Dremel Trio -
das Multitalent

Mitglieder der 1-2-do.com stellen Bosch
Elektrowerkzeuge auf die Probe

Testbericht Dremel Trio 1 Kommentar
Vom 28.10.11 Geändert 2011-10-28 19:59:13
Als ich erfuhr, dass ich den Dremel Trio testen darf, habe ich mich natürlich wahnsinnig gefreut. Nach Österreich hat die Lieferung zwar etwas länger gedauert, aber letztendlich hab auch ich ein großes Päckchen von 1-2-do erhalten. Der Inhalt war natürlich ein nagelneuer Dremel Trio inklusive Fräser-Set und Wandfliesenfräser. Der erste Eindruck nach dem Öffnen des Pakets war sehr positiv: Robuster Koffer, darin enthalten der Trio mit den Standard-Fräsern. Ein paar Tage später kam nochmal eine Nachlieferung mit einem zusätzlichen Nutfräser-Set, worüber ich mich sehr gefreut habe.

1. Welche Arbeiten hast du mit dem Dremel Trio gemacht?
Ursprünglich wollte ich mit dem Trio ein Schaukelpferd für mein Patenkind bauen. Dieser Plan wurde jedoch zu Nichte gemacht, da in der Zwischenzeit leider schon ein Schaukelpferd gekauft worden ist. Daher habe ich mich entschlossen eine Wanduhr aus MDF zu bauen, bei welcher man die meisten Funktionen des Trio benötigt. Da die meisten Uhren rund sind, sollte auch meine Uhr rund werden, wodurch auch gleich die Kreisführung getestet werden konnte. Das Besondere an der Uhr ist ein eingefrästes Ziffernblatt. In den entstandenen Vertiefungen wurden anschließend Ziffern aus Alu, welche auch mit dem Trio ausgesägt wurden, eingepasst.
Zusätzlich habe ich an einem Stück Weichholz die verschiedenen Fräsaufsätze getestet. Leider konnte ich den Fliesenfräser nicht ausprobieren, da ich keine übrigen Fliesen zu Hause hatte.

2. Wie beurteilst du die Leistung des Dremel Trio?
Laut dem beigelegten Info-Blatt kann der Trio Trockenwände bis zu 15,9 mm Stärke, Holz bis zu 12,7 mm Stärke und Blech bis zu 0,64 mm Stärke schneiden. Mit der Leistung des Trio sind diese Stärken auf jeden Fall erreichbar. Ich habe beim Test sogar ein 16 mm starkes Holzbrett, eine 19 mm MDF Platte, sowie Alu mit einer Stärke von 1,5 mm schneiden können. Da der Trio beim 16 mm starken Holzbrett schon sehr zu kämpfen hatte, habe ich die MDF Platte auf zweimal geschnitten. Das war ohne Probleme möglich. Man sollte aber darauf achten, dass man den Fräser bei längeren Einsätzen zwischendurch abkühlen lässt. Mir ist leider der Karbidfräser bei der letzten Ziffer abgebrochen (nachdem ich alle Ziffern aus dem 1,5 mm starken Alu ohne Pause ausgeschnitten hatte).
Da die Aluziffern zu klein für eine maschinelle Bearbeitung waren, habe ich die Schleifaufsätze nur am Holz testen können, hier haben sie aber sehr gute Arbeit verrichtet. Der Abtrag von überstehenden Kanten funktioniert tadellos. Mit der zusätzlichen Verwendung der Kreis- bzw. Parallelführung erhält man auch sehr schöne Ergebnisse. Eine Zusätzliche Behandlung mit Schleifpapier ist nicht nötig gewesen.
Beim Test konnten alle benötigten Fräsungen problemlos durchgeführt werden. Die Fräsaufsätze sind ca. 13mm hoch. Diese Tiefe ist bei MDF auch leicht möglich. Möchte man tiefer fräsen, so muss man den Fräsaufsatz etwas aus der Führung herausschieben und nochmal darüber fräsen. So konnte ich das Uhrwerk komplett in das MDF-Stück versenken.
Bei den meisten Arbeiten reicht also die Leistung des Trio vollkommen aus, auch wenn man das Gerät sicher nicht als Ersatz für Oberfräse, bzw. Stichsäge betrachten kann. Vor allem für dickere, bzw. härtere Materialen kommt der Trio schnell an seine Grenzen, obwohl man diese durch zusätzliche Arbeitsschritte weiter hinaus schieben kann.

