PEX 400 AE -
der kompakte Schleifer!!

Mitglieder der 1-2-do.com stellen Bosch
Elektrowerkzeuge auf die Probe

Smooth Operator 0 Kommentare
Vom 29.08.11 Geändert 2011-08-29 20:42:25
Der Koffer der PEX ist im bekannten Bosch-Design gehalten. Beim Öffnen war ich zunächst vorsichtig, welcher Duft erwartet mich da drinnen? Etwa der fernöstliche Hauch eines „Chinois No. 5“? Muss ich den Koffer von Kindern fernhalten? Nein, weit gefehlt, anders als bei der Oberfräse POF 1400 ist dieser nicht aus weichem Kunststoff, strotzt also nicht vor Weichmachern und beißt somit nicht in der Nase. Das ist ja schon mal vielversprechend.

Der Schnelltest fand dann auch sofort statt. Das gute Stück ja musste sofort und unbedingt ausprobiert werden. Der erste Griff galt dem Entwurf eines Holzkästchens, das außen an der Eckverbindung nicht ganz sauber vollendet wurde. Ganz kurz mal mit 240er Papier draufgehalten, das Ergebnis ließ sich schon mal sehen. Daraufhin habe ich alle Seiten geschliffen. Oha: Sauber, schier und glatt. Wie war das mit dem Kinderpopo?


Und so nebenbei: Dieser „Paper Assistant“ funktioniert auch nur, wenn man das Papier mit der besandeten Seite um ihn wickelt, nicht mit der Klettseite. Nachdem sich dieses Missverständnis aufgelöst hatte, erwies sich dieser kleine Helfer als pfiffiges Detail: Die Löcher des Papiers liegen mithilfe des Papierassistenten (!) immer ganz genau auf den Löchern des Schleiftellers. Somit ist eine optimale Absaugung gewährleistet. Klein & fein, meine Hochachtung vor demjenigen, der diese Idee hatte. Spaßeshalber versuchte ich es mal, das Papier quasi per Hand auf den Teller zu kletten, dabei natürlich die Löcher genau in Deckung zu bringen. Der Spaß war dann aber mit einem Mal verschwunden, dafür tauchte der Mega-Nerv auf. Soviel dazu.


In der Hauptsache bearbeitete ich meinen alten Küchentisch aus massiver Kiefer (Tischplatte 37 mm Leimholz, Beine rd. 6 x 6 cm). Die Platte ist incl. Erweiterungselemente rd. 1 m² groß, dank einer vieljährigen Nutzung ziemlich vernarbt und soll später mal als Projekt (etwa: „Kieferntisch in Kirschoptik“) eingestellt werden. Das heißt also: Der Lack muss ab! Die Frage, die mich dabei am meisten interessierte, war wie die PEX und ich die zahlreichen Riefen, Löcher und die abgerundeten Kanten sauber hinbekamen.

Dust in the Wind


Von vornherein war mir klar, dass ich beim Schleifen den Allessauger mit einsetzen werde. Den Adapter hatte ich auch schon besorgt, dieses Thema wurde bereits im Forum andiskutiert. Meinen Adapter musste ich dann doch noch etwas passend machen (schleifen, hihi), ich kann diesen dann doch nicht uneingeschränkt empfehlen. OK, auf alle Fälle schliff ich eine Verlängerungsplatte (ca. 40 x 115 cm) mit dem mitgelieferten Staubbehälter, die andere Platte mit Adapter und Allessauger. Der Unterschied war wirklich bemerkenswert: Ohne Sauger waren Gerät, Arm und die Umgebung mit einer leichten bis mittelstarken Staubschicht überzogen. Besonders die PEX schien etwas mehr Staub anzuziehen (s. Foto), vielleicht lag das am hohen Kunststoffanteil der Geräteoberfläche und vielleicht auch einer gewissen statischen Aufladung durch die Reiberei. Die zweite Erweiterungsplatte schliff ich mithilfe des Allessaugers. Welch ein Unterschied: Staub? Fehlanzeige. Da nimmt man doch gerne den Krach (wozu gibt es Mickymäuse?) und das ganze Getüddel mit dem Schlauch in Kauf.

