Dremel Moto-Saw - das 2-in-1-Gerät für präzise Detailarbeiten

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Dremel Moto Saw ... damit kann man Heimwerken 1 Kommentar
Vom 29.11.12 Geändert 2012-11-29 22:26:17
Erster Eindruck
Mein erster Eindruck war ,das die Dremel Moto Saw einen recht robusten Eindruck machte aber trotzdem noch schön leicht ist .
Natürlich erst alles „begriffen“ und angefühlt  . Die Sägeauflage machte mich etwas stutzig weil sie aus Plastik ist , aber wir sollten ja alles testen und nicht nur von der Optik her ein Urteil abgeben .

Die Bedienungsanleitung
Ich nahm mir zuerst die Bedienungsanleitung raus um zu lesen was ich beachten muss und wie ich die Säge zu bedienen habe .
Nach 3 Seiten Sicherheit und Warnhinweise, konnte ich doch einen kleinen Text bezüglich der Nutzung und richtiges sägen entdecken.
Für nützliche Tipps und Hinweise müsste man auf der Internetseite dremel.com gehen. Was ist wenn ein Benutzer kein Internet hat ?
Hier hätte ich mir mehr Tipps zum richtigen Sägen bei Kurven verschiedenen Materialen etc. gewünscht .
Die Bedienungsanleitung könnte auch gut und gerne Warnanleitung heißen .

Nachdem ich irritiert das Handbuch zur Seite gelegt habe , kam nun der Praxistest .

Der erste Kontakt
Hier wollte ich zuerst wissen wie einfach die Säge auf den Standfuß einzusetzen war .
Das ging noch einfach , aber als ich den Standfuß  ( nicht am Tisch fixiert)Freihand von der Säge lösen wollte hatte ich schon das erste Problem .
Ich drückte auf den Schnellkupplungsknopf und versuchte die Säge vom Standfuß zu lösen , zog an der Säge und entgegengesetzt den Standfuß damit er aus der Halterung rutschen konnte . Und schon hatte ich die erste blutende Wunde auf meinem Finger , denn die Unterseite des Standfußes ist ziemlich scharfkantig  was dann nach dem lösen über meine Hand die unten die Säge fest hielt rutschte und mir die Haut aufgerissen hatte .
Das passierte mir in der Testphase genau 3 x . Jedes Mal endete der Freihandversuch mit einer blutigen Wunde .
Das stand merkwürdigerweise nicht in den vielen Warnhinweisen . Vielleicht sollte man das nachholen !

Fixieren auf dem Tisch
Das festschrauben auf dem Tisch ging einfach, das abschrauben hingegen war schon etwas schwieriger wegen den kleinen Schauben , vielleicht kann man hier über eine andere Möglichkeit nachdenken den Standfuß am Tisch fixieren zu können z.B. mit Griffen wie bei einer Schaubzwinge die ich besser in der Hand habe und auf und zudrehen kann.

Sägeblatt einspannen
Das Sägeblatt einspannen musste ich doch noch das ein oder andere mal genauer üben bevor es auch ohne hinschauen ging.

Stromanschluss
Beim anschließen an die Steckdose ist mir angenehm aufgefallen das ein ganz langes Kabel vorhanden war . Also brauchte ich keine Verlängerung benutzen und kein Kabelwirrwar war zu befürchten .
Einschalten der Säge war hingegen schon etwas kniffliger . Hier musste ich erst ein paar Mal unter den Tisch gucken weil ich den Anschaltknopf nicht sofort gefunden habe , auch mit feinfühligen Tasten war es mir nicht möglich den Knopf zu finden . Der Knopf ist meiner Meinung zu versteckt und man kann ihn nicht so einfach mit den Daumen hochschieben.