3. Wie leicht fällt dir die Handhabung?
Der Wechsel der Aufsätze erfolgt mit einem kleinen (im Lieferumfang enthaltenen) Schraubenschlüssel. Angenehmer wäre hier ein Schnellwechselsystem, vor allem wenn die Aufsätze häufig gewechselt werden.
Beim freihändigen Arbeiten benötigt man (gerade bei Echtholz) etwas Übung, da der Trio gerne der Faserung des Holzes nachgibt. Bei MDF tut man sich auf Grund der homogenen Beschaffenheit schon um einiges leichter. Einzig beim dicken Alu hatte ich etwas Probleme. Die Ziffern mussten sehr grob ausgeschnitten werden, um nicht versehentlich zu viel wegzuschneiden.
Bei der Verwendung einer Kantenführung, bzw. eines Parallelanschlages oder auch der mitgelieferten Kreisführung bleibt der Trio aber immer in der Spur. Alle Kantenfräser sind mit einem Kugellager ausgestattet, wodurch man sich eine Führung erspart.
Besonders hat mir gefallen, dass man den Griff um 90 Grad nach oben drehen kann. Bei manchen Arbeiten hat man dadurch mehr Sicht auf das Werkstück und kann den vorgezeichneten Linien besser folgen.
Weniger gefallen hat mir die Höhenverstellung der Bodenplatte. Diese wird mit einem Friktionssitz am Platz gehalten. Dadurch muss man zuerst eine Schraube lockern, und anschließend etwas an der Platte ruckeln, um die Höhe zu verstellen. Eine exakte Einstellung ist dadurch fast unmöglich. Man benötigt viele Versuche, um die richtige Höhe zu finden.

4. Bist du zufrieden mit den Arbeitsergebnissen?
Alle Kanten werden sauber gefräst. Auch das Abschleifen von Kanten hat super funktioniert. Einzig beim Schneiden von Alu hätte ich mir bessere Ergebnisse erhofft.

5. Erfüllt der Dremel Trio deine Anforderungen und Erwartungen?
Der Trio erfüllt eigentlich alle meine Anforderungen. Ich hätte mir jedoch eine größere Schnitttiefe erwartet. Für Schnitte durch dickere Materialen muss ich daher auch in Zukunft zur Stichsäge greifen, auch wenn man damit sicherlich nicht so enge Radien schneiden kann, wie mit dem Trio.
Als Mini-Oberfräse ist der Trio für Heimwerker ideal. Möchte man jedoch spezielle Nuten, bzw. speziell gefräste Kanten herstellen, benötigt man trotzdem eine Oberfräse, da es hierfür mehr Zubehör gibt.

6. Was können wir zukünftig am Dremel Trio verbessern?
Es wäre schön, wenn zukünftige Versionen des Trio größere Materialstärken bearbeiten könnten. Mit dem aktuellen Trio ist das zwar möglich, jedoch nur in mehreren Arbeitsgängen.
Die bereits erwähnte Höhenverstellung sollte auf jeden Fall in späteren Versionen verbessert werden. Am besten würde mir ein Stellrad in Verbindung mit einer mm-Skala gefallen.
Der Staubsaugeraufsatz ist für mein Modell leider etwas zu groß. Hätte der Aufsatz eine Gummi-Lamelle, welche den Schlauch festhält, würde dieser Aufsatz auch für mehrere Staubsauger passen.
Der Koffer ist zwar sehr geräumig, die Löcher für die Fräser sind jedoch zu nahe bei einander. Vor allem größere Fräser benötigen mehr als einen Platz. Neben einen großen Fräser kann man also keinen weiteren Fräser mehr hinein stecken, wodurch einige Fräser nun lose im Koffer herumfliegen.
Außerdem wäre eine Führungsschiene als Zubehör vorteilhaft, in welcher man den Trio einspannen kann.
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Hallo Zusammen,

den Thread zur Diskussion über diesen Testbericht findet Ihr unter http://www.1-2-do.com/forum/showthread.php?p= 123624#post123624.
2011-11-16 12:09:30

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