PPR 250 - streichen per Knopfdruck

Mitglieder der 1-2-do.com stellen Bosch
Elektrowerkzeuge auf die Probe

Bosch PPR 250 - Produkttest 1 Kommentar
Vom 17.05.12 Geändert 2012-05-17 13:34:17
Das kennt wohl jeder Heimwerker: Deine Frau kommt zu Dir, und beschließt, es wird mal wieder Zeit zum Renovieren! Tja, da kommt Mann nicht gegen an, also schon mal geistig darauf einstellen!

Als wenige Tage später der Produkt-Test für die PPR 250 ausgeschrieben wurde, war klar: Da muss ich mich bewerben, zumal ich im Testzeitraum auch noch ein paar Tage Urlaub habe!

Die 1-2-do-Fee hat mich ausgewählt, und einige Tage Später kam das große Paket bei mir an, Tags darauf auch noch ein Eimer Polarweiß! Super, da konnte es ja losgehen!

Ihr kennt das ja, als Erstes kommen die Vorarbeiten: Mit Malerkrepp Alles schön abkleben. Da der Teppich drin blieb, verwendeten wir entlang der Bodenleisten Kreppband mit Folie. Wer das schon mal verwendet hat, weiß aus Erfahrung, das die Folie gut gegen Farbe ist, aber beim drüber Laufen immer mal gerne die Position wechselt. Dagegen haben wir erstmalig Malerflies verwendet. Das ist eine Art Filzteppich, unter dem eine Folie verklebt wurde. Wenn da mal was tropft, nimmt der Filz die Farbe auf, die Folie lässt aber Nichts durch.

Gut, hört sich erst mal doppelt gemoppelt an, funktioniert aber im Ganzen sehr gut. Und Alles, was Du vorher ordentlich abgeklebt hast, macht Dir nach dem Streichen keine Arbeit!!!

Nächster Arbeitsschritt: Farbe anrühren. Damit die Farbe schön gleich mäßig an die Wände kommt, muss sie zunächst einmal aufgeschlagen oder durchgerührt werden. Manuell geht das ganz ordentlich in die Arme, weshalb ich mir im Vorfeld einen Bosch Farbrührer gekauft habe. Den spannt man in den Akkuschrauber oder die Bohrmaschine, und ab geht die Luzie. Dabei immer schön darauf achten, das von Unten nach Oben und dann mal wieder seitlich gearbeitet wird. Bei der Gelegenheit kann man ggf. mit etwas Wasser die Wandfarbe geschmeidiger machen, falls sie zu fest ist.

Übrigens: Wer mit dem eigentlichen Rührwerk unter der Farbe bleibt, und nicht zu sehr an der Geschwindigkeit dreht, hat gute Aussichten, die Bude nebst sich selbst nicht schon vor dem Streichen farbig zubekommen!!

Nachdem die Farbe gut durch gerührt wurde, geht es weiter mit dem "Vorstreichen": Wir verwenden für die Ecken einen Eckenroller- gibt´s z.B. bei Bosch als Zubehör zum PPR 250 - und einen Kutenlecker / Heizungspinsel. Mit dem Eckenroller kommt man recht gut in die Ecken zwischen Decke und Wand, bzw. Wand zu Wand. Es lässt sich recht zügig und sauber damit arbeiten, wenn ein Abrollgitter verwendet wird. Da, wo mehrere Ecken aufeinander stoßen, oder wenn es mal eng wird, kommt der Kutenlecker zum Einsatz. So erreicht man alle Stellen, die für eine Farbrolle schlecht erreichbar sind.

Nach Abschluss dieser Vorarbeiten ist das Meiste an Arbeit eigentlich schon geschafft. Nun kommt normaler Weise die Rolle - hier die PPR 250 zum Einsatz.

Wegen des gewaltigen Kartons, in dem die PPR 250 geliefert wurde, hatte ich zunächst Bedenken wegen der Größe des Gerätes. Aber das war wohl eher der Länge der Verlängerung geschuldet. Ausgepackt hat man ein durchaus handliches Gerät zur Verfügung.

Bereits am Vorabend hab ich mir mal die Bedienungsanleitung angeschaut. Da blieben für mich leider Fragen offen. Das hätte man besser machen können. Also noch mal kurz bei 1-2-do die Produktinfos angeschaut, und gut.

Die Antriebseinheit verfügt über einen höhenverstellbaren Mechanismus, mit dem er außen am Farbeimer eingehängt wird. Die Standfestigkeit ist einwandfrei. Ein kurzer Schlauch wird von der Antriebseinheit in den Farbeimer gehängt. Am Schlauchende befindet sich noch ein Sieb, das eventuelle Grobteile rausfiltert.

Der lange Schlauch geht vom Antrieb direkt zur Farbrolle. Diese kann mit einer Verlängerung verschraubt werden, um so auch bis an die Decke zu kommen. Damit da nix rum hängt, kann der Schlauch an mehreren Stellen in den Griff und die Verlängerung geklippt werden. Noch kurz kontrolliert, ob die Antriebseinheit arretiert ist, und es kann los gehen. Mittels einer Fernbedienung, die man in der Farbrolle oder in der Verlängerung einlegen kann, wird per Knopfdruck der Antrieb gestartet.

Sollte der Farbdurchlauf nicht optimal laufen, mit etwas Wasser die Farbe im Eimer dünnflüssiger machen - und das Durchrühren nicht vergessen!