Haltefuß und das sägen
Nachdem die Säge lief , viel mir doch eine sehr starke Vibration im Leerlauf  auf die aber mit Sägebeginn weniger wurde und akzeptabel ist .
Ein paar Probeschnitte in 4 mm Pappelsperrholz ließen mein Herz höher schlagen denn das Sägeblatt ging wie Butter durch das Werkstück .
Es wurden ein paar Kurven geübt um zu sehen wie man richtig sägt . 
Hierbei ist mir sofort aufgefallen das der Haltefuß schief stand und man falls man per Freihand sägt es ganz schnell schief werden würde wenn man sich an dem Haltefuß orientieren würde.
Der Haltefuß ließ sich auch nicht drehen also ging ich von einem  Produktionsfehler aus.
( Siehe Bild 1)
Trotzdem war der Haltefuß sehr positiv zu bewerten weil man durch ihn mit einer Hand sägen konnte und nicht immer das Werkstück mit den Händen runter halten musste .
Positiv ist mir aufgefallen das abgesägte Holzstücke automatisch nach hinten zum Tisch hin transportiert wurden und mir nicht auf dem Schoß fielen oder auf den Boden . Kann natürlich von der Vibration kommen , aber denke ich weniger denn sonst würden die abgesägten Stücke überall hin fallen und nicht nur nach hinten .
( siehe Bild 2)

Negativ aufgefallen ist mir unter anderem das der Schmutzauswurf genau nach vorne ausgerichtet wurde .  Da ich keinen Staubsauger zum Sägestaub abzuziehen angeschossen hatte , sah mein Hosenbein ziemlich verstaubt aus, hier wäre es vielleicht besser gewesen ihn zur Seite zu drehen wo der Staub dann neben dem Bein hin gefallen wäre .
Ich kann mir auch vorstellen das wenn ich einen Staubsauger angeschlossen hätte es nicht gut gewesen wäre ständig bei der Arbeit einen Staubsaugerschlauch zwischen den Beinen hängen zu haben .
Das kann auf Dauer ziemlich lästig oder gar gefährlich werden wenn man zwischenzeitig aufstehen möchte und sich eventuell noch im Schlauch verfängt und stürzt .
(siehe Bild 3)

Sägen von beschichteten Pressspanplatten 16 mm
hier kam die Säge an ihre Grenzen , denn mit oder ohne Parallelanschlag war es nicht möglich einen geraden Schnitt durch das Holz zu sägen . Ich habe verschiedene Sägeblätter benutzt , neue eingespannt , langsame oder schnelle Hubgeschwindigkeit aber schon bei den ersten mm sah man dass das Sägeblatt schief nach rechts oder links weg lief .
Das trat bei dickerem Holz auf , bei dünnen Pappelsperrholz blieb die Säge gerade .
(siehe Bild 4 )

Der Prallelanschlag
Leider hatte der Parallelanschalg nur eine feste breite sodas er fast überflüssig wurde , denn  wie hoch ist die Chance das ich genau diese Breite für ein Werkstück brauche ?
Hier muss man sich irgendwie selbst behelfen . Ich habe dazu ein paar Leisten genommen um die Anschlagshilfe auf das Maß zu erhalten wie ich es brauchte .
(siehe Bild 5 + 6 )

Für Winkelschnitte war der Parallelanschlag gut zu gebrauchen und führte die Schnitte auch sauber aus . Das einstellen der Winkel mussten man genau machen weil zwar eine kleine Rasterfunktion da war aber man sie kaum spürte und genau hinschauen musste auf wie viel Grad man die Winkelhilfe stellte .
Positives vom Parallelanschlag zu berichten fällt mir nur ein das er rechts sowohl auch links einzusetzen war und ihn man in der Führungsschiene versetzen konnte .

Da wir in einer Mietswohnung ( 2. Etage )wohnen ist meinem Mann  aufgefallen das die MotoSaw recht laut ist, denn er konnte schon Parterre hören das ich sägte.  Also ist der Warnhinweis das man Ohrschützer tragen sollte schon mal nicht schlecht. Anfangs hielt ich die Säge für sehr leise wenn man Handstichsägen oder Kreissägen gewöhnt ist aber nach längerem arbeiten machte sich ein unangenehmes kreischen der säge bemerkbar.