Fazit: Die Staubbox finde ich ganz gut. Optisch gelungen, bei der Benutzung ist sie nicht störend, die Abnahme vom Gerät (seitlich drehen) geht leicht. Das Öffnen war schon etwas schwerer, aber sie soll es ja schließlich nicht von alleine. Der eingeklebte Faltenfilter ist auf alle Fälle sehr sinnvoll. Ich werde sie aber nur für kleine, kurzdauernde Aktionen verwenden. Dagegen hat sich der Allessauger mal wieder optimal bewährt. Aber auch R2D2 muss ab und zu mal entleert werden.


Paperlate


Freundlicherweise erhielt ich eine Grundausstattung an Schleifpapier (an dieser Stelle: Danke für alles!!). Bemerkenswert finde ich an dem Boschsortiment das weiß beschichtete Schleifpapier für Lacke. Dieses soll weniger als das herkömmliche rote verkleben, was ich auch prompt ausprobierte. Mein Test schien das zu bestätigen. Sicherheitshalber besorgte ich mir einen größeren Grundstock an weißem und rotem Papier, vom letzteren auch einen Satz in der grünen Verpackung, für den ein eindeutiger Preisvorteil spricht. Ein Unterschied in der Standzeit war für mich nicht messbar, demgegenüber ist der Unterschied in der Materialstärke deutlich spürbar. Letzteres wog aber nicht den Preisunterschied auf. Für mich gilt also: Für Lacke das weiße Papier aus der Serie grau, für Holz das rote Papier aus der grünen Serie.

Das Kuddelmuddel der verschiedenen Blätter machte mich dann auch irgendwann wuschig. Ich bin zwar kein Ordnungsfanatiker, aber langes Suchen nervt, zumal die Blätter auch gerne mal etwas aneinander kletten. Letztlich fiel mir noch mein alter kleiner Karteikasten aus dem Studium ein. Nach über 20 Jahren kommt er nochmal zu Ehren. Und das Beste ist, er passt auch noch zusätzlich in den Koffer!

Knock on Wood

Das erste Schleifen erfolgte mit 80er Körnung des weißen Papiers. Die PEX lässt sich dank des Zusatzgriffes im Zweihandbetrieb sehr schön über die Fläche führen. Ein Ausprobieren bestätigte, dass man das Gerät nicht zusätzlich auf die Oberfläche pressen braucht, das bringt keine zusätzliche Schleifleistung und verringert nur die Geschwindigkeit. Irgendwann hatte ich aber trotzdem das Gefühl, dass sich die Schleifleistung verschlechterte. Welch Überraschung: Das Auswechseln des Papiers brachte die gewünschte Verbesserung.

Nach Entfernen des Lackes schliff ich zunächst mit 120er Papier zwischen und final mit 240er Papier nach. Ich wusste gar nicht, dass Holz eine zarte Oberfläche haben kann! Mit anderen Worten: Ein sauberes Ergebnis.


Gespannt war ich auf die Bearbeitung der runden Kanten. Nach relativ kurzer Zeit hatte ich aber den Bogen (!) raus und auch hier war ich sehr zufrieden: Eine gleichmäßige Rundung ohne Kanten oder Riefen.

Beim Einhandbetrieb empfand ich beim Führen mit dem Handgriff nur ein bedingtes Gefühl für Gerät und Oberfläche. Dafür war der „Knauf“ oberhalb des Motors deutlich besser geeignet. Hiermit führte ich auch die PEX beim Schleifen der Kanten. Besonders beim Kantenschleifen der runden Platten konnte ich über den Knauf den Andruck und die Führung sensibler handhaben. Hilfreich ist besonders hier die Gummierung, so dass die Maschine sicher und fest im Griff ist.


