Dremel Moto-Saw - das 2-in-1-Gerät für präzise Detailarbeiten

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Elektrowerkzeuge auf die Probe

Testbericht: Dremel Moto-Saw 0 Kommentare
Vom 29.11.12 Geändert 2012-11-29 21:35:28
Anmerkung: Der Produkttest wurde von mir und meiner Lebensgefährtin gleichermaßen durchgeführt und somit schreibe ich aus unserer zusammengeführten Sichtweise.  

Intuitives Bedienen  

Als das Paket mit der Dremel Moto-Saw ankam, und wir die ersten Bauteile in der Hand hatten. War alles extrem einfach zu begreifen, zusammen zu bauen und zu bedienen. Was für große Verwirrung bei uns sorgte, war der Schnittwinkel. Dieser lässt sich fixieren und verliert unserer Meinung nach dann seine zweckmäßige Bestimmung.  

Arbeiten mit verschiedenen Materialien

Wir haben uns Projekte ausgesucht, die zur Weihnachtszeit passen und diese umgesetzt. Während des Test´s haben wir uns in Materialstärke und –festigkeit immer weiter gesteigert. Zuerst fingen wir mit Speerholzplatten an, unsere ausgeschnittenen Bilder haben sich sehr gut schneiden lassen, da ein sehr genauer und scharfer Schnitt mit den feinen Sägeblättern möglich ist. Im Bereich des Speerholzes, haben wir von 5 – 18 mm alles super gut schneiden können. Der Zuschnitt auf Länge von 10 mm Leisten, hat auch ohne nennenswerte Probleme gepasst und bot uns  passable Schnittergebnisse.

Probleme tauchten auf, bei stärkerem Material aus Vollholz. Meine Wahl fiel auf Lärche und Fichte. Diese Holzsorten haben wir ab einer Stärke von 14 mm getestet. Lärche ließ sich sehr gut schneiden, doch bei Fichte wurde es eher ein Geduldsspiel. Wir mussten langsamer sägen, da sonst Sägeblatt und Maschine schnell an seine Grenzen kam. Massives Buchenholz hatten wir angesetzt und scheiterten mit unserem Schnitt auf kompletter Linie, da das direkte Einschneiden schon die Maschine an ihre Grenzen kam (Hierbei brachen wir sofort den Schnittversuch ab).

Was sehr schlecht oder gar nicht auf Anhieb klappte, war dass wir mit der Säge keine Rundhölzer schneiden konnten. Wir brauchten Abstandhalter, welche wir mit der Dremel Moto-Saw ablängen wollten. Es war trotz Führungswinkel und Skalierung auf dem Schnitttisch kaum möglich.

Ich habe mehrere Schnitte in Aluminium getätigt, hierbei stört mich aber wieder einmal die große Lautstärke und das Schnittmaterial fing an zu vibrieren und zu schwingen, Kurvenschnitte fielen eher schlecht aus.

Plastik oder Kunststoff waren kein Problem, Schnitte waren sauber und trotz des leicht zu schmelzendem Materials gut geworden.

Zeittechnisch haben wir teilweise länger gebraucht wie mit unserer Dekupiersäge. Enttäuschend war, dass wir zwei Projekte nicht mit der Dremel Moto-Saw beenden konnten. Das lag daran, dass die Sägeblätter mit ihrem breiten Steg (der in die Halterung gehakt wird) nicht durch 2 – 3 mm Löcher passten. Somit waren sehr kleine Schnitte auf engstem Raum nicht mehr möglich.  

Leistung  

Wir kamen ganz gut mit der Dremel Moto-Saw  zurecht, sie lässt sich sehr einfach und schnell bedienen. Dennoch lässt die Leistung bei bestimmten Dingen sehr schnell nach. Extrem stört uns das massive und laute Motorgeräusch, was für eine 70 Watt Säge sehr heftig ist. Es bildet sich bei Stufe 4 – 5 ein schrilles Quietschen im Unterton. Keine große Dekupiersäge ist so laut und das gibt ganz klar einen Minuspunkt.  

Arbeitsergebnisse  

Was wir sehr gut fanden waren die Rückhaltevorrichtung und die Skalierung, die die Dremel Moto-Saw bietet. Somit waren die Arbeitsergebnisse sehr gut, da die Rückhaltevorrichtung das Werkstück nicht zum Vibrieren brachte und Führungssicherheit bietet.
Die Ergebnisse sind für uns größtenteils zufriedenstellend, wenn man nicht spitze Winkel oder auch 90° Winkel schneiden muss, sondern bei Kurvenschnitten bleibt. Die Schnitte waren sauber und präzise, mit wenig Ausriss. Allerdings sind die „breiten“ Sägeblätter hinderlich bei Winkelschnitten. Da muss sich was tun und das Sortiment aufgestockt werden.  