Freihandsägen
Auch das Freihandschneiden habe ich versucht aber ganz schnell nach einem Schnitt verworfen weil es mir selbst zu gefährlich erschien .
Ich habe eine L leiste für den Dachfirst freihand sägen wollen , die Leiste habe ich auf dem Tisch festgehalten und die Säge an das Werkstück gehalten , aber so dass das Sägeblatt noch nicht mit dem Material in Berührung kam . Dann hatte ich die Säge an gemacht und bin ans Werkstück gegangen . Leider war mir nicht möglich die Säge gerade und ruhig zu halten. Die Säge ist regelrecht über die Leiste gesprungen und ich konnte sie nicht ruhig halten .
(Bild 20)

Jetzt zum ersten Projekt womit ich die Säge getrestet habe .
Da die Bauanleitung länger war als mir hier Platz und hochzuladende Bilder zur Verfügung stehen habe ich die Kurzform hier zusammen genommen . Genaue Bauanleitung findet ihr hier


Erstes Projekt Geburtsboard

Als erstes Werkstück habe ich mir ein Geburtsboard vorgenommen, was wie der Name schon verrät Geburtsdaten von meinem Neffen beinhalten sollte. Hier habe ich erst mal einfachere Formen und Rundungen bevorzugt wo einfach nur die Konturen ausgeschnitten wurden um mich mit der Säge vertraut zu machen.
Das Material war Pappelsperrholz 4 mm und das schneiden ging richtig leicht von der Hand . Die nicht allzu engen Kurven  beherrschte die Säge ohne Probleme und das Sägeblatt ging wie Butter durch das Holz . Durch den Haltefuß welcher der Materialhöhe angepasst werden konnte war auch ein einhändiges sägen möglich was mir sehr gut gefiel.
Die kleinen Holzstücke  sollten auf eine Grundplatte die 8mm dick war aufgebracht werden . Das dickere Holz 8 mm ließ sich auch ohne weitere Probleme schneiden .
Für das Geburtsboard habe ich insgesamt 5 Stunden benötigt .
Bis hier hin hat mich die Dremel Moto Saw überzeugt was die Wendigkeit anging .
Aber es sollte noch ein anderes Projekt in Angriff genommen werden wo ich verschiedene Materialien und Holzstärken sägen wollte um die Säge weiter zu testen  .
(siehe Bild 7+8 )

Mein zweites Projekt war etwas umfangreicher und größer als das erste , hier auch wieder nur ein kurzer Einblick , falls ihr die ganze Bauanleitung sehen möchtet klickt bitte hier



