Dremel Trio -
das Multitalent

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Elektrowerkzeuge auf die Probe

Testbericht Dremel Trio 1 Kommentar
Vom 07.11.11 Geändert 2011-11-07 19:36:58

Benutzer gelöscht

Erstmal Herzlichen Dank das ich an diesem Test teilnehmen durfte. Das mit mich doch um einige Erfahrungen bereichert. Entschuldigen möchte ich mich für die verspätete Abgabe des Testberichtes. Leider haben mir die Ärzte in der Klinik das testen an der Einrichtung verweigert. Erster Eindruck:Der Koffer hat eine erstaunlich gute Einteilung, sämtliches Zubehör ist übersichtlich angeordnet und Griffbereit. Der Trio selbst ist schön leicht und handlich. Anwendungen: Zuerst habe ich mich an einigen Holz- und Spanplattenresten mit der Handhabung und Funktion vertraut gemacht. Etwas Kanten und Schriften fräsen.Danach ging es an mein Sitzkistenprojekt, Kanten abrunden mit dem TR 615, Griffmulden ausschneiden, glatt schleifen und einen Schriftzug fräsen. Leistung: Der kleine 200 Watt Motor ist für Arbeiten in dünnem Werkstoff vollkommen ausreichend, bei den Griffmulden in 15mm OSB Platten war er überfordert. Es ging nur quälend langsam vorwärts und man legt freiwillig häufig Pausen ein. Bleibt man aber innerhalb der Spezifikation und schneidet in 2-3 Schritten kann man zügig Arbeiten. Ein paar Watt mehr könnten nicht schaden. Handhabung: Der Trio liegt gut in der Hand, er ist leicht und die Knöpfe sind Sinnvoll angeordnet. Fräserwechsel und Griffverstellung gehen schnell und leicht.Im Betrieb benötigte ich ein wenig Einarbeitungszeit. Durch die Rotation verzieht man Freihand doch recht leicht, aber nach einiger Zeit kommt man zurecht. Der Trio ist allerdings auch das erste Gerät mit dem ich in die Welt des Fräsens einsteige. Meister fallen bekanntlich nicht vom Himmel ;) Nacharbeit ist meiner Meinung nach bei der Frästiefeneinstellung nötig.Um beispielsweise den Abrundfräser aus dem mitgeliefertem Set TR 675 korrekt einzustellen sind mehrere Versuche nötig, jedes mal mit testen an Altholz, bevor man an sein eigentliches Werkstück gehen kann. Das nervt, hier sollte ein Stellrad Verwendung finden. Staubabsaugung: Dank des mitgelieferten Adapters kann man einen Werkstattsauger anschließen der seine Arbeit dann erstklassig aufnehmen kann. Die Schnittlinie bleibt gut Sichtbar und der größte Teil des Drecks wird aufgesaugt. Da Adapter und Schlauch zusammen passen war auch kein Pfeifen zu hören wie es von einem anderen Tester angesprochen wurde. Und das ein 3m Schlauch an einem derartigen Gerät stört liegt in der Natur der Sache, dafür kann der Trio nichts. Arbeitsergebnisse: Wenn man es denn schafft den Fräser auf die richtige Tiefe einzustellen sind durchaus gute Ergebnisse möglich. Erstaunlicherweise hatte ich die saubersten Ergebnisse in Buche Hartholz, bei weicheren Hölzern und den OSB Platten standen doch öfter mal Fasern ab die Nachbehandelt werden mussten. Der Parallelanschlag/Kreisschneider gehört zu den Stärken des Trio. Wenn man nicht, wie Ich beim ersten Versuch, vergisst die Feststellschraube anzuziehen liefert er sehr gerade/runde Schnitte und Fräsungen. Auch die Möglichkeit Schriftzüge zu fräsen zeichnen den Trio aus. Der Schleifdorn hingegen liefert einen sehr heftigen Abtrag, hier hat man sich in eine ehemals gerade Linie schnell einige Beulen rein geschliffen. Auch eine Reduzierung der Drehzahl brachte nicht viel. Der Trio bleibt dann mangels Kraft schnell stehen. Bei meinem Versuch eine Fliese zu schneiden musste ich abbrechen. Ich hatte keine Standard Keramikfliese zur Hand wie sie z. B. in Bädern Verwendung finden. Mein Testobjekt war eine frostsichere Bodenfliese 6 mm für den Außenbereich. Hier hat sich der Trio die Zähne ausgebissen. Auf dem ersten Millimeter war ein leichtes glühen zu sehen und der Fräser verfärbte sich. Auch von Arbeitsfortschritt konnte keine Rede sein, für den einen mm benötigte ich rund 30 Sekunden. Die Fliese war scheinbar zu hart. Erwartungen: Meine Erwartungen hatte ich scheinbar zu hoch angesetzt, der Trio konnte sie nicht erfüllen. Freihandfräsen hatte ich mir nicht so schwierig vorgestellt, eigentlich ist das nur Sinnvoll wenn der Schnitt später nicht sichtbar ist. Schriftzüge mit geringer Tiefe sehen ganz brauchbar aus, kleinere Macken stören da nicht so, das hat was Individuelles/Persönliches. Bei Schnitten mit Führung sieht es besser aus, hier kann man sehr gute Ergebnisse erzielen. Verbesserungen: Das größte Problem des Trio liegt in der Schnitttiefeneinstellung. Hier sollte ein System her wie beispielsweise bei der POF 1400 ACE. Ein Stellrad, möglichst auch während des Fräsens verstellbar um plastische Schriftzüge zu erstellen, wäre gut. Die mögliche Schnitttiefe selbst ist mit den angegebenen 12,7 mm in Holz etwas dünn.Zum Nut- und Schriftenfräsen aber völlig ausreichend. Beim Schriftenfräsen tritt es am deutlichsten zutage, die Vorlage liegt immer wieder im Schatten, eine LED wäre hilfreich. Wünschenswert wäre es wenn man den Parallelanschlag auch bei der Kantenbearbeitung nutzen könnte. Gelegentlich habe ich mir durch die Rotation beim Austritt doch eine Macke in das Werkstück gefräst. Ich habe mir den Abrundfräser TR 615 zugekauft wegen des Profils. Warum dieser entgegen der anderen Fräser kein Kugellager besitzt entzieht sich meiner Kenntnis, bei 20 000 Umdrehungen ist es aber verständlich das er eine Schleifspur am Werkstück hinterlässt. Fazit: Der Trio hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Einerseits ein innovatives, vielseitiges Gerät, andererseits eine halbherzige Ausführung. Für gelegentliche Ausschnitte, Schriften und ähnliche Bastelarbeiten ist er durchaus zu Empfehlen. Bei häufigem Einsatz zur Kantenbearbeitung schleicht sich, Dank der hakeligen Schnitttiefeneinstellung, schnell Frust ein. Ich bin auf die nächste Generation gespannt.Nochmals herzlichen Dank an das Team von Bosch und Dremel.
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Hallo Zusammen,

den Thread zur Diskussion über diesen Testbericht findet Ihr unter http://www.1-2-do.com/forum/showthread.php?p= 128263#post128263.
2011-12-01 10:09:05

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