Hier sehe ich aber ein Manko: Um das Gerät am Knauf mit einer Hand zu halten – besonders bei der seitlichen Führung – bedarf es schon einer „kanadischen Holzfällerkralle“ („Kahok“). Anatomisch bzw. genetisch bedingt habe ich hier keine Schwierigkeiten. Aber zusammen mit den Vibrationen, dem Gewicht und vor allem einem längeren Gebrauch kann ich mir vorstellen, dass Benutzer mit kleineren Händen und geringerer Kraft dann doch eher mal eine Pause bräuchten. Vielleicht wäre ein kleinerer Knauf dann doch vorteilhafter. Dennoch: Das Vorgängermodell verfügte über keinen Knauf – also ein Plus für diese Generation.


River deep, Mountain high


Für die Kraterlandschaft auf der Tischoberfläche benötigte ich schon etwas mehr Mühe. Einige Riefen und Dellen waren schon etwas tiefer. Dafür habe ich die PEX dann schon mal „auf die Zehenspitzen“ gestellt, sprich: Mit der Schleifteller-Kante die fraglichen Stellen „tiefgehend“ bearbeitet. Die Täler und Löcher wurden dadurch breiter. Dort musste ich mit dem dann wieder flach stehenden Schleifteller etwas mehr und flächiger arbeiten.

Sicher ist daraus eine im Durchmesser größere Vertiefung entstanden, aber durch die Großflächigkeit dann wiederum nicht so spürbar. Und vor allem nicht sichtbar. Jedenfalls ist das Ergebnis für meinen Anspruch völlig in Ordnung.


Danach wollte ich es nochmal genau wissen: Ich nahm eine x-beliebige Leimholzplatte (aus dem Baumarkt…) und schliff sie auf beiden Seiten schön plan. Von der einen Seite fräste ich mit meiner Oberfräse ringsum ein Profil in die Kanten. Diese Seite schliff ich danach mit der PEX sauber nach: Super! Die gefrästen Kanten blieben natürlich scharfkantig. Und an dieser Stelle kam ein weiterer Vorzug der PEX 400 AE (E wie electronic) zum Tragen: Mit der voreingestellten niedrigen Drehzahl – soll heißen „Schwingzahl“ – 2 bin ich dann nochmal über die Kanten gefahren. Das Ergebnis waren gleichmäßige, saubere und abgerundete Kanten. Ein Hoch auf die Elektronik!


Die Rückseite der Leimholzplatte verpfuschte ich vorsätzlich mal so richtig mit dem Elektrohobel (Ooops, die Messer haben ja Riefen!). Mit 240er Papier und etwas mehr Zeitaufwand stellte das aber auch kein echtes Problem dar. Mit der Hand befühlt war die Platte so gut wie glatt, optisch war nichts zu bemängeln.

In the End


Die PEX ist wirklich eine sehr gefällige Maschine und für die Holzbearbeitung hervorragend geeignet. Das Gerät lässt sich gut halten und führen, sowohl im Einhand- als auch im Zweihandbetrieb. Allerdings ist der Knauf zu groß. Arbeiten bei Euch keine Frauen in der Produktentwicklung?


Der Papierassistent ist unscheinbar aber unerlässlich. Die Lautstärke ist erträglich, die Benutzung einer Mickymaus empfehle ich dennoch. Die Vibrationen sind angemessen. Ich finde die Staubbox gut gelungen und durch den Faltenfilter zweckmäßig. Ergänzend empfehle ich unbedingt eine externe Absaugung.

Die Arbeit mit der neuen PEX bringt sehr viel Spaß. Sie ist kein Gerät für kreative Arbeiten wie zum Beispiel die Oberfräse, aber (gefühlt) zum Veredeln und Vollenden ideal. Sehr schön also.
NEXT
10/17
PREV
Hier gehts zum Gewinnspiel 'Bohrgeräusch des Monats' auf 1-2-do.com Hier gehts zum Gewinnspiel 'Bohrgeräusch des Monats' auf 1-2-do.com
Werde Mitglied in der großen deutschen Heimwerker-Community!
Jetzt anmelden!