PPR 250 - streichen per Knopfdruck

Mitglieder der 1-2-do.com stellen Bosch
Elektrowerkzeuge auf die Probe

Der PPR250 – Ein elektrischer Farbroller – mehr aber auch nicht 1 Kommentar
Vom 31.05.12 Geändert 2012-05-31 18:40:18
Erst mal möchte ich mich bedanken, dass ich zu dem kleinen Kreis der Tester zählen darf.

Beim Abholen des hinterlegten Pakets kam schon mal die erste positive Überraschung, das Gerät samt Verpackung ist relativ leicht. Daheim ausgepackt, habe ich festgestellt, dass der Inhalt überschaubar ist und sehr wenig montiert werden muss.

Die Verpackung selber allerdings war durch den Transport bereits sehr beschädigt, wodurch sie sich für das spätere Verstauen nicht mehr eignet. Da dieses Gerät nicht im Dauereinsatz stehen wird wäre hier ein Behältnis für das Verstauen praktisch.

Keine Überraschung gab es bei der Gebrauchsanleitung – diese ist, wie gewohnt, mehrsprachig und ausführlich verfasst.
Nachdem das Gerät und die Gebrauchsanleitung studiert wurde ging es ans Eingemachte.

Ich muss gestehen, dass ich mir nicht die einfachste Aufgabe für den PPR 250 ausgesucht habe. Die Wand die gestrichen werden sollte, hat etliche Jahre keinen neuen Anstrich bekommen, noch dazu wurde in diesem Raum über Jahre regelmäßig geraucht. Nach dem ich alle Löcher verspachtelt habe und meine Freundin den Boden und die Möbel sorgfältig abgeklebt hat wurde das Gerät vorbereitet.

Ich hatte noch einen angefangenen 16 L Kübel Farbe den ich aufbrauchen wollte bevor ich zur „Schöner Wohnen“-Farbe übergehe. Da hatte ich auch schon festgestellt, dass die Aufhängung der Farbeimerkopplung nicht auf diesen Kübel passte. Dies stellte aber kein Problem für den Betrieb da, da der Schlauch lang genug ist. Erst mal den Knopf drücken um die Farbe auf die Walze zu bringen, das dauert zwar ein wenig stört aber nicht wirklich. Das durch die Pumpe erzeugte Geräusch ist überraschend leise und tritt auch nur dann auf wenn die Fernbedienung gedrückt wird, ansonsten entsteht kein Betriebsgeräusch.

Und los ging es mit dem Streichen, der Farbauftrag ist schön gleichmäßig und man gewöhnt sich schnell daran, dass man sich nicht mehr bücken muss um die Rolle wieder mit Farbe zu füllen. Hin und wieder bin ich beim Umgreifen unabsichtlich an die Fernbedienung gekommen, ist aber nicht weiter schlimm, weil die
Farbe ja sowieso auf die Rolle soll. Ärgerlich fand ich lediglich, dass die Originalrolle fußelt und dabei die grünen Fasern in die Farbe einarbeitet. Zusätzlich zu dem unerwünschten Grün gesellte sich ein unerwünschtes Schwarz an meine Finger, ich mußte nämlich feststellen, dass die Fernbedienung abfärbt.

Nach einigen Schichten Farbe die notwendig waren das Nikotin am durchscheinen zu hindern kam der nächste Testpunkt: Die Reinigung

Das EasyClean-System macht seinen Namen alle Ehre. Das Sieb am Wasserhahn abmontieren – Adapterstück aufschrauben – Schlauch anschließen – Wasser marsch. Die Schlauchreinigung ist wirklich sehr simpel, aber bei mir blieb ein weißer Schleier im Schlauch zurück der nicht entfernt worden ist. Die Reinigung des restlichen Gerätes ist da schon etwas schwieriger. Durch die vielen
Rillen, Kanten und Vertiefungen sammelt sich besonders an diesen Stellen gerne Farbe, die, nachdem die Farbe bereits angetrocknet war, nur schwer zu entfernen war. Ein weiterer Kritikpunkt sind die Federn die den Farbaufträger an die Rolle pressen, diese sind etwas scharf geraten, so dass mann beim Reinigen dieser Stelle etwas aufpassen muss.

Besonders schwierig war die Reinigung der Basiseinheit, die man gemäß Betriebsanleitung während des Betriebes nicht abdecken soll, da man
auf Grund der Elektronik hier fast kein Wasser einsetzen kann. Auf dem grünem Kunststoff blieben an mehrere weiße Flecken die ich mit Wasser nicht entfernen konnte.

Hier stellte ich fest, dass ich die Zeit die ich beim Streichen gespart habe beim Putzen wieder aufgebraucht habe vor allem, da ich am Ende des Ausmalens meistens die Rollen entsorge und nicht wieder völlig auswasche.

Zusammenfassend möchte ich sagen, dass Bosch hier ein gutes Gerät mit innovativer Technologie produziert hat, jedoch würde ich es mir privat nicht kaufen. Die Begründung liegt hier beim Preis. Da ich max. alle 6-7 Jahre ausmale, rentiert sich die Anschaffung für € 140 nicht wirklich für mich. Die Zeitersparnis hat sich im meinem Test durch die zusätzliche Zeit beim Reinigen aufgehoben.

Ein Punkt den ich nicht getestet habe aber wahrscheinlich auch ein höherer Zeitaufwand ist als bei den herkömmlichen Farbrollern, ist der Farbwechsel. Beim PPR250 muss ich erst eine komplette Reinigung durchführen bevor ich auf eine andere Farbe umrüsten kann. Bei den herkömmlichen Rollen spüle ich kurz über den Griff und schiebe eine neue Rolle auf.

Positiv:
- Schönes Farbergebnis
- Kein zusätzliches Bücken
- Weniger Farbspritzer

Negativ:
- Hoher Preis
- Hoher Reinigungsaufwand (ausgenommen Schlauch)
- Originalrolle fusselt.

Was man am PPR250 verbessern kann? Ich würde vielleicht an der Oberfläche arbeiten, damit sich da die Farbe nicht festsetzen kann und versuchen einige Fugen und Kanten wegzulassen um die Reinigung zu erleichtern. Ein Behältnis zum Verstauen des Gerätes wäre praktisch, vielleicht eine Nylontasche oder so etwas. Ich habe keine Ahnung ob das technisch möglich ist, aber vielleicht kann man eine Art T-Stück einbauen, damit man eine zweite Farbrolle anschließen kann, denn für 2
Personen ein komplettes Gerät zu kaufen kommt eindeutig zu teuer.

Als Zubehör würde ich mir eine Kleinere Rolle wünschen, die man für Nischen und die Ecken verwenden kann und ebenfalls über die Basisstation mit Farbe versorgt wird.

PS: Tut mir leid wegen den Fotos aber meine Speicherkarte hat den Geist aufgegeben und so blieben mir nur die Handyfotos.
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Hallo Zusammen,

den Thread zur Diskussion über diesen Testbericht findet Ihr unter http://www.1-2-do.com/forum/showthread.php?p= 204129#post204129.
2012-06-29 11:30:44

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