PEX 400 AE -
der kompakte Schleifer!!

Mitglieder der 1-2-do.com stellen Bosch
Elektrowerkzeuge auf die Probe

Testbericht PEX 400 AE 0 Kommentare
Vom 01.09.11 Geändert 2011-09-01 18:52:16
Den PEX 400 AE habe ich verfolgt seit er vorgestellt wurde. Ich war schön länger auf der Suche nach einem vernünftigen Exzenterschleifer da bei meinem PSS 300 der Abtrag zwar in Ordnung ist, aber bei härteren Materialien das schleifen schon ein wenig nerven kann. Normalerweise informiere ich mich erstmal über Werkzeug bevor ich es kaufe aber ich bin mit meinen grünen Bosch-Schleifern zufrieden und habe daher den Sprung gewagt. Das nennt man dann wohl Markenvertrauen.

Der Koffer: Solide, robust, funktional und am wichtigsten geruchsneutral. Das Gerät inklusive Kabel finden gut platz darin. Mehr Raum für Schleifmittel wäre schön aber der vorhandene Stauraum reicht schon für eine außerordentlich solide Sammlung. Knapp könnte es werden wenn man noch andere Schleifplatten aus dem Zubehör kaufen will. Praktisch sind Füße und Aussparungen im Koffer wodurch man die neueren Bosch Koffer wohl besser stapeln können soll. Nette Idee aber passt zu keinem meiner Koffer. Egal, irgendwann muss man mit sowas ja anfangen.

Der Paperassistant: Ich hätte nie daran gedacht das man sowas braucht. Es ging ja auch so, aber es ist deutlich bequemer mit. Die Zeitersparnis ist minimal und trotzdem benutze ich ihn jedes mal weil das Ding so praktisch ist. Vielleicht liegt es auch nur daran das es mit dem Assistenten so perfekt aussieht. Keine Ahnung, das Teil wird auf jeden Fall genutzt.

Der PEX 400 AE: Das Gerät sieht solide verarbeitet aus und macht optisch einen guten Eindruck. Der Blick auf die Plakette verrät „Made in Hungary“, da scheinen alle grünen Bosch Schleifer herzukommen. Ich hatte ihn schon im Laden begutachtet und fand das er gut in der Hand liegt und angenehm leicht ist. Der zusätzliche Handgriff sitzt ergonomisch auch angenehm, ist aber leider nicht verstellbar. Das Kopfteil des Schleifers ist kleiner als bei den Vorgängern, wodurch sich der PEX 400 angenehm führen lässt. Meine Hände sind scheinbar nicht Bosch-Standard, daher kommt es mir entgegen das Bosch mittlerweile die Frauen als Kunden ins Auge gefasst hat. Eine Kleinigkeit die ich zwar (noch) nicht nutze ist die Möglichkeit den PEX 400 aufzuhängen. Das ist wirklich sehr praktisch da meine Schleifer zu den Geräten gehören die ich mit Abstand am häufigsten benutze. Dazu müsste ich mir aber erst eine vernünftige Aufhängung bauen. Dieses Konzept sollte weiterverfolgt werden.

Der Testaufbau: Die Standardschleifarbeiten habe ich an verschiedenen kleineren Projekten getestet, den Lackschliff und das Polieren an einem Teststück Buchenleimholz ca. 40x50cm, welches mit 4 Schichten (3mal Zwischenschliff einmal polieren) Clou Holzsiegel lackiert wurde. Zum ersten mal maschinell Lackschleifen an einem Projekt war mir zu heikel.

Im Einsatz: Bei fast allen Aufgaben reichte es völlig aus den Schleifer mit nur einer Hand am Griff zu führen und ihn an die Stelle zu bringen an der er seine Arbeit verrichten sollte. Lediglich beim Grobschliff mit 60er oder 80er Korn ist die zweite Hand vonnöten und der Griff wird dann sehr praktisch. Insgesamt eine sehr angenehme Führung, da man so fast immer eine Hand frei hat um Kabel und Schläuche zu führen.

Grobschliff: Es wurden verschiedene Leimhölzer geschliffen, Buche, Fichte und Nußbaum. Baumarkt Nußbaum wird mit einem Öl vorbehandelt damit er dunkler aussieht wenn man also damit arbeiten möchte muss dieser Dreck erstmal runter. Ohne die Absaugung wäre dass die Hölle geworden.
Bei hoher Drehzahl gibt es kaum Schleifspuren wenn man Stufe 3 oder 4 verwendet schon, aber die sind spätestens ab 120er Korn verschwunden. Gerade beim Grobschliff kommt es zu Vibrationen wenn man über einen Ast schleift, hier sollte man die zweite Hand zu Hilfe nehmen sonst kann der Schleifer kippen.

