PHO 2000
Der leistungsstarke Elektrohobel von Bosch

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Elektrowerkzeuge auf die Probe

Ein Hobel überzeut mich 2 Kommentare
Vom 18.12.14 Geändert 2014-12-18 14:50:52
Hier ist der Bericht zu meinem ersten Produkttest. Testen durfte ich den Elektrohobel „PHO 2000“. Beginnen möchte ich mit den Fragen des Produktmanager.
  1. Was waren Deine ersten Gedanken, als Du den PHO 2000 in der Hand hattest?
    Der Hobel ist leichter und auch handlicher als ich es vermutet hätte, das Gewicht des Hobels ist für mich auch sehr gut ausbalanciert. Durch die beidseitige Einschaltsperre ist der PHO 2000 für Rechts- und Linkshänder gleichermaßen geeignet. Es fehlt ein Transportkoffer sowie Führungsanschläge (evtl. gibt es diese als Zubehör). Der Spähnesack mit Saugstutzen scheint nicht im normalen Lieferumfang dabei zu sein, da extra verpackt. Der Parkschuh machte auf den ersten Blick einen eher labielen Eindruck. Tolle Haptik durch die Softgrip Elemente
     
  2. Welches Projekt hast Du mit dem PHO 2000 gemacht? Wie bist Du dabei genau vorgegangen und wie viel Zeit hast Du benötigt?
    Ich habe mir als Projekt diese Weihnachtswichtel: KLICK-MICH ausgesucht, diese Wichtel mache ich fast jedes Jahr und verschenke diese dann. Bisher habe ich zum Glätten der Balken einem Bandschleifer PBS 7 AE genutzt, der Hobel PHO 2000 ist dafür wesentlich besser geeignet. Die Balken aus Fichtenholz bekomme ich säge-roh zuerst habe ich das Kantholz (100 x 100mm) auf ca. 1500mm gekürzt, damit lässt sich dann besser hantieren. Den Balken habe ich dann auf meinen MFT gespannt und dann mit dem PHO 2000 glatt gehobelt (siehe VIDEO-17). Ich habe dies in mehreren Schritten mit unterschiedlichen Hobeltiefen gemacht, dabei ist mir aufgefallen, das Der Hobel auch mit der Spantiefeneinstellung von 0 noch etwas Material ab trägt, dies ist für den letzten Durchgang sehr gut und ergibt eine sehr feine Oberfläche. Als nächstes habe ich dann die Kanten mit dem Hobel gebrochen (siehe VIDEO-12, VIDEO-13 und VIDEO-14), hierbei sind die V-Nuten in der Hobelsole sehr hilfreich, Das Beste Ergebnis hatte ich mit der größten V-Nut erzielt, da hier der Hobel am besten geführt wird, dies mag aber auch am Holz gelegen haben, ein Hartholz wird da sicher besser führen. Für diese Arbeitsschritte habe ich, auch mit einigen Übungen an Reststücken, so ca. 4 Stunden mit dem Hobel gearbeitet.
    Für ein Weiteres Projekt habe ich dann noch rohe Fichtenbretter und Dachlatten gehobelt dies hat auch etwa 4 -5 Stunden gedauert, Der Hobel war einmal ca. 2 – 3 Stunden am Stück im Einsatz ohne das er Warm wurde.

