Dremel Moto-Saw - das 2-in-1-Gerät für präzise Detailarbeiten

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Elektrowerkzeuge auf die Probe

Skepsis gegenüber der Dremel Moto-Saw 0 Kommentare
Vom 03.12.12 Geändert 2012-12-03 05:03:07
Das vollkommen neue Konzept der mobilen Dekupiersäge ist sehr interessant. Bietet es doch gegenüber den 20kg-Trümmern die Möglichkeit, die Dekupiersäge ganz leicht zum Bastelnachmittag mitzunehmen. Dementsprechend war die Vorfreude auf den Test sehr groß. Ehrlicherweise war die Vorfreude aber auch mit ein wenig Skepsis gemischt, ob die Moto-Saw stabil genug sein wird...  

Der erste Eindruck Die Dremel Moto-Saw kommt im Dremel-typischen und stabilen hellgrauen Koffer mit blauen Verschlüssen. Es liegen ein Metallsägeblatt und je 2 feine und Standardblätter bei. Vielen Dank für die zusätzlich beigelegten Blätter für ausführliche Tests! Die Stationäreinrichtung ist aus Kunststoff mit 2 eingelassenen Metall-U-Profilen. Die Moto-Saw wird eingeschoben und klickt stabil ein. Da der Mechanismus ebenfalls aus Kunststoff ist, ist hier ein Brechen der Verriegelungsnase im Laufe der Zeit vorprogrammiert. Auch wenn der Tisch als Ersatzteil nicht teuer sein sollte, mag ich es nicht, wenn auf kurzzeitigen Gebrauch und anschließende Entsorgung konstruiert wird. In den Aluprofilen kann ein Winkelanschlag nicht nur geführt, sondern auch mittels Schnellspanner fixiert werden. Davon halte ich allerdings nichts, da die Dekupiersäge durch die dünnen Sägeblätter nie einen geraden Schnitt ausführt. Das Netzkabel ist ausreichend lang. Beim ersten Grifftest fühlt sich die Moto-Saw gut an. Griffige Gummierung und ein gut austariertes Gewicht versprechen ein ermüdungsfreies Arbeiten im portablen Betrieb.   Bedienungsanleitung Die Politik aller Hersteller bezüglich der Anleitungen ärgert mich! Sie sind notwendiges Übel, das lieblos hingeklatscht wird. Hier vertun die Hersteller die Möglichkeit, Begeisterung für ihr Produkt zu entfachen. Auch wenn der Kauf schon passiert ist, kann eine gute Anleitung Anreize schaffen, Zubehör zu kaufen und die Maschine häufig zu benutzen. Und eine häufig benutzte Maschine muss auch mal ersetzt werden. Prospekte in edelstem dickem Hochglanzpapier werden tonnenweise unters Volk gestreut, aber die Bedienungsanleitung (130 Seiten, 5 Seiten Bilder, 5 Seiten deutsch) wird in billigst möglicher Weise hergestellt bzw. zusammen geklickt. Die Warnhinweise für Stichsägen passen einfach nicht. Ein Warnhinweis, den Akku zu entfernen verdeutlicht, wie wenig Sorgfalt in diesem Druck steckt. Eine kleine Broschüre ausschließlich in deutsch (evtl noch englisch) mit Bildern, Anwendungsbeispielen, Hinweisen und Tipps von Profis wäre ein Optimum und auch noch bezahlbar. Oder in den Baumärkten könnte ein Display mit Broschüren zu den verschiedenen Geräten stehen (da die Marketing-Abteilung wahrscheinlich eher lokal in Deutschland agieren kann – und dafür evtl Budget organisieren kann). Ansonsten ist die Anleitung verständlich, allerdings nicht sonderlich erschöpfend. Auf Seite 17 steht unter Verwendung/Erste Schritte im vorletzten Satz: „Zu den typischen Tätigkeiten im portablen Modus zählen Kopierarbeiten und das Schneiden kleinerer Werkstücke.“ Gerade kleinere Werkstücke sollten stationär bearbeitet werden (wie sonst auch richtig beschrieben).  

