PHO 2000
Der leistungsstarke Elektrohobel von Bosch

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Elektrowerkzeuge auf die Probe

Testbericht Bosch Hobel PHO2000 0 Kommentare
Vom 22.12.14 Geändert 2014-12-22 11:12:48
Ich freue mich sehr, dass ich den neuen Bosch Hobel PHO2000 testen durfte! Vielen Dank für diese Möglichkeit.

Vorab, für diejenigen, die keine Lust haben viel zu lesen...:
Hier nun meine positiv - negativ Liste:

Postitiv:
-sehr hochwertige Verarbeitung
-Spantiefeneinstellknopf sehr gut
-Ergonomie sehr gut
-Sicherheitsschalter sind sehr gut erreichbar
-Bedienungsanleitung ist sehr ausführlich und verständlich
-die Maschine ist klein und leicht
-für einen Elektrohobel sehr wenig Lärm (man kann halt bei diesen Maschinen nicht von leise sprechen)
-Preis/Leistung Sehr gut
-zusätzlicher Messerschutzfuss

Negativ:
-tja, wenn man denn etwas auszusetzen hat, dann den Pappkarton anstelle eines Kunststoffkoffers
-ein einfacher Winkelanschlag müsste zum anschrauben dabei sein

Als ich den Karton ausgepackt habe, war ich positiv überrascht. Es lag noch ein Staubsack mit dabei, der nicht zur Grundausstattung des Hobels gehört. Vielen Dank dafür.

Ich habe auf der Bosch Seite versucht heraus zu finden, was denn so neu an der Maschine ist. Dort lässt sich nachlesen, sie hätte ein Spanauswurfgebläse, verbesserte Ergonomie, einen verbesserten Spantiefeneinstellknof und 3 V-Nuten auf der Bodenplatte. Soweit ich es über schauen konnte ist der Motor unverändert.

Auch ich hatte bis vor kurzem einen Bosch Elektrohobel, allerdings schon ca. 12 Jahre alt. Deshalb bin ich gespannt, inwieweit sich der neue Boschhobel weiter entwickelt hat.

Als Projekt habe ich den Bau eines Laufgitters für unsere Tochter vor mir. Und zusätzlich baue ich eine Heizungsverkleidung für unsere alten Gussheizungskörper. Einiges für den Hobel zu tun.

Als Material dient Buche und Eichenholz, sägerauh, aus dem Sägewerk. Insgesamt gut und gerne 3qm, in Bretter mit den Maßen 3 Meter lang, 3, 5cm stark und 15-20 cm breit. Insgesamt 6 lange Bretter.

Beim Auspacken kam mir die Maschine ein wenig klein vor. Auch das Gewicht war recht gering. Die Hobelbreite beträgt 82mm, Spantiefe bis 2mm. Beim Ausprobieren fällt sofort der griffige, sehr präzise einzustellende Spantiefeneinstellknopf auf. Super! Eine Skala am Griff mit Einstellmöglichkeit des Handgriffes in mm Schritten rastet genauestens ein, Bild 3. Das ist eine große Verbesserung gegenüber der älteren Maschine, bei der die Tiefe nur ungefähr eingestellt werden konnte.
Der Spansack, Bild 4, ist riesig und lässt sich problemlos mit einem beiliegendem Adapter an die Maschine anbringen. Ein Reißverschluss dient zum Öffnen des Sackes. Der Sack kann rechts oder links angebracht werden. Das Verstellen des Auswurfschachtes von rechts nach links ist einfach.
Auf der Grundplatte befinden sich drei V-Nuten in unterschiedlicher Breite. Damit lassen sich Kanten in drei unterschiedlichen Breiten fasen. Darauf bin ich gespannt. An der alten Maschine befindet sich lediglich eine V-Nut.
Damit beim Abstellen des Hobels weder das Messer noch die Unterlage beschädigt werden, befindet sich hinten ein Bügel, der beim Aufstellen das Geräte ein wenig anhebt und das Messer frei liegen lässt, Bild 19. Sehr gute Sache.
An einer Seite des Gehäuses befindet sich eine Schubalde, in der ein Schlüssel zum Wechseln des Messers liegt, Bild 5.
Was mich positiv überrascht hat, war die relativ geringe Lautstärke. Da habe ich mit mehr db gerechnet. Mit meiner alten Maschine war sogar ein Kopfhörer noch nicht ausreichend. Bei der neuen PHO2000 war das Geräusch unerwartet niedrig.

Soweit so gut.