Wir haben zunächst einmal den Flur und die Küche neu gestrichen. Beide Räume sind nicht besonders groß, dennoch hat der PPR 250 nicht im Wege gestanden, oder behindert.

Zunächst wurde die Decke getüncht, dann die Wände. Ob es nun an der Wandfarbe von "Schöner Wohnen" lag, am PPR 250, oder an meinen "unermesslichen Fähigkeiten" als Heimwerker, das Ergebnis war sehr zufriedenstellend. Die Farbe deckte bereits nach dem ersten Anstrich. An das Malen mit Fernbedienung hat man sich schnell gewöhnt, und das lästige Eintunken und Abstreichen der Rolle entfällt. Habe die Zeit nicht gestoppt, aber ich denke mal, das spart man schon einiges an Zeit.

Allerdings ist bei so kleinen Räumen das Reinigen der Maschine fast schon zeitaufwändiger, als das Streichen der Räume selbst. Hätte ich die Möglichkeit gehabt, Flur, Küche und Stube an einem Tag zu streichen, wäre die Zeitersparnis größer gewesen. Doch das liegt in der Natur der Dinge. Für kleine Räume heben sich Nutzen und Reinigung vom Zeitfaktor nahezu auf. Bei etwas größeren Räumen wird der Vorteil erst ersichtlich.

Am Folgetag dann haben wir die Stube gemalt. Hier wurde wieder Alles abgeklebt, und dann die Decke mit Polarweiß gestrichen. Vorab wurde mit dem Eckenroller einmal rings rum um die Decke geweißt. Die Wände bekamen einen Anstrich in Hellblau mit Alpina Wandfarbe, selbst nach den Wünschen meiner Frau abgetönt. Klarer Fall, das da auch wieder der Farbrührer zum Einsatz kam. Hier sollte man lieber etwas mehr rühren, als hinterher plötzlich einen "Mosaik-Effekt" an der Wand zu haben, weil noch weiße Streifen in der Farbe sind. Das sieht nicht aus, und gibt Mecker von Frau!!!

Wir haben die Wand nicht bis oben hin blau gemalt, sondern einen etwa 1,5 Zentimeter breiten Streifen Weiß stehen lassen. Um das schön hinzu bekommen, haben wir uns eine spezielle Farbrolle mit Kantenschutz gekauft. Theoretisch sollte damit das Absetzen eine saubere Sache werden - aber irgendwie sah das Ergebnis aus, wie Wellengang bei Windstärke 9... Also hat meine Frau - die hat bei uns die ruhigere Hand - den Farbstreifen zur Decke hin mit dem normalen Pinsel abgesetzt. Das sieht definitiv besser aus!

Die Wände in der Stube mussten zweimal gestrichen werden, um einen deckenden Effekt hin zu bekommen. Das lag aber eher an dem"Renovierungsstau" bei uns, als an der Farbe oder dem PPR 250. Dabei habe ich den Eindruck, der zweite Anstrich geht schneller von der Hand, als der Erste...

Und noch ein kleiner Tipp für den Fensterbereich: Wenn davor dem Malen schon "Wasserflecken" zu sehen sein sollten - weshalb auch immer - vorab die Stellen mit Sperrgrund einpinseln. Das verhindert bei Wandfarben das sogenannte "Durchbluten".

Nach der Verwendung kann man die Antriebseinheit aus der PPR 250 heraus nehmen. Ebenso können alle Schlauchverbindungen bei Bedarf mittels einer Zange über Federringe getrennt werden. Es reicht aber, den Schlauch von der Farbrolle zu trennen.

Mit dem beigefügten Adapter-Set kann der farbführende Teil des Gerätes an einen ganz normalen Wasserhahn angeschlossen werden. Per Wasserdruck werden Farbreste aus dem Schlauch heraus gewaschen. Der Vorgangbraucht zwar einige Zeit, ist aber nicht besonders Arbeitsaufwändig, da man ja nur daneben steht, und aufpasst.

Mein Resümee:

Der PPR 250 Farbrolle ist eine angenehme Hilfe beim Streichen von Wänden. Bei kleinen Räumen ist der vermeintliche Zeitvorteil schnell durch das Reinigen wieder hinfällig, es empfiehlt sich hier also, möglichst mehrere kleine Räume an einem Tag zumachen. Da , wo Fläche vorhanden ist, kann das Gerät seinen Vorteil vollausspielen.

Die beigefügte Verlängerung könnte für meinen Geschmacklänger sein. Da dies aber individuell sehr unterschiedlich sein kann, wäre vielleicht eine Teleskopstange die bessere Wahl. Gerade bei den Decken "fehlten" mir einige Zentimeter.

Im Großen Ganzen jedoch war der Farbroller eine gute Hilfe. Spätestens im nächsten Urlaub - oder sollte ich lieber Subbotnik sagen- wird meine Mutti sich freuen, wenn auch ihre Wände in neuem Glanz erstrahlen!!!

Das einzige Problem, vor dem mich die PPR 250 nicht bewahren konnte, sind die Türrahmen... Wenn man die Wände schön hat, wird schnell klar, das Türen und Rahmen auch mal dran sind - also mein nächstes Projekt wird kommen...

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Hallo Zusammen,

den Thread zur Diskussion über diesen Testbericht findet Ihr unter http://www.1-2-do.com/forum/showthread.php?p= 197897#post197897.
2012-06-08 16:39:29

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