Unsere Anforderungen und Erwartungen  

Diese wurden durchschnittlich erfüllt, ja sogar zum Teil nicht erfüllt.
Weil wir ein Fachwerkhaus ausschneiden wollten (für meine bessere Hälfte ist das Standard)  und dieses Projekt alle Schnitte erforderte. Somit bekamen wir einen super Überblick über alle Funktionen. Vom Winkelschnitt mit dem Schnittwinkel, bis hin zu gehäuften Blattwechsel. Vom feinen Schnitt bis hin zu groben Ausschnitten. Es war alles dabei.
Leider hat Fachwerk viele Winkel und ließ sich dann schlecht schneiden, zudem musste man mit einem 5 mm Bohrer Löcher vorbohren, was bei unserem Projekt nicht oder nur sehr bedingt möglich war. Wir probierten es dennoch aus, aber die Löcher waren einfach zu groß und es war umständlich die kleinen Stege der Sägeblätter dort hindurch zu stecken. Wir mussten dann wieder an der großen Dekupiersäge schneiden weil hier dünne Blätter einzusetzen sind.
Unsere Anforderungen hat sie also nicht so erfüllt wie wir es erwartet haben und somit waren unsere Erwartungen enttäuscht worden.  

Verbesserungen  

Als Erstes muss die Bedienungsanleitung überarbeitet werden, so komprimiert und unübersichtlich habe ich noch keine Anleitung erlebt, es war sehr verwirrend und die Kapitel sind nicht direkt erkennbar. Späteres Nachschlagen gewisser Kapitel fällt somit sehr schwer und bietet keinen klaren Überblick. Da auch mal wieder extrem viele Sprachen verwendet werden.  

Das Motorengeräusch ist extrem zu laut. Für dieses kleine Gerät darf das Arbeitsgeräusch nicht diese Dimensionen erreichen. Alleine im Leerlauf ist es ohrenbetäubend.  

Die Sicherungsschrauben für den Arbeitstisch sind in der heutigen Zeit von Schnellspanner.- und Einhandzwingen völlig überholt und viel zu Umständlich. Außerdem sieht es sehr billig aus. Da man durch das Feingewinde teils sehr lange schrauben muss.   Was beim Sägen sehr störte war, dass wir das Werkstück sägen wollten und aus dem Werkstück etwas aussägten. Bei dem Aussägen der Kleinteile rutschten diese oft in die Leitschienen des Kantenführers/Schnittwinkels. Diese Kleinteile verhinderten das Sägen, weil sich das Werkstück verklemmte, was uns zu dem Ein/Ausschalter bringt. Da dieser unserer Meinung nach schwergängig ist und ein schnelles Ausschalten dann nicht möglich ist. So kann man also schlecht mit Kindern gemeinsam basteln, da diese den Schalter nicht wirklich verschieben konnten. Ein Sicherheitsaspekt der nicht sehr Familienfreundlich ist. Obwohl man mit der Dremel Moto-Saw sehr schön Fensterbilder ausschneiden könnte, die auch Kinder begeistern.  

Das Kupplungssystem um die Säge in den Tisch zu spannen, ist gut, könnte aber schnell brechen, weil es einfach nur Plastik ist. Dies ist ein Material, was mit der Zeit spröde und porös wird. Dann ist es vorbei mit der Tischbenutzung.  

Der Späneauswurf  ist standardmäßig zum Schoß hin ausgerichtet. Das ist nicht schön, da man entweder den Schoß voller Sägespäne hat oder einen Staubsaugergriff zwischen den Beinen hat. Dass die Hersteller immer noch so was bauen, ist nicht innovativ und zeitgemäß. Es sollte endlich mal was ein neues System dafür her.  

Was uns noch auffiel, war dass ein Nachspannen des Sägeblattes auch ganz nett wäre. Bei Dauerbenutzung und dickeren Holzstücken, dehnte sich das Sägeblatt etwas aus (durch die Hitze), somit wurde die Spannkraft zu weich. Dadurch verzog sich bei einigen Stücken unser Schnitt. So musste man das Werkstück fast schräg in den Schnitt führen, um einen geraden Schnitt zu erhalten.  

Zukünftige Projekte  

Wir denken, dass wir in Zukunft schnelle und einfache Projekte damit umsetzen können und vielleicht werden wir das tun.  Doch gibt es viel aufzuarbeiten von der Entwicklung und wir waren nicht sehr begeistert.
Die Säge hat auch einige Vorteile und wenn diese gebraucht werden, wie schnellen Aufbau, schnellen Wechsel des Sägeblattes, einfache Schnitte (um einige zu nennen), dann werden wir die Dremel Moto-Saw  nutzen.
Dennoch zeigt die Praxis, dass es in unseren Augen viel zu tun gibt. Dies haben ich aber schon in meinem Video deutlich gemacht.

Somit würden wir ehrlich sagen: „Eine Kaufempfehlung würden wir bei ca. 110 – 120€ nicht aussprechen.“
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