Nun endlich die Praxis. Angefangen mit zwei Eichenbohlen. Siehe Bild 1 und 2.
Das Brett wurde fixiert. Spantiefe 1mm eingestellt. Vorne und hinten am Brett genügend Platz gelassen, der Hobel muss ungefähr bis zur Hälfte über das Brett geführt werden. Beim Einschalten wieder etwas positives, die beiden Sicherheitsschalter, rechts und links vom Hauptschalter, sind sehr gut zu erreichen. Das verspricht auch bei längeren Arbeiten keine Ermüdungserscheinungen an der Hand. Und überhaupt liegt die Maschine sehr gut in der Hand. Mit der rechten wird der Schalter betätigt und die linke hält den griffigen Spantiefeneinstellknopf. Bei Linkshänder ist es sicherlichgenauso, nur umgekehrt. Ein bisschen ausladend ist der große Spansack, aber ein kleinerer würde absolut keinen Sinn bringen, aber dazu später mehr. Anschalten und los. Völlig problemlos und leicht gleitet der Hobel über das Brett. Der Spansack bläht sich auf und auch die Lautstärke für ein solches Gerät hält sich immer noch in Grenzen. Natürlich darf din Kopfhörer nicht fehlen!
Aufgepasst werden muss am Anfang und am Ende des Brettes. Der Druck auf den Hobel muss immer hinten sein, denn vorne würde er sich in das bereits gehobelte Feld eingraben, und das hinterlässt unschöne Vertiefungen. Der Vortrieb und Abtrieb ist kein Problem. Egal mit welcher Geschwindigkeit, die Drehzahl bleibt immer gleich. Allerdings ist das Ergebnis sauberer, wenn die Maschine langsam geführt wird. Nachdem die erste Bahn abgehobelt war, war ich überrascht, denn das Ergebnis war eine fast schon fertige Fläche. Ein sehr sauberes Ergebnis (siehe Bild 6und 7). Wird die Maschine zu schnell geführt, kommt es zwangsläufig zu Vertiefungen siehe Bild 7. Leider müssen diese später mit viel Aufwand abgeschliffen werden.
Ist das Brett breiter als 2 x 82 Millimeter, bleiben zwangsläufig Erhebungen übrig, siehe Bild8. Diese können meistens bei sehr vorsichtigem Umgang mit der Hälfte der Spantiefe, also 0,5 Millimeter, beseitigt werden, sodass sie nicht mehr auffallen. Leider gelingt das aber nicht immer, sodass später der Bandschleifer noch zum Einsatz kommen muss.
Nach einer Bahn war der Span Sack bis zur Hälfte gefüllt , nach zwei Bahnen war er schon zu voll. Man merkt es daran, dass Späne unten an der Maschine hervortreten. Siehe Bild 9 und 10. Das Gebläse für den Auswurf ist sehr stark! Dennoch kam es sehr selten vor, dass Späne den Auswurf verstopften. Wenn es der Fall war, spuckte die Maschine unten herum die Späne aus. Zum Glück merkt man das sofort, denn eigentlich kann man mit der PHO2000 sehr sauber arbeiten. Allerdings bei einer Spantiefe von 1-2mm ist das nicht verwunderlich. Dennoch ist der Spansack ein wichtiges Zubehör. Wer sich diese Maschine zulegen möchte, sollte sich diesen Spansack ebenfalls zulegen. Außer man kann im freien Hobeln und es spielt keine Rolle, dass die Späne und der entsprechende Staub um einen herum wirbeln...