Feinschliff: Das ist eigentlich das Einsatzgebiet meines Schwingschleifers aber wir wollen ja Testen. Drehzahl herunter drehen feineres Korn drauf und los gehts. Alles absolut Problemlos! Man bekommt eine schöne saubere Oberfläche. An einer mit 240er Korn geschliffenen Oberfläche ist absolut nichts mehr auszusetzen. Das Ergebnis ist sehr schön glatt. Wenn ich nicht wüsste was da mit einem Schwingschleifer möglich ist wäre es bereits perfekt. Das gesagte soll heißen es ist perfekt wenn man es nicht besser weiß. Die Oberflächengüte des PSS 300 wird nicht erreicht aber man kommt nah genug dran.

Lackschliff: Normalerweise schleife ich Lack mit der Hand weil ich zuviel Angst habe durch den Lack zu schleifen. Getestet habe ich 240er Korn und 360er und 1500er Schleifpad. Auf Stufe 1-2 blieb er bei 240er Korn stehen oder ruckelte, ab Stufe 3 lief alles sehr sauber. Beim 360er und 1500er Schleifpad lief es ab Stufe 2 rund. Die Ergebnisse sind in allen drei Fällen sehr schön und sauber gewesen und der Lack nahm keinen Schaden. Ich zweifle sehr ob mein normaler Handschliff so gut ist. Es wird sich zeigen ob ich nicht auch beim Lackschliff auf den PEX 400 umsteige.

Polieren: Hier begab ich mich auf absolutes Neuland. Polierfilz und Polierpaste im Baumarkt gekauft und einfach mal ausprobiert. Der Filz läuft ebenfalls erst ab Stufe 2-3 richtig rund. Man sieht schnell einen verbessernden Glanzeffekt beim Lack. Da dies Neuland war habe ich mal ausprobiert was auf Stufe 5-6 passiert. Tatsächlich wird der Lack dann warm und nimmt Schaden. Da es sich nur um ein Teststück handelte war es mir egal. Polieren werde ich nur wenn es sich um ein besonderes Prunkstück handelt ansonsten ist mir das Erreichte zu wenig. Schön zu wissen das ich es aber kann wenn ich möchte.

Absaugung: Hier spielt der PEX 400 für mich seine größte Stärke aus. Er passt als erster meiner Bosch-Schleifer an meinen Kärcher Werkstattsauger.  Zwar hat der PSS 300 wohl denselben Anschluss aber irgendwie scheint dieser ein kleines bisschen kleiner zu sein so das der Schlauch sehr leicht abrutschen kann. Bei kleinster Einstellung meines Werkstattsaugers erhält man nicht nur eine ziemlich staubfreie Oberfläche, sondern auch Schleifmittel die deutlich länger halten weil sie sich kaum zusetzen. Sehr angenehm!
Die Absaugung mit dem Behälter ist Ok aber nicht mehr. Dazu ist der Abtrag einfach zu hoch. Wenn man schleift hat man das Gefühl es würde überhaupt nichts aufgefangen, wenn man dann aber nachsieht stellt man fest das mindestens 50% aufgefangen werden. Das reicht bei einem solchen Abtrag aber nicht! Wer also ohne Absaugung den PEX 400 benutzen will sollte sich auf ordentlich Staub gefasst machen.

Mein Fazit: Bei allen gröberen Schleifarbeiten bis 120er Korn ist der PEX 400 AE definitiv mein Schleifer der Wahl. Nur bei Projekten bei denen mir die Oberflächengüte besonders wichtig ist kommt zumindest bei feineren Körnungen (150er aufwärts) weiterhin mein PSS 300 zum Einsatz. Bei allen sonstigen Schleifarbeiten wird er von nun an durch den PEX 400 abgelöst. Das liegt vor allem an der Möglichkeit der besseren Staubabsaugung mit den oben genannten Vorteilen. Durch den besseren Abtrag gegenüber dem Schwingschleifer ergibt sich natürlich immer ein wenig die Gefahr Dellen zu schleifen weswegen auch weiterhin der PSS 300 seine Rechtfertigung hat.
Alles in allem bin ich begeistert und habe nichts, aber auch garnichts auszusetzen!

Der Blindkauf war ein sehr guter!
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