Moto-Saw im Einsatz Die Stationäreinrichtung wird mit den beiliegenden Zwingen an einer Arbeitsfläche befestigt, lässt sich aber auch mit Schrauben dauerhafter befestigen. Die Zwingen sind sehr einfach gehalten. Hier würden bessere Zwingen einen deutlich wertigeren Eindruck machen. Das Befestigen an der Arbeitsfläche geht sehr schnell. Das erste Einschalten hat mich etwas erschreckt. Ein für Dekupiersägen unangenehm hohes Motorgeräusch wirkt erst mal sehr störend. Aber im Betrieb habe ich mich schnell daran gewöhnt. Auch der Arbeitstisch vibrierte anfänglich zu stark. Die Zwingen müssen wirklich sehr fest angezogen werden. Die verbleibende Vibration hört auf, so bald ein Werkstück mit den Händen auf dem Tisch geführt wird. Das war eine sehr erfreuliche Überraschung, da ich genau in dieser Hinsicht skeptisch war. Der Werkstück-Niederhalter lässt sich auch ohne Entriegelung mit geringem Kraftaufwand nach oben schieben. Zudem verdeckt er relativ viel Sicht rund um die Schnittstelle. In meiner eigentlich gut beleuchteten Werkstatt war es nicht möglich, ohne zusätzliche Lichtquelle den Schnitt gut erkennen zu können. Und da sind wir bei einem völlig unverständlichen konstruktiven Mangel: die fehlende Beleuchtung. Heute hat jedes Gerät, ob notwendig oder nicht, eine LED-Beleuchtung für den Arbeitsbereich. Und hier schreit der obere Bügel geradezu nach einer LED! Sehr gut ist die elektronische Drehzahlregelung per Stellrad im Handgriff. So lässt sich stets materialgerecht arbeiten. Der An-/Aus-Schalter ist für meinen persönlichen Geschmack nicht schnell genug bedienbar, wenn mal etwas verklemmt. Mein Testprojekt, ein Nikolausschlitten mit Rentieren im Tribal-Stil (Projektbeschreibung kommt noch) sollte aus Hobbycolor-Kunststoffplatten in 3mm Stärke entstehen. Die Moto-Saw ist auch bei 4 Platten übereinander auf geringster Geschwindigkeitsstufe gut mit dem Material zu recht gekommen. Nicht zu schnelles Arbeiten ist für ein gutes Ergebnis allerdings erforderlich. Ein Schriftzug aus 10mm Fichte ließ sich auch problemlos verwirklichen. Die Stiftsägeblätter sind bequem in der Handhabung, aber benötigen ein großes Startloch. Vollkommen überflüssig sind die Schienen im Arbeitstisch und der Winkelanschlag. Eine Dekupiersäge schneidet nicht gerade, daran hat auch die Moto-Saw nichts geändert. Etwas enttäuscht hat mich der portable Betrieb. Das Sägeblatt war nur schwer in der gewünschten Sägelinie zu halten und die kleinstmöglichen Radien lassen sich auch problemlos mit der Stichsäge verwirklichen. Hier könnte eine Führung des Sägeblattes am Niederhalter, knapp über der Werkstückoberfläche Abhilfe schaffen. In der jetzigen Form finde ich die Funktion unbrauchbar.    

Fazit Auch wenn der Test einige Schwächen offenbarte, hat mich die Dremel Moto-Saw überzeugt. Eine hervorragend transportable Dekupiersäge, die für gängige Laubsägearbeiten bis 6mm zu empfehlen ist. Bei einer Ergänzung des Niederhalters um eine Sägeblattführung wäre auch die portable Funktion sicher gut nutzbar. Unbedingt muss eine LED-Beleuchtung des Schnittbereiches und evtl noch eine Spanblasvorrichtung (im Niederhalter) bei einer Modellrevision ergänzt werden. Schnell aufgebaut und Platz sparend verstaut kann sie, was der Gelegenheits-Bastler braucht. Allerdings wirkt sie auch etwas unausgereift mit heißer Nadel gestrickt. Ich bin mir sicher, dass Dremel mit dem Nachfolger die Dekupiersäge schaffen kann, die sich so viele Bastler wünschen.  

Positiv +Mobil +Stabil +ruhiger Lauf  
Negativ -lautes, hohes Laufgeräusch -keine LED-Beleuchtung -kein Freiblasen des Schnittbereiches -Werkstück-Niederhalter nicht wirklich arretierbar -portable Funktion so nicht brauchbar -billige Zwingen    

Vielen Dank, dass ich die Moto Saw testen durfte!  
     
Folgendes Dokument wurde mir noch zugespielt:   anonymes Testtagebuch  

1.11. Liebes Tagebuch, hurra, ich teste die Moto Saw!!! Ich hatte mir schließlich wirklich Gedanken gemacht und will die Maschine ausreizen. Ich habe mir schon Material besorgt: Glas, Omas Diamantring, Porzellan und einige andere ähnlich gut bearbeitbare Dinge liegen bereit...  

2.11. Liebes Tagebuch, dieser Test ist eine echte Herausforderung! Ich überspringe den ersten Teil der Anleitung und steige mit der Montage ein. Mit dickem Warnhinweis wird darauf hingewiesen, vor Zubehörwechsel den Akkupack zu entnehmen. Das Gerät liegt nun komplett zerlegt (492 Einzelteile) vor mir – nirgendwo ein Akkupack versteckt...  