Auf Bild 11 kann man erkennen, dass bei nicht hundertprozentig geradem Holz Erhöhungen über bleiben, die bei mehrfachen versuchen es auszumerzen, noch schlimmer werden. Die Alternative wäre das komplette Brett noch einmal eine Idee tiefer zu hobeln. Ich entscheide mich aber dafür es später mit dem Bandschleifer eben zu bekommen. Am idealsten wäre es, die Bretter auf die Breite des Hobels vor dem Hobeln zu schneiden. Dadurch erspart man sich späteres wegschleifen der überstehenden Kanten, die nicht vermieden werden können. Allerdings brauchte ich die komplette Breite der Bretter und 3mm Verschnitt durch das Kreissägeblatt waren zu diesem Planungszeitpunkt zuviel...
Absolut problemlos gelingen die Kanten des Brettes, wie auf Bild 12 zu sehen ist. Man muss lediglich aufpassen, dass die Maschine nicht nach links oder rechts geneigt wird.
Auf Bild 13 sind die beiden fertigen Bretter zu sehen. Das alles war zu keiner Zeit eine große Herausforderung für die Maschine. Insgesamt hat die Arbeit mit der PHO2000 richtig Spaß gemacht!
Als nächstes wurden Buchenholzbretter auf die gleiche Weise gehobelt. Wie bereits geschrieben, hat die Maschine zu keiner Zeit Kraftprobleme gehabt. 680 Watt sind völlig ausreichend, auch bei 2mm Spantiefe.
Ein Teil der Bretter wurde halbiert. Dadurch entstehen zwangsläufig Brandstellen durch das Sägeblatt. Und natürlich Unebenheiten, die ich sonst immer mit dem Bandschleifer beseitigen musste. Nun aber benutze ich den Hobel. 0,5 mm für die Unebenheiten müsste reichen. Siehe Bild 4, 14, 15, 16, 17 und 18. Ich bin sehr beeindruckt von der entstandenen Fläche. Sie muss fast gar nicht mehr nachbearbeitet werden. Es sei denn, man hat so hohe Ansprüche wie ich, denn dann muss der Bandschleifer doch noch einmal mit achtziger und mindestens hundert Zwanziger Papier ans Werk. Ich hatte zum Schluss noch 240 benutzt…Aber für bestimmte Projekte reicht das gehobelte Ergebnis allemal!
Irgendwann war ich dann bei meinem Laufgitter und der Heizungsverkleidung soweit, dass ich alle Kanten abfasen konnte. Und das ging ja mal wie Butter mit der PHO2000! Wirklich Klasse waren die Nuten auf der Grundplatte. Da ich zwei verschiedene Fasen brauchte, kann durch die festen Breiten der V-Nuten eigentlich nichts mehr falsch gemacht werden. Hohe Genauigkeit und vor allem Gleichmäßigkeit ist dadurch garantiert. Gewünscht hätte ich mir an dieser Stelle einen kleinen, einfachen anschraubbaren Winkel. Ich hatte mir einen Holzwinkel angefertigt, damit auch der Winkel der Fasungen gleich bleibt. Siehe Bilder 20, 21, 22, 23, 24, 25. Wer Interessen an den Projekten hat, kann gerne auf meiner 1-2-Do Seite vorbeischauen. In den nächsten Tagen wird das dort ausführlich beschrieben... ;-)
Um die Fasen zu hobeln, wird die entsprechende Nut der Grundplatte ausgewählt, der Hobel winklig zum Brett ausgerichtet und abgefast. Im Zubehör gibt es eine passende Parallel- und Winkelplatte, die dafür sorgt, dass die Maschine immer im gleichen Winkel angelegt wird. Eigentlich mit ein bisschen Augenmaß und Übung klappt das auch ohne, aber wer mehrfach abfast, so wie ich, für den könnte sich diese Platte lohnen. Es ist ja bald Weihnachten!

FAZIT:
Nachdem nun alles fertig ist, habe ich einen neuen Freund! Die PHO2000 ist eine wirkliche Bereicherung für jeden Holzhandwerker. Sie ist leicht, qualitativ sehr gut verarbeitet und sehr ergonomisch, nicht zu laut und in jeder Situation kraftvoll. Kein Teil wirkt billig oder labbrig oder nicht lange haltbar. Auch der Preis ist fair. Sie ist definitiv nicht zu teuer. Eine echte Empfehlung!


1. Was waren Deine ersten Gedanken, als Du den PHO 2000 in der Hand hattest?
Klein, leicht und sehr griffig. Der Spantiefenverstellknopf ist astrein und sehr genau.

2. Welches Projekt hast Du mit dem PHO 2000 gemacht? Wie bist Du dabei vorgegangen und wieviel Zeit hast Du benötigt?
Ich habe ein Laufgitter für meine Tochter gebaut und außerdem noch eine Heizungsverkleidung. Material Buche und Eiche. Sägerauhes Holz wurde abgehobelt und im Fertigungsprozess alle Kanten abgefast. Den Zeitaufwand kann ich leider nur schätzen; Hobeln von 6 3 Meter langen, 15 cm breiten Brettern= ca. 3 Stunden, abfasen aller Stäbe (ca. 80 Stück, vier Seiten pro Stab)= ca. 4 Stunden
3. Wie leicht fällt Dir die Handhabung/Bedienung des Elektrohobels?
Da ich bereits mal einen Elektrohobel hatte, ist die Handhabung des PHO 2000 sehr leicht und selbsterklärend. Die Bedienung ist einfach und durch die sehr gute Verarbeitung problemlos.
4. Bist Du zufrieden mit Deinen Arbeitsergebnissen? Wie präzise war das Hobelergebnis?
Ich muss wirklich sagen, ich war sehr zufrieden. Wenn ich nicht einen hohen Anspruch an das Endergebnis gehabt hätte, könnte man sich sogar anschließendes schleifen einsparen. Die gehobelte Fläche war sehr eben und glatt. Lediglich bei zu schneller Führung oder bei einem Führungsfehler erkennt man Unebenheiten. Aber dafür kann die Maschine nichts.

5. Erfüllt der Elektrohobel Deine Anforderungen und Erwartungen?
Definitiv JA. Durch das starke Gebläse und die präzise Spantiefeneinstellung habe ich noch nie einen besseren Hobel in der Hand gehalten.

6. Was können wir zukünftig noch am PHO 2000 verbessern?
Kunststoffkoffer anstelle Pappkarton. Serienmäßig einen (einfachen) Winkelanschlag für Fasungen beilegen.

7. Würdest Du den PHO 2000 auch in Zukunft für weitere Projekte verwenden?
Auch hier: definitiv Ja. Als nächstes müssen wir im Altbau 7 Türen abschleifen, da Eichenboden gelegt wird. Harte Aufgabe…
 
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