daneben ging, wurde schnell abgewischt. 

Reinigung des Farbsprühsystems
Wahrscheinlich einer der wichtigsten Punkte in meinem Test. Wie lange braucht man und wie sauber wird es?
Ich war sehr erstaunt, es geht nämlich sehr gut! ich habe die Teile nur mit warmen Wasser gereinigt und so gut wie alles wieder sauber bekommen. Eine Zahnbürste hilft dabei ungemein. Das einzige Problem gab es an der Stelle wo die Düse an der Pistole angebracht wird. Die Zwischenräume um den Stift sind sehr klein und man kommt nur schwer an die Farbreste. Die Oberfläche wirkt fast so als ob sie die Farbe abweist. Auch hier Daumen hoch für die PFS 3000-2

Nun noch kurz und zusammenfassend die Fragen von Bosch

1.Was waren deine ersten Gedanken, als Du das Gerät in der Hand hattest? 
Ich dachte mir dass das Farbsprühsystem eher schlecht verarbeitet ist was den Kunststoff betrifft. 
2.Wie findest du die Ergonomie/Handhabung des Produkts?
Die Handhabung finde ich sehr gut. Die Teile lassen sich schnell montieren und dank dem Tragegurt ist auch längeres Arbeiten am Stück möglich. Die Ergonomie des Griffes finde ich nicht so gut. Beim drücken des Bedienschalters rubbelt der Zeigefinger immer über die darunter liegende Kante und das ist auf Dauer unangenehm. Insgesamt dürfte die Farbpistole besser in der Hand liegen.
3. Wie findest du das Gewicht?
Das Gewicht der Basiseinheit ist verblüffend leicht! Die Farbpistole ist auch nicht sonderlich schwer, nur im gefüllten Zustand wird es auf Dauer schwer.
4.Wie einfach hast du Bedienung/Elemente empfunden?
Ich finde die Bedienung sehr einfach! Durch die zusätzliche Hilfe in Form der Symbole am Gerät, erklärt sich das meiste fast von alleine. 
5.Welche Farbprojekte hast du durchgeführt?
  1. Zimmerwand streichen (mäßiger Erfolg) 
  2. Relax-Liege (zufrieden)
  3. Windrad (voll zufrieden)
  4. Gartenzaun (zufrieden)
  5. Smoker (voll zufrieden)
6. Welche Materialien/Farben hast du eingesetzt?
  1. Dispersionsfarbe
  2. Acryllack
  3. Klarlack
  4. Leinöl
  5. Beize
  6. Sonnenblumenöl
  7. Wasser
7.Wie lange hast du mit der PFS gearbeitet?
Schwer zu sagen, mehrere Stunden waren es auf jeden Fall.
8.Wie zufrieden warst du mit der Sprühleistung?
Abgesehen von der Dispersionsfarbe war ich sehr zufrieden. Bei dickflüssigen Farben/Materialien muss man sich mit dem verdünnen ran tasten um bei der Deckkraft keine großen Einbußen zu bekommen.
9.Wie hättest du deine Farbarbeiten sonst erledigt?
Ganz klassisch mit Rolle und Pinsel!
10.Wie zufrieden warst du mit dem Sprühergebnis?
Im Großen und Ganzen war ich sehr zufrieden. Man muss sich bei den verschiedenen Viskositäten erst mal rantasten. Bei der Wandfarbe sind mir die Luftbläschen negativ aufgefallen.
11.Was hat dir besonders gefallen?
Dass das Gerät sich zu leicht reinigen lässt. Die Handhabung ist extrem leicht. Das Gewicht ist sehr angenehm. Das man die Sprühpistole absetzten kann ohne das diese umfällt. Der Tragegriff! Die Geschwindigkeit mit der man arbeiten kann.
12.Was hat dir weniger gefallen?
Der Sprühnebel im Innenbereich ist sehr störend! Der Griff der Sprühpistole dürfte ergonomischer sein. Die Farbe braucht ziemlich lange bis sie durch das Sieb gelaufen ist. Ein Zweiter Behälter und ein Behälter mit Sieb am Boden wäre gut. So könnte man mehr Farbe auf einmal sieben und parallel weiter Arbeiten (Bild 19). Ich hoffe man kann das Prinzip verstehen. Am Griff der Sprühpistole sind drei Bereiche die schwarz hervorgehoben sind und einen rutschfesten Griff suggerieren sollen, warum macht man die nicht gleich aus richtigem Gummi?! Der letzte Punkt betrifft das Kabel. Eine Aus- und Einzug-Funktion wie bei einem Staubsauger wäre richtig klasse!
13.Würdest du das Produkt weiter empfehlen? 
Nur bedingt! Mehr dazu beim Fazit.

Vergleich zu herkömmlichen Methoden
Was die Vorbereitungen zum Arbeiten betrifft ist man mit der PFS zumindest im Innenbereich deutlich länger beschäftigt. 
Beim Farbverbrauch schenken sich beide Methoden nichts. Auch die Gleichmäßigkeit beim Auftragen der Farbe ist vergleichbar. 
Bei der Geschwindigkeit ist das PFS deutlich besser als Pinsel und Rolle.
Bei der Reinigung sehe ich das PFS ebenfalls leicht vorne.
Zusammengefasst: Im Innenbereich meiner Meinung nach nur bedingt zu gebrauchen (starker Sprühnebel) im Außenbereich TOP.

Fazit
Lasst euch nicht von der Verpackung blenden.
So locker wie es auf den Bildern aussieht, ist es definitiv nicht.
Arbeitskleidung und Atemschutz sind auf jeden Fall empfehlenswert.
Wer im Innenbereich arbeiten möchte, sollte sich bewusst sein das sehr viel Vorarbeit (abkleben, abdecken) nötig ist. In der selben Zeit kann man auch mit deutlich weniger Aufwand auch mit Pinsel und Rolle arbeiten. In einem Neubau muss man da eventuell weniger Rücksicht nehmen. 
Im Außenbereich ist das PFS hingegen auf jeden Fall zu empfehlen.
Wer also ein gutes Gerät in hochwertiger Ausführung zum akzeptablen Preis sucht, welches insbesondere im Außenbereich (und bei Windstille) tolle Lackierergebnisse liefert, ist mit dem PFS 3000-2 gut bedient. Wer aber seine Wohnung nur ein wenig renovieren möchte und deshalb gleich in den Baumarkt rennt um sich das Gerät zu kaufen, darf sich nicht wundern wenn Er oder Sie stark enttäuscht wird. 
 
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Hallo zusammen,

den Thread zur Diskussion über diesen Testbericht findet Ihr unter http://www.1-2-do.com/forum/showthread.php?p= 761865#post761865.
2014-10-14 19:07:22

Toller Bericht 5D
2014-10-15 08:06:47

Vielen Dank ;D
2014-10-15 21:44:58

ein Bericht, wie ich ihn gerne lese, viel Interessantes, flüssig zu lesen
2014-10-24 20:07:23

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