3.11. Liebes Tagebuch, das nächste Problem: In EU-Ländern ist es laut Anleitung nicht erlaubt, die Geräte im Hausmüll zu entsorgen. Für einen findigen Geist kein wirkliches Problem! Nach fünf Stunden Autofahrt war es sehr angenehm, sich direkt hinter der Schweizer Grenze die Füße zu vertreten. Die misstrauischen Blicke der Zöllner als ich einen Haufen elektronischer Bauteile im Müll entsorgte hoffte ich mit einem lässigen Witz („Keine Angst ohne Zünder passiert da nix!“) zu beruhigen. Die Ausreise dauerte dann inklusive kompletter Fahrzeugzerlegung, Überprüfung all meiner Verwandten 3. Grades und einer, wie mir mehrfach versichert wurde, „rein informellen Unterredung“ auch nur 6 Stunden...  

4.11. Liebes Tagebuch, mit neuem Testgerät gehe ich an den Start. Der nächste Warnhinweis bereitet Kopfzerbrechen: Beim Aufsetzen von Zubehör soll die Stromversorgung getrennt werden. Nach langer Suche bin ich fündig geworden. Am Ende der Straße dieses lustige kleine Häuschen wird gar nicht von den Wichteln bewohnt, sondern gehört dem hiesigen Energieversorger. Etwas nervig ist es allerdings, immer warten zu müssen, bis der Energieversorger ein Serviceteam zum Wiederverbinden der Stromversorgung schickt. Flüssiges Arbeiten geht anders... 

7.11. Liebes Tagebuch, der erste Test ist nicht so gut verlaufen. Für Glas ist die Moto Saw nicht so gut geeignet. Das Gute: zwei Finger sind völlig unverletzt.  

8.11. Liebes Tagebuch, es wird immer schwerer, sich unbemerkt zum Stromhäuschen zu schleichen. Die Nachbarn scheinen Wert auf eine ununterbrochene Stromversorgung zu legen.  

9.11. Liebes Tagebuch, die letzten Glassplitter haben gerade meine Hand verlassen, da kommt schon der nächste Niederschlag. Da das Wetter so schön war, wollte ich endlich die leider undokumentierte Bumerang-Funktion ausprobieren. Aber trotz der entsprechenden Form des Handgerätes konnte ich keinen gelungenen Wurf verzeichnen. Auf dem Heimweg habe ich mir dann gleich Ersatz für das doch sehr zerstörte Gerät beschafft.  

10.11. Liebes Tagebuch, den heutigen Tag verbrachte ich, um die Zeiten der Patrouillien um das Stromhäuschen zu notieren. Dass die auch gleich eine Bürgerwehr gründen müssen... 

11.11. Liebes Tagebuch, Omis Diamantring, der ihr immer zu protzig war, sollte heute verkleinert werden. Nach 5 Minuten ohne Ergebnis kontrollierte ich das Sägeblatt und hatte offenbar ein Fehlerhaftes eingespannt. Es hatte gar keine Zähne. Da der Energieversorger mittlerweile einen Monteur rund um die Uhr vor Ort hat, geht das Stromeinschalten mittlerweile innerhalb einer halben Stunde. Aber das Abschalten wird immer schwieriger.  

13.11. Liebes Tagebuch, du kannst dir gar nicht vorstellen, wie gut Wachhunde ausgebildet sind! Ich finde, dass die echt übertreiben. 2 Rottweiler für dieses kleine Häuschen... Außerdem: wenn da der Strom herkommt, wo wohnen dann die Wichtel???  

16.11. Liebes Tagebuch, heute waren viele Menschen in unserer Straße, die demonstrierten. Sie wollten den Rebellen gegen den Konsumterror unterstützen. Ich wusste gar nicht, dass der bei uns in der Straße wohnt! Das machte das Abschalten leichter, weil die Hunde, in den ein oder anderen Demonstranten verbissen, etwas abgelenkt waren.  

18.11. Liebes Tagebuch, heute muss ich den letzten Innenschnitt machen. Schade! Mir wird das Spielen mit den Hunden fehlen. Ich glaube, sie mochten mich (bissen nicht mehr ganz so fest zu).  

19.11. Liebes Tagebuch, dieser „Rebell gegen den Konsumterror“ hat ganz viele Anhänger, die jetzt in Zelten am Ende der Straße campieren. Komisch, ich hab noch nie ein Lied von ihm im Radio gehört...  

21.11. Liebes Tagebuch, Der „Rebell“ hat wohl auch eine Moto-Saw überall im Lande wird der Strom in Wichtelhäusern in seinem Namen gekappt.  

22.11. Liebes Tagebuch, heute besuchten mich nette Herren der Regierung und befragten mich zu dem Rebellen. Ich erfuhr, dass das gar kein Musiker, sondern ein Terrorist ist. Wahrscheinlich sogar ein Drahtzieher des 11. September. Unfassbar! In unserer Nachbarschaft!  

25.11. Liebes Tagebuch, die netten Herren von der Regierung sind gerade wieder zu Besuch. Sie haben gerade einen Freund aus Amerika zu Gast und laden mich zu einem Ausflug ein. Liegt Guantanamo im Schwarzwald oder am Chiemsee. Egal, ich werd's sehen....  
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