     
  3. Wie leicht fällt Dir die Handhabung/Bedienung des Elektrohobels?
    Es sind ja nicht so viele Stellmöglichkeiten vorhanden, somit ist die Bedienung des PHO 2000 recht einfach. Mit dem Aufbewahrungsdepot und dem darin befindlichen Imbusschlüssel werde ich mich nicht wirklich anfreunden können, der Imbus kippt beim einschieben des Aufbewahrungsdepot in das Gerät zur Seite weg, beim raus ziehen des Aufbewahrungsdepot klemmt dann der Imbus an der Innenseite vom Hobel, so das das Aufbewahrungsdepot nur durch drehen (entgegen des Uhrzeigers) aus dem Hobel entfernt werden kann (siehe VIDEO-10 und VIDEO-09) hier würde eine kleine Arretierung am Aufbewahrungsdepot, welche das Wegkippen verhindert, Abhilfe schaffen, ich habe den Imbus einfach nicht mehr in das Aufbewahrungsdepot eingelegt und gut wars. Für die Lagerung eines weiteren Hobelmessers ist das Aufbewahrungsdepot eine feine Sache. Ein tolles Feature ist der Parkschuh, zu Anfang hatte ich so meine Bedenken was die Stabilität an geht (siehe Punkt 1.) aber in der Praxis erwies sich der Parkschuh als stabil und sehr nützlich da man ja doch nicht immer wartet bis die Hobelwalze zum Stillstand gekommen ist bevor man den Hobel Ablegt. Der Parkschuh hat meinem MFT einige Macken erspart. Auch lässt sich über den Parkschuh ein ansatzfreies fortsetzen bei einer abgebrochenen Hobelspur bewerkstelligen (siehe VIDEO-18). Der Spänesack ist für kleinere Arbeiten gut zu nutzen, wenn man aber ein grösseres Stück hobeln möchte oder mit viel Abtrag arbeitet ist er schnell voll. Die Spanabsaugung funktioniert mit einem ausreichend grossen Saugschlauch sehr gut, bei meinen kleineren Schläuchen (28mm und 36mm Durchmesser) verstopften die Späne den Schlauch, mit einem 56mm Schlauch konnte ich dies nicht feststellen. Der Stutzen auf der linken Seite (schwarzer Stutzen) für die Absaugung ist zu glatt und auch etwas zu klein im Durchmesser, hier hält der mitgelieferte Adapter für den Spähnesack nicht richtig (siehe VIDEO-07). Manchmal ist der Hobel auf der rauen Holzoberfläche mit der Vorderkante der Hobelsole hängen geblieben, die trat fast immer bei Astlöchern auf und ist auf manchen Videos zu sehen.

     
  4. Bist Du zufrieden mit Deinen Arbeitsergebnissen? Wie präziese war das Hobelergebnis?
    Die Arbeitsergebnisse finde ich gut, ich muss auch dazu sagen, das ich bisher noch nicht mit einem Elektrohobel gearbeitet habe. Zu Anfang hatte ich einige Riefen eingehobelt, da das Werkstück breiter als die Hobelmesser war, mit der Zeit habe ich dann ein Gefühl für das Arbeiten mit dem Hobel entwickelt und die Ergebnisse wurden besser. Ein Quantensprung in der Oberflächengüte war aber der Einsatz eines Hobelmessers mit abgerundeten Kanten (BOSCH Nr. 1 607 000 182-000) hiermit wurden die Oberflächen wesentlich glatter, da der Absatz zwischen den beiden Hobelspuren kaum mehr zu fühlen ist. Bei Werkstücken die schmäler als die Hobelmesser sind ist naturgemäß kein Unterschied festzustellen. Wenn man einen Falz hobeln möchte ist das abgerundete Messer natürlich nicht geeignet, aber für Flächen zu hobeln werde ich die abgerundeten Messer nutzen. Ich glaube aber, das man mit etwas Übung die Fläche auch mit den Standardmessern glatt bekommt, einfacher ist es aber mit den Abgerundeten Messer.

     
  5. Erfüllt der Elektrohobel Deine Anforderungen und Erwartungen?
    Ja, ich frage mich warum ich mir noch keinen Elektrohobel zugelegt habe, die Einsparung von Zeit gegenüber dem Schleifen mit dem Bandschleifer ist enorm. Auch das Abrichten von Kanten ist (mit dem Winkelanschlag) ein Kinderspiel. Die gehobelten Oberflächen sind sehr glatt.

     
  6. Was können wir zukünftig noch am PHO 2000 verbessern?
    Ich sage immer, es gibt nichts was man nicht noch verbessern kann, hier meine Wünsche/Vorschläge:
    - Abgewinkelten Adapter für Staubsauger, so das der Saugschlauch nach hinten geführt wird oder besser noch den Schlauchanschluss an das hintere Ende des Hobels legen.

    - den linken (schwarzen) Stuzen für die Späneabsugung etwas dicker machen und anrauen, damit der Spänesack / Adapter besser hält, mit einem Absaugschlauch hält das auf dieser Seite fast nicht.
         - Arretierung der Messerwalze um das Hobelmesser besser wechseln zu             können (siehe VIDEO-08) ähnlich wie bei einem Winkelschleifer.
   
