Dremel Trio -
das Multitalent

Mitglieder der 1-2-do.com stellen Bosch
Elektrowerkzeuge auf die Probe

Der kann echt was! 1 Kommentar
Vom 01.11.11 Geändert 2011-11-01 00:27:29
Beim Auspacken erst einmal ein Wow-Gefühl. Gerät wirkt solide, kein Wackeln oder klappern. Die Höhenverstellung ist sehr einfach und nicht ganz vertrauenerweckend über eine Schiene an der Grundplatte gelöst, auf der das Gehäuse gleitet. Die Verstellung ist hakelig – das Gehäuse muss erst durch Wackeln gelöst werden. Erst probierte ich es mit dem Allheilmittel WD40 gängiger zu bekommen – kaum Verbesserung. Also mit Bremsenreiniger wieder entfettet und dann mit Silikonspray versucht. Etwas besser, aber nicht wirklich flutschiger.
Das beim Testgerät beigelegte (und später sogar noch ergänzte) Zubehör ist sehr umfangreich und ermöglichte alle Tests in allen möglichen Materialien.

Anleitung
Wie immer stört mich die 13-sprachige Anleitung. Ich möchte den wichtigen Teil der Anleitung eigentlich gerne immer beim Gerät haben. Um aber die drei wichtigen Seiten immer dabei zu haben, muss ich ein 80-Seiten-Buch mitschleppen! Geht nicht ein Kurz-Guide mit einer Flyer-gefalteten DinA4-Seite? 6 Seiten an Infos sind so möglich mit minimalem Kostenaufwand. Von einer Anwenderbroschüre mit Projektideen und Anwendungsbeispielen möchte ich ja gar nicht träumen...
Die Gefahrenhinweise sind durch kurze Erklärungen ergänzt. Das finde ich gut und sinnvoll!
Auf Seite 17 endet ein Satz im Nirvana, dessen Ende mich durchaus interessiert hätte: „Die Winkeleinstellung wird für normale Arbeiten an einer ebenen Oberfläche empfohlen, während in 90°-Stellung (Abb 2)“...
Die Drehzahleinstellungen müssen noch von einer Tabelle mit Material und Zubehör ergänzt werden, damit die Bits im richtigen Drehzahlbereich und materialgerecht betrieben werden.
Der nachfolgende Absatz „Übungsschnitt“ enthält unter Schritt 3 die Info, dass bei Fliesen im 15°-Winkel eingetaucht werden soll. Das ist gar nicht möglich! Es muss wohl 75° heißen.
Beim Kreisschneiden heißt es: „Bohren Sie ein Mittelloch mit dem Zentrierstift.“ Bohren Sie ein Mittelloch FÜR DEN Zentrierstift, oder?

Arbeiten mit dem Dremel Trio
Das Sägen/Schneiden von Laminat und Gipskarton ist die große Stärke des Trios. Hier lassen sich auch komplexe Formen und Tauchschnitte nach Belieben ausführen. Wenn dann noch mit Führung gearbeitet werden kann, sind die Ergebnisse echt Top! Ich habe mit dem Trio ein kleines Board aus Fichte mit Einlagen aus Laminat und Plexiglas erstellt, einen Kürbis geschnitzt und Kanten eines Puzzlesgeschliffen.
  • Auch wenn laut Angaben in der Bedienungsanleitung die maximale Schnitttiefe bei 13mm liegt, ging der Trio wie Butter durch eine 18mm Fichtenplatte.
  • Radien und Kreise lassen sich zuverlässig und exakt mit dem Kreisschneider erstellen.
  • Der Parallelanschlag muss fest angedrückt werden, arbeitet dann aber auch zuverlässig.
  • Das Schneiden von dickem Plexiglas ist bei langsamer Drehzahl und angepasstem Vorschub sehr gut. Bei dünnem sogar sehr viel besser als mit der Stichsäge, weil durch die rotierenden Schneiden das Material weniger belastet wird als beim auf- und abwärts laufenden Stichsägeblatt.
  • Mit einer Schablone aus Laminat ließ sich mit dem Bündigfräser mit Anlaufring ganz einfach eine Plexiglaskopie erstellen.
  • Nuten lassen sich in 4mm-Schritten problemlos fräsen.
  • Richtig gut gefällt mir der Trio als Kantenschleifer!
  • Ich finde es übrigens angenehmer, mit dem Trio ziehend zu arbeiten
  • Anschläge sollten möglichst links vom Gerät angebracht sein, da die Maschine drehrichtungsbedingt einen starken Zug nach links hat
  • Ohne Anschlag ist es mir nur in Laminat uns Gipskarton gelungen einigermaßen gerade Schnitte zu machen
  • Ohne ordentliche Tiefeneinstellung wird das meiste Potential des Trio verschenkt. Mit wäre es die ideale kleine Oberfräse
  • Ein kleiner Tisch zum Anzwingen an die Tischplatte ist ein Zubehör, das sofort her muss! Ich habe beim Schleifen des Puzzles und dem Kopierfräsen den Trio mit Bit nach oben gehalten und die Werkstücke dann mit einer Hand geführt.
  • Beim Schleifen des Puzzles war der Radius der Schleifwalze teilweise zu groß. Schmale Schleifwalzen sollten lieferbar sein.
  • Eine, besser zwei zusätzliche Rastungen des Griffs wären wünschenswert
  • Eigentlich sollte in das Board noch ein Einleger aus Fliese. Aber mit dem Fliesenschneiden bin ich nicht zurecht gekommen.
  • Der Bit sitzt nicht mittig in der Grundplatte des Trio. Das ist ärgerlich, wenn man wechselseitig Anschläge verwenden muss.

Fazit
Der Dremel Trio ist ein tolles Gerät zum Schneiden von Laminat, Gipskarton und Plexiglas. Gerade beim Trockenbau lassen sich schnell Öffnungen für Dosen schaffen und selbst komplizierte Formen schnell ausschneiden. Bei diesen Werkstoffen ist für mich in Zukunft der Dremel Trio erste Wahl! Auch zum Schleifen von komplex geformten Kanten ist der Trio genau das richtige Gerät. Das Schneiden von Holzplatten und Fräsarbeiten lassen sich besser mit der Stichsäge bzw. der Oberfräse verwirklichen. Hier könnte der Dremel eine echte Konkurrenz zur Oberfräse werden, wenn er eine ordentliche Tiefeneinstellung bekommt.
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Hallo Zusammen,

den Thread zur Diskussion über diesen Testbericht findet Ihr unter http://www.1-2-do.com/forum/showthread.php?p= 127656#post127656.
2011-11-29 11:10:36

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