Zweites Projekt Wassermühle
Siehe Bilder 9 - 18
Das nächste größere Projekt mit der Dremel Moto Saw war eine Wassermühle von
105 x 70 x 66 cm
Für dieses Projekt musste ich wie schon erwähnt verschiedene Materialien sägen .
Acrylglas 3mm , Pappelsperrholz 4,6,8 mm , Fichtenholz 20mm , Beschichtetes Presspanplatten 16mm wurden mit der Dremelsäge von mir getestet .
Laut Hersteller ist die Säge bis zu einer Max. Schnitttiefe von 18 mm ausgelegt .
Bei der Wassermühle musste ich 16mm beschichtetes Pressspanholz in 10 x10 cm Stücke sägen und schon nach paar Millimeter zog das Sägeblatt entweder nach rechts oder links weg . Egal ob mit oder ohne Parallelanschlag war es mir absolut nicht möglich einen geraden Schnitt zu erhalten . Egal wie langsam oder schnell gesägt wurde, egal welches Sägeblatt , es war nicht möglich einen geraden Schnitt zu schneiden .
Da ich noch unter der Maximalen Schnitttiefe von 18mm war wurde ich hier schon enttäuscht weil die Dremel Moto Saw nicht hielt was angegeben wurde .
Für die Grundplatten der Mühlemusste ich auch größere Bretter sägen , da kam die Säge bei 27 cm schon an ihre Grenzen auch wenn ich das Werkstück von der anderen Seite entgegen gesägt hätte wären es immer noch nur 54 cm bei geraden Linien gewesen .
Hier musste ich leider auf meine Handstichsäge zurück greifen :(
Beim sägen von Acrylglas hatte ich auch so meine Probleme , nach dem Sägeblatt ist das Glas immer direkt zusammengeschmolzen , auch wenn ich Hubgeschwindigkeit 1 gewählt habe . Nur mit etwas Öl auf der zu schneidenden Stelle konnte ich ein erneutes zusammenkleben verhindern aber sonst hat die Säge keine Probleme beim Sägen mit Acrylglas gemacht .
Da ich für die Fensterchen kleine Stückchen brauchte wollte ich versuchen mit dem Parallelanschlag zu sägen , leider ist er in der Breite nicht einstellbar sodass ich mir eine Sägehilfe welche den Parallelanschlag verbreiterte erstellen musste um viele Fensterrahmen ohne erneutes Messen sägen zu können.
Auch bei der Wassermühle musste ich für die Schindeln einige Kurven die zwar nicht so eng sind sägen . Positiv ist mir gerade bei den Schindeln aufgefallen weil ich nonstop über 4 Stunden gesägt hatte , das die Säge absolut nicht heiß gelaufen ist , die Säge oder besser gesagt der Motor selber blieb beim Dauereinsatz Handwarm.
Die Kurven hat die Säge auch sehr gut und genau gesägt . Bis hier hin haben die Sägeblätter sehr gut gehalten und blieben lange scharf . Ich habe mir durch meine eigene Dummheit 2 Blätter selbst gebrochen weil ich das Holz im Lauf zurück gezogen habe und dabei verkantet , ansonsten halten die Sägeblätter ewig und bleiben auch scharf.
Beim Aussägen der Fenster und Türen musste ich ein Loch sägen und das Sägeblatt durch das Loch führen und in die Säge einspannen . Das war leichter gesagt als getan . Es dauerte bei mir unwahrscheinlich lange bis das ich die Säge zum inneren Aussparen von Holz richtig eingesetzt bekam .


Ich hätte eine Idee wie man vielleicht die Säge verbessern könnte damit man auch etwas größere Werkstücke bearbeiten kann . Ist natürlich nur eine Idee von mir ohne zu wissen ob sowas überhaupt möglich ist .
(siehe Bild 19)

Fazit

Die Säge ist als Dekupiersäge für Heimwerkarbeiten gut zu gebrauchen zumindest wenn es sich um dünneres Holz handelt . Zum Freihandsägen würde ich sie nicht unbedingt empfehlen dafür gibt es bessere Sägen .
Die Leistung der Säge finde ich sehr gut und bin zum Schluss nachdem ich mich mit den kleinen Nachteilen abgefungen habe sehr gut damit zurecht gekommen
Mit meinen Arbeitsergebnissen bin ich mehr als zufrieden wobei die Dremel Moto-Saw nicht alle meine Erwartungen erfüllt hat .
Zu verbessern wäre evenutell das der Parallelanschlag auch in der Breite angepasst werden kann .
Ebenso das man längere Werkstücke darauf sägen kann ( Vorschlag Bild 19) und das der Schmutzauswurf zur Seite hin verlegt wird sodass man nicht den ganzen Staub auf dem Schoß liegen hat .
Auf jeden Fall werde ich die Dremel Moto Saw auch in Zukunft nutzen und freue mich schon auf viele weitere Arbeitsstunden mit ihr .

PS : Leider war es mir nicht möglich bei Bauhaus / Obi Ersatzblätter zu finden , es war noch nicht einmal die Säge im Sortiment :(
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Hallo Zusammen,

den Thread zur Diskussion über diesen Testbericht findet Ihr unter http://www.1-2-do.com/forum/showthread.php?p= 289636#post289636.
2013-01-11 16:18:26

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