        - Das Aufbewarungsdepot für den Imbusschlüssel so umgestalten, das
        sich der Imbus nicht verdrehen/abknicken kann und dadurch das Depot             beim raus ziehen klemmt (siehe VIDEO-09 und VIDEO-10 unter Punkt3),
        mir ist es auch 2 mal passiert, das der Imbusschlüssel im Gerät blieb, er
        lies sich dann nur durch schütteln wieder in eine Lage bringen um ihn
        wieder raus zu fummeln.

       - etwas längeres Kabel, beim Hobeln von ganzen Balken sind die 2,4m zu
       kurz, ich denke 4m wären gut.

       - Der Pfeil für die Hobeltiefeneinstellung in Rot wäre hilfreich

       - PHO 20000,Transportkoffer, Winkelanschlag und ein 90° Bogen für die
       Absaugung evtl. als zusätzliche Variante anbieten

       - Arretierung für den Einschalter, um den Hobel in einem MFT auch
       stationär zu nutzen (das wird wohl aus Sicherheitsgründen nicht kommen,
       wäre aber schön )

       - Vorderkante der Hobelsole abrunden / anschrägen um das Hängenbleiben
       beim Hobeln zu vermeiden (siehe VIDEO-06)

 
  1. Würdest Du den PHO 2000 auch in Zukunft für weitere Projekte verwenden?
    Ja auf jeden Fall, ich werde mir auch noch den Winkelanschlag zulegen und mir eine Halterung bauen um den Hobel in meinen MFT einzulegen und diesen dann als Tischhobel nutzen.

Hier nun meine Eindrücke bei der Arbeit mit dem Hobel.

Der Hobel wurde in einem Karton geliefert, beigefügt lag noch ein Spänesack incl. Adapter um den Sack am Hobel zu befestigen, der Spänesack und der Adapter sind nicht im normalen Lieferumfang enthalten. Der Hobel wird mit einem Wendemesser und einem Imbusschlüssel, für das Wechseln der Messer, geliefert. (siehe VIDEO-11). Ein Winkelanschlag liegt dem Hobel nicht bei, hierzu später mehr. Ich fand den Hobel recht leicht, die Haptik durch die Softgrip Einlagen ist gut, bis auf den Parkschuh machte alles auf den ersten Blick einen guten Eindruck. Der Parkschuh sieht aber nur so wakelig aus was sich beim Arbeiten mit dem Hobel rausstellte. Für die ersten Versuche habe ich Sägerohe Fichtenbretter genutzt, hierbei stellte sich raus, das meine Absaugschläuche von 28mm und 38mm sich mit den Spähnen zusetzen, mit meinem 56mm Schlauch passiert das nicht, der 56mm Schlauch passt auch auf den, beim Spänesack beigefügten, Adapter. Da ich noch nicht mit einem Elektrohobel gearbeitet hatte, war ich über die Menge der Späne überrascht (siehe VIDEO-16). Sehr angenehm finde ich das geringe Gewicht des Hobels, was auch einen längeren Einsatz zulässt.
Das Anschlußkabel finde ich zu kurz, beim Hobeln von längeren Balken benötigt man ein Verlängerungskabel. Nach den ersten kleineren Einsätzen des Hobels stellte sich der Parkschuh doch als stabil und sehr nützlich dar. Ein sehr gelungenes Feature sind die V-Nuten in der Hobelsole (siehe VIDEO-11, VIDEO-12 und VIDEO-13), hiermit lassen sich, in Verbindung mit der Spantiefeneinstellung, Schrägen bis 10mm hobeln.
Beim Hobeln von Flächen die breiter als die Hobelmesser (82mm) sind entstehen in der gehobelten Fläche Kanten, die dann wieder ausgehobelt werden müssen (auch hier entstehen Kanten), evtl. kann man das mit mehr Übung noch weiter minimieren. Was wirklich besser Ergebnisse gebracht hatte war der Einsatz von Hobelmessern mit abgeschrägter Kante (BOSCH Nr: 1607000182-000), hiermit entstehen nicht so scharfe Kanten in der Fläche. Eventuell wäre es besser den Hobel mit diesen Messern bei der Auslieferung zu bestücken, dann käme u.U. bei einigen Kunden der anfängliche Frust über die Kanten in der gehobelten Fläche nicht auf.
Für das Wechseln der Messer wird in einem Aufbewahrungsdepot auf der linken Seite des Hobels ein Imbusschlüssel geliefert. Das Depot an sich ist eine sehr gute Lösung, allerdings müsste der Imbus mehr Halt in dem Depot haben, der Imbus kippt im Depot etwas auf die Seite, so das man das Depot nur durch starkes Verdrehen wieder aus dem Hobel bekommt. (siehe VIDEO-09 und VIDEO-10) Im Depot ist auch noch Platz für ein Hobelmesser. Das Abrichten von Kanten ist ohne Winkelanschlag sehr schwierig, ich würde sagen als ungeübter nicht zu machen. Da bei dem Hobel kein Winkelanschlag dabei war, habe ich einfach den Anschlag von meinem Bandschleifer PBS7 an den Hobel geschraubt, das sieht zwar nicht schön aus, aber für 90° Winkel ist es brauchbar (siehe VIDEO-15 und VIDEO-05).
Ich habe mir dann aber doch noch den passenden Winkelanschlag geholt (BOSCH Nr. 2607001077-000), um die Handhabung zu demonstrieren habe ich erst mal ein Kantholz auf der Fläche gehobelt (siehe VIDEO-03), im nächsten Video seht Ihr die Bestandteile des Winkelanschlag und dessen Montage am Hobel. (siehe VIDEO-02) sowie das Hobeln einer 45° Kante (siehe VIDEO-01). Es gibt von BOSCH auch noch einen Winkelanschlag der fest auf 90° eingestellt ist (BOSCH Nr. 2607000072) so wie einen Tiefenanschlag für das Hobeln von Falzen (BOSCH Nr. 1608132006).
Der Tiefenanschlag lässt sich auch sehr einfach aus einem Stück Aluminiumwinkel herstellen.

Mein Fazit:
Für mich war ein Elektrohobel eigentlich ein „nice to have“ Werkzeug das ich mir irgendwann einmal holen werde, diese Meinung muss ist nach diesem Produkttest revidieren es ist ein „must have“ Werkzeug, die Handhabung ist sehr einfach und das Arbeitsergeniss ist eine akkurat glatte Fläche und bei Einsatz eines Winkelanschlag eine saubere gehrung bis 90°. Dem Hobel würde ein Transportkoffer sicher gut stehen, in dem dann auch noch das ganze Zubehör rein passt, evtl. lässt sich das ja als zusätzliche Kaufoption noch einrichten. Wenn man Werkstücke hobeln möchte die breiter als die 82mm der Hobelmesser sind, würde ich die o.g. an den Kanten abgeschrägten Hobelmesser empfehlen. Eine Spanabsaugung nach hinten fände ich besser las zur Seite, am besten einen Schlauchanschluss direkt am hinteren Geräteende, auch eine Hobelwalzenarretierung um die Messer einfacher zu wechseln wäre super. Der Parkschuh und die in der Hobelsole eingelassenen V-Nuten sind tolle Features an die ich mich schnell gewöhnt habe, der Imbusschlüssel in dem Aufbewarungsdepot und ich wir werden in der Form keine Freunde, ich habe da immer Angst das mir das Depot zerbricht. Aber alles in Allem ist der Hobel ein wirklich tolles Werkzeug welches sicher noch oft genutzt wird und meinen Maschinenpark sinnvoll ergänzt. Mit dem Winkelanschlag ist das Einsatzgebiet noch grösser, ich würde sogar sagen das dies die sinnvollste Ergänzung ist.
Ich möchte mich an dieser Stelle an alle die bis hierher gelesen haben bedanken, der Bericht ist dann doch länger als gewollt geworden, aber ich denke das bin ich dem Hobel, der Firma BOSCH die den Hobel zur Verfügung gestellt hat und allen interessierten schuldig.
Bedanken möchte ich mich auch bei der Firma BOSCH und dem Team von 1-2-do das ich an dem Produkttest teilnehmen konnte und sich dadurch meine Meinung zu einem Elektrohobel grundlegend geändert hat.


 
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Hallo zusammen,

den Thread zur Diskussion über diesen Testbericht findet Ihr unter http://www.1-2-do.com/forum/showthread.php?p= 849632#post849632
2015-02-16 20:16:44

Es ist ein Interessanter Bericht und ein guter Kommentar
2015-02-25 15:08:38

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